Mittwoch, 7. Mai 2025

NEUE ENERGIEREALITÄT & FLEXIBLE LÖSUNGEN

In einer Welt im Wandel übernehmen erneuerbare Energien Verantwortung – ökonomisch, ökologisch und geopolitisch. Erstmals erzeugt Europa mehr Strom aus Sonne und Wind als aus Kohle und Gas. Deutschland erreicht mit rund 60 Prozent Erneuerbaren im Strommix einen neuen Höchststand. Die Energierealität hat sich grundlegend verändert. Was jetzt zählt, ist ein Energiesystem, das dieser neuen Normalität gerecht wird – flexibel, digital, vernetzt. Dieser Wandel verlangt nach zeitgemäßen Antworten, die die Messe The smarter E Europe 2025 in München liefert. 

Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft hat am Mittwoch auf dem voll belegten Gelände der Messe München ihre Tore geöffnet. Vom 7. bis 9. Mai bringen sich dort 2.737 Aussteller aus 57 Ländern mit ihren Lösungen, Anwendungen und Geschäftsmodellen für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7 in Stellung, darunter Großspeicher, PV-Hybridanlagen, bidirektionales Laden, intelligentes Lastmanagement und vieles mehr. In den kommenden drei Tagen werden über 100.000 Fachbesucher aus rund 170 Ländern erwartet. In diesem Jahr macht The smarter E Europe deutlich: Die Technologien sind da, die Geschäftsmodelle erprobt, die Branche ist bereit. Jetzt braucht es den politischen Willen, ein konsequentes Handeln und den Mut, das Energiesystem neu zu denken.

Erneuerbare Energien, insbesondere die Photovoltaik, sind laut Walburga Hemetsberger, CEO des europäischen Branchenverbands SolarPower Europe, der Schlüssel zu Energiesicherheit und wirtschaftlicher Resilienz. Nach dem starken Zubau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten müsse nun der Fokus auf die nächste Ausbaustufe des Energiesystems gelegt werden: „Um unser Energiesystem wirklich zukunftssicher zu machen, brauchen wir stärkere Netze, intelligentere Flexibilität und eine vollständige Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Wärme. Batteriespeicher sind nicht mehr nur eine Option – sie sind unerlässlich, um Abschaltungen und negative Preise zu bewältigen. Das Ergebnis? Niedrigere Kosten, günstigerer Strom für die Verbraucher und mehr Energiesicherheit für Europa. Es ist jetzt an der Zeit, das Tempo zu erhöhen.“

 

Konkurrenzlos günstiger Strom aus Photovoltaik

Aktuelle Marktzahlen belegen diese Aussage eindrucksvoll: Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE lagen im Jahr 2024 die Gestehungskosten pro Kilowattstunde für PV-Großanlagen in Deutschland bei etwa 4 bis 7 €ct/kWh, während für Großanlagen mit Batteriespeichern Kosten zwischen 6 und 11 €ct/kWh ermittelt wurden. Die Erzeugung in konventionellen Kraftwerken ist erheblich teurer. Die Gestehungskosten einer Kilowattstunde betrugen bei Kohle- und Gaskraftwerken rund 15 bis knapp 33 €ct/kWh. Noch teurer, und damit abgesehen von allen anderen Nachteilen auch wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig, ist die Kernenergie. Hier kostet die Erzeugung einer Kilowattstunde bis zu 49 €ct. Schon aus rein ökonomischen Gründen wird sich daher klimaneutral erzeugter Strom auch weiterhin durchsetzen – mit Sicherheit.

 

Flexibilität im Zentrum der Energiewende

Mit dem weltweit wachsenden Anteil erneuerbarer Energien steigt der Druck, das Energiesystem neu zu denken – flexibler, intelligenter und vernetzter muss es sein. Batteriespeicher gelten in diesem Zuge als Rückgrat dieser Transformation. Sie stabilisieren Netze, ermöglichen neue Geschäftsmodelle und steigern die Versorgungssicherheit. Auch die Elektromobilität leistet ihren Beitrag: Fahrbatterien können durch bidirektionales Laden als dezentrale Speicher genutzt werden – ein Ansatz, der in ersten Pilotprojekten, beispielsweise in Frankreich, bereits erfolgreich umgesetzt wird. The smarter E Europe 2025 greift diesen vielversprechenden Innovationsimpuls auf und zeigt erstmals in einer eigenen Sonderschau (Halle C6, Stand C6.450) die Potenziale des bidirektionalen Ladens für eine erneuerbare Energieversorung 24/7 auf.

 

Globale Bühne für Innovation, Umsetzung und Vernetzung

Mit 2.737 Ausstellern aus 57 Ländern und über 100.000 erwarteten Fachbesuchern aus rund 170 Nationen ist The smarter E Europe 2025 nicht nur Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft, sondern ein globaler Treffpunkt für Innovation und Umsetzung. Vom 7. bis 9. Mai verwandeln vier Fachmessen – Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe – sowie sieben Messeforen, vier internationale Konferenzen und vielfältige Networking-Formate das voll belegte Messegelände der Messe München in einen Marktplatz für den nächsten Entwicklungsschritt: die Digitalisierung und Flexibilisierung der Energieinfrastruktur ganz im Sinne einer nachhaltigen, zuverlässigen und sicheren Energiezukunft. Die Branche zeigt sich bereit – offen, international vernetzt und mit klarer Vision. Jetzt sind Politik und Gesellschaft am Zug.

 

The smarter E Europe vereint als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) und findet vom 7. bis 9. Mai 2025 auf der Messe München statt.

 Quelle: www.TheSmarterE.de

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Montag, 5. Mai 2025

Solarenergie selbst erleben – über 70 Veranstaltungen

Vom 16. bis 25. Mai 2025 finden schweizweit die Tage der Sonne statt – mit über 70 Veranstaltungen so umfangreich wie schon lange nicht mehr. Ob Workshops, Solarkino, Infoabende oder Tage der offenen Tür: Die Tage der Sonne bringen Menschen zusammen, um Solarenergie konkret und greifbar zu erleben.

Ein besonderer Fokus liegt dieses Jahr auf der breiten Anwendbarkeit: Mit Workshops zum Bau von Mini-Solaranlagen für Balkone erhalten auch Mieterinnen und Mieter konkrete Werkzeuge, um selbst Strom zu produzieren und unabhängiger im Alltag zu werden. Diese praxisnahen Kurse vermitteln Grundlagen zur Installation und Anwendung – und stärken das Verständnis für die eigene Rolle in der Energiewende.

Die Vielfalt der Anlässe spiegelt das wachsende Interesse an erneuerbaren Energien: Von Solarkino-Abenden unter freiem Himmel, über Exkursionen, Schulaktionen, Infoveranstaltungen zum neuen Stromgesetz, bis hin zu Repair Cafés oder Besichtigungen innovativer Anlagen – in Städten und Gemeinden aller Sprachregionen der Schweiz ist etwas dabei. Die angebotenen Formate richten sich sowohl an Fachpersonen wie auch an interessierte Laien, an Erwachsene, Jugendliche und Familien. 

Die Veranstaltungen werden von der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES) in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen, Gemeinden, Vereinen und Unternehmen organisiert. Sie zeigen: Die Energiewende findet nicht nur in der Politik statt – sondern direkt um uns herum auf unserem Hausdach oder am Balkon.


Weitere Informationen:  www.tagedersonne.ch/downloads
Die vielfältigen Veranstaltungen unter www.tagedersonne.ch/veranstaltungen
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie, office@sses.ch oder www.sses.ch / www.tagedersonne.ch

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Samstag, 3. Mai 2025

Wem nach Positivem steht, lese hier weiter!

Die Nachrichten aus aller Welt stimmen je länger je weniger fröhlich. Aber es finden sich noch gute News und für Solarmedia ist es ein Glücksfall, dass sie häufig aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und der Solarenergie stammen. Eine Rundschau.

Die internationale Energieagentur (IEA) hat untersucht, wie es mit dem globalen Solarmarkt steht. Demnach sind Ende 2024 weltweit PV-Anlagen mit einer Leistung von mehr als zwei Terawatt installiert und das Jahr war ein absolutes Rekordjahr,  in dem alleine 602 Gigawatt (GW) neu erstellt wurden. Mehr als die Hälfte davon in China. Wenn auch die Zahlen aus verschiedenen Quellen unterschiedlich ausfallen, so bewegen sie sich so oder so auf Höhen, wie man sich das vor fünf oder zehn Jahren nicht in den wildesten solaren Träumen vorstellen konnte (1). Die Berliner Tageszeitung TAZ doppelt nach: Sie veröffentlicht einen Überblick - journalistisch aufgemotzt - und mit den beiden Schlagzeilen versehen: «Das Zeitalter der Sonne wird keiner mehr stoppen» und «Die Solarenergie wächst exponenziell».

Wie kommt die TAZ zu diesem Schluss? Sie hält fest, dass die Solarenergie unterdessen die billigste Stromquelle der Weltgeschichte sei - nichts weniger als das. Und wächst die Branche weiter so, könnte sie bald den Strombedarf der ganzen Welt decken, na dann. Kleine Pointe: der verrückte Elon Musk aus den USA hatte ja die unterdessen «als gesichert rechtsextrem» geltende deutsche AfD im Wahlkampf unterstützt, aber nur in einem Punkt waren sich Parteichefin Alice Weidel und Elon Musk uneinig: in der Bedeutung der Solarenergie. Bei der in der Schweiz ansässigen Weidel scheint die Sonne offensichtlich gar nicht (2). Nochmals: Der Grund für die ganze Entwicklung der Solarwirtschaft ist so banal wie einleuchtend, die Preise sind unglaublich gesunken, ungefähr um den Faktor 100 in den letzten 20 Jahren - und die Mengen haben sich entsprechend ungeheuer vergrössert.

Noch bis vor kurzem lag der Anteil der Solarstrom-Produktion am weltweiten Stromverbrauch bei höchstens 1 %. Nun aber reibt man sich verwundert die Augen. Nach dem Wachstum im Jahr 2023 erreichte die Photovoltaik nunmehr fast 7 % des weltweiten Strombedarfs. Müssig auch nochmals zu betonen, dass mehr als die Hälfte des jüngsten Wachstums auf China entfällt. Das Beratungsbüro Ember kommt zum Schluss, dass neben der ertragreichen Energiequelle Sonne die Wasserkraft mit 14 % in der weltweiten Erzeugung weit vorne steht, dahinter die Windenergie mit 8 % und dann bereits die Solarenergie mit 7 % (3).

Doch genug der Zahlen, wenden wir uns noch ein paar allgemeinen Sachverhalten zu, die in letzter Zeit für Aufsehen sorgen, die technischen Entwicklungen. Sie zeigen, dass es mit dem Wachstum auf dem Photovoltaik-Markt noch längst nicht vorbei ist. Da liegt es in der Natur der Sache, dass wir auch diesbezüglich wieder bei China landen. So hat einer der ganz grossen Solar-Konzerne, Trinasolar, jetzt die  Perowskit-Technologie der britischen Oxford PV auf den chinesischen Markt gebracht und erreicht damit erstaunliche Leistungswerte (4). Die ersten ausgelieferten Module kommen auf einen Wirkungsgrad von 24.5 %, das ist nahe dem Maximum der Silicium-Technologie, wenn diese alleine zur Anwendung gelangt. Perowskit ist noch längst nicht technologisch ausgereift, wird als Tandem-Technologie weiterhin Effizienzfortschritte erzielen.

Nicht verschwiegen sei, dass der Strommarkt noch längst nicht derart gesichert ist durch den Einbezug der solarem Elektrizität, wie man es sich wünschte. Und die Preise des Stroms (der Marktwert Solar) für den vergangenen Monat gaben die Übertragungsnetzbetreiber in Europa mit fünf Eurocent pro Kilowattstunde an - in 30 Stunden im März lag der Börsenstrompreis im negativen Bereich. Mit anderen Worten wird man also weiterhin nach einem so genannten Strom-Markt-Design suchen müssen Auf allen Stakeholder, also alle Beteiligte inklusive KonsumentInnen, warten viele ungelöste Probleme (5).

Zwei der wesentlichen Knackpunkte treten deutlich hervor: die Märkte für Photovoltaik und die elektrische Energiespeicherung in Europa befinden sich in einem grundlegenden Wandel. Während die in der Vergangenheit vorwiegend kleinen PV-Anlagen und Speicherprojekte das Marktwachstum angetrieben haben, gibt es allmählich eine Verschiebung hin zu gewerblichen und industriellen Projekten und Projekten im Versorgungs-Massstab. Will heissen, auch da kommen grössere und massive Probleme auf den Solarmarkt zu, die nur mit vereinten europäischen Anstrengungen zu meistern sind (6) - und die einen Einbezug der Schweiz in den europäischen Markt bedingen.

Quellen:

  1. https://www.photon.info/news/iea-pvps-weltweit-installierte-pv-leistung-uebersteigt-zwei-terawatt/ 
  2. https://taz.de/Solarenergie-waechst-exponentiell/!6080466/   plus Foto
  3. https://www.pv-magazine.de/2025/04/09/photovoltaik-deckt-fast-sieben-prozent-des-weltweiten-strombedarfs/    mit Grafiken
  4.  https://www.pv-magazine.de/2025/04/09/trinasolar-bringt-perowskit-technologien-von-oxford-pv-auf-den-chinesischen-markt/ 
  5. https://www.pv-magazine.de/2025/04/08/marktwert-solar-hat-sich-im-maerz-mehr-als-halbiert/      
  6. https://www.pv-magazine.de/2025/04/10/sind-stakeholder-bereit-fuer-die-sich-abzeichnende-segmentale-neuausrichtung-der- 

 Copyright: Guntram Rehsche / Solarmedia

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Samstag, 26. April 2025

Solaraktien machen Teil der Verluste wett


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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
  
 Quelle: oeko-invest.net
 
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Freitag, 25. April 2025

Test mit Solarzäunen am Flughafen Zürich

 Die Flughafen Zürich AG verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2040 netto null unternehmenseigene Treibhausgasemissionen zu erreichen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist der Ausbau der Photovoltaik-Anlagen. Neben der Errichtung neuer Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden testet die Flughafen Zürich AG nun auch den Einsatz von Solarzäunen. Eine erste Testanlage wurde neben der Heizzentrale des Flughafens realisiert, um das Potenzial dieser Technologie zu evaluieren.

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie treibt die Flughafen Zürich AG den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion weiter voran. Neben klassischen Solarpanels auf Dächern und an Fassaden wird nun ein innovativer Ansatz getestet: Solarzäune. Diese senkrecht stehenden Photovoltaik-Panels bieten zahlreiche Vorteile. Unter anderem ermöglichen sie eine beidseitige Stromproduktion, wodurch ein Mehrertrag von 10 bis 30 Prozent gegenüber herkömmlichen horizontalen Anlagen erzielt werden kann. Die Stromerzeugung erfolgt ausserdem gleichmässiger über den Tag verteilt. Gleichzeitig können die Panels als Zaun dienen und damit zwei Funktionen erfüllen.

Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG

«In einem ersten Schritt wollen wir Erfahrungen mit den vertikalen Solaranlagen sammeln und prüfen, ob diese Technologie für weitere Standorte in Frage kommen könnte. Denkbar sind zum Beispiel Parkplätze. Die Testphase wird mindestens ein Jahr dauern, um die Saisonalitäten abbilden zu können.»

Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG

Der Test-Solarzaun wurde an einem nicht mehr genutzten, freistehenden Sicherheitszaun neben der Heizzentrale des Flughafens installiert. Mit der Pilotanlage will die Flughafen Zürich AG Erkenntnisse über die Effizienz, Witterungsbeständigkeit und betriebliche Integration der Technologie gewinnen.

Investition in Photovoltaik als wichtiges Element zur Dekarbonisierung
Der Ausbau der Photovoltaik spielt eine zentrale Rolle in der Strategie der Flughafen Zürich AG, um den Anteil erneuerbarer Energien weiter zu erhöhen. Bereits heute ist sämtlicher Strom, den die Flughafen Zürich AG nicht selbst produziert und von externen Produzenten bezieht, erneuerbar. Mit den geplanten Photovoltaik-Projekten wird in den kommenden Jahren auch bei der Eigenproduktion der Anteil an nachhaltigem Strom deutlich gesteigert.

Derzeit sind auf zwölf Gebäuden Photovoltaikanlagen installiert und in Betrieb, unter anderem auf dem Dock E sowie auf dem Dach des Circle. Eine erste Machbarkeitsanalyse hat bereits ergeben, dass 40 Dachflächen, darunter auch die von verschiedenen Ersatzneubauten, für weitere Solar-Anlagen geeignet sein könnten. Für eine tatsächliche Realisierung muss berücksichtigt werden, dass der Blendschutz für Pilotinnen und Piloten sowie für die Mitarbeitenden im Tower jederzeit gewährleistet ist. Insgesamt sollen die Photovoltaikanlagen am Flughafen Zürich bis 2040 eine Strommenge produzieren, die dem jährlichen Verbrauch von 5000 Schweizer Haushalten entspricht.

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Mittwoch, 23. April 2025

Solare Forschung in neuen Sphären

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE forscht seit über 20 Jahren an höchsteffizienten III-V-Mehrfachsolarzellen. Um die zukunftsträchtige Technologie weiterzuentwickeln und zum wirtschaftlichen Erfolg zu führen, erhält das Institut nun prominente Unterstützung: Die Werner Siemens-Stiftung wird das Projekt »Nachhaltige Energiewende durch höchsteffiziente Tandemphotovoltaik« bis 2032 mit 14 Millionen Euro fördern.

© Fraunhofer ISE / Foto: Dirk Mahler
Dr. Frank Dimroth (links) und Prof. Dr. Andreas Bett werden das neue Werner Siemens-Stiftungs-Projekt zur höchsteffizienten Photovoltaik am Fraunhofer ISE in Freiburg leiten.

III-V-Mehrfachsolarzellen erreichen die höchsten Wirkungsgrade aller Photovoltaiktechnologien. Sie sind höchsteffizient, robust und langzeitstabil, haben sich aber bisher am Markt noch nicht durchsetzen können, da Material- und Herstellungskosten etwa hundertmal so hoch sind wie bei Standard-Solarzellen. Das Fraunhofer ISE will in den kommenden Jahren die Herstellungskosten der Zellen deutlich senken, damit es rentabler wird, sie in Konzentrator- und Flachmodulen einzusetzen.

»Dank der Förderung durch die Werner Siemens-Stiftung können wir neue innovative Konzepte und grundlegende wissenschaftliche Arbeiten zur Weiterentwicklung der III-V-Technologie vorantreiben«, sagt Dr. Frank Dimroth, einer der Projektleiter. Technologische Schwerpunkte werden in den kommenden Jahren wiederverwendbare Substrate für die III-V Epitaxie sowie sehr kostengünstige und skalierbare Epitaxie- sowie Herstellungsprozesse für die Solarzellen sein. Zudem sollen konzentrierende Photovoltaikmodule der nächsten Generation demonstriert werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft fördert die anstehenden Forschungsarbeiten mit weiteren 1,4 Millionen Euro.

Die Werner Siemens-Stiftung unterstützt herausragende Innovationen in den Lebens-, Natur- und Technikwissenschaften. Mit namhaften Beträgen fördert sie exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren außergewöhnlichen Forschungsideen. »Die Photovoltaik ist eine Schlüsseltechnologie, um die Energiewende zu erreichen – der Effekt von neuen Techniken, die das Sonnenlicht noch effizienter nutzen, wäre enorm«, sagt Dr. Hubert Keiber, der Obmann des Stiftungsrats der Werner Siemens-Stiftung. »Wir sind überzeugt, dass die hocheffiziente Tandemphotovoltaik genau dazu beitragen kann.«

Das Fraunhofer ISE entwickelt seit mehr als 20 Jahren höchsteffiziente III-V Mehrfachsolarzellen. Bei diesem Zelltyp werden zwei bis sechs Teilzellen aus III‑V-Verbindungshalbleitern bzw. Germanium übereinandergestapelt, um das Sonnenlicht optimal zu nutzen. Das Institut hält in diesem Bereich zahlreiche Rekorde, insbesondere für die effizienteste Solarzelle der Welt mit 47% Wirkungsgrad sowie das effizienteste hybride Konzentrator PV-Modul mit 350 Watt/m2 Leistung. Durch die hohe Effizienz lassen sich erheblich Mengen an Ressourcen und Energie in der Herstellung einsparen. Im Weltraum versorgen III-V-Mehrfachsolarzellen bereits seit mehr als 20 Jahren Satelliten zuverlässig mit Strom.