Sonntag, 9. November 2014

Der PV-Index sank um 3,7 Prozent


Der PPVX sank letzte Woche um 3,7% auf 1.516 Punkte, der NYSE Arca Oil stieg um 0,3%. Seit Jahresanfang 2014 liegt der PPVX mit +7,1% währungsbereinigt rund 1 Prozentpunkt hinter dem Erdölaktienindex (+8,2%). Das PPVX-Spitzentrio 2014 bilden Hanergy Solar Group(+125%), Enphase Energy(+86%) und SunEdison (+38%). Die grössten Gewinner der Woche waren REC Silicon (+6%) und Scatec Solar (+6%), die grössten Verlierer Enphase Energy(-21%) undFirst Solar (-15%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 39,4 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+439%) rund 261 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +178%).

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Der PPVX erscheint zweiwöchentlich auf Solarmedia, in den Zwischenwochen auf Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Freitag, 7. November 2014

Grosserfolg für CH-Architektur

Mit dem Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik würdigt der Solarenergieförderverein Bayern e. V. (SeV) herausragende Beiträge der Planung und Gestaltung gebäudeintegrierter Solaranlagen und macht die Öffentlichkeit auf beispielhafte Lösungen in qualitativ anspruchsvoller Architektur aufmerksam. Mehrere Schweizer Projekte - allen voran die Umweltarena Spreitenbach - befinden sich unter den Gewinnern.
 
Der seit 2000 nun bereits zum sechsten Mal ausgelobte Wettbewerb zeigt durch die Anzahl der Teilnehmer und die Qualität der Projekte die Aktualität des Themas, welches wegen der wirtschaftlichen Probleme der Solarbranche etwas aus dem Blickfeld der Bauaufgaben zu geraten droht. 151 Einreichungen aus 21 Ländern sind gegenüber 2011 eine Steigerung von über 60 Prozent. Zur Beurteilung wurden 137 Projekte, die die Wettbewerbskriterien erfüllten, zugelassen. Betrachtet man die Einreichungen näher ist festzustellen, dass knapp die Hälfte (rd. 47 Prozent) aus Deutschland und insgesamt über zwei Drittel der Bauten aus dem deutschsprachigen Raum kommen.


Innerhalb der Projekte nimmt weiterhin der Wohnungsbau mit mehr als 35 Prozent den größten Anteil ein, davon knapp drei Viertel Ein-/Zweifamilienhäuser; allerdings zeigt sich gegenüber 2011 (54 Prozent) eine deutliche Zunahme an Projekten im Bereich des Nichtwohnungsbaus. Die anderen Gebäudetypen verteilen sich weitgehend auf Industrie-/Gewerbe (15 Prozent), Verwaltungs- (11 Prozent) und kommunale Bauten (10 Prozent) sowie Schulen/Kindergärten (8 Prozent). Dabei sind die überwiegende Zahl der Einreichungen Neubauten, auch wenn die Sanierungsbeispiele zeigen, dass eine Integration der Solartechnik auch in bestehende Dächer und Fassaden erfolgreich möglich ist.


Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik 2014 (15.000 EUR) Spreitenbach (CH), Umweltarena (2012)

Architekten: René Schmid Architekten, Zürich


Um das Thema der gebäudeintegrierten Solartechnik in noch viel stärkerem Maße in der gebauten Umwelt zu verankern sind neue gestalterische Lösungen in Kombination mit avancierten Energiekonzepten von zentraler Bedeutung, als beispielgebende Multiplikatoren gleichermaßen für Architekten und Bauherren. Beides spiegelt sich beim Projekt der Umweltarena in Spreitenbach. Die Architekten nehmen bei der Dachgestaltung Bezug auf aktuelle Strömungen und entwerfen eine prismenartige Form mit vielen unterschiedlich geneigten und exponierten Teilflächen. Hierbei gelingt bei dem südöstlich/nordwestlich orientierten Gebäude auch eine effektive Aktivierung der nach Norden ausgerichteten PV-Zellen, sodass insgesamt etwa 5.400 m2 monokristalline Glas-Glas-Module eine installierte Gesamtleistung von 750 kW erreichen. Der damit erreichbare Energieeintrag ist doppelt so groß wie der Eigenbedarf und entspricht dem durchschnittlichen Energieverbrauch von 120 Haushalten.

Die Architekten sprechen von einem „futuristischen Solarkleid“, dessen konstruktive und formale Ausführung eine gleichermaßen in Fern- und Nahsicht überzeugende Lösung darstellt. Es zeigt sich, dass geometrisch vielschichtige Gestaltung auch mit gängiger Photovoltaiktechnik elegant zu realisieren ist. Mit dem Gebäudekonzept, das als Ausstellungs- und Eventforum u. a. die Themen „Erneuerbare Energien“, „Bauen und Modernisieren“, „Energie und Mobilität“ aufgreift, gelingt auch eine wirksame Vermittlung von gebäudeintegrierter Solartechnik in die breitere Öffentlichkeit. 


Lausanne, SwissTech Convention Centre (2012)
Architekten: Richter Dahl Rocha & Associés Architectes, Lausanne



Das SwissTech Convention Centre auf dem Campus der École polytechnique fédérale de Lausanne dominiert ein kristallines, weitauskragendes Metalldach. Unter diesem Schirm wird eine farbig schimmernde Glasfassade sichtbar. In dem Projekt werden die gestalterischen Möglichkeiten von Grätzel-Zellen weltweit erstmals in dieser Größendimension zum Einsatz gebracht. Häufig sind bei großflächigen Glasfassaden die Gestaltungparameter reduziert, was zu monotonen, glatt spiegelnden Flächen führen kann. Die Architekten Richter Dahl Rocha wählen bei dem SwissTech Convention Centre einen anderen Ansatz. In der Westfassade sind auf 300 m2 in schmalen Streifen Glas-Glas-Module mit Farbstoffzellen in unterschiedlichen Gelb-, Grün- und Rottönen geschoßhoch vor der Glasfassade angeordnet. Diese fungieren nicht nur als Sonnenschutz, sondern erzeugen im Foyer auch reizvolle Lichtstimmungen. Diese Zelltechnologie eröffnet in Verbindung mit einer lichten filigranen Struktur neue Gestaltungsmöglichkeiten auch wenn die Wirkungsgrade noch deutlich unter denen der Siliziumzellen liegen.

Glattfelden (CH), Einfamilienhaus (2013)
Architekten: Mirlo Urbano Architekten, Zürich


Das Einfamilienhaus Glattfelden fällt durch die klar gegliederte Holzfassade und das leicht abgeknickte Energiedach als selbstbewusster Neubau auf. Dessen Dachform nimmt jedoch Bezug auf die lokalen Satteldächer und nutzt die unterschiedlichen Neigungen für eine optimierte Exposition der PV-Module und Solarkollektoren. Dem Architekten gelingt mit dem marktgängigen Montagesystem eine äußerst elegante Kombination von Solarthermie und Photovoltaik sowie zwei Dachfenstern. Edelstahl-Solarabsorber und Glasabdeckungen sind in den Bauhöhen aufeinander abgestimmt und durch die geschuppte Anordnung wird die Fläche zusätzlich leicht strukturiert. In diesem schlüssigen Ansatz erscheint einzig der umlaufende Rand der verzinkten Blechabdeckung etwas stark kontrastierend.


Heiden (CH), Katholische Kirche (1963/2012)
Architekten: Alex Buob Dipl. Architekt HBK/SIA, Heiden (CH)


Immer noch werden seitens Denkmalpflegern und Heimatschützern Solarthermie und Photovoltaik oftmals als störende Elemente im ländlichen Raum gesehen. Dass dies nicht zwangsläufig so sein muss, zeigt die Außensanierung der 1963 erbauten katholischen Kirche in Heiden. Hier eröffnete sich die Chance für ein wichtiges Werk des Architekten Walter Moser eine zeitgemäße Weiterentwicklung zu suchen. In Abstimmung mit den Denkmalpflegebehörden gelang es trotz komplexer geometrischer Dachform ein vollflächiges PV-Dach mit rahmenlosen monokristallinen Modulen zu realisieren. Die leicht nach Osten geneigte Dachfläche zeigt eine Aufteilung in drei Teilflächen, die nicht zuletzt durch die sorgfältige Ausbildung der Ränder mit Kupferblech zu einer ästhetisch stimmigen Verbindung von ‚Kulturdenkmal’ und Solartechnik führt.


Download 1:  Ergebnisse des Wettbewerbs  [1345 kB]

Quelle: Solarenergieförderverein Bayern  / Bilder: Guntram Rehsche

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Donnerstag, 6. November 2014

D: Rechtsauskunft für Solarbetreiber

Der Deutsche Solarbetreiber-Club e. V. (DSC) bietet ab sofort eine bundesweite anwaltlich betreute Rechtsauskunft speziell für Solarbetreiber an. Diese Beratung ist notwendig, weil die Rechtslage für die Nutzer von Solaranlagen teils kompliziert erscheint und einige Akteure die rechtlichen Laien mit überhöhten oder sogar erfundenen Kosten und Gebühren zur Kasse bitten. Die Nutzung der Rechtsauskunft ist für Clubmitglieder gratis.

Als Kooperationspartner konnte der DSC die Karlsruher Kanzlei NÜMANN+LANG gewinnen. Deren Inhaber Rechtsanwalt Peter Nümann ist seit Jahren Spezialist für Erneuerbare Energien. Sein Engagement im DSC sieht er auch als Beitrag dafür, dass den Anlagenbetreibern ihre Rechte bewusster werden und sie Rechtsfragen überhaupt stellen: „Anlagenbetreiber müssen sich von den Netzbetreibern und anderen Geschäftspartnern nicht alles gefallen lassen“, so Nümann.

Von Willkür betroffen war beispielsweise ein Clubmitglied mit seiner im Jahr 2013 erweiterten Photovoltaikanlage. Der Netzbetreiber verlangte 140 Euro für eine angebliche Inbetriebnahmeprüfung. Als das Mitglied auf Anraten Peter Nümanns die Zahlung verweigerte und die Rechtsgrundlage der Rechnungsstellung verlangte, zog der Netzbetreiber die Forderung zurück. Thomas Seltmann, Sprecher der Arbeitsgruppe Recht & Steuern im Club: „Die anwaltliche Auskunft  bringt mehr Rechtssicherheit bei den gesellschaftlich wichtigsten aber juristisch schwächsten Protagonisten der Energiewende: Den einzelnen Bürgern.“

Die Nutzung der neuen Rechtsauskunft ist denkbar einfach und ohne versteckte Kosten: Mitglieder geben ihre Frage über ein einfaches Online-Formular ein und erhalten innerhalb einer Woche die verlässliche Antwort eines Rechtsanwalts. Beantwortet werden zum Beispiel rechtliche Fragen zur EEG-Vergütung und EEG-Umlage, zu Eigenverbrauch, Haftung, Versicherung oder Vertragsfragen. Der DSC weitet mit der Rechtsauskunft seine Serviceleistungen für Clubmitglieder weiter aus. Schon bisher bekommen Mitglieder unter anderem Rabatte für Weiterbildungsveranstaltungen, für die Hilfe bei der Erstellung der Steuererklärung oder für die professionelle Reinigung ihrer Solarmodule. Weitere Angebote zu Versicherung und Anlagenwartung bereiten die Club-Aktiven derzeit vor. „Unser Anspruch ist, dass sich die 4 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat nicht nur politisch und ideell auszahlen, sondern auch finanziell für jedes einzelne Mitglied“, so der Vereinsvorsitzende Jan Wecke. Einen großen Teil der Mitgliedsbeiträge holen die meisten Solarbetreiber allein über Steuererstattungen wieder herein.

Quelle: Deutscher Solarbetreiber Club

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Mittwoch, 5. November 2014

Vergütungen (zu) massiv gesenkt

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung die KEV-Tarife für 2015 beschlossen. Aus der Sicht von Swissolar ist die Absenkung der Einspeisetarife für Photovoltaik um 12-23% Prozent klar unverhältnismässig. Sie gefährdet insbesondere den weiteren Ausbau grosser Photovoltaikanlagen. Etwas gemildert wird dies durch die Absenkung der Tarife in zwei Schritten.
 
Die in der Schweiz installierte Photovoltaik-Leistung wächst kontinuierlich. Zum heutigen Zeitpunkt sind bereits rund 1000 Megawatt installiert, die etwa 1.5% des jährlichen Strombedarfs liefern. Gemäss bundesrätlicher Energiestrategie ist ein Solarstromanteil von mindestens 20 Prozent anzustreben. Mit der heute verabschiedeten Revision der Energieverordnung bremst der Bundesrat jedoch den weiteren Zubau. Die KEV-Einspeisetarife werden um 12-23% abgesenkt, was im klaren Kontrast zu den stagnierenden Preisen für Solarmodule steht. Auch die Messkosten für die Netzeinspeisung von Solarstrom sind weiterhin sehr hoch. Besonders stossend ist, dass auch die Einmalvergütung für kleinere Solaranlagen stark gekürzt wird. Dadurch sinkt der Anreiz zur Nutzung dieser Alternative zur KEV und damit zum Abbau der Warteliste von rund 34‘000 Photovoltaikprojekten.
 
Positiv zu werten ist jedoch, dass die Absenkung nicht wie in früheren Jahren in einem Schritt zu Jahresbeginn erfolgt. Die Warnungen von Swissolar zu den damit verbundenen Gefahren für die Installateure (verschneite Dächer, Dunkelheit, etc.) wurden offensichtlich ernst genommen. Die zweistufige Absenkung auf 1. April und 1. Oktober 2015 ermöglicht es der Branche, sich frühzeitig an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Zudem wurde zugesichert, dass bis mindestens 1. April 2016 keine weitere Absenkung erfolgen wird. 

Quelle: www.swissolar.ch

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Sunpower auf der Überholspur

Es gibt sie noch - die nicht-chinesischen Modulproduzenten. Zwar haben Hersteller aus China in den vergangenen Jahren die Spitzenpositionen auf dem Weltsolarmarkt übernommen. Aber einige nicht-chinesische Hersteller sind verblieben wie die deutsche Solarworld und der weltgrösste Dünnschicht-Produzent First Solar. Aber auch Sunpower, US-Produzent von monokristallinen Hochleistungsmodulen, mehrheitlich in Besitz des französischen Erdöl-Produzenten Total und jetzt vor mehreren grossen Ausbauschritten sowie einem Bein in der Schweiz.

Zeugnis von der Lebensfähigkeit der PV-Modul-Produktion ausserhalb Chinas legt jetzt eine Mitteilung von Sunpower ab, die sich nicht auf Geschäftszahlen der Vergangenheit, sondern Ausbaupläne für die Zukunft stützt. Die Website der Solarzeitschrift «Photon» meldet, dass die amerikanische Sunpower Corp. den Bau einer Modulfabrik im südafrikanischen Kapstadt mit einer Produktionskapazität von 160 Megawatt plant, um der »wachsenden Nachfrage in dem Land« entgegenzukommen. 

Sunpower-Module kommen hierzulande unter anderem bei den integrierten Dachsolaranlagen «Solrif» der Ernst Schweizer Metallbau AG zum Einsatz. Bild: Sunpower-Ausstellungsmodul (Guntram Rehsche).









Das Unternehmen will gemäss Photon in Südafrika das Modul des Typs »E20/440« fertigen, außerdem würden an dem Standort sämtliche Büros und bisherigen geschäftlichen Aktivitäten des Landes zusammengefasst. Rund 150 Arbeitsplätze würden neu geschaffen. Sunpower sei bereits in Südafrika präsent, unter anderem mit zwei Solarkraftwerken, die in diesem Jahr gebaut wurden, sowie bald mit einem weiteren, dessen Bau in Kürze begonnen werde. Derzeit produziert Sunpower seine Module in den USA, in Europa und Asien. Im August verkündete das Unternehmen, man wolle die Produktionskapazität um 50 Prozent steigern und 2017 eine neue 700-Megawatt-Fabrik als »Fab 5« in Betrieb nehmen, über dessen Standort indes noch nicht entschieden sei. »Fab 4«, derzeit auf den Philippinen im Bau, werde in der ersten Hälfte des nächsten Jahres mit einer Kapazität von voraussichtlich 350 Megawatt eröffnet. 

Quelle: PHOTON

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Montag, 3. November 2014

PV-Erträge höher als erwartet

Die Erträge von PV-Anlagen in Deutschland fallen regelmäßig höher aus als erwartet. Eine Untersuchung des Fraunhofer ISE belegt, dass diese Mehrerträge auf einen steigenden Trend bei der Sonneneinstrahlung zurückzuführen sind. 

Zumindest im laufenden Jahr zeigen die Erträge von Photovoltaik-Anlagen auch hierzulande deutlich überdurchschnittliche Werte - Bild (Anzeigetafel Solaranlage Grünmatt FGZ Zürich): Guntram Rehsche




Das aktuelle Strahlungsniveau in Deutschland liegt demnach deutlich über den Mittelwerten der letzten 30 Jahre. Da Ertragsprognosen bisher in der Regel diesen langjährigen Mittelwert verwenden, übertreffen die tatsächlichen Erträge von PV-Kraftwerken die Prognosen um etwa fünf Prozent. Die PV-Kraftwerke sind damit wirtschaftlicher als angenommen. Um diesem Effekt Rechnung zu tragen, haben die Freiburger Forscher ihr Serviceangebot zur Qualitätssicherung von PV-Anlagen angepasst. Sie verwenden nun Solarstrahlungsdaten aus den letzten zehn Jahren als Basis für ihre Ertragsgutachten.

Bislang gingen Experten bei der Prognose der Solarstrahlung davon aus, dass sich langjährige Mittelwerte aus der Vergangenheit nicht signifikant von der möglichen Einstrahlung in der Zukunft unterscheiden. Die Solarstrahlung unterliegt jedoch langfristigen Trends – dem so genannten »Global Dimming and Brightening« –, die bewirken, dass sich die Strahlungsmittelwerte im Zeitverlauf verändern. Als Ursachen dieser Veränderungen werden u. a. zu- bzw. abnehmende Luftverschmutzung und Aerosolgehalte in der Atmosphäre angesehen.

Forscher des Fraunhofer ISE haben in Kooperation mit der ETH Zürich und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wissenschaftlich untersucht, wie hoch die Abweichungen zwischen historischen Mittelwerten und aktuellen Einstrahlungswerten ausfallen und welche Auswirkungen diese Abweichungen auf Ertragsprognosen von Solaranlagen haben. Das Team hat dazu langjährige Strahlungs-Messdaten (1951-2010) des Deutschen Wetterdienstes für ausgewählte Standorte in Deutschland analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass seit etwa Mitte der 1980er Jahre ein Anstieg der Solarstrahlung (Brightening) zu beobachten ist. Das derzeitige Strahlungsniveau an den betrachteten Standorten liegt daher etwa fünf Prozent über dem Mittelwert des Untersuchungszeitraums.

Dieses Fazit nahmen die Forscher des Fraunhofer ISE zum Anlass, Ertragsgutachten für Anlagen, die ein Monitoring des Fraunhofer ISE durchlaufen, zu analysieren. Danach zeigen sich Prognoseabweichungen zwischen bislang erstellten Ertragsgutachten und realen Einstrahlungs- und Ertragsmessungen in etwa gleicher Höhe. »Die Verwendung von Strahlungsmittelwerten mit einem Zeithorizont von 30 Jahren führt zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Erträge von PV-Anlagen um etwa fünf Prozent«, so Björn Müller, Projektleiter am Fraunhofer ISE. »Unterschätzungen in ähnlicher Höhe sind auch in anderen Regionen, in denen der Brightening-Effekt zu beobachten ist, zu erwarten.«

Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen spiegeln sich jetzt auch methodisch in den Ertragsgutachten des Fraunhofer ISE wider. Um Investitionen in zukünftige Kraftwerksprojekte realistischer zu bewerten, haben sich die Spezialisten für die Qualitätssicherung von PV-Kraftwerken entschieden, ihre Ertragsgutachten auf einer veränderten Datenbasis zu erstellen. Sie verwenden jetzt aus Satellitendaten abgeleitete Zeitreihen der letzten abgeschlossenen zehn Jahre, die den Anstieg der Solarstrahlung berücksichtigen. Unterschätzungen, die sich aus dem Anstieg der Solareinstrahlung ergeben, können so reduziert werden.

»Unsere Ertragsgutachten auf Basis von Satellitendaten der letzten zehn Jahre spiegeln die Wirtschaftlichkeit von PV-Kraftwerken präziser wider als dies bislang der Fall war«, so Klaus Kiefer, Abteilungsleiter »Qualitätssicherung PV Module und Kraftwerke« am Fraunhofer ISE. »Sie können z. B. bei einem Eigentümerwechsel oder der Neubewertung eines PV-Kraftwerks als verbesserte Entscheidungsgrundlage dienen. Durch weitere Analysen im Rahmen einer Neubewertung von PV-Anlagen, können die Risiken einer Investition zudem reduziert werden.«

Auf der 29th European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition 2014 (EU PVSEC) in Amsterdam wird das Fraunhofer ISE weitere Forschungsergebnisse zu diesem Thema präsentieren.