Samstag, 18. Juni 2011

Österreicher mit Grätzel einig

Nach wie vor gilt für Grätzels Farbstoffzelle: «Der Prophet zählt nichts im eigenen Land.» Nur so ist eine Meldung aus dem östlichen Nachbarland zu interpretieren, die auch aufs Pult von Solarmedia flatterte: Das Forschungszentrum für integrales Bauwesen der Fibag kooperiert mit Erfinder der Solarzelle. Die Zelle, die ohne Silizium funktioniert und in der Herstellung sehr günstig ist, nutzt organische Farbstoffe.

Der in der Schweiz tätige Chemiker Michael Grätzel hatte Anfang der 1990er Jahre eine elektrochemische Farbstoff-Solarzelle entwickelt, die zur Absorption von Licht nicht ein Halbleitermaterial, sondern organische Farbstoffe, zum Beispiel den Blattfarbstoff Chlorophyll, verwendet. Gemeinsam mit dem steirischen "Forschungszentrum für integrales Bauwesen AG" (FIBAG) soll seine Erfindung für die großflächige Anwendung an Gebäuden weiterentwickelt werden, heißt es in einer Aussendung der FIBAG.

Prof. Dr. Dr. Grätzel (links) und Dipl-Ing. Dr. Müller, Vorstand Fibag, bei der Präsentation der Zusammenarbeit







Die vom Leiter des Labors für Photonik und Grenzflächen an der Ecole Polytechnique de Lausanne, Michael Grätzel, entwickelte "Grätzel-Zelle" versteht sich als Alternative zur üblichen Solarzellentechnologe. Der Erfinder selbst hat dafür zuletzt den mit 1,1 Millionen Euro dotierten "Nobelpreis für Ingenieure" (Millenniumspreis) erhalten. Die Solarzelle, die organische Farbstoffe nutzt, um mit ihnen Licht in elektrischen Strom umzuwandeln, kommt ohne Silizium aus. Ihre Funktionsweise wird auch als "künstliche Photosynthese" bezeichnet.

Laut FIBAG ist die Alternativtechnologie "äußerst günstig" in der Herstellung. Schätzungen würden von bis zu einer 50-prozentigen Einsparung gegenüber konventionellen Silizium-Technologien ausgehen. Das "Forschungszentrum für integrales Bauwesen" in Stallhofen nahe Graz ist ein Kompetenzzentrum für die Integration von effizienter Technologie zur z.B. Wärme- und Stromerzeugung in die Gebäudefassade. Die Umsetzung der "Energiefassaden" durch die steirische Firma "SFL technologies" wurde im Vorjahr mit dem globalen Architektur-Preis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet und wird u.a. von Architekten wie Zaha Hadid und Coop Himmelb(l)au umgesetzt.

"Die Eigenschaften der 'Grätzel-Zelle" sind optimal für die Integration in die Gebäudehülle", meint Mario J. Müller, Vorstand der FIBAG im Gespräch mit der APA. Sie könne in vertikale Flächen ebenso eingebaut werden , wie in horizontale, es gebe sie in allen möglichen Farben und Formen und sie arbeitet auch bei Streulicht gut. "Vor allem ist sie billiger und nachhaltiger", so Müller. Bisher stehe das Potenzial der elektrochemischen Solarzelle noch in den Anfängen, vor allem fehle es an der entsprechenden Integrationstechnologie. "Das ist die Aufgabe der FIBAG", so der Vorstand des Forschungszentrums. Die Umsetzung erster Integrationslösungen seien bereits für Ende des Jahres geplant - am Gebäude der FIBAG selbst.

Quelle: Kleine Zeitung Steiermark

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Freitag, 17. Juni 2011

Windenergie überflügelt Atom

Die weltweite Windenergie-Kapazität hat die 200 Gigawatt-Grenze überschritten und deckt damit etwa drei Prozent des Strombedarfs. Das gab der Präsident des Weltwindenergieverbandes (WWEA) mit Sitz in Bonn Anil Kane anlässlich des Weltwindenergietages bekannt.

Kane beklagte, dass immer noch viele Länder Investitionen in Windenergie scheuten, um so die Strompreise nicht zu belasten. Dies sei jedoch eine falsche Rechnung, weil bei anderen Technologien nicht immer die vollen Kosten berücksichtigt würden. Bei einer Gesamtbetrachtung aller Kostenfaktoren sei Windenergie unter den preisgünstigsten.

Windräder kommen immer häufiger auch in Ländern des Südens, insbesondere in den so genannten Schwellenländern zum Einsatz - hier eine Anlage in Brasilien (Bild: Martin Enkelmann).





Windenergie hat gemäss dem Präsidenten des Weltenergieverbands weltweit im Vergleich zu Kernenergie bereits die Nase vorn. Während 30 Länder auf Kernenergie setzten, würde Windenergie in 80 Ländern genutzt. Kohle, Öl und Gas seien nicht nachhaltig und schädigten die Umwelt. Kane forderte die Schaffung intelligenter Stromnetze, die mehr Windenergie aufnehmen könnten. Weiterhin setzte er sich für die Schaffung von Fördermechanismen insbesondere in Schwellenländern ein. Und eine Nachbemerkung von Solarmedia: Die installierten Windenergiekapazitäten erzeugen weltweit bereits so viel Strom wie etwa 60 grosse AKW - in AKW gemessen geht also der Zubau von Windenergie wesentlich schneller vonstatten als jener von AKW.

Quelle: Ecoreporter

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Solarthermie in China

Solar-tastic in China from Greenpeace China on Vimeo.

Das chinesisch-sprachige Video mit englischen Untertiteln zeigt die weite Verbreitung der Solarthermie in China (welches seit langem der weltgrösste Markt ist) - und deutet an, dass als nächstes auch die Photovoltaik Einzug hält in der chinesischen Energiewirtschaft (Video by Greenpeace China).

Solares SOS-Kinderdorf

Über 60 Prozent der Solarmodule des Herstellers Centrosolar kommen außerhalb von Deutschland zum Einsatz. Jetzt hat das Unternehmen Photovoltaikmodule für ein SOS-Kinderdorf in Mombasa, Kenia, geliefert. Mit über 300 Modulen ist das Solarkraftwerk die drittgrößte Anlage in Ostafrika.

Das Projekt geht zurück auf die Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Die Projektabwicklung ist in deutsch-kenianischer Gemeinschaftsarbeit erfolgt: Centrosolar lieferte 312 Module der Serie S-Class Excellent mit einer Leistung von insgesamt 60 kWp; die Installation vor Ort hat das Partnerunternehmen Asantys Systems zusammen mit dem kenianischen Kooperationspartner African Solar Design ausgeführt. Die Anlage übernimmt einen Teil der Stromversorgung im SOS-Kinderdorf und macht die 130 Kinder, die zurzeit im Dorf leben, ein Stück weit unabhängiger von den zahlreichen Versorgungsengpässen, die typisch für das überlastete Stromnetz in Kenia sind. Die Anlage liefert auch einen Teil des Stroms für die Schule, in der über 500 Schüler aus der Umgebung unterrichtet werden.

130 Kinder leben im SOS-Kinderdorf in Mombasa, Kenia. (Copyright: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)))






Absolutes Novum der Anlage ist die Art der Stromverwendung: Die Solaranlage ist die erste Anlage in Kenia, die nicht nur Strom für den Bedarf des Betreibers erzeugt, sondern ihren Überschuss zusätzlich ins öffentliche Netz einspeist: Das sogenannte Netmetering sorgt dafür, dass sich der Stromzähler im Kinderdorf bei jeder Netzeinspeisung rückwärts bewegt und die Energiekosten damit geringer werden. „Mombasa ist die zweitgrößte Stadt in Kenia, doch die Energieversorgung ist sehr unzuverlässig und der lokal erzeugte Strom teuer. In einem Land, das zu den sonnenreichsten der Erde zählt, ist der Ausbau der Solarenergie mit entsprechender Infrastruktur logische Konsequenz“, erklärt Frank Heise, Sales Director Stand Alone Systems bei Centrosolar.

Die Organisation der SOS-Kinderdörfer weltweit plant, nach und nach weitere Kinderdörfer auf erneuerbare Energien umzustellen und damit einen Beitrag zur umweltfreundlichen und zuverlässigen Energieversorgung zu leisten. Die Einweihung der Anlage in Mombasa ist für Juli 2011 geplant.

Weitere Informationen: www.centrosolar.com / SOS-Kinderdörfer

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Weiterer Solarrekord der EMPA

Ein neuartiges Material ermöglicht flexible, leichte und effiziente Dünnschicht-Solarzellen. Die Eidgenössische Materialprüfungs Anstalt (EMPA) kann in kurzer Zeit mit einer weiteren Rekordmeldung bezüglich effizienter Solarzellen aufwarten.

Die DuPont™ Kapton® 1)-Polyimidfolie ermöglichte einen neuen Weltrekord punkto Wirkungsgrad bei der Energieumwandlung von flexiblen Solarzellen auf Cadmiumtelluridbasis (CdTe). Ein Empa-Team erreichte damit eine Effizienz von 13,8 Prozent – und verbesserte ihren eigenen bisherigen Rekord von 12,6 Prozent deutlich. Mit der erneuten Verbesserung sind flexible CdTe-Solarzellen nun beinahe so effizient wie starre CdTe-Zellen auf Glas.

Monolithisch verschaltetes, flexibles Solarmodul aus 6 Zellen auf Cadmiumtelluridbasis (CdTe), mit dem Empa-Forschende den Wirkungsgrad auf den neuen Rekordwert von 13,8 Prozent steigerten.





Die farblose Polyimidfolie, die sich derzeit in Entwicklung befindet, ist mehr als 100-mal dünner und 200-mal leichter als Glas, das üblicherweise in Photovoltaik-(PV)Anlagen verwendet wird, und bietet daher etliche Vorteile, etwa eine schnelle, kostengünstige Herstellung dank «Roll-to-roll»-Technologien sowie aufgrund ihrer Biegsamkeit und ihres geringen Gewichts ein breiteres Anwendungsspektrum, zum Beispiel im Rahmen gebäudeintegrierter Photovoltaik.

«Im Gegensatz zu schweren, zerbrechlichen Glasmodulen, die auf grossen Lastwagen transportiert werden müssen, um anschliessend für die Installation mit einem Kran aufs Dach gehoben zu werden, könnten leichte, flexible Module auf Folienbasis für den Transport einfach aufgerollt und an ihren Einsatzort getragen werden», so Robert G. Schmidt, neuer Business Development Manager für Photovoltaik bei DuPont Circuit & Packaging Materials. «Aufgrund seiner herausragenden Effizienz, die durch die Empa erzielt wurde, sind wir überzeugt, dass dieses flexible, leichtgewichtige und strapazierfähige Material das Potenzial hat, die Industrie zu revolutionieren, da es flexibelste Gestaltungsmöglichkeiten bietet und die Systemkosten reduziert.»

Das Empa-Labor für Dünnfilme und Photovoltaik ist spezialisiert auf die Entwicklung hocheffizienter (und dabei erst noch kostengünstiger) Dünnschicht-Solarzellen. Den Forschern um Ayodhya N. Tiwari gelang es, Prozesse bei niedrigen Depositionstemperaturen (also unter 450 Grad Celsius) für hocheffiziente CdTe-Solarzellen zu entwickeln und zu optimieren. Auf Glas als Trägersubstrat erreichte Tiwaris Team eine Effizienz von 15,6 Prozent, auf flexiblen Polymerfolien immerhin von 12,6 Prozent, der Rekordwert vor der erneuten Verbesserung auf 13,8 Prozent. Erst vor kurzem hatte Tiwaris Team den Effizienzrekord auch bei flexiblen Solarzellen aus Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (kurz CIGS) auf 18,7 Prozent verbessert (siehe Solarmedia vom 27. Mai 2011).

«Eine Folie zu finden, die sowohl transparent ist als auch hohen Prozesstemperaturen widersteht, war eine grosse Herausforderung», sagt Tiwari. «Die neue, farblose Kapton® 1)-Polyimidfolie vereint nun beide Eigenschaften und ermöglichte es uns, unseren bisherigen Weltrekord in Konversionseffizienz flexibler Solarzellen zu überbieten.» Neuen Materialien komme eine erhebliche Bedeutung zu bei den Bemühungen, die Effizienz von Solarzellen weiter zu steigern – idealweise bis zur Netzparität, so Tiwari, der die vollständigen Forschungsergebnisse an der 26. European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition Anfang September in Hamburg präsentieren wird.

Quelle: EMPA

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Donnerstag, 16. Juni 2011

Ab in die Ferien - Solar!

Auch in der Hotelbranche stehen die Zeichen auf erneuerbar. Nun hat der Fachverband Swissolar eine Liste der Schweizer «Solarhotels» im Internet aufgeschaltet. Erfasst wurden alle Hotels, Jugendherbergen und SAC-Hütten, die Solarenergie nutzen, um Warmwasser oder Strom zu erzeugen. Die Schweizer Hotellerie steht damit nicht allein.

Das Verzeichnis der Schweizer «Solarhotels» umfasst derzeit 62 Hotelbetriebe, 16 Jugendherbergen sowie 16 SAC-Hütten. Sie erzeugen mit Sonnenkollektoren Warmwasser oder mit Photovoltaik-Modulen Strom. Oder beides zusammen. Die Liste wird laufend angepasst. Sie ist zu finden unter www.solarhotels.ch.

Rund die Hälfte der aufgelisteten Hotels hat die Anlagen in den letzten vier Jahren gebaut. Dies zeigt, dass Solarenergie für viele Hotelbesitzer klar ein Thema ist. Die 62 «Solarhotels» stellen jedoch nur knapp zwei Prozent der zirka 3500 Hotels in der Schweiz dar. Zum Vergleich: In Österreich sind es über sieben Prozent (Stand 2007). Gerade in Bergregionen, wo Solarenergie dank der intensiven Einstrahlung besonders ertragreich ist, gebe es noch viele «weisse Flecken» in Sachen Solarnutzung, sagt Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger.

Bei den 53 Jugendherbergen sind es fast ein Drittel, die Solarenergie nutzen. Bei den 150 SAC-Hütten beträgt der Anteil etwas über zehn Prozent, Tendenz jedoch rasch zunehmend. Erstaunlich: Die meisten Hotels erwähnen die Nutzung der Solarenergie auf ihren Webseiten mit keinem Wort. «Ein unnötiger Marketingfehler,» bedauert David Stickelberger, Geschäftsführer Swissolar. «Mit der Nutzung von erneuerbarer Energie kann man sich im Markt positionieren; bewusste Kunden achten auf solche Details.»

Viele Hotels planen derzeit eine Erneuerung oder stehen in Sanierung, ohne dass eine Investition in die erneuerbare Solarenergie in Betracht gezogen wurde. Dabei verfügen viele Hotelgebäude über grosse Dachflächen, die sich für die Nutzung der Solarenergie ideal eignen würden. Zudem sind Hotels sehr energieintensive Betriebe mit hohem Warmwasserbedarf – ideale Voraussetzungen für den Einsatz von Sonnenkollektoren!

Aber nicht nur in der Schweiz gibt es solare Hotellerie - international herausragendes Beispiel ist das Fünfsterne-Hotel des Solarkonzerns Yingli in Baoding, einem mondänen Badeort an der Ostküste Chinas, wo schon Mao schwamm. Wer Yingli in Baoding besuchen möchte, kann sich in einem luxuriösen und photovoltaisch geprägten Ambiente räkeln und sich einen ersten Eindruck über die Leistungsfähigkeit der Solarfabrik verschaffen: im 5-Sterne-Hotel »Power Valley Jinjiang International«.

Die Broschüre «Solarenergie in Hotels» kann heruntergeladen werden unter: http://www.swissolar.ch/fileadmin/files/broschueren/Swissolar_Hotelbrosch_Web.pdf

© Solarmedia

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