Montag, 13. April 2026

Solartechnisch ein saumässig gutes Wochenende

Zwei Staaten haben übers Wochenende für Furore gesorgt. Erwähnt wurde hier auch schon Ungarn (siehe Solarmedia vom 6.April 2026). Dieses steht an der Spitze unter den Solar-Anwendern in Europa, und das ganz plötzlich, nachdem es lange Zeit als Nachzügler galt.

Pakistans Entwicklung gilt als eigentliche 
Solar-Revolution,  getrieben von hunderttausenden 
von Anwendungen - Bild WION
Sodann sei hier die Rede vom fernöstlichen Pakistan, wo es ja leider am Wochenende in Bezug auf den Iran-Krieg zu keinem Fortschritt kam. Pakistan ist aber ein Land, das ebenfalls in kürzester Zeit an die Spitze der Solar-Nutzer-Nationen gelangt ist. Und das gelang insbesondere durch eine Spezialität, nämlich durch eine fast vollständig dezentrale Entwicklung ohne grosse PV Anlagen, die sonst in vielen Ländern das Bild aufbessern.  

Pakistan hat in den letzten Jahren tatsächlich einen der weltweit schnellsten Solar-Booms erlebt – vor allem durch eine dezentral, verbrauchergetriebene Revolution („people-led“ oder „grassroots“). Im Gegensatz zu vielen Ländern kam der Zuwachs nicht primär durch große staatliche Projekte, sondern durch Millionen Haushalte, Unternehmen und Landwirte, die auf ihren Dächern und Feldern Solaranlagen installierten. Das geschah vor dem Hintergrund einer schweren Energiekrise und extrem attraktiver Rahmenbedingungen. Wie kam es dazu? (Die Entwicklung seit ca. 2020/2022)
  • Energiekrise als Katalysator: Pakistan litt unter jahrelangen Stromausfällen (Load Shedding bis zu 12 Stunden täglich), explodierenden Strompreisen (um über 155 % in nur drei Jahren gestiegen durch teure IPP-Verträge aus den 1990er-Jahren, Rupien-Abwertung und globale Preisschocks wie den Ukraine-Krieg). Gleichzeitig wurden Diesel-Generatoren teuer. Solar wurde plötzlich zur günstigen, zuverlässigen Alternative – vor allem für Bewässerungspumpen, Industrie und Haushalte. 
  • Günstige Technik aus China: Die Preise für Solarmodule sanken dramatisch (von ca. 0,35 USD/Watt 2017 auf 0,08 USD/Watt 2025). Pakistan importierte riesige Mengen: 17 GW Module allein 2024 (weltweit einer der größten Importeure, teilweise sogar mehr als manche Industrieländer installieren), kumulativ rund 50 GW. Viele Anlagen wurden „behind-the-meter“ (ohne Netzeinspeisung) oder off-grid gebaut. 
  • Net-Metering-Politik als Turbo: Die 2015 eingeführten Net-Metering-Regeln erlaubten eine 1:1-Verrechnung von eingespeistem Überschussstrom zum hohen Durchschnittspreis (ca. 26–27 PKR/kWh ≈ 0,093 USD). Die Amortisation betrug oft nur 1–2 (max. 4) Jahre – extrem attraktiv. Dazu kamen Steuerbefreiungen auf Module (seit 2013, erweitert 2022). 
Zahlen zur Kapazität (Stand 2025, teils Schätzungen wegen vieler nicht gemeldeter Anlagen):
  • Net-metered Rooftop-Solar: Von ca. 2,5 GW (2024) auf 5,3 GW (Ende April 2025) bzw. 6,1 GW (Juni 2025). Monatlich wurden zeitweise 500+ neue Systeme installiert. 
  • Gesamte verteilte Solarleistung (inkl. Off-Grid, Behind-the-Meter, Landwirtschaft): Schätzungen von Think-Tanks liegen bei 27–33 GW installiert (davon ca. 19 GW nicht net-metered). 
  • Utility-Scale (große Kraftwerke): Nur ca. 0,5–0,7 GW (z. B. Quaid-e-Azam Solar Park 400 MW + weitere Projekte).
  • Anteil am Strommix: Solar lieferte 2025 zeitweise bis zu 25 % des Netzstroms; die Erzeugung aus Solar stieg deutlich schneller als global. 
Das entspricht einer der schnellsten verbrauchergetriebenen Energieanwendungen weltweit und hat Pakistan bereits Milliarden USD an Öl- und Gasimporten erspart.Die genaue Politik
  • Rahmen: Alternative & Renewable Energy (ARE) Policy 2019 mit dem Ziel 20–30 % Erneuerbare bis 2030 (Solar als Schwerpunkt). Solarpotenzial wird auf über 40 GW geschätzt.
  • Kerninstrument: Net-Metering-Regulations 2015 (bis 1 MW, 7-Jahres-Lizenz, volle Einspeisevergütung).
  • Wichtige Änderung 2025: NEPRA hat im Dezember 2025 die Prosumer Regulations 2025 vorgestellt und konsultiert (ersetzen die alten Regeln). 
    • Wechsel von reinem Net-Metering zu Net-Billing: Verbrauch (Import) wird zum vollen Retail-Tarif bezahlt, Überschuss (Export) nur noch zum deutlich niedrigeren „National Average Energy Purchase Price“ vergütet (von ca. 26–27 PKR/kWh auf ca. 10–13 PKR/kWh – über 60 % Kürzung für Neuanlagen).
    • Lizenzdauer verkürzt auf 5 Jahre.
    • Bestehende Anlagen bleiben bis Vertragsende geschützt.
  • Grund für die Reform: Hohe Einnahmeverluste der Verteilnetzbetreiber (DISCOs), Quersubventionierung (Nicht-Solar-Kunden, vor allem Ärmere, zahlen mehr), Netzstabilität und „free-battery“-Effekt. Es gibt zusätzlich eine 10 %-Importsteuer auf Module seit Juni 2025, aber auch provinziale Subventionsprogramme für Arme und Landwirtschaft (z. B. Punjab für Tube-Wells). 
Aussichten (2026 und darüber hinaus)
  • Positiv: Der Boom dämpft Stromausfälle, steigert Energieunabhängigkeit (Pakistan ist weniger anfällig für globale LNG- oder Ölkrisen) und schafft ländliche Arbeitsplätze/Produktivität (z. B. solarbetriebene Bewässerung). Bis 2026 könnte Solar 20 % oder mehr des Stroms liefern; weitere Utility-Scale-Projekte (z. B. Layyah 1.200 MW) sind geplant. Die Politik bleibt grundsätzlich solarfreundlich, nur die Anreize werden „nachjustiert“, um das System nachhaltig zu machen. 
  • Herausforderungen: Netzstabilität (Überschuss bei Tag, Nachfrage bei Nacht → Speicher nötig), Datenlücken bei nicht gemeldeten Anlagen, soziale Ungleichheit (Solar lohnt sich vor allem für Besserverdienende) und mögliche Verlangsamung durch die neuen Regeln.
  • Prognose: Das Wachstum geht weiter, aber etwas gebremst und strukturierter. Pakistan gilt bereits als Lehrbeispiel, wie ein Entwicklungsland mit instabilem Netz durch dezentrale Solarenergie resilienter werden kann – vorausgesetzt, die Politik begleitet den Boom mit smarter Netzintegration und inklusiven Maßnahmen für alle Schichten.
    Quelle: Solarmedia & Grok
     
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Samstag, 11. April 2026

ADEV* produzierte 2025 deutlich mehr Energie

 

Die grosse Solaranlage der ADEV auf Walzenhalle der Stahl Gerlafingen AG produziert seit 2024 klimafreundlichen Strom zur Stahlproduktion. (Bild: ADEV/Lukas Pitsch)

Im vergangenen Jahr lieferte die ADEV rund 43 Gigawattstunden Strom und über 34 Gigawattstunden Wärme an ihre Kundinnen und Kunden. In beiden Bereichen konnte die Produktion gegenüber 2024 gesteigert werden. Die Erzeugung von Solarstrom wuchs sprunghaft um über 50 Prozent.

Mit 17,8 Gigawattstunden lag die Solarstromproduktion 2025 fast 55 Prozent über dem Vorjahr. Zum starken Wachstum trug bei, dass mehrere bereits 2024 in Betrieb genommenen Anlagen – unter anderem Stahl Gerlafingen, Gewerbezentrum Schlieren, Gewerbepark Effretikon sowie auf der Reithalle Aarau – erstmals über das gesamte Jahr hinweg am Netz waren. 

Auch die günstigere Witterung wirkte sich positiv auf den Solarstrom-Ertrag aus. Nach zwei vergleichsweise sonnenarmen Jahren war 2025 in Bezug auf die Sonneneinstrahlung deutlich ertragreicher. Das zeigte sich auch beim Ertrag pro installiertem Kilowatt Leistung: Nach 891 Kilowattstunden im Jahr 2023 und 787 im Jahr 2024 stieg dieser Wert 2025 auf 916 Kilowattstunden.

Insgesamt betreibt die ADEV inzwischen 103 Solaranlagen. Diese produzierten im vergangenen Jahr erstmals mehr Strom aus Sonnenenergie als aus Wasserkraft. Diese Verschiebung entspricht dem allgemeinen Trend, wonach Solarenergie im Schweizer Strommix zunehmend an Gewicht gewinnt.

* Die ADEV Gruppe mit Sitz in Liestal baut seit über 40 Jahren an einer dezentralen erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung. Das Genossenschaftsunternehmen bietet als Genossenschaft und über ihre publikumsgeöffneten Tochtergesellschaften Beteiligungs­möglichkeiten in den Bereichen Wasser, Sonne, Wind und Wärme an. Zudem verkauft das Unternehmen schweizweit Ökostrom mit vor Ort produziertem Strom. Die ADEV Gruppe besitzt rund 140 Produktionsanlagen in der Schweiz und in benachbarten Regionen.

Weitere Informationen finden sich unter: www.adev.ch

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Donnerstag, 9. April 2026

Erstaunlicher Schweizer Strommix - mit 24 % Solarstrom-Anteil

Am sonnigen Donnerstagnachmittag, 9. April 2026, zeigte die Statistik-Karte von Electricity Maps, dass neben der Wasserkraft in der Schweiz zumindest zeitweise Solarstrom bereits die zweitwichtigste Elektrizitäts-Quelle ist. Ebenso erstaunlich ist die CO2-Intensität des erzeugten Stroms, die ebenfalls dank dieser beiden Stromquellen bei noch 27 Gramm / Kilowattstunde liegt - nur unwesentlich höher als im Atomland Frankreich. Dabei gilt: auch Atomstrom weist diesbezüglich einen tiefen Wert aus. Die Website zeigt für alle europäischen Staaten entsprechende Werte. Interessant ist auch, dass die CO2-Intensität der deutschen Stromerzeugung unterdessen auch dank der erneuerbaren Energien deutlich gesunken ist.

Quelle: Solarmedia auf Grundlage von Electricity Maps

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