Der Blog Solarmedia widmet sich der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.ch) ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte ...
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Dienstag, 16. Januar 2024
Donnerstag, 4. Januar 2024
Solaraktienindex PPVX - im Plus zum Schluss
Dienstag, 2. Januar 2024
So erfolgreich ist die deutsche Energiewende
Photovoltaik-Anlagen haben im Jahr 2023 ca. 59,9 TWh erzeugt (entspricht ungefähr dem gesamten Stromverbrauch der Schweiz innerhalb eines Jahres), wovon 53,5 TWh ins öffentliche Netz eingespeist und 6,4 TWh selbst verbraucht wurden. Der Juni 2023 war mit rund neun TWh der Monat mit der höchsten solaren Stromerzeugung jemals. Die maximale Solarleistung wurde mit 40,1 GW am 7. Juli 13:15 Uhr erreicht, das entsprach einem Anteil an der Stromerzeugung von 68 Prozent. Der Photovoltaik-Ausbau übertraf im Jahr 2023 deutlich die Ziele der Bundesregierung: statt der geplanten 9 Gigawatt wurden bis November 13,2 Gigawatt errichtet, bis Ende 2023 werden es mehr als 14 Gigawatt sein. Das ist ein starker Anstieg gegenüber 2022 (7,44 GW). Damit war der PV-Ausbau erstmals in der deutschen Geschichte im zweistelligen Bereich.
Die Wasserkraft legte gegenüber 2022 zu von 17,5 TWh auf 20,5 TWh. Die installierte Leistung von 4,94 GW hat sich gegenüber den Vorjahren kaum verändert. Die Biomasse lag mit 42,3 TWh auf dem Niveau von 2022 (42,2 TWh). Die installierte Leistung liegt bei 9 GW.
Insgesamt produzierten die erneuerbaren Quellen im Jahr 2023 ca. 260 TWh und damit etwa 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr (242 TWh). Der Anteil der in Deutschland erzeugten erneuerbaren Energien an der Last, d.h. dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag bei 57,1% gegenüber 50,2% in 2022. Die gesamte Nettostromerzeugung beinhaltet neben der öffentlichen Nettostromerzeugung auch die Eigenerzeugung von Industrie und Gewerbe, die hauptsächlich mit Gas erfolgt. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der gesamten Nettostromerzeugung einschließlich der Kraftwerke der »Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden« liegt bei ca. 54,9 Prozent (2022: 48,2 Prozent).
Die Last im Stromnetz betrug 457 TWh, ca. 26 TWh weniger als 2022. Aufgrund der hohen Strompreise und der höheren Temperaturen wurde wohl deutlich Strom eingespart. Auch der gestiegene Selbstverbrauch von Solarstrom senkt die Last. Die Last beinhaltet den Stromverbrauch und die Netzverluste, aber nicht den Pumpstromverbrauch und den Eigenverbrauch der konventionellen Kraftwerke.
Kohlestrom stark zurückgegangen
Nachdem 2022 die deutschen Kohlekraftwerke – zum einen wegen des Ausfalls französischer AKWs, aber auch wegen der Verwerfungen im Strommarkt durch den Ukrainekrieg – ihre Produktion hochgefahren hatten, sank ihr Anteil 2023 deutlich. So lag aufgrund des gesunkenen Kohlestromexports, aber auch wegen der guten Windbedingungen, die Erzeugung im November 2023 27 Prozent unter dem Vorjahresmonat.
Insgesamt ging die Erzeugung aus Braunkohle für den öffentlichen Stromverbrauch um ca. 27 Prozent zurück, von 105,94 auf 77,5 TWh. Hinzu kommen 3,7 TWh für den industriellen Eigenverbrauch. Die Bruttostromerzeugung fiel auf das Niveau von 1963.
Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken für den öffentlichen Stromverbrauch betrug 36,1 TWh (- 35 Prozent) und 0,7 TWh für den industriellen Eigenverbrauch. Sie war um 21,4 TWh niedriger als 2022. Die Bruttostromerzeugung fiel auf das Niveau von 1955. Die Nutzung von Erdgas zur Stromerzeugung blieb mit 45,8 TWh für die öffentliche Stromversorgung und 29,6 für den industriellen Eigenverbrauch leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Durch die Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke Emsland, Neckarwestheim und Isar am 15. April 2023 trug die Atomkraft nur noch 6,72 TWh zur Stromerzeugung bei, das entspricht einem Anteil von 1,5 Prozent.
Batteriespeicher entwickeln sich rasant
Mit dem Ausbau fluktuierender erneuerbarer Energien steigt auch der Bedarf an Netzausbau sowie an Speicherkapazität. Batteriespeicher, die dezentral errichtet werden, um die Erzeugung von Wind- und Solarstrom zu puffern, sind besonders gut geeignet. Das Segment der Privathaushalte zeigt ebenso wie bei den Photovoltaikanlagen ein starkes Wachstum. Insgesamt verdoppelte sich die installierte Batterieleistung fast von 4,4 GW in 2022 auf 7,6 GW in 2023, die Speicherkapazität stieg von 6,5 GWh auf 11,2 GWh. Die Leistung der deutschen Pumpspeicherwerke liegt bei rund 6 GW.
Export und Börsenstrompreis rückläufig: Nachdem 2022 im Stromhandel ein Exportüberschuss von 27,1 TWh erzielt wurde, war 2023 ein Importüberschuss von 11,7 TWh zu verzeichnen. Dies lag besonders an den geringeren Stromerzeugungskosten in den europäischen Nachbarländern im Sommer und den hohen Kosten der CO2-Zertifikate. Der Großteil der Importe kam aus Dänemark (10,7 TWh), Norwegen (4,6 TWh) und Schweden (2,9 TWh). Deutschland exportierte Strom nach Österreich (5,8 TWh) und Luxemburg (3,6 TWh).
Im Winter stiegen die Börsenstrompreise wieder an und die CO2-Zertifikate wurden günstiger. Das führte bereits im November zu einer ausgeglichenen Bilanz und im Dezember auch in Verbindung mit einer hohen Windstromerzeugung zu Exportüberschüssen. Deutschland hat im Gegensatz zu seinen Nachbarländern (Österreich, Schweiz, Frankreich) auch im Winter genügend Kraftwerkskapazitäten, um Strom für den Export zu produzieren. Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis ging stark zurück auf 92,29 €/MWh bzw. 9,23 Cent/kWh (2022: 230,57 €/MWh). Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 2021.
Eine ausführliche Präsentation der Daten zu Stromerzeugung, Import/Export, Preisen, installierten Leistungen, Emissionen und Klimadaten finden Sie auf dem Energy-Charts Server:
https://www.energy-charts.info/downloads/Stromerzeugung_2023.pdf
Zur Datengrundlage
Diese erste Version der Jahresauswertung berücksichtigt alle Stromerzeugungsdaten der Leipziger Strombörse EEX und des europäischen Verbands der Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E bis einschließlich 31.12.2023. Über die verfügbaren Monatsdaten des Statistischen Bundesamtes zur Elektrizitätserzeugung bis September 2023 wurden die Viertelstundenwerte der EEX energetisch korrigiert. Für die restlichen Monate wurden die Korrekturfaktoren auf Basis zurückliegender Monats- und Jahresdaten abgeschätzt. Die hochgerechneten Werte von Oktober bis Dezember unterliegen größeren Toleranzen.
Zugrunde liegen die Daten zur deutschen Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung. Sie ist die Differenz zwischen Bruttostromerzeugung und Eigenverbrauch der Kraftwerke und wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die Stromwirtschaft rechnet mit Nettogrößen, z.B. für den Stromhandel und die Netzauslastung, und an den Strombörsen wird ausschließlich die Nettostromerzeugung gehandelt. Sie repräsentiert den Strommix, der tatsächlich zu Hause aus der Steckdose kommt.
Stündlich aktualisierte Daten zur Stromerzeugung finden Sie hier: https://www.energy-charts.info
Quelle: Fraunhofer ISE
Donnerstag, 28. Dezember 2023
Edisun Power fokussiert auf Solar-Grossanlagen
Die von den Vereinbarungen umfassten Transaktionen können komplett ohne Barmittelabflüsse gegen Verrechnung des 2021 von SMARTENERGY Group AG an Edisun eingeräumten zinslosen Darlehens finanziert werden. Edisun wird damit gleichzeitig ihre Bilanzstruktur stärken und die Verschuldung substantiell um über 50 MCHF kürzen. Des Weiteren erzielt Edisun durch die Projektverkäufe einen noch im 2023 bilanzwirksamen Einmalgewinn von 18.7 MCHF. Für 2024/25 plant die Edisun eine weitere Optimierung ihres Portfolios durch Verkäufe von Kleinanlagen. Dieser Umbau soll bis Mitte 2025 abgeschlossen werden.
Erhöhte Attraktivität für grosse Finanzierungsrunden: Ziel der gesamten Transaktion ist es, das Portfolio der Edisun stärker an den Bedürfnissen des Kapitalmarktes und strategischer Investoren auszurichten. Der spanische PV-Markt entwickelt sich derzeit dynamisch, da die iberische Halbinsel auch als einer der Hotspots in Europa für die Ansiedlung von Projekten zur Produktion von grünem Wasserstoff gilt. Gleichzeitig haben aufgrund der Netzengpässe Solar-Grossanlagen, die bereits über eine Netzanschlusszusage verfügen, eine besondere Attraktivität. Die drei Solar-Grossanlagen von insgesamthaft 941 MWp liegen strategisch sehr günstig im Großraum Madrid.
Der Verwaltungsrat sieht für 2024 und 2025 stufenweise eine substantielle Eigenkapitalerhöhung und die Ausgabe von Green Bonds vor, um den Bau der Großanlagen zu finanzieren. Er evaluiert zusätzlich, diese Solar-Grossanlagen mit einem Energiespeicher auszurüsten, um von der Volatilität der Strompreise dank Arbitrageverkäufen zu profitieren.
Quelle: Edisun Power Medienmitteilung
Donnerstag, 21. Dezember 2023
Ein Korb für neue AKW
Der Nationalrat
treibt die Energiewende mit erneuerbaren Energien konsequent voran und
verwirft den neuerlichen Angriff auf das AKW-Neubauverbot. Die
Schweizerische Energie-Stiftung SES begrüsst gemäss ihrer Medienmitteilung vom Donnerstag diese konsequente Haltung
für das Gelingen der Energiewende. Sie ist erfreut, dass auch das
Verbandsbeschwerderecht der Umweltverbände nicht beschnitten wurde. Hier die SES-Mitteilung im Wortlaut:
Der Nationalrat hat den Angriff der FDP-Fraktion auf das
Neubauverbot für Atomkraftwerke mit 101 zu 90 Stimmen abgewehrt. Damit
versuchte die FDP-Führung unter Thierry Burkhart einmal mehr die SVP zu
kopieren. Dennoch hat die freisinnige Atomoffensive ausserhalb des
rechtsbürgerlichen Lagers nicht verfangen.
Die Schweizerische Energie-Stiftung stellt fest:
- Der Nationalrat will auch in neuer Zusammensetzung auf erneuerbare Energien setzen.
- Der Atomausstieg bleibt eine tragende Säule der Energiestrategie.
- Die grosse Kammer hat erkannt, dass jede Atomdebatte in erster Linie den dringend nötigen Schub für die Erneuerbaren Energien verzögert.
- Sie sieht sich weiterhin den Pariser Klimazielen verpflichtet, indem sie keine neue Diskussion über eine Technologie ins Spiel bringt, die frühestens 2050 ans Netz gehen könnte – falls überhaupt.
Die Bevölkerung lehnt neue AKW ab! Für Nils Epprecht, Geschäftsführer der Schweizerischen Energie-Stiftung, ist klar: «Die jüngsten Umfragen zeigen, dass die Bevölkerung keine neuen Atomkraftwerke, sondern endlich den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien fordert.» (siehe dazu: Deloitte - Sicherung der Stromversorgung). Die Niederlage des atomfreundlichen FDP-Flügels um Thierry Burkhart spricht dafür, dass auch das neu gewählte Parlament eine Energiepolitik im Sinne der Bevölkerungsmehrheit betreiben will.
Quelle: Schweizerische Energie Stiftung SES
Mittwoch, 20. Dezember 2023
Erstes Zehntel geschafft!
Gegenüber 2017, dem
Jahr vor dem Inkrafttreten des revidierten Energiegesetzes, hat sich das
Jahreswachstum mehr als versechsfacht. Damit zeigt sich auch, dass es
trotz einigen Schwierigkeiten bisher gelungen ist, die notwendigen
Fachkräfte in der Solarbranche zu rekrutieren. Die
per Jahresende 2023 installierte Leistung liegt bei über 6200 MW, was
2024 eine Jahres-Stromproduktion von rund 6 TWh ermöglicht. Damit wird
bereits im kommenden Jahr die Schwelle von 10% Solarstrom am gesamten
Jahresstromverbrauch der Schweiz erreicht. Eine Menge, die Swissolar im
Jahr 2011 als Ziel für 2025 setzte.
Als Basis für diese
Schätzung dienen die Anmeldezahlen bei der Förderstelle Pronovo sowie
Rückmeldungen aus dem Markt. Die Auswertung zeigt, dass sowohl die
Märkte für kleinere als auch für grössere Anlagen stark wuchsen. Im
Bereich der Grossanlagen sorgte insbesondere die Einführung der neuen
Förderung für Anlagen ohne Eigenverbrauch (die sogenannte hohe
Einmalvergütung) für zusätzlichen Schub. Damit konnten Projekte wie
beispielweise die Photovoltaikanlage an der Stützmauer in Teufen (siehe Bild oben)
realisiert werden, die auf Winterstromertrag optimiert ist und Strom für
rund 50 Haushalte liefert.
Ein
weiterer starker Treiber für den Zubau war, wie schon im Vorjahr, der
hohe Strompreis. Davon besonders betroffen sind Grossbezüger, die ihren
Strom auf dem freien Markt einkaufen. Aber auch für die gebundenen
Kunden stieg der Medianpreis für Strom von 2022 auf 2023 um 28.5%.
Zusätzlich fördert der wachsende Einsatz von Elektromobilität und
Wärmepumpen den Einsatz von Photovoltaik: Viele möchten den zusätzlichen
Strombedarf selbst erzeugen.
Für 2024 geht Swissolar von
einem weiteren Marktwachstum von mindestens 10% aus. Damit sind wir auf
Zielkurs zum erforderlichen Jahreszubau von über 2000 MW ab 2027. Diesen
braucht es, damit Solarstrom seinen Beitrag zum Ziel von 35 TWh Strom
aus neuen erneuerbaren Energien gemäss Mantelerlass erreicht.
Mehr Informationen
Matthias Egli, Geschäftsführer Swissolar, egli@swissolar.ch, 044 250 88 35
Claudio De Boni, Kommunikation Swissolar, deboni@swissolar.ch, 044 250 88 23
Quelle: www.swissolar.ch



