Samstag, 5. Dezember 2020

Biegsame Solarzellen / Hochleistungs-Module

Ob auf dem Hausdach oder in elektronischen Geräten: Die Kraft der Sonne zu nutzen ist eine der nachhaltigsten Möglichkeiten, Energie zu gewinnen. Ein Fraunhofer-Forschungsteam arbeitet an einem innovativen Herstellungsverfahren, das neue Anwendungsgebiete erschließen soll.

Kostengünstige Kupferleiterbahnstrukturen für die Anwendung in großflächigen elektronischen Bauteilen

© Fraunhofer ISE
Im Projekt LEO entstehen kostengünstige Kupferleiterbahnstrukturen für die Anwendung in großflächigen elektronischen Bauteilen wie z.B. Solarmodulen.

Photovoltaik ist ein essentieller Pfeiler der Energiewende. »Das Potenzial ist aber längst nicht ausgeschöpft«, sagt Ixchen Elias Ilosvay, Wissenschaftlerin an der Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT. Um die Entwicklung von Solarmodulen mit höherer Effizienz und neuen Eigenschaften wie optischer Transparenz oder mechanischer Flexibilität voranzutreiben, sind jedoch innovative Herstellungsverfahren gefragt. Einen viel versprechenden Ansatz verfolgen Forschende der Fraunhofer EMFT sowie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE im gemeinsamen Projekt LEO (Plattform-Technologie zur ressourcenschonenden Fertigung von Leiterbahnen auf großflächigen mit Elektronik bestückten Oberflächen): Sie arbeiten an einem Verfahren, das eine ressourcenschonende und kosteneffiziente Herstellung von großflächigen Leiterbahnmustern ermöglicht. Solche Leiterbahnmuster werden auch für Solarzellen als elektrische Kontakte zur Abführung des Fotostroms benötigt.

 


Organisches Solarmodul
© Fraunhofer ISE
Für flexible Anwendungen: Im Rolle-zu-Rolle Verfahren hergestelltes Organisches Solarmodul.

Kosteneffizient und ressourcenschonend: Die Forschenden nutzen eine dünne laserstrukturierte Aluminiumschicht als Maskierung für die galvanische Abscheidung der elektrischen Leiterbahnen. Der Prozess ist nicht nur kosteneffizient, sondern auch umwelt- und ressourcenschonend: »Mit unserer Aluminiummaskierung anstelle des üblicherweise verwendeten Fotolacks zur Strukturierung der Leiterbahnen vermeiden wir organisch verunreinigte Abwässer, die nur sehr aufwändig und kostenintensiv aufgereinigt werden können«, erklärt Dr. Markus Glatthaar, Abteilungsleiter Vorentwicklung Höchsteffiziente Silicium-Solarzellen am Fraunhofer ISE. »Aluminium lässt sich relativ leicht aus dem Abwasser filtern und die geringe Menge, die bei unserem Prozess anfällt, kann man vollständig recyceln«.

Mit der Technologie lassen sich biegsame und transparente organische Solarzellen im Rolle-zu-Rolle-Verfahren herstellen, die in unterschiedlichste Anwendungen integrierbar sind. So konnte das Team mit der neu entwickelten Prozessfolge bereits 20 µm breite, galvanisch verstärkte Leiterbahnen auf Foliensubstraten für flexible organische Solarzellen herstellen. Ein zweites Anwendungsszenario zielt auf die Herstellung neuartiger, hocheffizienter Hetero-Junction-Solarzellen ab: Die im LEO-Verfahren entwickelte kalte Metallisierung könnte deren Herstellung künftig deutlich kostengünstiger machen. »Die Metallisierung war bislang ein Knackpunkt, da die Hetero-Junction-Solarzellen den Hochtemperaturprozess, der heute für Standardsolarzellen verwendet wird, nicht vertragen«, erläutert Markus Glatthaar. Der Wissenschaftler hofft, dass sich diese Hochleistungssolarzellen mit dem neuen Herstellungsverfahren schneller am Markt etablieren können. 

Forschung im Zeichen der Nachhaltigkeit: Die beiden Forschenden verbindet eine starke persönliche Motivation, mit ihrer Arbeit zu mehr Nachhaltigkeit beizutragen. »Ich bin in einem tropischen Entwicklungsland aufgewachsen. Es hat mich geprägt, Dinge wie die Abholzung der Regenwälder, Brände, das Artensterben, Ausbrüche neuer Krankheiten, Hurricanes und Überschwemmungen, aber auch Dürrephasen hautnah miterlebt zu haben«, erzählt Ixchen Ilosvay. Für Markus Glatthaar zeigt der Blick in die Vergangenheit, wie Forschung zur Lösung drängender Umweltprobleme beitragen kann: »Durch die konsequente Einführung entsprechender Technologien konnten das Waldsterben und das Verschwinden der Ozonschicht damals aufgehalten werden. Mit meiner Arbeit an Solarzellen und umweltschonenden Fertigungsprozessen hoffe ich meinen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten zu können.« 

Quelle: ise.fraunhofer.de 

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Freitag, 4. Dezember 2020

Innovatives PV Soiling und Monitoring System

Verschmutzung und Alterung der PV Module während der Betriebsdauer verursachen bei Solaranlagen eine Minderung der Energieproduktion, wobei Verschmutzung, z.B. durch Staub, Pollen oder Vogelkot, die häufigste Ursache von Ertragsverlusten ist. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2023 verschmutzungsbedingte Ertragsverluste in der globalen Solarenergieproduktion von bis zu USD 7 Milliarden entstehen werden.

Nicht nur in Wüstenstaaten, sondern auch in Europa kann die Verschmutzung mit der Zeit zu empfindlichen Ertragseinbussen führen, die die Investitionsrendite und die Umweltbilanz der Solaranlage verschlechtert, da diese nicht effizient genutzt wird.  Besonders bei flach installierten PV Modulen und bei ungünstigen Standorten wie in Industriegebieten, nahe stark befahrene Strassen oder Eisenbahnlinien, erreichen die Ertragsverluste bis zu einigen Prozent im Jahr.

Die Ermittlung von Ertragsverlusten ist Voraussetzung für einen optimalen Anlagenbetrieb und Ertragsvorhersagen optimieren zusätzlich die Betriebskosten, besonders für die Reinigung. Eine Reinigung zum falschen Zeitpunkt verursacht immer einen Verlust; bei zu früherer Reinigung wegen erhöhten Wartungskosten und bei zu später Reinigung wegen verminderter Energieproduktion.

Das von SES entwickelte und patentierte Suncheck System basiert auf den innovativen Ansatz, die Daten der Energieproduktion der PV Anlage, gemessen vom Inverter, der Sonneneinstrahlung, gemessen vom Suncheck Sensor und vom Wettersatelliten, zu kreuzen. Algorithmen definieren in den ersten Wochen nach der Installation Referenzwerte für die Anlagenperformance. Die täglich ermittelten Daten werden anschliessend mit den ermittelten Referenzwerten verglichen. So können die für den optimalen Betrieb notwendigen Informationen über Verschmutzungsgrad und Anlagendegradation ermittelt werden.


Ein Dashboard (Optimiert für Desktop und Mobile Geräte) informiert den User einfach und übersichtlich über den aktuellen Zustand der PV Anlage, über dessen zeitliche Entwicklung und informiert bei Unregelmässigkeiten über Mail den Anlagenbesitzer. Wöchentlich wird der Verschmutzungsgrad ermittelt und bei bekannten Reinigungs- und Energiekosten wird der optimale Zeitpunkt für die Reinigung berechnet.

Quelle: www.sunenergysolutions.ch  

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Donnerstag, 3. Dezember 2020

Meyer Burger und SMA fordern Strategie

                 

Zwei der wenigen verbliebenen Solarkonzerne in Europa fordern eine sowohl deutsche wie europäische Industriestrategie für den Solarbereich. Kuriosum dabei - das eine Unternehmen stammt aus der Schweiz. In der Eingabe heisst es unter anderem: Solarenergie ist die am schnellsten wachsende erneuerbare Energiequelle weltweit und Schlüsseltechnologie für die zukünftige Energieversorgung. Dies sei ein Appell für eine ganzheitliche Industriestrategie über das EEG hinaus und ermögliche die Schaffung von mehr als 100.000 nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Die Schweizer Meyer Burger Technology AG (Meyer Burger) und Wechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology AG (SMA), beide gemäss Medienmitteilung Innovationsführer und Pioniere der Photovoltaikindustrie, haben gemeinsam Handlungsempfehlungen an die Politik für eine nationale und europäische Industriestrategie im Bereich Solarenergie erarbeitet. In ihrem Whitepaper «Solarproduktion in Deutschland: Strategische Innovationsführerschaft als Eckpfeiler einer europäischen Energiesouveränität» skizzieren die beiden Unternehmen Ansätze für den Ausbau einer wettbewerbsfähigen Wertschöpfung in Deutschland und Europa, aufbauend auf hiesigen Technologien und Innovationen.

Durch kontinuierliche Kostensenkungen bei gleichzeitiger Leistungssteigerung, die dezentrale Erzeugung in der Nähe der Verbraucher und vor dem Hintergrund aktueller politischer Initiativen zum Schutz des Klimas wird die Solarenergie weltweit zur zentralen Schlüsseltechnologie der zukünftigen Energieversorgung. Unternehmen aus Deutschland und Europa sind im Bereich der Forschung und Technologieentwicklung führend. Darauf aufbauend kann eine Stärkung der europäischen Produktion durch vorausschauende Industriepolitik erfolgreicher Exporttreiber sein und tausende nachhaltige Arbeitsplätze schaffen. 

Dr. Jürgen Reinert, Vorstandssprecher SMA, sagt: «Weltweite Bekenntnisse und Initiativen für mehr Klimaschutz, steigende Effizienz der Zellen, Module und Wechselrichter sowie praktisch überall verfügbare Sonneneinstrahlung werden dazu führen, dass Solarenergie langfristig die bedeutendste Energiequelle wird. Zu dieser Entwicklung hat die deutsche PV-Industrie maßgeblich beigetragen. Wir brauchen nun faire und belastbare Rahmenbedingungen, um diese Erfolgsstory weiterzuschreiben und durch unser einzigartiges Know-how die globale Energiewende zu beschleunigen.»

Dr. Gunter Erfurt, CEO Meyer Burger, ergänzt: «In Deutschland und Europa bietet sich im Kontext dieser Entwicklung die Chance, den Boom der Solarenergie zu nutzen und Taktgeber für diese zentrale Schlüsseltechnologie der Erneuerbaren Energien zu werden. Dafür brauchen wir eine ganzheitliche Industriestrategie, die die Erzeugung von Elektrizität und die Produktion der dafür notwendigen Technologien zusammen denkt. Wir brauchen kurzfristig unterstützende Maßnahmen, die die Rahmenbedingungen verbessern.» 

Konkret schlagen die beiden Unternehmen vor:

1.    GREENTECH MADE IN EUROPE – NACHHALTIGE STROMPRODUKTION IN EINEM FAIREN MARKT
Die Förderinstrumente nationaler und europäischer Projekt- und Förderbanken sollten, neben der solaren Stromerzeugung, die Produktion der Technologie aufnehmen. Nationale und europäische Konjunktur-Programme zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie und zum Übergang zur Klimaneutralität sollten die regionale Produktion von Solartechnologie stützen.

2.    EEG-REFORM ALS BAUSTEIN DER ENERGIESOUVERÄNITÄT NUTZEN
Um die klimapolitischen Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen zu können, sollte der jährliche Ausbau-Zielkorridor der EEG-Novelle auf über 10 GW angehoben werden. Der Eigenverbrauch von PV-Strom ist ein wesentlicher Baustein einer dezentralen Energiewende und sollte stärker gefördert werden. Erste Schritte auf dem Weg zu einer vorteilhaften Prosumer-Gesellschaft sind eine deutliche Anhebung der Bagatellgrenzen zur Befreiung von der EEG-Umlage sowie Erleichterungen im gewerblichen und industriellen Bereich. So kann zusätzlich der Mittelstand gestärkt werden, der nicht von bestehenden Ausnahmeregelungen profitiert.

3.    NEUE SOLARKONZEPTE UND EFFIZIENTE TECHNOLOGIE FÜR FLÄCHENSCHONENDEN AUSBAU NUTZEN
Für den notwendigen massiven Ausbau der Solarenergie braucht es langfristige Flächennutzungskonzepte. Neue Technologien wie die Agrar-Photovoltaik, bei der landwirtschaftliche Nutzflächen zugleich als Solarstandorte genutzt werden, oder die schwimmende Floating-PV auf Seen gewinnen an Bedeutung. Die Nutzung der effizientesten Technologie ist essenziell, um möglichst viel Energie aus minimaler Fläche zu gewinnen, sowohl für Dachanlagen als auch für Freiflächenanlagen. Um nicht in ähnliche Konflikte wie bei der Windenergie an Land zu geraten, sollte die Politik schon heute steuernd in die Flächennutzung eingreifen.

4.    NATIONALES 10-MILLIONEN-/ EUROPÄISCHES 100-MILLIONEN-DÄCHER-PROGRAMM INITIIEREN
Ein nationales 10-Millionen-Dächer-Programm mit einer «Solarpflicht» für Neubauten in Kombination mit intelligenten Heimspeichern, eine Weiterentwicklung und Vereinfachung der Mieterstrommodelle sowie Sonderausschreibungen für PV-Großanlagen im urbanen Raum wären wirksame Maßnahmen, um die PV-Nachfrage für den Aufbau einer sicheren, kostengünstigen und klimafreundlichen Energieversorgung anzukurbeln. Auf europäischer Ebene könnte mit einem entsprechend höheren Ambitionsniveau ein ähnlich gelagertes 100-Millionen-Dächer-Programm aufgesetzt werden.

Anders als bisher bringen die beiden Unternehmen damit die Erzeugung von Elektrizität mit der Produktion der dafür notwendigen Technologien zusammen. Gunter Erfurt: «Wir haben eine reichhaltige und global führende europäische Forschungs- und Entwicklungslandschaft. Ohne einen strategischen industriepolitischen Ansatz für eine europäische Solarproduktion werden wir zukünftig vollständig auf ausländische Lieferanten angewiesen sein. Wir vergeben damit die Chance auf eine breite europäische Wertschöpfung.»

Whitepaper komplett online und zum Download als pdf: 

https://www.meyerburger.com/de/newsroom/solar-produktion-in-deutschland/

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Mittwoch, 2. Dezember 2020

Solarstrom auch für Mieter*innen möglich

In Solarenergie investieren? Ja, aber was ist, wenn ich ein Mieter bin und kein Dach oder keine Fassaden habe? Obwohl sie weniger bekannt sind, gibt es Lösungen für Mieter, die sich mit Solarenergie beschäftigen möchten. Und dies für Budgets von einigen Zehnern bis zu mehreren Tausend Franken.

Das neue Factsheet "Solarstrom für Mieter", das von EnergieSchweiz in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Sonnenenergie (SSES) erstellt und herausgegeben wird, stellt die Möglichkeiten vor, die sich für Mieter bieten, die Solarstrom kaufen und sogar in dessen Produktion investieren möchten.

Bei so vielen und vielfältigen Angeboten verliert man leicht den Blick für das große Ganze. Deshalb bietet das Merkblatt einen schnellen Test zur Orientierung in Form eines praktischen Entscheidungsbaums. So kann jeder leicht das Modell finden, das seinen Bedürfnissen entspricht und an seine Möglichkeiten angepasst ist. Und auf der Website www.suisseenergie.ch/locataires-solaire können Sie Listen von Anbietern für die verschiedenen angebotenen Modelle einsehen.

Mieterinnen und Mieter haben so die Möglichkeit, ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern und durch ihr Engagement für die Solarenergie Einfluss auf den Schweizer Strommix zu nehmen.

Am besten für umfassende Info ist die Website mit weiter führenden Infos auch zu konkreten Angeboten siehe von energieschweiz hier >>>. Das Informationsblatt "Solarstrom für Mieter" ist in Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich. Die gedruckte Version kann auch unter www.bfe.admin.ch/publications (OFCL-Nr.: 805.521) bestellt werden.

Joëlle Fahrni, Sektion Erneuerbare Energien, BFE

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Dienstag, 1. Dezember 2020

Förderung von Energie und Mobilität im Blick

Neu gibt es sämtliche Schweizer Förderprogramme für Energie und Mobilität auf einen Blick. Möglich gemacht wird dies durch die Online-Plattform energiefranken.ch, betrieben durch EKZ. Mit dem Relaunch des seit 2009 bestehenden Förderangebot-Verzeichnisses wird das Thema Mobilität als eigener Bereich integriert. Über die Postleitzahl-Suche sind sämtliche Programme von Bund, Kantonen und Gemeinden in der Datenbank abrufbar. Dazu kommen Kampagnen regionaler Energieversorger und weiterer Anbieter.

Finanzielle Anreize sind in der Schweiz ein wichtiges Instrument zur Förderung der Energieeffizienz und von erneuerbaren Energien. Die öffentliche Hand, aber auch Energieversorger und andere Akteure bieten Förderprogramme in den Bereichen Gebäude, Mobilität und Elektrogeräte an. Angesichts dieser vielfältigen Förderlandschaft ist es für Privatpersonen und für Mitarbeitende von KMU nicht einfach, das richtige Förderprogramm für ein Vorhaben zu finden. Das Portal energiefranken.ch orientiert über die zahlreichen, lokal zum Teil sehr unterschiedlichen Subventionen. Alle Fördermöglichkeiten sind für jeden Ort der Schweiz aufgelistet. So gelangen Privatpersonen und Unternehmen rasch und einfach an Fördergelder für Gebäude, Elektrogeräte oder umweltschonende Mobilitätslösungen.

Projekt der EKZ-Energieberatung: Mit energiefranken.ch betreibt die EKZ-Energieberatung das Schweizer Online-Förderverzeichnis und bietet so einen wertvollen Überblick in der Schweizer Subventionslandschaft. EnergieSchweiz, das Aktionsprogramm des Bundes zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien, unterstützt energiefranken.ch als umfassende zentrale Informationsplattform. Durch eigene Unterstützungsbeiträge und mit Beratungen für Unternehmen und Private hilft EKZ mit, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen.

Quelle:  EKZ

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Montag, 30. November 2020

Kleinwasserkraft ist ebenso bedeutsam

Die Wasserkraft ist unsere wichtigste einheimische Quelle erneuerbarer Energie. 57 Prozent der Elektrizität produziert die Schweiz aus Wasser. Den Löwenanteil liefern dabei die grossen Anlagen. Auf die Kleinwasserkraftwerke könnte die Schweiz aber nicht verzichten. Welche Rolle sie spielen, das zeigt die neue/überarbeitete «Gesamt-Dokumentation Kleinwasserkraft».

In der Schweiz gibt es über 1‘500 Kleinwasserkraftwerke – im Schnitt pro Gemeinde fast ein Kraftwerk. Diese Anlagen sind oft „fast unsichtbar“, bestehen seit Jahrzehnten oder sind so in bestehende Infrastruktur integriert, dass sie kaum wahrgenommen werden. Anhand von zwölf Beispielen zeigt eine neue Publikation des Bundesamts für Energie die Vielfalt dieser Anlagen auf: Auf Französisch erscheint sie erstmals, die deutsche Ausgabe wurde aktualisiert. Unter anderem aufgeführt sind diese drei Kraftwerke:

Historisches Kraftwerk La Scierie de Moiry (VD): (2kW/3kW)

Die Sägerei in Moiry (VD) wurde im Jahr 1850 am Ufer der Morvaz erbaut. Die Morvaz ist ein Nebenfluss der Venoge (VD), welcher in den Genfersee mündet. Die Sägerei wurde durch ein Wasserrad mit einem Durchmesser von 6 Meter angetrieben, welches im Jahr 1890 in Betrieb genommen wurde und welches noch immer für den Antrieb der Sägerei und zur lokalen Stromversorgung genutzt wird. Im Jahr 2000 wurde ein zweites Wasserrad im Oberlauf gebaut, welches mit Solarpanels ergänzt wurde. Damit kann die Stromautonomie des Gebiets unterstützt werden, da dieses noch immer nicht an das öffentliche Netz angeschlossen ist.

 

La Scierie de Moiry (Bild: Olivier Crisinel)

Das Abwasserkraftwerk Profray in Verbier (VS): (350kW)
Die Quelle des Kleinwasserkraftwerks Profray liegt bei der Skistation Verbier: Dessen Abwasser wird in einem Becken gefasst. Dieses ist mit einem 6 Millimeter breiten Rechen ausgestattet, welcher Materialien, die die Turbine beschädigen könnten, entfernt. Über eine 2,3 Kilometer lange Druckleitung wird das Abwasser der Turbine zugeführt, welche sich im gleichen Gebäude wie die Kläranlage befindet. Anschliessend wird das Abwasser auf gewohnte Weise aufbereitet und bei Dranse de Bagnes in den Fluss geleitet.

 

Zentralengebäude, mit dem alten Turbinenrad Quelle: Mhylab (Qn = 240 l/s). Im Hintergrund Verbier und der Verlauf der Druckleitung. Quelle: Mhylab

Wässerwasser-Kraftwerk Mund (VS): (2800 kW)
Seit Jahrhunderten wird aus dem Mundbach Wasser zur Bewässerung und zur Viehtränke gefasst und über Wasserleiten auf die Äcker und Wiesen geleitet. Hierfür besteht ein System aus insgesamt acht Wasserleiten (Suonen), welche das Wasser mittels einer gemeinsamen Fassung aus dem Mundbach beziehen. Durch den Bau der drei Kraftwerkszentralen kann das ohnehin dem Mundbach entnommene Wasser nun auch zur Gewinnung einheimischer, sauberer Energie genutzt werden. Dies unter Miteinbezug bestehender Infrastruktur. Gleichzeitig bleibt die Zufuhr von Wässerwasser für die Landwirtschaft auf Jahrzehnte hinaus gesichert.

Fassung und Entsander Gredetsch (Bild: Wasserkraftwerk Mund)

Die beschriebenen Beispiele illustrieren den Beitrag der Kleinwasserkraft zur Elektrizitätsversorgung der Schweiz und zeigen, welche wichtige Rolle die Anlagen bei der Entwicklung des ländlichen Raums spielen. Die Beispiele stammen aus allen Landesteilen der Schweiz.

Die Gesamtdokumentation Kleinwasserkraft enthält neben den Fallbeispielen alle möglichen Aspekte zum Thema und kann als Nachschlagewerk dienen. Man findet darin unter anderem einen Überblick über die Geschichte der Kleinwasserkraft, die Akteure, den Stand heute, technische oder wirtschaftliche Aspekte. Ein Modul zeigt die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen zur Nutzung der Wasserkraft auf, in einem weiteren Modul ist die Umwelt ein Thema. Da geht es um Gewässerökologie, Nutzungskonflikte und die Umweltverträglichkeit von Kleinwasserkraftanlagen.

Brigitte Mader, Kommunikation Bundesamt für Energie

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