Montag, 12. Dezember 2022

Versorgungssicherheit mit Vorschlaghammer

An diesem Montag endet die verkürzte Vernehmlassung zu den vom Bundesrat vorgesehenen Massnahmen im Fall einer Strommangellage. Dabei werden mittels verschiedener Verordnungen mögliche Handlungsoptionen wie Verbote von Anwendungen, Kontingentierungen oder Netzabschaltungen skizziert. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES begrüsst die Festlegung der Handlungsspielräume im Fall einer Strommangellage. Gleichzeitig kritisiert sie, dass der Bundesrat Massnahmen im Bereich der flexiblen Stromverbrauchsreduktion völlig ignoriert - hier die Stellungnahme im Wortlaut:

Konkret schlägt der Bundesrat im Fall einer sich abzeichnenden Strommangellage als erste Massnahme dringliche Sparappelle vor. Diese werden von mehrstufigen Einschränkungen und Verboten gewisser Anwendungen komplementiert. In einer nächsten Stufe sollen die Kontingentierung von Grossverbraucherinnen und lokale Abschaltungen des Stromnetzes folgen.

Sparanreize aussen vor: Die SES erachtet einige der vorgeschlagenen Massnahmen als durchaus sinnvoll. In ihrer Stellungnahme äussert sie jedoch ihr Unverständnis darüber, dass der Bundesrat vorsieht, von Appellen zum freiwilligen Stromsparen direkt zu Verboten und Einschränkungen zu springen. Denn es gäbe weitere Möglichkeiten zur Reduktion des Stromverbrauchs oder zu seiner Verschiebung auf einen unkritischen Zeitpunkt ohne Verbote. Léonore Hälg, Leiterin Fachbereich erneuerbare Energien & Klima bei der SES, präzisiert: «Wir denken da beispielsweise an finanzielle Anreize für die flexible Lastreduktion oder Sparvereinbarungen mit energieintensiven Branchen. Beides war schon vor einigen Monaten ein Thema in der Politik. Der Bundesrat hat in diesem Bereich nichts getan.»

Die Flexibilisierung der Stromnachfrage und ein spezifischer Markt für punktuelle Nachfragereduktion, wie sie der Ständerat in der Herbstsession notabene auf Vorschlag des Bundesrats im Stromversorgungsgesetz aufgenommen hat, ist nicht nur für die kurzfristige Sicherstellung der Stromversorgung in diesem Winter sinnvoll, sondern könnte auch mittel- und langfristig einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung der Schweiz leisten. Léonore Hälg dazu: «Auch mittelfristig bleibt die Sicherstellung der Stromversorgung im Winter im Fokus. Instrumente zur flexiblen Lastreduktion werden daher auch über diesen Winter hinaus eine wichtige Rolle spielen. Dass der Bundesrat jetzt einerseits auf Verbote und andererseits auf kurzfristige Erhöhung der Stromproduktion mit Wasserreserve und dem fossilen Reservekraftwerk setzt, ist enttäuschend und kurzsichtig.»

Quelle: Energie Stiftung

^^^ Nach oben

Donnerstag, 8. Dezember 2022

From Hero to Zero - Rösti übernimmt UVEK




Wenn es nicht so lustig wäre, es wäre zum Heulen (oder umgekehrt) - oder wie der Bock zum Gärtner gemacht wird und der Rösti Albert zum Klimaminister, der den vom Parlament beschlossenen Gegenvorschlag zur (zurückgezogenen) Gletscherinititative in einer allfälligen Referendums-Abstimmung vertreten muss.
 
Die Energiepolitik vor den eidgenössischen Wahlen im kommenden Herbst verspricht hohen Unterhaltungswert, noch höheren als bislang schon. Wir verdanken das dem bürgerlichen Schachzug, das UVEK, 20 Jahre mit kurzem Unterbruch von Doris Leuthard eine Domäne der Linken, dem neuen Bundesrat Albert Rösti zuzuhalten. Wie das genau gegangen ist, wird man noch erfahren - das Ergebnis bleibt das Gleiche: Ei erbitterter Gegner der Energiestrategie 2050 wird nun, da sie immer noch offizielle Maxime der CH-Energiepolitik daarstellt, zu deren offiziellen Vertreter. Das ist ungefähr so, wie einst Bundesrat Kurt Furgler die Abtreibungs-Libererlisierung vorantreiben resp vertreten musste - als streng gläubiger Katholik.

Nun, Furgler hatte das meiner vagen Erinnerung nach geschafft, doch Rösti wird sich vielleicht in seine Festhüte zurückziehen müssen, wo gestern noch seine Wahl gefeiert wurde - in das Restaurant Röstigraben..... Doch lassen wir die Schweizerische Energie Stiftung kommentierend zu Wort kommen:

«Sind Sie heute auch in den falschen Zug eingestiegen? Und anstatt an die Sonne in den Bergen in den Nebel gerast? Uns kommt es so vor. Anstatt weiterhin dank Bundesrätin Sommaruga mit Hochgeschwindigkeit in Richtung Energiewende und Netto-Null, düsen wir mit dem ehemaligen Swissoil-Präsident, auto-schweiz-Präsident und Atombefürworter Albert Rösti in eine düstere Zukunft. Heute hat der Gesamtbundesrat entschieden, dass Albert Rösti als Bundesrat ab Januar das Umwelt- und Energieministerium übernehmen wird.

 
 Auch wenn Rösti als Konsens-Politiker gilt, fürchten wir, dass wir in der Klima- und Energiepolitik from Hero to Zero, von der Heldin zum Stillstand oder gar in den Rückwärtsgang gewechselt haben. Umso mehr werden wir Bundesrat Albert Rösti künftig ganz genau auf die Finger schauen und die Öffentlichkeit mobilisieren, sollte er die gefassten Ziele bei Netto-Null, dem Ausbau der Erneuerbaren und dem Atomausstieg hintergehen wollen. Denn weitere Verzögerungen können wir uns schlicht nicht mehr leisten. Die Umsetzung darf aber auch nicht einfach auf Kosten der Natur erfolgen. Wir (von der Energie-Stiftung) wechseln deshalb ab sofort in die Rolle des ersten Watchdogs von Energieminister Albert Rösti.» Und Solarmedia folgt dieser Linie....
 

Quelle: Solarmedia & Energie-Stiftung

^^^ Nach oben

Montag, 5. Dezember 2022

Elektrogeräte immer effizienter im Gebrauch

Tiefkühlgeräte, Wäschetrockner, PC oder Geschirrspüler verbrauchen immer weniger Strom. Das zeigt eine vom Bundesamt für Energie (BFE) in Auftrag gegebene Analyse der in der Schweiz verkauften Haushaltgrossgeräte und Elektronikgeräte. Der Gesamtenergieverbrauch der Geräte ist im beobachteten Zeitraum (2002-2021) gesunken (-16,3%), und dies obwohl gleichzeitig die Anzahl Geräte zugenommen hat (+41,2%). Die Daten stammen vom Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) und vom Schweizerischen Wirtschaftsverband der Informations-, Kommunikations-, und Organisationstechnik (Swico).

2021 waren in der Schweiz 49,3 Millionen Haushaltgrossgeräte, IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte in Gebrauch. Das sind 41,2% mehr als im Jahr 2002 (34,9 Millionen). Die Geräte verbrauchten 2021 zusammen 6,5 Terawattstunden (TWh) Strom (11,2% des schweizerischen Stromendverbrauchs). Das sind 1,3 TWh oder 16,3% weniger als 2002 (7,8 TWh).

Einen grossen Effizienzsprung seit 2002 verzeichnen die IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte (wie PCs, Monitore, usw.). Sie verbrauchen 53% weniger Energie als noch 2002. Bei Kühlschränken, Tiefkühlgeräten, etc. stieg die Effizienz gegenüber 2002 um 32%. Mit Effizienzgewinn ist die theoretische Verbesserung gemeint, wenn die Stückzahlen im aktuellen Jahr gleich wären wie 2002.

Der über alle Geräte gemittelte spezifische Verbrauch pro Gerät sank bei den Haushaltgrossgeräten von 387 kWh (2002) auf 271 kWh (2021). Die Elektrogeräte verbrauchten 2002 im Mittel rund 130 kWh, 2021 waren es noch 47 kWh.

Die berechneten Energieverbrauchswerte basieren im Wesentlichen auf den Angaben der Energieetikette (z.B. TV-Geräte) oder auf Angaben der Hersteller. Die effektiven Verbräuche können davon abweichen, wo das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer nicht den Annahmen der Energieetikette entspricht, respektive ein abweichendes Nutzerverhalten unterstellt wurde. (z.B. bei den TV-Geräten und den Computern).

Haushaltgrossgeräte (2002 bis 2021)

  • In der Schweiz waren 2021 über 18,75 Millionen Haushaltgrossgeräte im Einsatz. Das sind 38,6% mehr als 2002 (13,5 Millionen). Ihr Energieverbrauch ist im gleichen Zeitraum um 2,9% gesunken: von 5’232 auf 5’077 Millionen Kilowattstunden (Mio. kWh).
  • Bei allen Gerätekategorien gibt es seit 2002 eine erhebliche Steigerung der Energieeffizienz.
  • Der Effizienzgewinn der Haushaltgeräte beträgt rund 32%.
  • Die grössten Stromverbraucher in der Kategorie der Haushaltsgrossgeräte sind Elektroherde/Backöfen (1’453 Mio. kWh), Kühlgeräte (1’049 Mio. kWh) sowie Wäschetrockner (770 Mio. kWh).
  • Ab März 2021 wurden in der Schweiz die neuen Energieetiketten eingeführt – mit einer Übergangsfrist bis Ende 2021. Für Tief- und Kühlgeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler und elektronische Displays (Fernseher, Monitore) weisen die neuen Labels wieder wie ursprünglich nur die Klassen A bis G auf, ohne +-Erweiterungen. Es ist davon auszugehen, dass diese Veränderung zu einer positiven Entwicklung der Effizienz von Elektrogeräten führen wird.

IT, Büro- und Unterhaltungselektronikgeräte (bis 2021)

  • In der Schweiz waren 2021 rund 30,5 Millionen IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte im Einsatz. Das sind 51,6% mehr als im Jahr 2000 (20,1 Millionen). Trotz höherer Leistungsfähigkeit und längerer Nutzungsdauer ist ihr Energieverbrauch im selben Zeitraum um 44,8% zurückgegangen: von 2’612 auf 1’443 Mio. kWh.
  • Im Unterhaltungsbereich (TV, Video und Set-Top Boxen) ist die Energieeffizienz zwischen 2000 und 2020 um beachtliche 54.7% gestiegen. Allerdings: Der Anteil grosser TV-Geräte (Bildschirmdiagonale über 32 Zoll) wirkt verbrauchssteigernd, da diese über zusätzliche Funktionen verfügen und daher mehr Energie pro Fläche verbrauchen.
  • Im IT-Bereich sind alle Gerätekategorien zwischen 2000 und 2021 sparsamer geworden (Effizienzgewinn: +52.5%).
  • Dank der erzielten Effizienzgewinne war der Energieverbrauch der IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte 2021 um 1’892 Mio. kWh oder 56.7% tiefer als der hochgerechnete Verbrauch der Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2000.
  • Gründe für den hohen Verbrauchsrückgang sind technologische Fortschritte aber auch veränderte Kaufpräferenzen (weniger Desktops, dafür mehr Laptops und Tablets), die Einführung von Mindestanforderungen beim Stand-by-Verbrauch oder die Wirkung der Einführung von Energieetiketten und Labels wie «Energy Star».
  • Die stärkste Bestandszunahme seit dem Jahr 2000 gab es bei den Notebooks (+5,3 Millionen Stück), Tablets (+4,5 Millionen) und Set-Top Boxen (+3 Millionen).
  • Die Zunahme bei den Bildschirmen hält an. 3,7 Millionen Bildschirme waren 2021 im Einsatz. Das ist mehr als im Pandemie-Jahr 2020 (3,3 Millionen). Das könnte damit zusammenhängen, dass Homeoffice als Arbeitsform auch nach dem 2020 weitergeführt wird. Auch bei Notebooks und Beamern nahm der Bestand 2021 zu.

Adresse für Rückfragen

BFE-Medienstelle, 058 460 81 52



Herausgeber

Bundesamt für Energie
http://www.bfe.admin.ch

^^^ Nach oben

Freitag, 2. Dezember 2022

Chancen für Geflüchtete in der Solarbranche

Refugees go Solar+ ist ein innovatives und schweizweites Angebot im ersten Arbeitsmarkt der Solarbranche. Durch eine On-the-Job Branchenqualifikation nach dem Drei-Lernorte-Prinzip des dualen Berufsbildungssystems der Schweiz erhalten Geflüchtete eine realistische Chance, sich bei unseren Partnerfirmen eine langfristige berufliche Anschlusslösung im ersten Arbeitsmarkt zu erarbeiten.


Mit dem Joint-Programm Refugees go Solar+ (RgS+) fördern Solafrica und Root & Branch gemeinsam mit ihren Partnern aus Wirtschaft, Sozialwesen sowie der regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) die Arbeitsmarktinklusion von geflüchteten Menschen. Die Branchenqualifikation beginnt mit einem zweimonatigen Praktikum und ist erst dann abgeschlossen, wenn die Teilnehmenden die Mindestanforderungen für eine Festanstellung oder für einen formalen Abschluss in der beruflichen Grundbildung erarbeiten konnten.

RgS+ bietet gerade jungen Geflüchteten einen vielversprechenden Einstieg in das Berufsbildungssystem der Schweiz. Ältere Personen erhalten durch RGS+ einen Leistungsausweis, der ihnen langfristig eine Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt ermöglichen soll.

Der überregionale Inklusionsverbund von Solarfirmen sowie deren Zulieferanten und Mutterorganisationen soll neben einem nationalen Ausbildungs- und Qualifizierungsverbund mit Hilfe einer transnationalen Branchenqualifizierung und einer grenzüberschreitenden Personalvermittlung auch die Chancen auf eine berufliche Eingliederung von ausreisewilligen oder ausreisepflichtigen Personen in einem Dublin-Staat, dem Herkunftsland oder einem sicheren Drittstaat erhöhen.

Das Programm RgS+ wird mit Unterstützung von Swissolar, dem Staatssekretariat für Migration (SEM) und Bundesamt für Energie (BfE) und zahlreichen Stiftungen (siehe unten) realisiert.

Das zentrale Anliegen von RgS+ ist, die Arbeitsmarktinklusion von geflüchteten Menschen zu fördern und somit zugleich dem Arbeitskräftemangel der weltweit boomenden Solarbranche entgegenzuwirken. Das Programm strebt eine einheitliche und schweizweite Ausbildung und Qualifizierung der Teilnehmenden nach dem Drei-Lernorte-Prinzip im Verbund der teilnehmenden Solarfirmen sowie deren Zulieferanten und Mutterorganisationen an. In einem grösseren Kontext leisten die Teilnehmenden einen Beitrag zur globalen Energiewende: Eine Auseinandersetzung mit Solartechnologie schärft das Verständnis für den Klima- und Umweltschutz und fördert klimafreundliches Handeln.

Nach dem Prinzip der Drei-Lernorte des dualen Berufsbildungssystems der Schweiz werden die Teilnehmenden bis zur langfristigen, individuellen Anschlusslösung im ersten Arbeitsmarkt in ihrem Kompetenzerwerb begleitet und gestärkt sowie in allen Belangen der beruflichen Inklusion unterstützt. Analog eines Lehrbetriebverbundes übernehmen die Programmanbieter Solafrica und Root & Branch in Bezug auf das Ausbildungs- und Qualifizierungsverfahren die Funktion einer Leitorganisation.

Quelle:  Solafrica

^^^ Nach oben

Mittwoch, 30. November 2022

So geht's mit dem PV-Ausbau bis 2050

50 Gigawatt Photovoltaik bis 2050 – welche Anlagen braucht es? Gemäss dem 11-Punkte-Plan von Swissolar (Januar 2022) sollen in der Schweiz bis 2050 jährlich rund 45 TWh Solarstrom produziert werden. Unter Berücksichtigung, dass ein Teil des produzierten Stroms nicht direkt genutzt werden kann, braucht es dafür nach Berechnungen von Swissolar eine installierte Leistung von knapp 50 GW.

Andere Modelle kommen auf einen Zubaubedarf in ähnlicher Grössenordnung. Im Swissolar-Modell fällt die Produktion aus den bestehenden AKW ab 2035 weg. Damit dies nicht zu einem gegenüber heute stark steigenden Stromimportbedarf im Winter führt, muss der jährliche Photovoltaik-Zubau rasch gesteigert werden, von ca. 1000 MW (Schätzung 2022) auf ca. 2000 MW bis 2030. 

Das Positionspapier des Fachverbands Swissolar vom November 2022 setzt sich mit der Frage auseinander, wo diese Leistung installiert werden soll. Dabei wird auch die Frage geklärt, welche Rolle alpine Grossanlagen haben werden. 

> Zum Positionspapier (PDF)

> Quelle: Swissolar

^^^ Nach oben

Samstag, 26. November 2022

Plötzlich sonnige Seiten des Kohle-Bergbaus

Sonnenenergie nutzen – auch wenn die Sonne nicht scheint? Dank Photovoltaikanlagen mit dazugehörigen Stromspeichern ist das möglich. Zwei dieser Anlagen errichtet RWE derzeit im Braunkohlentagebau Garzweiler bei Bedburg (Rhein-Erft-Kreis). Insgesamt über 58.340 Module sollen künftig die Sonnenenergie einfangen, um grünen Strom für mehr als 7.250 Haushalte zu produzieren.

Über 58.340 Solarmodule und zwei
Stromspeicher in Garzweiler
Sascha Solbach, Bürgermeister der Stadt Bedburg: „Für eine saubere und sichere Stromversorgung brauchen wir nicht nur mehr Erneuerbare Energien, sondern auch Speicherlösungen, wie RWE sie im Tagebau Garzweiler umsetzt. Damit können unsere Bürgerinnen und Bürger Sonnenstrom auch nach Sonnenuntergang nutzen.“

Eine Anlage mit 19,4 Megawatt Spitzenleistung (MW peak) und einer Speicherleistung von 6,5 MW entsteht direkt unterhalb des von der Stadt Bedburg und RWE betriebenen Windparks Königshovener Höhe. Auf dieser Fläche haben die Arbeiten bereits begonnen: Teile der Unterkonstruktion sind errichtet und erste Module aufgestellt. Das Projekt Jackerath mit 12,1 MWp und 4,1 MW Batteriespeicher wird am Westrand des Tagebaus gebaut. Die Speicher sind jeweils auf eine zweistündige Stromaufnahme und -abgabe ausgelegt.

„Beide Standorte zusammen sind ungefähr so große wie 38 Fußballfelder“, erklärt Markus Kosma, Produktionsleiter der Tagebaue von RWE Power. „Das zeigt: Nicht nur unsere großflächige Rekultivierung, sondern auch die noch aktiven Tagebaubereiche bieten viel Platz für die Erneuerbaren. Damit das Revier auch in Zukunft Energiestandort bleibt.“

RWE-Projektleiter Christian Meisen ergänzt: „Anfang 2023 sollen unsere beiden Photovoltaik-Speicheranlagen in Betrieb gehen. Damit sie möglichst viel Ökostrom erzeugen, setzen wir auf bifaziale, also von beiden Seiten lichtempfindliche Module.“ Der Vorteil: Zusätzlich zur direkten Einstrahlung kann auch das vom Boden auf die Rückseite der Module reflektierte Sonnenlicht genutzt werden. „Das macht diese Module sehr effizient“, so Meisen. „Und mit den Speichern können wir die Stromeinspeisung optimal auf den Bedarf abstimmen. Ein integriertes Anlagenkonzept, das wir gleich an mehreren Standorten umsetzen.“

Im Tagebau Inden steht eine vergleichbare Anlage kurz vor der Inbetriebnahme. Hier hat RWE über 26.500 Solarmodule mit einem Batteriespeicher kombiniert. Rund 4.000 Haushalte können mit dem erzeugten Strom versorgt werden. Eine weitere Photovoltaik-Speicheranlage soll im Tagebau Hambach entstehen. Bis 2030 will RWE allein im Rheinischen Braunkohlenrevier mindestens 500 Megawatt Leistung auf regenerativer Basis errichten.

Quelle: REW

^^^ Nach oben