Montag, 29. April 2019

Trends bei Sonnenhäusern

Sonnenhäuser mit Photovoltaik und solarstromgeregelter Wärmepumpe - das ist der Trend im Hausbau. Dabei erfüllt das Sonnenhaus-Konzept heute bereits die wichtigsten Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD), die Niedrigstenergiegebäude im Neubau ab 2021 zur Pflicht macht. Der Energiebedarf ist extrem niedrig, der geringe Restenergiebedarf wird in der Regel mit erneuerbaren Energien gedeckt. Sonnenhäuser zeichnen sich zudem durch den extrem niedrigen Primärenergiebedarf von etwa 10 kWh/(m²a) aus.

© Sonnenhaus-Institut e.V. |
Sonnenhaus 3D-Grafik (Schnittdarstellung)
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Das Sonnenhaus-Institut stellt auf der Fachmesse „The Smarter E“ vom 15. bis 17. Mai 2019 in München sein solares Bau- und Energiekonzept für hohe Autarkie bei Wärme, Strom und Mobilität vor. Kriterium für Sonnenhäuser ist, dass mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs für die Raumheizung und das warme Wasser solar gedeckt werden. Das ist entweder mit einer großen Photovoltaikanlage mit solarstromgeregelter Wärmepumpe oder mit einer großen Solarthermieanlage möglich. Mit der Kombination von Photovoltaik und Solarthermie, die sich immer mehr zum Standard bei Sonnenhäusern entwickelt, können sowohl in der Wärmeversorgung, als auch beim Strom und in der Elektromobilität hohe Autarkiegrade erreicht werden.

Auf der „größten energiewirtschaftlichen Plattform Europas“, als welche „The Smarter E“ mit ihren vier Fachmessen von den Veranstaltern bezeichnet wird, stellt das Kompetenznetzwerk für solares Bauen Trends bei Sonnenhäusern vor. So nimmt beispielsweise die Zahl an Sonnenhäusern mit Photovoltaikanlage und Wärmepumpe deutlich zu. Mit einer speziellen Steuerung, die von Mitgliedern des Sonnenhaus-Instituts entwickelt wurde, kann der solare Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent in der Wärmeversorgung erreicht werden. Im Einfamilienhaussektor werden immer häufiger Sonnenhäuser mit KfW Effizienzhaus 40 plus-Standard gebaut. Auch Sonnenhäuser mit moderner Smarthome-Technik gibt es bereits.

Außerdem findet das Sonnenhaus-Konzept immer häufiger in Mehrfamilienhäusern und im Geschosswohnungsbau Anwendung. Darunter sind Gebäude zu finden, bei denen nur Solarthermie installiert wird. Häufiger sind aber Mehrfamilienhäuser, bei denen Dächer und Fassaden für Solarthermie und Photovoltaik genutzt werden. Die Bewohner können so große Teile ihres Energiebedarfs für Wärme und Strom klimaschonend und kostensparend solar decken. Im Idealfall beladen sie auch die Akkus von Elektrofahrzeugen damit.

Aus dem Sonnenhaus-Konzept heraus ist das Geschäftsmodell „Pauschalmiete mit Energieflatrate“ dank großer Solarthermie- und Photovoltaikanlagen und entsprechender Energiespeicher entstanden. Es wird von Prof. Timo Leukefeld, Mitglied im Vorstand des Sonnenhaus-Instituts, weiterentwickelt und vorangetrieben. In Cottbus und Wilhelmshaven waren im Dezember drei solcher Mehrfamilienhäuser, die von Wohnungsgenossenschaften gebaut wurden, bezugsbereit. Erreicht werden solare Deckungsgrade von rund 70 Prozent in der Wärme- und Stromversorgung. Für dieses Jahr sind zehn Projekte in Planung, darunter Mehrfamilienhäuser und Quartiere in Großstädten.

Klassische Sonnenhäuser, bei denen große Solarthermieanlagen für die geforderte solare Deckung sorgen, werden nach wie vor gebaut. „Der Vorteil der Solarwärme besteht in den geringen spezifischen Speicherkosten und der Langlebigkeit von Wärmespeichern mit Wasser als Medium“, benennt Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Institut e.V., Vorteile dieses Konzeptes. „Wir stellen aber fest, dass Bauherren sowohl in der Wärme- als auch in der Stromversorgung größtmögliche Unabhängigkeit wollen. Wird auch noch Elektromobilität eingesetzt, ist das Sektorenkopplung, wie sie im Wohnungsbau zur Umsetzung der Energiewende dringend benötigt und gefordert wird.“

Quelle   Sonnenhaus Institut e.V. | 2019

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Neuerlicher Anstieg des PPVX Solarkatienindex


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Der PPVX stieg letzte Woche um 2,4% auf 1.165 Punkte, der NYSE Arca Oil um 0,1%. Seit Jahresanfang 2019 liegt der PPVX mit +29,7% währungsbereinigt rund 12 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (+17,7%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Enphase Energy (+121%), JinkoSolar Holding (+100%) und Xinyi Solar Holdings (+61%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 30,8 Mrd. Euro. Die grössten Gewinner der Woche waren Enphase Energy (+10%) und Vivint Solar (+9%), die grössten Verlierer GCL Poly Energy Holding (-9%) und Scatec Solar (-6%). Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+314%) rund 134 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +180%). Der Gewichtungsfaktor der Encavis AG wurde am 26.4.19 von 3 auf 4 erhöht.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

Quelle: oeko-invest.net 

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Samstag, 27. April 2019

Krieg um Öl oder Frieden durch die Sonne


Erdöleinnahmen gehören zu den wichtigsten Finanzquellen für Terror, Waffenkäufe, Kriegsfinanzierungen und Unterdrückung. Eine Einschätzung von Hans-Josef Fell, dem Geschäftsführer von Energy Watch und früheren deutschen Parlamentarier.

Diese Triebfedern tragen erheblich zur Verhinderung eines weltweiten Klimaschutzes bei. Nun verhängen ausgerechnet die USA unter Präsident Trump ein umfassendes Erdölboykott für Iranische Erdölexporte, mit dem Argument, dem Iranischen Regime die finanziellen Grundlagen für die Terrorfinanzierung entziehen zu wollen. Mit Sicherheit ist es richtig, der Finanzierung von Terrorismus Einhalt gebieten zu wollen, auch im Iran. Jedoch ist die Einseitigkeit der Maßnahmen, mit der Präsident Trump ausschließlich den Iran überzieht, irritierend und lässt eine Frage offen:

Warum setzt er nicht gleiche Maßstäbe an andere Nationen, Regierungen, Unternehmen, die in ähnlicher Weise ihre kriegerischen, undemokratischen oder gar totalitären Regime mit Erdöleinnahmen stützen? Allen voran Saudi-Arabien, das im Jemen seit Jahren einen der unmenschlichsten Kriege führt, unbequeme Journalisten womöglich einfach umbringen lässt (z.B. Kashoggi) und wo saudische Gelder den Terror des IS finanzierten. Trotz der nahezu erdrückenden Menschenrechtslage setzt Präsident Trump in Saudi-Arabien keinen Ölboykott an.

Auch in anderen Ländern fließen Erdöleinnahmen in die Finanzierung von Terror, Unterdrückung, Bürgerkriegen und Korruption. Ein Beispiel ist Libyen, wo der Bürgerkrieg gerade wieder hochkocht, im Wesentlichen finanziert durch Erdöleinnahmen.
Dasselbe gilt für den Sudan, wo das Volk seit Monaten demokratische Wahlen fordert. Aber das erdölfinanzierte Militärregime zeigt selbst nach der Absetzung des vom Internationalen Gerichtshofes wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagten und von der Militärjunta abgesetzten Staatschef al- Baschir, keine Anzeichen zur sofortigen demokratischen Machtabgabe. Die Liste ließe sich lange fortsetzen, über Nigeria, den Irak, Venezuela, Aserbaidschan, Kasachstan u.a. Auch in Russland werden demokratische Prozesse und Strukturen stetig ausgehöhlt. Das Erdöl ist neben Erdgas und Kohle Hauptfinancier des russischen Machtimperiums um Präsident Putin.

Neben den staatlichen gibt es auch unternehmerische Aktivitäten, vor allem von Weltkonzernen. Sie alle arbeiten seit Jahrzehnten gegen wirksame Klimaschutzmaßnahmen und könnten somit viel schlimmere Auswirkungen verursachen, als es Terroristen je schaffen könnten: die Auslöschung der Existenz der gesamten Menschheit. Finanziert haben es die Erdölgroßkonzerne von Exxon über Shell bis BP, u.a. mit pseudo-wissenschaftlichen Gutachten von Klimawandelleugnern und Lobbyismus gegen Erneuerbare Energien.

Gegen all diese Unterstützungen der Zerstörungen der menschlichen Existenz hat weder Präsident Trump noch sonst jemand einen Totalboykott von Erdölverkäufen oder andere vergleichbare politische Maßnahmen vorbereitet. Im Gegenteil, die Unterstützung z.B. der US Erdöl-, Erdgas- und Frackingwirtschaft nimmt immer mehr zu, bis hin zur Unterstützung von LNG-Terminals durch die deutsche Bundesregierung. Das alles bringt die gesamte Menschheit immer näher an den Abgrund des Kampfes ums Überleben, selbiges könnte Terrorfinanzierung aus dem Iran nie schaffen.

Es wird daher umso wichtiger sein, nicht nur das Erdöl aus dem Iran zu boykottieren. Wir selbst als Menschheit insgesamt müssen von unten, aus der Zivilgesellschaft heraus, Erdöl, Erdgas, Kohle und auch Atomkraft boykottieren. Je schneller das umfassend gelingt, desto schneller könnte die Terrorfinanzierung zusammenbrechen, nicht nur im Iran, sondern auch in Saudi-Arabien. Und auch den geopolitischen Machtspielen von Gazprom und Rosneft für Putin, bis hin zu Exxon für Trump könnte ein jähes Ende bevorstehen.

Worauf warten wir noch als Massenbewegung von unten? Erneuerbare Energien sind heute sowieso schon billiger als fossile und atomare Energie. Wir haben es selbst in der Hand, Terrorfinanzierung und geopolitische Machtspiele zu beenden, indem wir durch die Nutzung von 100% Erneuerbaren Energien all den Akteuren ihre Finanzierung entziehen, die Destabilisierung durch Terror oder Klimaveränderung voranbringen.

Eine umfassende Umstellung auf Erneuerbare Energien durch jeden einzelnen, gestützt durch eine kompromisslose Politik für 100% Erneuerbare Energien, kann der Terrorfinanzierung und der drohenden Auslöschung der Menschheit durch die Klimakrise ein Ende bereiten.

Quelle:     Hans-Josef Fell | Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG | 2019

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Freitag, 26. April 2019

Die Lösung: Solarfassaden an Hochhäusern

Gerade ältere Wohnhochhäuser können einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Energie leisten. Wird beim Dämmen der Fassaden gleich auch noch eine Photovoltaik-Anlage installiert, kann nicht nur Heizenergie gespart, sondern gleich auch noch Strom produziert werden,  so eine Mitteilung des Solarfachverbands Swissolar. Wie sich das Energiespar-Potenzial gewinnbringend nutzen lässt, zeigt das Beispiel eines kürzlich sanierten Gebäudes der Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank in Effretikon.

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Die Wohnsiedlung Wattbuck in Effretikon ist ein typischer Vertreter des Baustils der 1960er- und 1970er-Jahre. Mit dazu gehört auch ein Wohnhochhaus mit 13 Stockwerken, das 1968 erstellt und 1982 renoviert wurde. Es gehört der Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank. Das Alter von gut 50 Jahren und der hohe Heizenergieverbrauch von rund 350`000 Kilowattstunden pro Jahr waren Anlass für eine umfassende Sanierung der Gebäudehülle, die 2018/2019 umgesetzt wurde.

Bei der Ausschreibung der Generalplanerleistung standen für die Bauherrschaft eine gute Dämmung und eine zeitgemässe Optik des Gebäudes im Vordergrund. Den Zuschlag erhielt schliesslich die Arento AG aus Hinwil. Das auf nachhaltige bauliche Lösungen spezialisierte Büro schlug den Verantwortlichen der ZKB-Pensionskasse vor, bei der Sanierung einen Schritt weiter zu gehen. Nicht nur sollte die Gebäudehülle gut gedämmt, sondern gleich auch eine Photovoltaikanlage für die Stromproduktion installiert werden.

Bei umfassenden Erneuerungen ist Solar Pflicht! Hauptargument der Planer war der Zeithorizont: «Total sanierte Fassaden, wie beim Gebäude in Effretikon, werden erst in vierzig Jahren wieder eingerüstet – bis dahin sollte der Gebäudepark im Rahmen der Energiestrategie 2050 des Bundes aber bereits seinen Teil zur nachhaltigen Energieproduktion beitragen», sagt Arento-Geschäftsführer Franz Schnider. Deshalb mache es im Rahmen einer umfassenden Erneuerung Sinn, bereits heute Elemente, wie eine Photovoltaikanlage zu realisieren. «Sonst vergibt man eine grosse Chance oder muss in zehn oder zwanzig Jahren aufwändig nachrüsten.»

Die Abklärungen der Planer zeigten, dass sich das Hochhaus aus mehreren Gründen optimal für die Gewinnung von Solarstrom eignen würde: Erstens könnten Aufgrund seiner Ausrichtung drei der Fassaden solar genutzt werden, so wäre über den Tagesverlauf hinweg eine konstante Stromproduktion möglich. Zweitens liesse sich die Anlage aufgrund der bestehenden architektonischen Gestaltung der Fassade optisch sehr gut integrieren – und zwar in den Brüstungen unter den langgezogenen Fensterbändern, die bis anhin mit Faserzementplatten verkleidet waren. Und drittens wären die Mehrkosten einer klassischen Sanierung nach 19 Betriebsjahren amortisiert – inklusive einmaligem Tausch der Wechselrichter. Ab dann würde die Solaranlage, deren Lebensdauer aufgrund der hochwertigen Module auf 50 Jahre veranschlagt wurde, sogar einen ordentlichen Gewinn abwerfen.

Die Argumente überzeugten auch die Bauherrschaft. «Der Vorschlag der Planer passte perfekt zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie», sagt Marcel Konrad, Portfolio Manager Real Estate bei der Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank, «deshalb waren wir mit Blick auf den Umweltnutzen gerne bereit die Mehrkosten für die Solaranlage zu finanzieren.»

Optimale Integration in die Fassade: Im Rahmen der Sanierung erhielt das Gebäude eine zur schlichten Architektur passende, moderne Gebäudehülle mit einer 18 Zentimeter dicken Dämmung aus Glaswolle. Die nicht solar genutzten Bereiche wurden mit weissen Faserzementplatten verkleidet. Sie passen zu den schwarzen, in der Schweiz produzierten Solarmodulen, die in den Brüstungsbereichen der Ost-, Süd- und Westfassade als Verkleidung angebracht wurden.

Insgesamt umfasst die Photovoltaikfläche 470 Quadratmeter und besteht aus 350 identisch grossen Modulen. Die Jahresproduktion beträgt rund 53'000 Kilowattstunden. «Der gute Ertrag zeigt, dass sich hohe Wohnhäuser dank ihren weitgehend unbeschatteten Fassaden sehr gut für die Stromproduktion eigenen. Das Beste ist jedoch, dass solche Fassaden vor allem im Winter hohe Produktionswerte haben und so einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten können.», sagt Schnider von Arento.

Die Abrechnung der Produktion erfolgt nach dem einfachen Eigenstrom-Modell der EKZ: Die Mieter im Gebäude kaufen weiterhin den Strom mit dem von ihnen gewünschten Mix direkt vom Elektrizitätswerk. Die Gebäudebesitzerin wiederum erhält eine Gutschrift für den mit der Photovoltaikanlage produzierten Strom.

Bauten mit grossem Potenzial: Die Sanierung des Wohnhochhauses auf dem Wattbuck-Areal in Effretikon zeigt beispielhaft, dass gerade die auf den ersten Blick unscheinbaren älteren Gebäude ähnlicher Bauart, die noch in grosser Zahl überall in der Schweiz zu finden sind, einen wichtigen Beitrag zur Energiestrategie 2050 leisten können. Die bei vielen solcher Bauten anstehende Fassadensanierung bietet die Chance zur Nutzung dieses Potenzials – und das ist gross: Dank dem weitsichtigen Handeln von Bauherrschaft und Planern ist beim Gebäude in Effretikon nicht nur der Heizenergiebedarf um 60 Prozent gesunken, sondern wird auch gleich noch der jährlichen Strombedarf von gut 15 Haushalten produziert.
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Lieferant Solarmodule: Megasol AG, Deitingen
Heizenergiebedarf vor Sanierung: 82 kWh/m2 (EBF)
Heizbedarf nach Sanierung: 31 kWh/m2 (EBF)
Fläche Solarmodule: 470 m2
Jahresproduktion Solarstrom: 53`000 kWh

Quelle: Swissolar

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Dienstag, 23. April 2019

Beliebte Sonnenenergie für Klimaschutz !

Fast drei Viertel der Deutschen für weitere Solardach-Förderung / Nur jeder Fünfte will für Klimaschutz auf Fleisch verzichten / Dafür ist etwa jeder zweite Bundesbürger über 18 Jahre für eine höhere E-Auto-Förderung und eine Kerosinsteuer auf Inlandsflüge 

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Fast 50 Millionen Bundesbürger über 18 Jahren sprechen sich dafür aus, dass die Bundesregierung weiterhin neue Solaranlagen auf Dächern fördert. Solarenergie ist mit einer Zustimmung von 71 Prozent der Bundesbürger das beliebteste Klimaschutzinstrument in einer Reihe von möglichen Klimaschutzmaßnahmen. Das ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft. Immerhin etwa jeder zweite Bürger ist für die weitere Förderung der Windenergie und eine höhere Förderung von Elektroautos. Die Einführung einer Kerosinsteuer auf Inlandsflüge fordern 47 Prozent der Befragten. Ein allgemeines Tempolimit wünschen sich immerhin noch knapp 30 Mio. Bürgerinnen und Bürger (43 Prozent). 

„Eine große Mehrheit der Bevölkerung betrachtet die Solarenergie als wirksames und notwendiges Klimaschutzinstrument“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW). „Um die Klimaziele zu erreichen, können wir leider auf keine wirksame Maßnahme verzichten. Ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und höchste Sympathiewerte machen Solaranlagen zu klimapolitisch besonders niedrig hängenden Früchten. Lasst uns diese Früchte jetzt gemeinsam ernten!“ 

Nach Einschätzung des Energie-Experten muss die Sonnenstromernte in den nächsten zehn Jahren in Deutschland mindestens verdreifacht werden, um gemeinsam mit anderen Erneuerbaren Energien die Klimaziele noch zu erreichen. „Marktbarrieren und Förderdeckel müssen dafür fallen, Ausbauziele für Solardächer und Solarparks kräftig angehoben werden“, so Körnig. Nur vergleichsweise wenige Anhänger finden sich nach den Ergebnissen der BSW-Umfrage für die Einführung eines vegetarischen Tages in öffentlichen Kantinen (Veggie-Day). Etwa jeder Vierte will für Klimaschutz auf Fleisch verzichten. Für die ebenfalls diskutierte Citymaut – also das kostenpflichtige Befahren von Innenstädten – plädiert etwa jeder fünfte Befragte (21 Prozent). 

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft 

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Samstag, 20. April 2019

Comeback Solarwärme

Will die Schweiz ihre Klimaziele erreichen, gehört die systematische Nutzung der Solarwärme zwingend dazu. Überall, wo Wärme mit Öl und Gas erzeugt wird, kann mit Solarthermie ein wesentlicher Anteil abgedeckt werden. Damit lassen sich grosse CO2-Einsparungen erzielen. Vier Schweizer Solarhersteller zeigen, wo es lang geht.

Nach einer Boomphase zwischen 2005 bis 2012 geriet die Nachfrage nach solarthermischen Anlagen ins Stocken. Auslöser war unter anderem die Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Als Folge davon wurde europaweit der Ruf nach dem Ersatz von Atomstrom durch Solarstrom (Photovoltaik, PV) laut. Die purzelnden Preise für PV-Module aus Fernost sowie die attraktive Förderung durch die staatliche KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) und später durch Einmalvergütung brachten den notwendigen Schwung.

In diesem Umfeld geriet die Solarthermie ins Hintertreffen. Es ist höchste Zeit, der Solarthermie wieder den ihr zustehenden Platz einzuräumen, finden vier führende Solarfirmen (Energie Solaire in Sierre, Jenni in Burgdorf, Schweizer in Hedingen und Soltop in Elgg ZH). Die vier Pioniere, die im gesamten Solarbereich tätig sind, möchten die positiven Faktoren der Solarwärme in Erinnerung rufen. Dazu gehört etwa auch, dass die Produktion der Sonnenkollektoren zum grossen Teil in der Schweiz erfolgt, wodurch die Wertschöpfung im Land bleibt. Wichtig sind aber auch die Vorzüge der Solarthermie:


1. Fossile Wärmeträger mit C02-freier Solarwärme ersetzen: Rund die Hälfte der Schweizer Heizanlagen werden nach wie vor mit Öl und Gas betrieben. Diese Anlagen sollten den Warmwasserbereich zwingend durch Nutzung der Solarwärme ergänzen. Deckungsgrade mit über 50 Prozent Solarwärme sind für Ein- und Mehrfamilienhäuser problemlos zu erreichen. Die Solarhersteller liefern Systeme, die sich auf hohem Niveau bewähren. Lösungen mit Wärmepumpen und Photovoltaik (PV) sind ideale Ergänzungen. Besonders gross ist das Potenzial bei Mehrfamilienhäusern, Spitälern und Heimen.


2. Regeneration von Erdwärmesonden und Saisonspeicherung: Die Dichte der Erdsonden im Siedlungsgebiet nimmt zu. Gerade bei grossen Überbauungen kommen Erdsonden-Felder zum Einsatz. Dies macht es nötig, dass die im Winter entnommene Erdwärme im Sommerhalbjahr durch Solarwärme frisch «aufgeladen» wird.


3. Mit Solarthermie lassen sich Fernwärme-Systeme ideal speisen: Verwaltungsgebäude, technische Betriebe etc. mit ihren grossen Dachflächen können für grosse Solarthermieanlagen genutzt werden, mit denen das Fernwärmenetz effizient gespiesen wird.


4. Optimale Solarnutzung dank moderner Solarregler: Solarregler schützen vor Überladung der Anlage und regulieren die Energieabgabe. Die Fläche der Sonnenkollektoren wird auf den Warmwasser-Verbrauch wie auch auf den Speicher abgestimmt und garantiert so eine optimale Solarnutzung.


5. Hoher Entwicklungsstand und bestmögliche Wartung: Die Solarwärme-Systeme haben bezüglich Effizienz, Technik und Materialisierung einen sehr hohen Entwicklungsstand erreicht. Eine Lebensdauer der Systeme von weit über 20 Jahren ist Standard. Alle Unternehmen verfügen über Wartungsabteilungen.


Konkrete Arbeiten der vier Solarfirmen
1. Auf dem Dach der Wohnsiedlung Werk 1, Uster: AQUAPUR Systeme von SOLTOP (Elgg ZH) sind die perfekte Warmwasser-Lösung für Mehrfamilienhäuser und Anwendungen mit erhöhtem Hygienebedarf (Altersheime, Spitäler, Schwimmbäder etc.). Die bestechend einfache Technik mit Solarthermie ist äussert servicefreundlich und einfach auszulegen. www.soltop.ch
 
2.Juni 2018: Ein Swiss Solartank von Jenni Energietechnik (Burgdorf) mit 108‘000 Liter Volumen auf dem Transport zu eine Sechsfamilienhaus in Huttwil. Der 10 Meter lange Speicher deckt zu 100 Prozent den Wärmebedarf der Bewohner für Brauchwasser und Heizung. www.jenni.ch

 
3. Diese thermische Solaranlage mit 316 Sonnenkollektoren (Typ FK2-V4) von Ernst Schweizer AG (Hedingen) steht in der Wohnüberbauung Hochbord, Sonnentalstrasse, 8600 Dübendorf und versorgt 226 Wohnungen mit Warmwasser.
4. Drei Mehrfamilienhäuser (23 Wohnungen) in Mettmenstetten hat die Firma énergie solarie (Sierre VS) 2016 mit Sonnenkollektoren (an den Dachrändern) und PV-Modulen (in der Mitte) ausgestattet. Zur Erdsondenregeneration wird Überschusswärme im Sommer ins Erdreich eingebracht. Jedes Haus verfügt über 110 m2 unverglaste thermische Kollektoren für den niedrigtemperaturigen Bereich. Das ist nötig, um das Erdreich nicht zur überhitzen. www.energie-solaire.com  

Autor: Stefan Hartmann

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