Freitag, 18. Januar 2013

Komax erlitt Solar-Kollaps

Komax ist - oder besser war - einer der heimlichen Stars der Schweizer Solarszene. Doch unterdessen erlitt der Kabel- und Automationskonzern einen Umsatzeinbruch, der vor allem dem Photovoltaiksektor zuzurechnen ist. Ab 2014 soll es aber in diesem Bereich wieder aufwärts gehen.

Komax Solar konnte sich 2012 der schweren Krise der Solarindustrie  gemäss einer Mitteilung des Unternehmens mit Hauptsitz in Dierikon (LU) - siehe Bild - nicht entziehen. Der Markt für Maschinen zur Herstellung von Solarmodulen war im Vergleich zum Vorjahr um gegen 90% eingebrochen. Der Bestellungseingang bei Komax Solar war dementsprechend mit CHF 9.0 Mio. äusserst bescheiden (2011: CHF 63.7 Mio.). Angesichts dieser Entwicklung und fehlender Anzeichen einer raschen Erholung, passte die Business Unit mit tiefgreifenden Massnahmen über das Jahr ihre Strukturen an die Nachfrage an. Infolgedessen reduzierte sich der Personalbestand im 2012 um mehr als 50%. 

Davon betroffen waren hauptsächlich der Standort York (PA), USA und weitere Standorte ausserhalb der Schweiz. Trotz dieser einschneidenden Massnahmen konnte im Kompetenzzentrum in den USA das Knowhow zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Prozesse und Produkte gesichert werden. Komax Solar ist so in der Lage, in der zu erwartenden Markterholung ihre starke Wettbewerbsposition erfolgreich zu verteidigen. Allerdings wird nicht vor 2014 mit einer Verbesserung der Nachfrage gerechnet.

Im Übrigen setzten sich die bereits im ersten Halbjahr 2012 beobachteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich im zweiten Semester fort. Der Bestellungseingang betrug CHF 287.9 Mio. (2011: CHF 380.4 Mio.) und der Umsatz lag bei rund CHF 285 Mio. (2011: CHF 371.4 Mio.). Der Jahresabschluss und der Geschäftsbericht werden anlässlich der Medien- und Analystenkonferenz am 19. März 2013 veröffentlicht. 

Die Komax Gruppe ist ein global aufgestelltes Technologieunternehmen, welches sich auf Märkte im Bereich der Automatisierung konzentriert. Als führende Herstellerin innovativer und qualitativ hochstehender Lösungen für die Kabelverarbeitung, für die Fertigung von Modulen in der Photovoltaik sowie für Anlagen zur Herstellung von Anwendungen im Bereich der  Selbstmedikation unterstützt Komax wirtschaftliche und sichere Fertigungsabläufe insbesondere bei Automobilzulieferern, Solarpanelherstellern und Pharmaunternehmen. Die Komax Gruppe beschäftigt weltweit rund 1350 Mitarbeitende und bietet über Tochtergesellschaften und unabhängige Vertretungen Verkaufs- und Serviceunterstützung in rund 60 Ländern.

Quelle: Komax

© Solarmedia

Donnerstag, 17. Januar 2013

Absatzrekord für Solarmodule

Wie das britische Marktforschungsunternehmen IMS Research ermittelt hat, wurden im 4. Quartal 2012 weltweit Module mit 11.000 Megawatt Leistung verkauft. Danach hatte es zunächst nicht ausgesehen: Das dritte Quartal war insgesamt mit nur 7.500 Megawatt eher schwierig gewesen. 

IMS schränkt gemäss dem Internetportal klimaretter.info ein, dass trotz des Verkaufsrekords die Situation der Solarindustrie weiterhin kritisch bleibe. Vor dem dritten Quartal dieses Jahres sei keine Erholung zu erwarten. Die starke Nachfrage im vierten Quartal 2012 sei vor allem aus Asien angetrieben worden, sagte IMS-Analyst Stefan de Haan. Besonders in China und Japan sei die Nachfrage groß. "In Europa war der Absatz weiterhin schleppend", sagte der Analyst. IMS rechnet aufgrund der zu Jahresbeginn üblichen "Schwäche der globalen Solarmärkte" weiterhin mit einem verhaltenen ersten Quartal 2013. Für das Gesamtjahr erwarten die Marktforscher einen weltweiten Zubau von 35.000 Megawatt bei einer erheblichen Zunahme der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte.

Das Analysehaus IHS iSuppli aus den USA hatte Ende Dezember in einer Marktstudie prognostiziert, dass China im nächsten Jahr zum weltweit größten Solarmarkt aufsteigen wird. Das Pekinger Forschungsministerium hatte vor kurzem seine Ziele für die nächste Runde des Programms "Goldene Sonne" veröffentlicht. Die Stadtwerke von Los Angeles hatten in der vergangenen Woche ein Einspeisetarifprogramm beschlossen, das zur Installation von 100 bis 150 Megawatt Solarstromleistung bis 2016 führen soll.

Quelle: klimaretter.info

Rekord für organische Solarzellen

Die Heliatek GmbH, das nach eigenen Angaben weltweit führende Unternehmen für organische Solarfolien, gibt mit einer Zelleffizienz von 12,0 % für seine organischen Solarzellen einen neuen Weltrekord bekannt. Dieser Rekord, gemessen durch das akkreditierte Prüfinstitut SGS, wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Ulm und der TU Dresden aufgestellt. Die Messserie von SGS bestätigt darüber hinaus die überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der organischen Photovoltaik (OPV) bei Schwachlicht und hohen Temperaturen im Vergleich zu traditionellen Solartechnologien.

Die Zelle, mit der auf einer Standardgröße von 1,1 cm² der Weltrekord von 12,0 % Wirkungsgrad aufgestellt wurde, beinhaltet zwei patentierte Absorbermaterialien. Diese wandeln Licht mit unterschiedlichen Wellenlängenbereichen in Strom um. Mit der Kombination der Absorber konnte eine höhere Absorption von Photonen und eine verbesserte energetische Ausnutzung über eine höhere Photospannung erzielt werden. Aufgrund des einzigartigen Leistungsverhaltens der OPV bei hohen Temperaturen und geringer Einstrahlung ist der Wirkungsgrad von 12 % mit einer Zelleffizienz von 14 % bis 15 % der herkömmlichen kristallinen Siliziummodule und der Dünnschicht-Photovoltaik vergleichbar. Während diese Technologien bei steigenden Temperaturen und abnehmender Einstrahlung bedeutend an Zelleffizienz verlieren, steigt die Leistung der organischen Solarzellen unter diesen Bedingungen an. Dies führt zu einem vergleichsweise sehr viel höheren Energieertrag der organischen Zellen unter realen Nutzungsbedingungen.

Zwei Heliatek Weltrekordzellen mit 12,0 % Effizienz auf einer aktiven Fläche von jeweils 1,1 cm². © Heliatek GmbH







„Wir freuen uns sehr darüber, mit dieser richtungsweisenden Entwicklung unsere Position als Branchenführer in der OPV weiter ausbauen zu können. Unser kontinuierlicher Fortschritt bestärkt uns in dem Vorhaben, bis 2015 einen Wirkungsgrad von 15 % zu erzielen und die Rekordeffizienzen schrittweise auf die Heliatek Rolle-zu-Rolle- Produktionslinie zu übertragen. Auf dieser Linie stellen wir Solarfolien und keine Solarmodule her. Unsere Kunden aus der Baumaterialindustrie, der Automobilbranche und dem Leichtbaubereich für Verschattungssysteme oder Stadtmöblierung integrieren diese Solarfolien als energieerzeugende Komponenten und erweitern somit ihre Produktfunktionalität”, erläuterte Thibaud Le Séguillon, CEO von Heliatek.

Mit dem neuen Wirkungsgrad von 12 % hat Heliatek seinen bisherigen OPV-Effizienzrekord von 10,7 %, welcher erst vor neun Monaten aufgestellt wurde, selbst übertroffen. Die auf kleinen Molekülen (Oligomere) basierende OPV-Technologie von Heliatek wird derzeit auf die kommerzielle Fertigung übertragen. Im Frühjahr 2012 wurde die erste Fertigungslinie eingeweiht und Heliatek liefert ihre Solarfolien derzeit an Partner aus der Industrie, welche die Halbzeuge für ihre eigene Produktentwicklung einsetzen. Erste Anwendungen mit integrierten Heliatek Solarfolien werden voraussichtlich Ende 2013 über diese Partner auf den Markt kommen. Parallel hierzu hat das Unternehmen eine Finanzierungsrunde gestartet, um 60 Millionen Euro von bestehenden und neuen Investoren einzuwerben. Mit dem eingeworbenen Geld soll eine größere Rolle-zu-Rolle-Produktionslinie errichtet werden, um über die Massenfertigung eine erhebliche Kostensenkung zu erzielen.

Quelle: Heliatek

D: Marktanreize für Stromspeicher

Der Bundesverband Solarwirtschaft begrüßt die Ankündigung der deutschen Bundesregierung, die Anschaffung von Solarstromspeichern zu fördern. 

Damit setzt die Bundesregierung einen Beschluss des Parlaments aus dem letzten Jahr um. "Sinnvoll ist, dass der staatliche Zuschuss an Bedingungen geknüpft ist. Dadurch ist sichergestellt, dass die geförderten Solarstromspeicher die Stromnetze entlasten und einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten", erklärt Jörg Mayer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Speicher (siehe Beispielbild einer Conergy-Lithium-Ionen-Batterie), die durch das neue Marktanreizprogramm gefördert werden, müssen hohe Anforderungen erfüllen. "Die Solarstromspeicher entlasten die Stromnetze, indem sie die Einspeisung ins Netz vom Zeitpunkt der Stromerzeugung entkoppeln. Sie tragen aktiv dazu bei, eine gleichmäßige Spannung und Frequenz der Stromnetze zu halten und übernehmen damit wichtige Aufgaben für das Netzmanagement", erklärt Prof. Dr. Bernd Engel, Netzexperte der TU Braunschweig, wie Solarstromspeicher das Stromnetz stabilisieren können. 

Durch Batteriespeicher, die an das Netz angeschlossen sind, können Spitzen in der Stromproduktion um bis zu 40 Prozent reduziert und die Aufnahmefähigkeit der Netze ohne zusätzlichen Ausbau bis zu 66 Prozent gesteigert werden. Zu diesem Schluss kommt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in einer aktuellen Studie. Erst kürzlich war auch ein Interessensverband gegründet worden, um die wachsende Branche der Energiespeicherunternehmen kompetent zu vertreten,  der Bundesverband Energiespeicher (BVES) mit Sitz in Berlin. Ziel ist es, die relevanten Entscheidungsträger der Branche unter einem Dach zu vereinen und durch ein starkes Kontaktnetzwerk die Marktentwicklung zu beschleunigen (siehe Solarmedia vom 16. Januar 2013).

"Solarstrom-Anlagen, die mit staatlich geförderten Speichern kombiniert werden, sollten ihre Einspeiseleistung für die gesamte Vergütungsdauer der Anlage reduzieren. Auch damit tragen die Anlagen-Betreiber dazu bei, dass die Einspeisung des Sonnenstroms sich gleichmäßiger auf die Netze verteilt und Produktionsspitzen vermieden werden. Durch die geringere Einspeisung in das Netz reduziert sich der Bedarf an neuen Stromnetzen. Außerdem wird der selbst genutzte Solarstrom nicht vergütet und entlastet das Umlagekonto für Ökostrom", so BSW-Geschäftsleiter Mayer.  

Mittwoch, 16. Januar 2013

Stadt Luzern voll erneuerbar

Seit Anfang 2013 bezieht die Stadt für alle ihre Verbrauchsstellen ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energien (Wasser, Sonne, Wind und Biomasse). Die Stadt leistet damit - wie die Verwaltung selber schreibt - einen Beitrag zur Umsetzung der städtischen Energie- und Klimastrategie.


Die Stromversorgungsunternehmen auf dem Stadtgebiet haben den Konsumenten im letzten Jahr die Wahl zwischen neuen Stromprodukten aus erneuerbaren Energiequellen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Qualität ermöglicht. Der Stadtrat hat beschlossen, für die städtischen Gebäude, technischen Anlagen und die öffentliche Beleuchtung ab dem 1. Januar 2013 nur noch Strom zu beziehen, der nach den Labels naturmade basic oder naturmade star zertifiziert ist.

„Damit gehen wir einen weiteren Schritt in der Zielrichtung der städtischen Energie- und Klimastrategie, der die Stimmberechtigten am 27. November 2011 mit deutlichem Mehr zugestimmt haben“, bestätigt Stadtrat Adrian Borgula, Direktor Umwelt, Verkehr, Sicherheit. Gleichzeitig werden die Forderungen zweier parlamentarischer Vorstösse erfüllt, welche die Deckung des städtischen Strombedarfs konsequent mit Strom aus erneuerbaren Energien verlangen. 


Der Stadtrat legt nun dem Parlament einen entsprechenden Bericht und Antrag vor. Die Mehrkosten der Stadt für den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien gegenüber den Kosten von Graustrom, der vorwiegend aus Kernkraftwerken gewonnen wird, werden sich jährlich auf zirka 160‘000 Franken belaufen. Der Stadtrat geht davon aus, die Mehrkosten längerfristig kompensieren zu können, dies mit Energiesparmassnahmen im städtischen Gebäudepark und bei der öffentlichen Beleuchtung. 

Quelle Text und Bild: Stadt Luzern

Verband Energiespeicher gegründet

Jetzt gibt es einen neuen Interessensverband in der Energieszene, der die Veränderungen im Rahmen der Energiewende spiegelt. Der Spitzenverband zur Weiterentwicklung der Energiespeicherung vertritt die wachsende Branche und beschleunigt Aufbau eines stabilen Energiespeichermarkts in Deutschland - in der Schweiz ist ähnliches noch nicht in Sicht.

Die derzeitige Energiewende erfordert neben dem Ausbau der Netze den gezielten Einsatz von Energiespeichern um die Versorgungssicherheit zu garantieren und die Kosten für die Industrieunternehmen und Verbraucher in Deutschland möglichst gering zu halten. Um die wachsende Branche der Energiespeicherunternehmen kompetent zu vertreten, hat sich Ende September der Bundesverband Energiespeicher (BVES) mit Sitz in der Bundeshauptstadt Berlin gegründet. Ziel ist es, die relevanten Entscheidungsträger der Branche unter einem Dach zu vereinen und durch ein starkes Kontaktnetzwerk die Marktentwicklung zu beschleunigen. 


Prof. Eicke R. Weber, Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie und Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg, hat das Amt des Gründungspräsidenten des BVES übernommen. „Unser Verband sieht seine Mission darin, die Energiespeicherung als Energieressource neben der konventionellen und erneuerbaren Erzeugung zu etablieren, um eine effizientere, verlässlichere, preisgünstigere und sicherere Energieversorgung zu fördern. Um diese Vision zu erfüllen, wollen wir den Aufbau eines stabilen Energiespeichermarkts in Deutschland fördern, der dann auch als Modell für weitere Märkte in Europa und anderen Länder weltweit dienen wird.“, so Weber.  

Als Mitgliedsunternehmen sind sämtliche Firmen eingeladen, die sich mit der Herstellung, Planung, dem Verkauf und dem Betrieb von Energiespeicherlösungen beschäftigen. Die von ihren Mitgliedern getragene Interessengruppe hat sich der Weiterentwicklung der Energiespeicherung über die Bereiche Politik, Bildungsarbeit, Beratung und Forschung verschrieben. Dazu zählt auch, dass der BVES Unternehmen firmenübergreifend informiert und die  Koordination gemeinsamer  Entwicklungsaktivitäten zur Nutzung und Anwendung von Energiespeichern vorantreibt. Als einen der nächsten Arbeitsschritte plant der Verband die Erstellung einer „Energiespeicher Roadmap“,  in dem eine klare Position zur Rolle der Energiespeicher bei der Energiewende in Deutschland definiert wird. Weitere Aufgaben werden anlässlich der ersten Mitgliederversammlung am 19. März 2013 in Düsseldorf, im Rahmen der Energy Storage Konferenzmesse, abgestimmt.

Kontakt:
Bundesverband Energiespeicher i.G.
Dipl.-Kffr. Monika Brouwers
Pariser Platz 4a, 10117 Berlin 
Tel:  +49-(0)-30-300145711
Fax:  +49-(0)-30-300145500
Email:  m.brouwers@bves.de 

Internet: www.bves.de