Montag, 19. Oktober 2020

13 Gesuche für Sweet-Fördergelder beantragt

Welche Technologien müssen entwickelt werden, um erneuerbare Energien in ein nachhaltiges und stabiles Energiesystem zu integrieren? Das war der Themenbereich des ersten Calls des neuen Förderprogramms SWEET. Die Eingabefrist lief am 12. Oktober 2020 ab. Es wurden 13 Projekte eingereicht, die Wege hin zu einem nachhaltigeren Energiesystem aufzeigen.

Die Gesamt-Kosten für alle 13 Projekte zusammen gerechnet belaufen sich auf rund 170 Millionen Franken. Die Gesuchstellenden haben beim Bundesamt für Energie (BFE) SWEET-Fördergelder von rund 97 Millionen Franken beantragt. Der beantragte Förderbeitrag liegt damit bei allen eingegangenen Projekten zusammen bei etwas über 55 Prozent der budgetierten Gesamtkosten. Den Restbetrag beschaffen sich die beteiligten Forschungsgruppen selber. Dies zeigt, dass neben dem Bund auch die Privatwirtschaft und die Forschung ein Interesse daran haben, das Energiesystem nachhaltig zu verändern.

Die 13 Projekte werden in den nächsten Monaten von unabhängigen, vorwiegend internationalen Expert/innen evaluiert und auf einer Rankingliste eingereiht. Den Zuschlag für Fördergelder werden in diesem ersten SWEET-Call die besten vier Konsortien erhalten. Zur Verfügung stehen insgesamt 30 Millionen Franken. Ziel ist, Anfang 2021 den Förderentscheid zu fällen und im Frühjahr mit den ersten Forschungsarbeiten der erfolgreichen Konsortien zu starten.

Marktnahe Technologieentwicklung gefragt: Das Förderprogramm SWEET (SWiss Energy research for the Energy Transition) wurde am 26. Februar 2020 vom Bundesrat verabschiedet. Es richtet sich an die Forschergemeinschaft aber auch an die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand. Ziel ist, dass sich auf der Wertschöpfungskette komplementäre Player und unterschiedliche Hochschultypen zusammenfinden, Kompetenzen bündeln und so relevante Forschungsfragen angehen und Erkenntnisse in marktnahe Technologieentwicklung über Pilot- und Demonstrationsprojekte einfliessen lassen.

Die Konsortien und Projekte werden in einer Reihe von thematischen Ausschreibungen in einem kompetitiven Verfahren ausgewählt. Die erste Ausschreibung stand unter dem Leitthema «Integration erneuerbarer Energien in ein nachhaltiges und resilientes Energiesystem» und stellt vier sogenannte «Research Challenges» (Forschungsaufgaben), welche über die nächsten 6 bis 8 Jahre bearbeitet werden sollen:

  • Verbesserung der Effizienz von erneuerbaren Energiesystemen durch Flexibilität und Sektorkopplung
  • Integration der dezentralen Versorgung mit erneuerbarer Energie in das schweizerische Energiesystem
  • Einsatz erneuerbarer Energien für Heizung und Kühlung
  • Nachhaltigkeit im Zentrum eines widerstandsfähigen Schweizer Energiesystems

 

Quelle: eneregeiaplus.com -  Philippe Müller, Leiter Energieforschung und Cleantech

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Samstag, 17. Oktober 2020

Photovoltaik alleiniger Motor der Energiewende?

Photovoltaik wird 2021 voraussichtlich alleiniger Motor der Energiewende in Deutschland sein. Dies geht aus jüngsten Prognosen der Übertragungsnetzbetreiber hervor. Demnach erwarten die Netzbetreiber einen Nettozuwachs bei der installierten Photovoltaik-Kapazität in Höhe von rund 5,4 Gigawatt (GW) bei der Photovoltaik (PV) nach 4,2 GW in 2020. Bei der Windkraft und der Bioenergie wird hingegen im kommenden Jahr ein Rückgang der installierten Kapazitäten erwartet.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) warnt unterdessen vor einem zu geringen Ausbautempo bei der Solartechnik und vor einem Markteinbruch auch bei Solardächern im kommenden Jahr. Die Prognose der Netzbetreiber habe noch nicht die aktuelle Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes berücksichtigt. „Kommt es im Bundestag nicht zu erheblichen Nachbesserungen am Gesetzesentwurf, wird auch der Ausbau von PV-Dächern im kommenden Jahr stark rückläufig sein“, warnt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. 

Der BSW kritisierte in diesem Zusammenhang insbesondere einen geplanten Systemwechsel bei der Vergabe von Marktprämien hin zu Ausschreibungen, vom Bundeswirtschaftsministerium vorgesehene kostentreibende Anforderungen des Messwesens für Kleinanlagenbetreiber sowie die nicht EU-rechtskonforme Belastung selbst verbrauchter Solarstrommengen mit der EEG-Umlage. „Werden diese Marktbremsen nicht gelöst, könnte sich 2021 die neu installierte Solardach-Leistung halbieren. Zudem droht die Außerbetriebnahme von über 10.000 Solarstromanlagen“, so Körnig. 

 

Der BSW fordert seit längerer Zeit, den jährlichen Photovoltaikausbau nicht länger künstlich zu drosseln. Zur Vermeidung einer bereits im Jahr 2023 aufreißenden Stromerzeugungslücke und zur Umsetzung der Klimaziele ist nach übereinstimmender Auffassung vieler Wissenschaftler mindestens eine Verdreifachung der installierten Photovoltaikkapazität bis zum Jahr 2030 erforderlich. Die jährlichen Ausbauziele müssten im EEG in der Folge auf mindestens 10 Gigawatt angehoben werden. Der aktuelle Gesetzesentwurf zum EEG 2021 sieht nur die Hälfte vor, was von der Opposition, zunehmend aber auch innerhalb der Bundesregierung auf Kritik stößt.

 

Quelle: (Deutscher) Bundesverband Solarwirtschaft 

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Montag, 12. Oktober 2020

Solaraktien eilen wieder mal den fossilen davon

Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 12,4% auf 3.116, der NYSE Arca Oil um 4,7%. Der PPVX liegt mit +111,8% seit Jahresanfang 2020 währungsbereinigt rund 165 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex NYSE Arca Oil (-53,4%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind SunRun (+417%), Enphase Energy (+318%)und Daqo New Energy (+284%).Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 92,0 Mrd. Euro. Die grössten Gewinnerder Woche waren JinkoSolar Holding (+42%) und Shinsung E&G (+39%), die grössten Verlierer SunRun (-7%) und 7C Solarparken AG (-3%). Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+1.008%) rund 984 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +24%). Vivint Solar (letzter Kurs $ 43,08, +493% seit Jahresanfang) wurde von Sunrun übernommen und am 8.10.20 von Tainergy Tech ersetzt. Die Gewichtung von Jinko Solar wurde von 3 auf 4 erhöht, die von BCPG von 4 auf 3 reduziert.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

Quelle: oeko-invest.net 

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Donnerstag, 8. Oktober 2020

Was hilft wirklich gegen den Klimawandel?

Länder, die CO2-Emissionen so schnell, substanziell und kostensparend wie möglich reduzieren möchten, sollten auf erneuerbare Energien statt auf Nuklearenergie setzen. Das legt eine Analyse von Daten aus 123 Ländern über einen Zeitraum von 25 Jahren hinweg nahe, die von der University of Sussex Business School und der International School of Management (ISM) durchgeführt wurde. Nuklearenergie führt auf nationaler Ebene nicht zu weniger CO2-Emissionen und sollte deshalb nicht als effektive kohlenstoffarme Energiequelle betrachtet werden.

Hilft nicht gegen CO2
AKW Gösgen
Bild: Guntram Rehsche

Die Forscher fanden in ihrer globalen Betrachtung heraus, dass erneuerbare Energien mit deutlich niedrigeren CO2-Emissionen einhergehen, während dies bei Nuklearenergie nicht der Fall ist. In ärmeren Ländern ist Atomkraft sogar mit höheren CO2-Emissionen verbunden. Die Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Energy publiziert wurde, zeigt außerdem, dass erneuerbare Energien selten erfolgreich mit Nuklearenergie koexistieren. Vielmehr verdrängen sich die beiden Energiesysteme gegenseitig und beschränken damit ihre Effektivität.

Benjamin Sovacool, Professor für Energy Policy an der University of Sussex Business School, meint dazu: „Die Daten deuten klar darauf hin, dass Nuklearenergie zur CO2-Eindämmung die weniger effektive Variante darstellt. Nachdem Atomkraft zusätzlich kaum erfolgreich mit erneuerbaren Energien koexistieren kann, sollten Investitionen in Nuklearenergie anstelle von erneuerbaren Energien in Frage gestellt werden. Länder, die Investitionen in Nuklearenergie im großen Maßstab planen, riskieren, nicht ihr volles Potenzial im Kampf gegen den Klimawandel auszuschöpfen.“

Die Analyse der Forscher basiert auf Daten der Weltbank und der Internationalen Energieagentur von 1990 und 2014. Als möglicher Grund für die Inkompatibilität von Nuklearenergie und erneuerbaren Energien wird zum Beispiel die Ausgestaltung der Elektrizitätsübertragung und -verteilung angeführt. Die Einführung kleinteiliger Anlagen im Bereich erneuerbare Energien ist sehr zeitaufwändig und kostspielig, wenn die Netzstruktur für eine zentralisierte Produktion von Elektrizität (wie bei Nuklearenergie) optimiert ist.

Andrew Stirling, Professor für Science und Technology Policy an der University of Sussex Business School, sagt dazu: „Dieser Artikel entlarvt, wie irrational es ist, sich auf ein ‚do everything‘-Argument zu stützen, wenn es um Investitionen in Nuklearenergie geht. Unsere Ergebnisse zeigen nicht nur, dass diese Investitionen weniger wirksam hinsichtlich der Reduktion von CO2-Emissionen sind als Investitionen in erneuerbare Energien, sondern auch, dass Spannungen zwischen diesen beiden Investitionsstrategien einen wirksamen Kampf gegen den Klimawandel gefährden.“

Die Studie zeigt, dass Nuklearenergie nur in „reichen“ Ländern mit etwas geringeren CO2-Emissionen einhergeht. Dieser Zusammenhang ist jedoc
h deutlich schwächer als der Zusammenhang zwischen erneuerbaren Energien und CO2-Emissionen. Patrick Schmid, Professor für Quantitative Methoden an der International School of Management (ISM) in München, meint dazu: „Das Erstaunliche an der Datenlage ist, wie widerspruchsfrei sich die Ergebnisse lesen. Die Resultate sind über verschiedene Länder und Zeiträume hinweg sehr klar und konsistent.

Zudem ist der Zusammenhang zwischen erneuerbaren Energien und geringeren CO2-Emissionen ungefähr siebenmal stärker als der Zusammenhang zwischen Nuklearenergie und CO2-Emissionen.“ Götz Walter, Professor für Wirtschaftspsychologie an der International School of Management (ISM) in München, ergänzt: „Auch wenn die Datenlage keine Kausalschlüsse zulässt, ist die Eindeutigkeit der Analyseergebnisse überraschend. Für eine Verringerung der CO2-Emissionen sind erneuerbare Energien und nicht Nuklearenergie die richtige Strategie.“

Hintergrund
Die International School of Management (ISM) zählt zu den führenden privaten Wirtschaftshochschulen in Deutschland. In den einschlägigen Hochschulrankings rangiert die ISM regelmäßig an vorderster Stelle. Die ISM hat Standorte in Dortmund, Frankfurt am Main, München, Hamburg, Köln, Stuttgart und Berlin. An der staatlich anerkannten, privaten Hochschule in gemeinnütziger Trägerschaft wird der Führungsnachwuchs für international orientierte Wirtschaftsunternehmen in kompakten, anwendungsbezogenen Studiengängen ausgebildet. Alle Studiengänge der ISM zeichnen sich durch Internationalität und hohe Lehrqualität aus. Projekte in Kleingruppen gehören ebenso zum Hochschulalltag wie integrierte Auslandssemester und -module an einer der rund 190 Partneruniversitäten der ISM.

Montag, 5. Oktober 2020

13 Fraunhofer-Thesen zur Energiewende

Wie kann die Energiewende in Deutschland gelingen? Diese Frage gewinnt momentan zusätzlich Bedeutung, etwa durch die Diskussion, in welcher Form der Staat in der Krise Unternehmen und Branchen unterstützt, die für das Gelingen der Energiewende relevant sind.

Forschende des Fraunhofer Cluster of Excellence »Integrated Energy Systems« CINES haben auf Basis von drei Energiesystemmodellen 13 Thesen abgeleitet, die zeigen, wie ein treibhausgasneutrales Energiesystem für Deutschland aussehen kann. Darin beschreiben sie neben der Rolle der erneuerbaren Energien, wie sehr seltene Stromflauten überbrückt werden können und warum Digitalisierung und europäische Zusammenarbeit eine hohe Relevanz für das Gelingen der Energiewende haben.

Im Fokus der Thesen steht der nationale Energiesektor und die Frage, wie dieser gestaltet werden muss, damit Deutschland im Jahr 2050 95 Prozent weniger Treibhausgase (gegenüber 1990) emittiert. Dieses Ziel ergibt sich aus den Klimazielen des Pariser Abkommens von 2015 und aus den Klimazielen der Bundesregierung.

Die Kernpunkte: Erneuerbare Energien, insbesondere Wind- und Solarenergie, entwickeln sich bis 2050 zur wichtigsten Energiequelle. Der Endenergieverbrauch in Deutschland geht deutlich zurück, vor allem dort, wo heute fossile Energieträger wie Heizöl oder Erdgas dominieren. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch für Verkehr, Gebäudewärme und chemische Prozesse in der Industrie. Für den sehr seltenen Fall, dass an wind- und sonnenarmen Tage erneuerbare Energien nicht ausreichend Strom liefern, übernehmen regelbare Kraftwerke kostengünstig die Energieversorgung. Entscheidend für das Gelingen der Energiewende ist neben Digitalisierung, Forschung und Entwicklung außerdem eine europaweite Zusammenarbeit, beispielsweise bei der Identifizierung besonders ertragreicher Standorte oder bei notwendigen Infrastrukturprojekten in der regionalen Wärmeversorgung. Dem (grünen) Wasserstoff kommt schliesslich eine entscheidende Rolle zu (siehe auch These 11).

Die 13 Thesen basieren auf Erkenntnissen aus drei Szenario-Studien, in denen Forschende der vier CINES-Kerninstitute Fraunhofer ISE, Fraunhofer IEE, Fraunhofer ISI und Fraunhofer IEG unterschiedliche Aspekte der Energiewende modelliert haben. Zu diesen Aspekten zählen die Auswirkungen von Verhaltensänderungen, die Rolle von Verfahren zur Herstellung klimaneutraler Energieträger (Power-to-Gas und Power-to-Liquid), die zunehmende Verzahnung von Strom, Wärme und Mobilität und eine nationale Wasserstoffstrategie.

»Die 13 Thesen bieten eine Grundlage für eine klare Strategie in Richtung eines klimaneutralen Energiesystems für Deutschland«, sagt Mario Ragwitz, Institutsleiter des Fraunhofer IEG und Wissenschaftlicher Direktor des Clusters CINES. »In Zeiten der Krise braucht es genau das, um Investitionssicherheit in der Energiebranche zu gewährleisten.« Hans-Martin Henning, Institutsleiter des Fraunhofer ISE und Clustersprecher ergänzt: »Unsere Studienergebnisse liefern – bei aller Ungewissheit über zukünftige Entwicklungen – robuste Erkenntnisse zu Schlüsselmerkmalen eines zukünftigen Energiesystems, mit dem eine Einhaltung der Klimaschutzziele und zugleich eine sichere Versorgung gewährleistet werden.«

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Wie der Ausbau der Erneuerbaren gelingt

Klima und Energie gehören unweigerlich zusammen. Erneuerbare Energien in der Schweiz auszubauen ist neben einer Reduktion des Energieverbrauchs die wirksamste aller Klimaschutz-Massnahmen. Wie der Ausbau umweltverträglich gelingt und was es braucht, damit es vorwärts geht, haben ExpertInnen und PolitikerInnen aus der Schweiz und Europa an der SES-Fachtagung «Power fürs Klima» erörtert. Dabei wurde klar: Es gibt keine Ausreden mehr, die erneuerbaren Energien sind da.

Mitte Woche hat die Schweizerische Energie-Stiftung
SES im Technopark Zürich die Fachtagung «Power fürs Klima - Wie der Ausbau der erneuerbaren Energien gelingt» ausgerichtet. Vor vollen – wenn auch coronabedingt lichteren – Rängen sowie über einen Live-Stream haben rund 150 Personen den Referaten und Diskussionen beigewohnt.

Klima und Energie gehören unweigerlich zusammen: Die rasch voranschreitende Klimakrise ist DIE Herausforderung des 21. Jahrhunderts. «Wir als Klimaforschende sind besorgt. Die Klimaerwärmung findet heute und jetzt statt», erklärte Klimawissenschaftlerin Sonia Seneviratne von der ETH Zürich in ihrem Referat (Bild oben - Vergrössern mit Klick). «Und das Klimaproblem ist ein Energieproblem.» Die Energieversorgung müsse deshalb in den Fokus rücken. «Wir müssen das Zeitalter der fossilen Energieträger hinter uns lassen.»

Lernen vom Ausland: «Worauf wartet die Schweiz?», fragte
Energy Watch Group-Präsident Hans-Josef Fell (Bild rechts - Vergrössern mit Klick). Mit der bestehenden Wasserkraft hat die Schweiz beste Voraussetzungen, um ein Energiesystem auf rein erneuerbarer Basis zu realisieren. «100% erneuerbare Energien sind kostengünstiger als das derzeitige Energiesystem und führen zu Null-Emissionen bis 2030.» Bei den weiteren ReferentInnen kristallisierte sich mit Blick auf Europa und die Schweiz heraus, dass die zielführenden Massnahmen für die erfolgreiche Energiewende die folgenden sind:

  • Es braucht ambitionierte und mit dem Klimaschutz kompatible Ausbauziele, damit es bei den Erneuerbaren vorwärts geht.
  • Der Dialog «Schutz vs. Nutzen» muss dringend weitergeführt werden. Denn es macht wenig Sinn, ein Umweltproblem (Klima) aus der Welt zu schaffen und dabei ein anderes (Biodiversität) zu verschärfen.
  • Die Akzeptanz der Bevölkerung ist eine weitere zentrale Voraussetzung. Diese kann durch Partizipation gestärkt werden (Bürgerenergien, Crowdfunding für erneuerbare Energienprojekte).
  • Zielführende Marktmechanismen wie etwa differenzierte Investitionsanreize und Auktionen mit gleitenden Marktprämien sind nötig, damit der Ausbau der erneuerbaren Energien stattfindet.
  • Die Finanzierung dieser Marktmechanismen muss sichergestellt werden, etwa über einen entsprechenden Netzzuschlag und kostendeckende Rückliefertarife.

Energiegesetz-Revision von zentraler Bedeutung: Der zentrale Hebel für eine erfolgreiche Energiewende ist die Revision des Energiegesetzes, welche nächstes Jahr ins Parlament kommt. Mit Zuversicht hat SES-Präsident Beat Jans in seinem Abschlussvotum den frischen Wind und  Gestaltungswillen in der neuen Parlaments-Zusammensetzung geschildert, wie er an der Fachtagung auch auf dem Politpodium mit Vertreterinnen der SP, CVP und FDP zu spüren war. Die Schweiz muss jetzt die nötigen Weichen stellen, bevor es zu spät ist. Denn Klimapolitik ist in erster Linie immer auch Energiepolitik.


Unterlagen zur Fachtagung
» Präsentationen (Folien) auf Website
» SES-Stellungnahme zur Revision des Energiegesetzes (EnG)

Die Videoaufzeichnungen der einzelnen Referate und Diskussionen werden ab Mitte Oktober auf dem SES YouTube-Kanal veröffentlicht.

Quelle Text: energiestiftung.ch   Bilder: Guntram Rehsche

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