Donnerstag, 13. November 2014

Zugfahren mit Solarenergie

Nur noch mit erneuerbarer Energie Zug fahren: Der neue «Solar-Pass» des VCS Verkehrs-Club der Schweiz macht dies exklusiv für VCS-Mitglieder möglich. Ab 25 Franken garantiert der «Solar-Pass» ein Jahr lang rundum umweltbewusstes Bahnfahren. 

Bereits heute fährt die SBB mit 90 Prozent erneuerbarer Energie. Bis in zehn Jahren will sie ihre Züge nur noch mit umweltgerechtem Strom antreiben. VCS-Mitglieder aber können bereits jetzt zu 100 Prozent auf saubere Energie setzen. Die SBB verbraucht rund drei Prozent des Stroms in unserem Land und ist damit einer der grössten Energienutzerinnen. Eine nachhaltige Energienutzung war für die SBB immer von grosser Bedeutung. Bereits heute stammen 90 Prozent des Stroms, welcher die SBB-Züge antreibt, aus Wasserkraft. Einen solch hohen Anteil an erneuerbaren Energien kann kaum eine Bahn auf der Welt vorweisen. 

Diese erfreuliche Bilanz wollen die SBB und der VCS mit dem «Solar-Pass» weiter verbessern. VCS-Mitglieder können den «Solar-Pass» exklusiv erwerben und so den nicht erneuerbaren Anteil am SBB-Strommix kompensieren. «Der 'Solar-Pass' ist ein Schritt zu noch mehr Umweltverträglichkeit», sagt Kathrin Amacker, Leiterin Kommunikation und Public Affairs der SBB. «Gleichzeitig wird die SBB ihren Anteil an erneuerbarer Energie laufend steigern und die Energieeffizienz verbessern». «Der VCS steht seit seiner Gründung für eine umweltgerechte Mobilität ein», erklärt VCS-Zentralpräsidentin Evi Allemann. «Ohne Verkehrswende gibt es auch keine Energiewende. Dabei spielt die Bahn auf längeren Strecken eine zentrale Rolle.» Der VCS unterstütze die SBB deshalb darin, ihren Anteil an erneuerbarem Strom zu steigern. 

«Um eine Verkehrswende zu erreichen, sind pragmatische Lösungen gefragt», ergänzt VCS-Vizepräsident Roger Nordmann. Der «Solar-Pass» sei eine solche Lösung. «Aus diesem Grund ist der VCS diese Partnerschaft mit der SBB eingegangen.» Ein «Solar-Pass» für 25 Franken garantiert dem Käufer oder der Käuferin während einem Jahr einen fixen Anteil von zehn Prozent Solarstrom im Bahnstrommix für 5000 Personenkilometer. Die SBB verpflichtet sich, für dieses Geld Herkunftsnachweise für naturmade star-Solarstom einzukaufen und bestätigt dies dem VCS. Vielreisende können einen «Solar-Pass» für 10'000 oder 15'000 Personenkilometer erwerben, der 50 beziehungsweise 75 Franken kostet. Während einer dreijährigen Testphase können VCS-Mitglieder exklusiv vom «Solar-Pass» profitieren. Danach wird entschieden, ob das Angebot ausgeweitet wird.

Der «Solar-Pass» kann beim VCS online unter www.verkehrsclub.ch/solar-pass oder telefonisch unter 031 328 58 58 bestellt werden.

 ^^^ Nach oben

Solarstrom Säule der Energiewende

Millionen genossen in den zurückliegenden Wochen goldene Oktobertage. Aber die Sonne sorgte nicht nur für volle Parks und Biergärten, sondern etwa in Deutschland auch für eine ertragreiche Solarstromernte : Bundesweit waren dort im Oktober an manchen Tagen bis zu 18 Gigawatt Solarstrom im Netz. 

Die Sonne versorgte demnach an mehreren Tagen zur Mittagszeit rund ein Drittel aller Verbraucher mit sauberem Strom und war damit der Stromproduzent Nummer Eins in Deutschland. „Die Solarenergie leistet mittlerweile auch im Herbst und im Winter einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Und dank der verbesserten Systemdienstleistung, beispielsweise durch die 50,2-Hertz-Nachrüstung, sorgen Solarstromanlagen auch für stabile Netze.“ 

„Solarstrom ist eine entscheidende Säule des regenerativen Strommixes, und das auch in der kalten Jahreszeit“, bekräftigt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Aktuelle Beispiele für herbstliche Spitzenwerte bei der Produktion von Solarstrom lieferten der 3. Oktober mit 17,7 Gigawatt (GW) Einspeisung, der 4. Oktober mit 18 GW und der 19. Oktober mit 17,5 GW. An diesen Tagen lag die Sonnenergie zur Mittagszeit jeweils auf Platz Eins im deutschen Strommix, noch vor Braunkohle, Kernkraft und der Windenergie. Am 19. Oktober wehte zusätzlich eine ordentliche Brise Wind, weshalb die Erneuerbaren Energien gegen Mittag mit 36 Gigawatt sogar zwei Drittel des gesamten Stromverbrauchs stellten.


Solarastromanlagen müssen auch Systemdienstleistungen übernehmen.2013 waren in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 35,7 Gigawatt installiert. Ein großer Teil davon sind mittelgroße Anlagen von 10 bis 100 Kilowattpeak, häufig im Besitz von Privatpersonen. „Gerade Solarstromanlagen bieten den Bürgern die Möglichkeit, vom reinen Stromkonsumenten zum Produzenten zu werden und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, so Vohrer. „Als Betreiber dieser kleinen Kraftwerke tragen Privatpersonen aber auch Verantwortung für die Stabilität des Stromnetzes.“

Eine Systemdienstleistung von Solarstromanlagen ist das automatische Abschalten, sobald zu viel Strom im Netz ist. Das Signal zur Abschaltung von Solarstromanlagen erfolgt über die Netzfrequenz, die stets bei exakt 50 Hertz liegen muss. Viele ältere PV-Anlagen trennen sich bei 50,2 Hertz automatisch vom Netz. Um ein kontrolliertes Abschalten bei verschiedenen Frequenzen zu ermöglichen, werden derzeit 400.000 PV-Anlagen nachgerüstet.
„Für die Nachrüstung ist die reibungslose Zusammenarbeit von Netzbetreibern und Anlagenbesitzern von entscheidender Bedeutung“, betont Vohrer. „So kann die Solarenergie immer mehr Systemverantwortung übernehmen – und das nicht nur an goldenen Oktobertagen.“

Hintergrundinformationen zur 50,2-Hertz-Nachrüstung, zu den betroffenen Anlagen und Pressefotos auf der AEE-Seite: www.unendlich-viel-energie.de/50-2-hz.

Kleinanlagen unter 10 Kilowattpeak sind von der Nachrüstung ausgenommen. Anlagen, die ab 2012 in Betrieb genommenen wurden, haben die Nachrüstung bereits serienmäßig vorgesehen.

 ^^^ Nach oben

Mittwoch, 12. November 2014

Solarwärme geht auch im Norden

Im Rahmen des europäischen Verbundprojekts »SCOOP« (Solar Collectors Made of Polymers) hat ein Konsortium unter Koordination des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE Solarkollektoren aus Kunststoff entwickelt, die Funktionalität, Kostenbewusstsein und Ästhetik verbinden. 

Die Demonstrationsanlagen des Projektpartners Aventa decken über 60 Prozent des Gesamtverbrauchs für Heißwasser und Heizung von 34 Reihenhäusern im Passivhausstandard. Sie wurden Anfang Oktober der Öffentlichkeit präsentiert. In Mortensrud bei Oslo, hat ein Konsortium aus Forschung und Industrie einen Meilenstein in der Entwicklung von Solarkollektoren aus Kunststoff realisiert. In der Reihenhaussiedlung »Stenbråtlia« (Bauträger OBOS) wurden an der Südseite der Dächer Solarkollektoren aus Kunststoff des norwegischen Unternehmens Aventa eingebaut. 62 Prozent des Verbrauchs (Heißwasser / Heizung) können über Kunststoffkollektoren gedeckt werden. 

Aus der Mustersiedlung für energieeffizientes Bauen wurde ein Vorzeigeprojekt für die Solar- und Baubranche, das mit den integrierten Kunststoffkollektoren den Wünschen von Architekten und Bauherren gerecht wurde. »Die Siedlung demonstriert, dass gutes Raumklima, erneuerbare Energien und Design erfolgreich miteinander verbunden werden können«, sagt Egil Wahl, OBOS-Projektleiter während der Bauphase, anlässlich der Begehung. Für den zuständigen Architekten von OBOS, Hans Dahl, steht die Siedlung für »die Zukunft nachhaltiger Bauprojekte, in denen Solarkollektoren mit der Gebäudehülle verschmelzen«, und so neben den energetischen Vorteilen auch einen visuellen Anreiz für die Bewohner bieten. Dahl war in der frühen Phase für das Projekt und somit die Implementierung der Solaranlage als Hauptenergiequelle für das Heizen verantwortlich. Seiner Meinung nach ist es unerlässlich, dass »Solarkollektoren ästhetisch in die Gebäude integriert werden«. Wie dies geschehen kann, zeigt die neue Siedlung vorbildlich. Pro Haus wurde eine Fläche von 14 m² mit Vollkunststoffkollektoren aus extrudierten Doppelstegplatten verbaut. Nicht nur der Heißwasser- auch der Heizbedarf der Reihenhäuser wird über das Solarsystem mit einem 800 Liter-Tank bedient. Der Betrieb der Raumheizung erfolgt durch eine Fußbodenheizung auf Wasserbasis. Die Systeme sind einfach und mit geringem personellem Aufwand zu installieren, worin ein weiterer Vorteil der Kunststoffbauweise besteht.

»Mit den Solaranlagen in Stenbråtlia können wir demonstrieren, dass sich Ästhetik und Kosteneffizienz nicht ausschließen«, so Michael Köhl, Teamleiter am Fraunhofer ISE und Projektleiter des EU-Projekts »SCOOP«. »Im Gegenteil, die Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich Kunststoffmaterialien für den Bau von zukunftsweisenden Solarkollektoren sehr gut eignen. Dies können wir nun auch in der Praxis nachweisen.« An der ersten Begehung vor Ort nahmen neben Gästen der norwegischen Bau- und Architekturbranche und Konsortialpartnern des EU-Projekts »SCOOP« auch Mitglieder der IEA SHC Task 39 »Polymeric Materials for Solar Thermal Applications« teil. Diese hat die Forschung und Entwicklung von Solarkollektoren aus Kunststoff seit vielen Jahren entscheidend vorangetrieben.

Weitere Info hier: www.eu-scoop.org

Quelle: ISE

 ^^^ Nach oben

Dienstag, 11. November 2014

PV-Strom bei Minergie angerechnet

Seit dem 1. April gelten neue Regeln für die Förderung kleiner Photovoltaik-Anlagen.  Anstelle der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) erhalten Betreiber kleiner  Photovoltaik-Anlagen einen einmaligen Beitrag. Im Zuge dieser Veränderung passt  MINERGIE die Anrechenbarkeit von Photovoltaik-Strom in seinen Nachweisen an.

Betreiber von kleinen Photovoltaik-Anlagen erhalten anstelle der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) neu einen einmaligen Beitrag an ihre Investitionen. Das sieht die neue Energieverordnung vor, welche der Bundesrat gut geheissen hat. Die Verordnung regelt zudem Details zu den Einmalvergütungen und zum Eigenverbrauch. Betreiber kleiner Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung zwischen 2 und 10 kWp erhalten neu keine KEV mehr, sondern eine Einmalvergütung (EIV), die maximal 30 % der Investitionskosten einer Referenzanlage beträgt. Ist die Anlage grösser aber unter 30 kWp, kann man zwischen KEV
und Einmalvergütung wählen.

In diesem Kontext passt Minergie die Anrechenbarkeit von Photovoltaik-Strom in seinen Nachweisen an. Ab dem 1. Januar 2016 wird Strom aus Photovoltaik-Anlagen ≥ 30 kWp mit KEV und mit Eigenverbrauch in allen Minergie-Nachweisen anrechenbar sein. Ohne Eigenverbrauch bleibt der Strom allerdings nicht anrechenbar. Ebenfalls ab dem 1. Januar 2016 wird an Solarstrombörsen gehandelter Strom anrechenbar sein. Bereits seit dem 1. Januar 2014 kann Strom aus PV-Anlagen mit Einmalvergütung (EIV) bei allen Minergie-Standards angerechnet werden. Dies gilt ebenfalls für Strom aus 
PV-Anlagen ohne EIV und ohne KEV (< 2 kWp oder ohne Förderung). In sämtlichen Standards weiterhin nicht anrechenbar ist Strom aus PV-Anlagen mit KEV ohne Eigenverbrauch und mit KEV mit Eigenverbrauch bei Anlagen von 10 bis 30 kWp. 


Vergrössern mit Klick auf Darstellung!

Quelle: Minergie

 ^^^ Nach oben

Montag, 10. November 2014

Solarbauern bei Solarpreisträger

Meggen ist Energiestadt. Grosse Teile der Gemeindefläche sind als Landschaft auf nationaler und kantonaler Ebene geschützt. Jede bauliche Veränderung unterliegt einem mehrstufigen anspruchsvollen Prozess.

Ein prächtiges Schloss, gepflegte Rebhänge und  Gartenanlagen mit Hortensien und anderen Blumen bilden die Kulisse für eine gelungene Photovoltaikanlage auf der Scheune Meggenhorn in unmittelbarer Nähe zum Schloss (siehe Bild). Alles im Gemeindeeigentum. Die Scheune wird heute im geringen Umfang landwirtschaftlich genutzt, wobei nicht der Ertrag im Vordergrund steht, sondern Teil einer gemeindeeigenen Infrastruktur ist, welche die Vielfalt des Lebens in der Gemeinde eindrücklich veranschaulicht. Auf dem angestrebten Weg zum „Goldlabel“ für energetisch vorbildliches Handeln der Gemeinde wurde beschlossen, auf dem Dach der erwähnten Scheune eine Photovoltaikanlage, integriert, zu installieren. Neben der vorbildlichen Integration der Module wurde das Konzept so ausgelegt, dass der erzeugte Strom nach den Wechselrichtern in innovative Speicher geleitet wird und nur derjenige Strom ins Netz eingespeist wird, welcher lokal nicht verbraucht wird. Der laufende Ertrag und der bisherige Stromertrag können neben anderen Angaben laufend auf einem grossen instruktiven Schaupult verfolgt werden. Die Anlage ist angemeldet bei der KEV, aber noch auf der Warteliste. Die Gemeinde ist überzeugt, dass sie bezogen auf die Gesamtlaufzeit der Anlage diese wirtschaftlich betreiben kann.

Der Weg bis zur Bewilligung für die Installation der Photovoltaikanlage im sensiblen landschaftlichen Umfeld war recht lang. Es brauchte viele Anläufe, Gespräche mit kantonalen und eidgenössischen Behörden und  wissenschaftlich fundierte Abklärungen, so bezüglich möglichen Blendwirkungen, bis der Startschuss erfolgen konnte. Gemeinderat Josef Scherer verstand es, diesen Weg hin zur Realisation mit innerem Engagement aufzuzeigen. Pioniertaten brauchen in der Schweiz Geduld, Konsensfähigkeit und den Willen, ein Ziel auch zu erreichen.

Nationalrat Peter Schilliger, FDP, Präsident suissetec und Unternehmer auf dem Haustechnikbereich und selber Solaranwender verstand es, den Blick von den üblichen Diskussionen über einzelne Energieressourcen, so der Solarenergie, auf ein breites Spektrum von Politikbereichen zu richten, welche insgesamt zu einem ausgewogenen und tragbaren Resultat führen. Für ihn müssen die einzelnen Anwendungsgebiete zur Energiegewinnung marktfähig sein, resp. dorthin so schnell wie möglich geführt werden. Die Anwendung der Atomenergie mit neuen Anlagen kommt für ihn aus wirtschaftlichen Überlegungen, aber auch aufgrund von Widerständen in der Bevölkerung nicht in Frage.

Marius Fischer, Leiter Engineering, BE Netz AG, konnte berichten, dass der geschätzte mögliche physische Ertrag der Anlage bereits überboten wird, dass bei der Installation Hochleistungsmodule verwendet wurden und die Anlage mit den zusätzlich installierten Speichern gleichzeitig als Studienobjekt dient, um herauszufinden, unter welchen Voraussetzungen es sich lohnt, das Netz zu verstärken (in der Regel eine Notwendigkeit bei grossen Anlagen) oder nach Verrechnung des Eigenverbrauchs und der Zwischenspeicherung nur den nicht selbst bezogenen Strom ins Netz zu liefern, wobei all diese Prozesse intelligent dank Software gesteuert werden können. Im Kleinen wird in Meggen Grundlagenarbeit geleistet für künftige dezentrale Stromversorgungssysteme, welche bei Integration von Produzenten und Konsumenten weitgehend zu autarken Lösungen führen werden. Zwischen den Eigentümern der Anlage, den CKW, aber auch der ETH bestehen Kontakte, um die Resultate der Anlage zu analysieren und für kommende Anlagen Schlüsse zu ziehen.

Quelle: Max Meyer / Solarbauern

 ^^^ Nach oben

Sonntag, 9. November 2014

Günstigste Preise aller Zeiten

Bei der ersten Solar-Auktion in Brasilien Ende Oktober waren die Gebote extrem aggressiv, wie die Solarplattform Solarserver.de meldet. Das führte dazu, dass Photovoltaik-Projekte mit 890 MW den Zuschlag zu einem Auktionspreis von 215 Brasilianischen Real (68,53 Euro) je Megawattstunde erhielten, berichtet Bloomberg New Energy Finance (New York).
 
0,07 €/kWh sei einer der niedrigsten Preise für Solarstrom, der je verzeichnet wurde, betont Bloomberg. Die bisher tiefsten Preise für Solarstrom gab es in den USA (umgerechnet rund 40 Euro/MWh), diese Projekte wurden jedoch erheblich gefördert. Die weltweit günstigsten Solarstrom-Verträge ohne Förderung wurden in Uruguay für rund 73 Euro/MWh abgeschlossen. Laut BNEF betragen die Solarstrom-Gestehungskosten (LCOE, über eine Laufzeit von 20 Jahren gerechnet) in Brasilien aktuell rund 75 Euro/MWh.

Dass der Solarstrom-Preis bei dieser Auktion unter die LCOE fiel, bedeutet laut BNEF zweierlei: Die Projekteigentümer, d.h. die Bieter, gehen davon aus, dass sie mit den Preisen wesentlich unter das heutige Niveau gehen können (die Kraftwerke müssen bis Oktober 2017 in Betrieb gehen). Und sie sind womöglich erhebliche Kompromisse hinsichtlich ihrer Renditen eingegangen. Bei der Versteigerung wurden Verträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren zu diesem Tiefstpreis vergeben. Es handelt sich um 31 Vorhaben mit einer Gesamtleistung von 890 MW. Zu den Projektentwicklern zählen die brasilianischen Unternehmen Renova Energia und Rio Energy, internationale Unternehmen wie Enel Green Power, der Entwickler Solatio (mit 360 MW) und vier weitere (insgesamt 130 MW). BNEF erklärte seinen Kunden vor der Versteigerung, bisherige Auktionen für erneuerbare Energien in Brasilien hätten gezeigt, dass ein „irrationales“ Bieten üblich sei und der Auktionspreis unter diesen Umständen erheblich fallen könnte. 

„Bei den ersten Auktionen, bei denen hauptsächlich Windprojekte einen Zuschlag erhielten, gab es einen starken Wettbewerb zwischen den Projekten. Die Gebote sanken, die Renditen auch“, kommentiert die BNEF-Analystin Helena Chung aus São Paulo. „Etwas Ähnliches geschah bei dieser Solar-Auktion. Das geringste Gebot betrug 200,80 BRL/MWh (64 Euro). Bei diesem Vorhaben wird die Rendite wohl nur rund 8 % betragen.“

„Der Photovoltaik-Ausbau beginnt in Brasilien gerade erst, hat aber ein gigantisches Potenzial. Wir rechnen mit mehreren zehn Gigawatt bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts“, sagte Michel Di Capua. „Investoren streben in der Regel hohe Renditen an, wenn sie mit einer relativ neuen Technologie in einen neuen Markt einsteigen. Aber in diesem Fall scheint die Versuchung, der Erste im brasilianischen Photovoltaik-Markt zu sein, selbst mit niedrigeren Renditen, doch zu unwiderstehlich.“

Quelle: BLOOMBERG NEW ENERGY FINANCE | solarserver.de

 ^^^ Nach oben