Mittwoch, 18. Dezember 2019

Was ist energiepolitisch neu im Jahre 2020?

Anfang nächstes Jahr treten verschiedenen Änderungen in Gesetzen und Verordnungen aus dem Energiebereich in Kraft. 

Anpassung der Energieetikette für Personenwagen
Im Oktober 2019 hat der Bundesrat die Revision der Energieeffizienzverordnung (EnEV) beschlossen, die eine Änderung der Methodik zur Berechnung der Energieeffizienz-Kategorien neuer Personenwagen bringt. Neu wird das Leergewicht bei der Einteilung für die Energieetikette 2020 nicht mehr berücksichtigt. Auf der Energieetikette wird anstelle der durchschnittlichen CO2-Emissionen der erstmals immatrikulierten Neuwagen neu der Zielwert angegeben.

Der Bundesrat passt die Förderung der erneuerbaren Energie an
Mit der Revision der Energieförderverordnung (EnFV) hat der Bundesrat unter anderem beschlossen, die Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen per 1. April 2020 anzupassen. Die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen wird auf neun Rp./kWh, sowie der Grundbeitrag der Einmalvergütungen für angebaute und freistehende Anlagen von 1400 auf 1000 Franken gesenkt. Die Einmalvergütungen von integrierten Anlagen werden analog angepasst, so dass sie im Durchschnitt etwa 10 Prozent über denjenigen für angebaute und freistehende Anlagen liegen.
Ebenfalls im Rahmen dieser Revision hat der Bundesrat beschlossen, dass Betreiber, welche die Speicherkapazitäten ihrer Wasserkraftanlagen ausbauen, einen höheren, maximalen Investitionsbeitrag erhalten können (40 statt 35 Prozent).

Anpassungen in der Energieverordnung
Die vom Bundesrat ebenfalls im Oktober 2019 beschlossene Revision der Energieverordnung beinhaltet unter anderem, dass die Frist zur Einreichung von Stellungnahmen zu geplanten Windprojekten um maximal zwei Monate verlängert werden kann. Beim Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) wird klargestellt, dass für die Bestimmung der Obergrenze der internen Kosten, die Mieterinnen und Mietern in Rechnung gestellt werden dürfen, die Kosten für das externe Standardstromprodukt heranzuziehen sind, das der individuelle ZEV-Teilnehmer beziehen würde, wenn er nicht im ZEV wäre.

Revision der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung
Die vom Bundesrat Anfang November beschlossene Revision bringt Anpassungen der Anlagerendite sowie der Teuerungsrate, die zur Bemessung der jährlichen Fondsbeiträge verwendet werden. Zudem wird der 2015 eingeführte pauschale Sicherheitszuschlag von 30 Prozent auf den Kosten gestrichen. Dies weil die für die Kostenstudie 2016 erstmals angewandte neue Methodik zur Ermittlung der voraussichtlichen Stilllegungs- und Entsorgungskosten bereits Kostenzuschläge für Prognoseungenauigkeiten und Risiken enthält. Durch die Anpassung der Verordnung steigen die Jahresbeiträge der Beitragspflichtigen in die beiden Fonds von derzeit rund 96 Millionen Franken auf voraussichtlich 183,7 Millionen Franken.

Wasserzins bleibt bis 2024 auf gleichem Niveau
Im Rahmen der Revision des Wasserrechtsgesetzes (WRG) hatte das Parlament im vergangenen März beschlossen, das bundesrechtliche Wasserzinsmaximum ab 2020 bis Ende 2024 wie bisher auf maximal 110 Franken pro Kilowatt Bruttoleistung zu belassen. Ausserdem wurden die Zuständigkeiten des UVEK im Bereich der Wasserkraftnutzung zentral zusammengefasst und präzisiert, sowie dem Bundesrat die Kompetenz zum Abschluss von internationalen Vereinbarungen im Bereich Wasserkraftnutzung zugewiesen.

Kapitalkostensatz für Investitionen im Stromnetz bleibt gleich
Das UVEK legte im vergangenen Februar den WACC, den durchschnittlichen Kapitalkostensatz für Investitionen ins Stromnetz, für das Tarifjahr 2020 auf 3,83 Prozent fest. Damit bleibt der WACC im Vergleich zum Tarifjahr 2019 unverändert.

Montag, 16. Dezember 2019

Es gibt auch Lichtblicke beim Klimaschutz

Wir erleben gerade das heißeste Jahrzehnt seit der Aufzeichnung der Temperaturen. Und dennoch gibt es einen ersten Lichtblick im Dunkel des Tunnels. Auf der Madrider Weltklima-Konferenz wurde der globale Klimaschutz-Index 2020 vorgestellt: Die Mehrheit der Industrie- und Schwellenländer hat erstmals seit Jahrzehnten sinkende CO2-Emissionen. Von Franz Alt.

Wir erleben gerade das heißeste Jahrzehnt seit der Aufzeichnung der Temperaturen. Und dennoch gibt es einen ersten Lichtblick im Dunkel des Tunnels: Auf der Madrider Weltklima-Konferenz wurde der Klimaschutz-Bericht von Germanwatch und des New Climate-Institute vorgestellt. Überraschendes Ergebnis: Die Mehrheit der Industrie- und Schwellenländer hat erstmals seit Jahrzehnten sinkende CO2-Emissionen. Diese Entwicklung könnte zu einem Wendepunkt in der globalen Klimapolitik führen.

Der Hauptgrund dieser positiven Entwicklung ist der sinkende Kohleverbrauch weltweit und der stark angestiegene globale Ausbau erneuerbarer Energieträger. An der Spitze der Industriestaaten mit sinkenden Emissionen liegen Dänemark und Schweden, im Mittelfeld Deutschland (leicht verbessert von Platz 27 auf Platz 23) und Schlusslichter sind Australien, Saudi-Arabien und die USA.

Was muss Deutschland tun?
In 31 der 57 untersuchten Staaten sind die Emissionen rückläufig. Noch immer ein zwiespältiges Bild ,aber zweifellos ein Fortschritt gegenüber früheren Jahren. Für Deutschland fordert der in Madrid vorgestellte „Klimaschutz-Index“: Klimaziele für 2030 verbessern, Windkraft wiederbeleben und die Verkehrswende endlich einleiten.

Die bisherige Klimapolitik zeigt ganz eindeutig, dass der Markt allein die Energiewende nicht schaffen kann. So sagt der renommierte Ökonom Mohssen Massarat: „Der Markt kann keine Energiewende. Wer glaubt, fossile Energieträger durch Emissionshandel und Steuern überwinden zu können, der irrt. Die Rohstoffe müssen verknappt werden“.

In der Tat haben der Weltklimarat, die Umweltverbände, die Grünen, aber auch die "Fridays for Future"-Bewegung bisher lediglich höhere Steuern auf fossile Rohstoffe gefordert. Etwa zwischen 40 und 180 Euro pro Tonne. So sollte die Erderhitzung auf 1.5 bis zwei Grad begrenzt werden.  Doch die Erfahrung zeigt, dass das nicht funktioniert. Es wurden immer nur Ziele beschlossen, aber keine konkreten Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele.

Wenn die Klimaerhitzung wirklich begrenzt werden soll, dann braucht die Marktwirtschaft so wie bisher soziale, so auch künftig ökologische Regeln – etwa wie das Erneuerbare Energieen-Gesetz aus dem Jahr 2.000.  Nur mit solchen Regeln und Begrenzungen können unsere Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Dieses deutsche Gesetz wurde von knapp hundert Ländern übernommen. Es war die Basis für den weltweiten Ausbau der Erneuerbaren.

Das Erreichen des Paris-Ziels bedeutet: Statt heute ca. 40 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen dürfen wir 2050 global nur noch etwa fünf Milliarden Tonnen emittieren. So die Wissenschaft. Dieses Ziel ist jedoch nur durch eine CO2-Steuer nicht zu erreichen.

Bei höheren Steuern werden zwei Effekte wirksam
  • Erstens: die Reichen jucken höhere Steuern überhaupt nicht. Sie fahren auch bei 70 Cent mehr pro Liter Benzin weiterhin ihre SUVs und fliegen ohne Sinn und Verstand in der Welt herum. Wir haben dann ein soziales Problem wie in Frankreich.
  • Zweitens: Die Öl- und Gasproduzenten werden dann ihre Förderungen erhöhen, sodass nach den Gesetzen des Marktes die Preise mittelfristig wieder fallen und keine positiven Klimaeffekte erzielt werden können.

Historische Beispiele für diese Erkenntnis: Die Sklaverei wurde nicht dadurch abgeschafft, dass eine Steuer auf Sklavenhaltung eingeführt wurde, sondern durch Verbot und neue Regeln.

Oder die Kinderarbeit: Auch auf Kinderarbeit wurde keine neue Steuer erhoben, sie wurde schlicht verboten. Ähnlich in Deutschland das Rauchverbot in öffentlichen Räumen.
Schon Ludwig Erhardt hat gelehrt und praktiziert, dass die Marktwirtschaft Regeln und Begrenzungen braucht. Nur so konnte nach dem Zweiten Weltkrieg seine These von „Wohlstand für alle“ erfolgreich umgesetzt werden. Nur eine ökosoziale Marktwirtschaft kann heute zu mehr „Gemeinwohl für alle“ führen.

Das deutsche Erneuerbare Energien-Gesetz hat gezeigt, dass nur durch Eingriffe in die sogenannte freie Marktwirtschaft die hundertprozentige Energiewende organisiert werden kann. In der alten Energiewirtschaft gab es nie wirklich freie Märkte, sondern hunderte Milliarden Subventionen für Kohle- und Atomenergie. Im Jahr 2.000 hatte Deutschland ca. fünf Prozent Ökostrom, heute etwa 45%.

Je rascher der Umstieg auf Erneuerbare Energien, desto preiswerter - Professor Massarat: „Der Glaube an die Marktkräfte verzögert nur den Beginn einer wirksamen Strategie zur Reduktion von Treibhausgasen. Einzig die systematische Verknappung diverser fossiler Energieträger Kohle, Öl und Gas auf nationaler und globaler Ebene garantiert, dass das Klimaziel auch tatsächlich erreicht wird. Daran geht letztlich kein Weg vorbei, je später damit begonnen wird, desto höher werden die jährlichen Reduktionskosten, desto höher die Kosten und desto drastischer werden die ökonomischen und sozialen Verwerfungen“. 

Der Kampf gegen den Klimawandel erfordert einen konsequenten und radikalen Umbau unserer Wirtschaft. Er kann nur gelingen durch einen kompletten Verzicht auf fossile Rohstoffe. Schluss mit der Pyromanie. Nur dann werden wir unsere Lebensgrundlagen und den darauf basierenden Wohlstand erhalten können.

Quelle   Franz Alt 2019

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Sonntag, 15. Dezember 2019

Solarausstellung - auch im Winter aktuell !

 



Eingängige Ausstellung zu Thema Solarstrom in Stadtgärtnerei Zürich an der Gutstrasse. Das ewz zeigt, wie Photovoltaik funktioniert und heute auch Mieter*innen eigenen Solarstrom nutzen können. Ausstellung gehört in  jedes Stadtquartier!

© Solarmedia - Text und Bilder 

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Montag, 9. Dezember 2019

Bodensee-Stiftung für persönliche PV-Initiative

Zur Welt-Klimakonferenz in Madrid fordert die Bodensee-Stiftung alle Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen in der Bodensee-Region auf, einen eigenen Beitrag zur Energiewende zu leisten und persönlich in die Solartechnik zu investieren. 

Der Vorteil der  Solar-Technologie ist, dass auch einzelne Menschen auf ihrem Hausdach, dem Dach der gemieteten Wohnung oder dem Dach des Unternehmens, das ihnen gehört oder in dem sie arbeiten, aktiv werden können. Ein wichtiges Vorbild sind hier die landwirtschaftlichen Betriebe, die seit Jahren zu den wichtigsten Investoren in Solarstromanlagen zählen. Die Bodenseeregion ist kein Vorreiter mehr im Solarbereich. In der PV-Landesliga Baden-Württemberg rangiert man im Mittelfeld, aber auch die Schweizer Kantone am Bodensee, Vorarlberg oder Liechtenstein haben noch Luft nach oben.

Steigende Temperaturen, der sterbende Wald, sinkende Grundwasserpegel, Überschwemmungen und langjährige Dürreperioden zeigen weltweit, dass der Klimawandel noch schneller voran schreitet, als befürchtet. Dies gilt gerade auch für die Bodensee-Region, in der Land- und Forstwirtschaft aufgrund der zunehmenden Erderhitzung unter Trockenheit, Hitze und Frost zur Unzeit leiden. Der fast beendete Atomausstieg und der dringend notwendige Kohleausstieg können nur dann funktionieren, wenn schnell große Kapazitäten in den Bereichen Solar- und Windstrom errichtet werden. Weltweit boomt der Markt und Arbeitsplätze entstehen, doch die Bodenseeregion dümpelt vor sich hin.

Jörg Dürr-Pucher, Präsident der Bodensee-Stiftung, sieht jetzt vor allem die Kommunen und die Landkreise gefordert. Sie sollen eine Vorreiterrolle übernehmen und auf allen geeigneten öffentlichen Dächern Solar-Stromanlagen errichten. Der Konstanzer Kreistag, unter Führung des neuen Landrats Zeno Danner, hat dazu wichtige Beschlüsse gefasst, die schnell umgesetzt werden müssen. Auch bei der Ausweisung der erforderlichen Flächen zur Errichtung von Solarparks im Freiland spielen die Städte und Gemeinden in der Bodenseeregion eine wichtige Rolle. Eine dritte Möglichkeit ist die Festsetzung von Solaranlagen in Bebauungsplänen für Gewerbe- oder Wohngebiete. Mit diesem Druck von unten hofft die Bodensee-Stiftung, dann in Berlin auch endlich politische Hemmnisse wie den 52 KW-Deckel für den Solarstrom-Ausbau aus dem Weg räumen zu können.

Solarstrom rechnet sich für jeden Investor. Egal ob die kleine 5 KW-Anlage auf dem privaten Hausdach oder die 50 KW-Anlage auf dem Handwerksbetrieb, mit Solaranlagen lässt sich eine anständige Rendite erwirtschaften. Dies gilt vor allem für gewerbliche Solaranlagen von 100 bis 750 KW. Die Solar-Unternehmen in der Region haben einige Jahrzehnte Erfahrung und sind gute Partner für alle investitionswilligen Haushalte und Betriebe. Die Rahmenbedingungen sind sehr gut. Jetzt fehlt nur noch der persönliche Motivationsschub, um das eigene Solarprojekt im kommenden Jahr anzugehen. Gemeinsam mit den Menschen im Land will die Bodensee-Stiftung dazu beitragen, dass die Landesregierung Ihre Ziele für das Klimaschutzgesetz ehrgeiziger setzt. 500 Megawatt Solarstromanlagen reichen nicht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Die Bodensee-Stiftung will, dass spätestens ab 2022 jedes Jahr 1.000 MW neue Solarstromanlagen ans Netz gehen.

Zu dieser Motivation, möglichst vieler Menschen, sich selbst für Solarstrom zu engagieren, will die Bodensee-Stiftung im Rahmen der landesweiten Solaroffensive verstärkt beitragen. In der Bodenseeregion läuft diese Solaroffensive bereits seit vier Jahren. Die wichtigsten Erfolge sind die Tatsache, dass die Landesregierung die Solaroffensive Baden-Württemberg gestartet hat und es seit Mitte dieses Jahres in allen zwölf Regionen Baden-Württemberg PV-Netzwerke gibt. Sichtbares Zeichen für den Erfolg ist zudem der deutliche Anstieg der gebauten Solarstromanlagen in der Bodensee-Region in den letzten drei Jahren.

Die neuen Solaranlagen können einen wichtigen Beitrag zur erforderlichen Sektorkopplung mit den Bereichen Mobilität und Wärme leisten. Viele PV-Anlagen, die in den letzten Monaten installiert worden sind, laden auch die ersten Elektroautos im Landkreis mit Strom vom eigenen Haus- oder Unternehmensdach und sind mit der Heizung verbunden, um überschüssigen Strom in warmes Wasser zu verwandeln. Das gilt auch für Unternehmen, die für Mitarbeiter und Kunden Ladesäulen auf dem betriebseigenen Parkplatz anbieten, mit Solarstrom vom eigenen Dach. Gerade für Solarstromanlagen auf den Parkplätzen in der Region will sich die Bodensee-Stiftung einsetzen. Hier kann durch eine doppelte Nutzung echter Mehrwert geschaffen werden. Die ersten Modellprojekte, wie bei BMW-Auer in Stockach, funktionieren seit vielen Jahren. Doch Politik und Gesellschaft sind zu träge, daraus funktionierende Geschäftsmodelle zu machen.

Die Bodensee-Stiftung ist eine internationale Umwelt- und Naturschutzorganisation mit Sitz in Radolfzell am Bodensee. Sie ist in den Handlungsfeldern „Unternehmen & Biologische Vielfalt“, „Landwirtschaft & Klima“, „Natur- & Gewässerschutz“ sowie „Energiewende“ tätig.

Quelle:  photovoltaik-netzwerk Baden-Württemberg

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Freitag, 6. Dezember 2019

Europäer wollen Umweltschutz

Was erwarten die Europäer von Europa? Die aktuelle Ausgabe der "eupinions" zeigt, dass Umweltschutz ganz oben auf der To-do-Liste vieler Bürger steht. Persönlich sorgen sich die Europäer aber vor allem um steigende Lebenshaltungskosten und ihre Arbeitsplätze.

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Ginge es nach den Europäern, müsste sich Brüssel vor allem um Umweltschutz sowie wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen kümmern. Befragt nach den Themen, die ihnen zurzeit besonders wichtig und schützenswert sind, rangiert der Umweltschutz mit 40 Prozent ganz oben auf dem Aufgabenzettel der Europäer. Gleichzeitig sagt rund die Hälfte (51 Prozent), dass ihr persönlich steigende Lebenshaltungskosten aktuell die größten Sorgen bereiten. Das sind die Ergebnisse der neuen Ausgabe der "eupinions", mit denen wir regelmäßig EU-weit Bürger zu aktuellen Themen befragen. Die Umfrage ist repräsentativ für die EU und sechs der größten Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland. Über 12.000 Personen wurden insgesamt befragt.

Umwelt, Jobs und Soziale Sicherheit: Das erwarten die Europäer
Mit 40 Prozent ist der Umweltschutz das mit Abstand wichtigste Thema für die Europäer, gefolgt von "Arbeitsplätzen" (34 Prozent) und "Sozialer Sicherheit" (23 Prozent). Zwischen den größten EU-Staaten gibt es jedoch einige Unterschiede auf ihren Prioritätenlisten: So ist der Umweltschutz jeweils in Deutschland (49 Prozent), Frankreich (39 Prozent) und den Niederlanden (35 Prozent) das wichtigste Thema. Vielen Italienern hingegen ist die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze wichtiger (60 Prozent). Auch in Spanien (40 Prozent) ist den Menschen der Schutz ihrer Arbeitsplätze deutlich wichtiger als Umweltschutz.

Ein Blick auf die Altersverteilung zeigt, dass der Umweltschutz vor allen bei den jungen Europäern hoch im Kurs steht. Am stärksten ist das Thema bei den 16- bis 25-Jährigen ausgeprägt (47 Prozent). Ein weiteres Thema für die junge Generation: Einsamkeit. Die Sorge vor Einsamkeit ist bei ihr doppelt so stark ausgeprägt wie bei den älteren Jahrgängen (46- bis 65-Jährige). Mit zunehmendem Alter rückt zudem das Thema "Soziale Sicherheit" stärker in den Vordergrund. Für ein Drittel (29 Prozent) der Europäer zwischen 56 und 65 Jahren ist dieses Thema wichtig, während es zum Beispiel bei den 16- bis 25-Jährigen nur 14 Prozent sind. 

Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten prägt Blick in die Zukunft
Auf der persönlichen Sorgenliste der Europäer stehen "steigende Lebenshaltungskosten" (51 Prozent) an erster Stelle. In Polen (62 Prozent) und Frankreich (61 Prozent) sind diese Ängste laut Umfrage am stärksten ausgeprägt, in Deutschland, der größten Wirtschaftsmacht Europas, hingegen am schwächsten (44 Prozent). In Italien ist dagegen die Furcht vor einem Arbeitsplatzverlust (46 Prozent) der größte Sorgentreiber.

Beim Blick auf die Altersverteilung fällt auf, dass gerade die jüngeren Europäer ziemlich besorgt auf ihre Karrierechancen schauen. In den Altersgruppen der bis zu 35-Jährigen sorgen sich jeweils knapp ein Drittel der Europäer über Unsicherheiten am Arbeitsmarkt. Mit zunehmendem Alter nehmen diese Ängste  leicht ab.

"Den Europäern ist Umweltschutz wichtig, aber gleichwohl sorgen sie sich auch um steigende Lebenshaltungskosten. Längst nicht alle Anliegen der Europäer liegen im Kompetenzbereich der Kommission, umso wichtiger ist es für Brüssel, das Funktionieren und den Mehrwert Europas zu erklären", so Isabell Hoffmann. 

Je jünger, desto optimistischer: Welche Zukunft hat die EU?
Das Stimmungsbild gegenüber der EU ist, wie auch schon in früheren Umfragen der "eupinions" sichtbar, durchweg positiv. 54 Prozent der Europäer unterstützen eine weitere Vertiefung der EU und 50 Prozent haben ein optimistisches Bild bezüglich der Zukunft der EU. Den größten Rückhalt für ein starkes Europa erhält die EU interessanterweise dort, wo die Sorgen um Arbeitsplätze am stärksten ausgeprägt sind. Die Italiener wünschen sich zu 70 Prozent mehr "politische und ökonomische Integration" in der EU, während 63 Prozent der Polen und 61 Prozent der Spanier optimistisch in die europäische Zukunft blicken.

Vergleicht man die Altersgruppen, zeigt sich, dass jüngere Europäer etwas optimistischer sind: Die größte Zustimmung für eine EU-Vertiefung sowie den optimistischsten Ausblick in die EU-Zukunft sehen die Studienautoren bei den 16- bis 25-Jährigen. Ältere Jahrgänge sind immer noch mehrheitlich pro-europäisch, aber etwas weniger optimistisch als die jungen Generationen. 
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) Isabell Hoffmann, Catherine E. de Vries "Große Erwartungen - Die neue Europäische Kommission, ihre Ziele und die öffentliche Meinung in Europa"

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Mittwoch, 4. Dezember 2019

Speicherbranche wächst mit Erneuerbaren

Nachdem der weltweite Zubau der erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr auf hohem Niveau stagnierte, hat er in diesem Jahr wieder Fahrt aufgenommen. Laut der Internationalen Energieagentur IEA wächst der Zubau 2019 um knapp 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr – das stärkste Wachstum seit 2015. Weltweit prognostiziert die Agentur einen Kapazitätszubau von fast 200 Gigawatt, angestoßen vor allem durch Photovoltaik und Windkraft. 

Isoliert betrachtet prognostiziert die IEA für den globalen Photovoltaik-Markt in diesem Jahr sogar einen Zuwachs von mehr als 17 Prozent gegenüber 2018. Auch die ees Europe, die größte und internationalste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme in Europa, profitiert davon und wird sich 2020 erneut vergrößern. Bereits ein halbes Jahr vor der Messe sind mehr als 90% der Flächen gebucht. Die ees Europe ist Teil von The smarter E Europe, der Innovationsplattform für die neue Energiewelt, und wird vom 17. – 19. Juni 2020 auf der Messe München stattfinden.

2019 wird der globale Zubau an Photovoltaik nach dem Jahr 2018 erneut die 100-Gigawatt-Marke übertreffen und voraussichtlich gegenüber dem Vorjahr nochmals etwas zulegen. Auch der Zubau im Bereich Onshore-Wind erlebt ein starkes Wachstum und wird voraussichtlich in diesem Jahr weltweit um 15 Prozent auf 53 Gigawatt steigen, getrieben vor allem von den USA und China. Selbst der Zubau im Bereich Offshore-Wind zeigt ermutigende Anzeichen und dürfte 2019 bei rund fünf Gigawatt Wachstum stabil bleiben. Laut der IEA sind diese Technologien die tragenden Säulen der weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels, zur Verringerung der Luftverschmutzung und zur Bereitstellung des Energiezugangs für alle.

Speicher neben Elektroenergie wichtigster Baustein für Erreichung der Klimaschutzziele
: Erneuerbare Energien, unterstützt durch Lithium-Ionen-Batteriespeicher, werden laut Bloomberg New Energy Finance (BNEF) bis 2050 international einen Anteil an der Stromerzeugung von 48 Prozent (heute 7 Prozent) erreichen – getrieben durch die kontinuierlich sinkenden Kosten. In zwei Dritteln der Länder der Erde sind Photovoltaik und Windkraft bereits die günstigste Quelle der Stromerzeugung. Wenn es um die Dekarbonisierung weltweit geht, dann wird Europa führend sein, wie die Analysten von BNEF in ihrem aktuellen „New Energy Outlook“ erklären. Sie erwarten, dass Europa bis 2050 dank der CO2-Preise und anderer unterstützender Maßnahmen 92 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugen wird. Öl wird demnach bis Mitte des Jahrhunderts als Energiequelle verschwunden und die Kohlekraft – die heute 37 Prozent der Stromerzeugung liefert &nda sh; wird auf einen Anteil von 12 Prozent reduziert sein.

Ohne Energiespeicher wird die Energiewende nicht funktionieren. Daher entstehen immer mehr großvolumige Speicherprojekte. In Holland errichtet der Energiekonzern Vattenfall für gut 60 Millionen Euro einen Windpark mit 22 Megawatt (MW), eine Photovoltaik-Anlage mit 38 MW und einen Batteriespeicher mit 12 MW und kombiniert diese drei Elemente an einem Standort. Das erste erneuerbare Vollhybrid-Kraftwerk des Energieversorgers soll auch eine Blaupause dafür sein, was ab 2020 in Deutschland ohne Förderung realisiert werden könnte. Vattenfall hat dabei besonders die deutschen Kohlereviere im Blick. Die Nachnutzung bergbaulicher Flächen bietet ein großes Potenzial für Photovoltaik und Windkraft.

Die Allgäuer Überlandwerke (AÜW) haben ein Hybridkraftwerk mit neuem Batteriespeicher errichtet. Hier ist der Speicher mit einer Gasturbine verknüpft. Es ist nach Angaben der AÜW das erste Hybridkraftwerk in Deutschland, das für den Primärregelenergiemarkt zugelassen wurde. Mit 16 MW Leistung und 8,5 MWh Kapazität wurde im August 2018 auf dem Gelände der AÜW in Sulzberg bei Kempten der Energiespeicher in Betrieb genommen. Derzeit nutzt das Unternehmen den Batteriespeicher für die Stabilisierung des Stromnetzes.

Das Leistungs- und Geschäftsmodell der Tesla Big Battery in Australien ist seit ihrer Inbetriebnahme eine Quelle der Faszination für die Branche. Tesla-Gründer und CEO Elon Musk bestätigte kürzlich, dass sich die 95 Millionen Dollar teure Anlage innerhalb weniger Jahre amortisieren werde. Die Batterieanlage, die sich im Besitz von Neoen Australia als Betreiber befindet, erhält von der Regierung eine jährliche Zahlung von vier Millionen Dollar für die Bereitstellung von Netzdienstleistungen.

Speicher-Community liefert Regelenergie durch virtuellen Netzspeicher: Solarspeicher im privaten Besitz sind Teil eines Pilotprojekts für Engpassmanagement von TransnetBW und Netze BW. Als Teil der neuen digitalen Plattform DA/RE sollen diese Solarspeicher als virtuelle Batterie helfen, das Engpassmanagement der Zukunft zu gestalten. Durch intelligente Steuerung werden die dezentral verteilten Solarspeicher in der Region je nach Bedarf be- oder entladen, um zum Beispiel überlasteten Netzknoten gezielt Strom abzunehmen. Je näher ein Speicher dabei an einem Engpass helfend eingreift, desto größer ist der Nutzen für das Stromnetz. Das im April 2019 gestartete Pilotprojekte wird unterstützt vom baden-württembergischen Umweltministerium. Neben verschiedenen Netz- und Anlagenbetreibern beteiligt sich die Firma sonnen an dem Projekt – mit einem virtuellen Kraftwerk ausschließlich aus dezentralen Heimspeichern.

Diese innovativen Beispiele zeigen: Es gibt eine ungeheure Dynamik im Speichermarkt mit immer neuen Lösungen, um die wachsenden Mengen an gesammelter Elektronenergie zu speichern und zur Verfügung zu stellen, wenn die Energie benötigt wird. Ob CATL, BYD, Samsung SDI oder LG Chem, ob Tesla, SAFT und Varta oder sonnen, E3DC, Solarwatt und SENEC: die Marktführer der Speicherbranche werden sich vom 17. - 19. Juni 2020 wieder bei der ees Europe auf der Messe München treffen und ihre Lösungen und Geschäftsideen einem fachkundigen Publikum präsentieren.
 
Weitere Informationen im Internet unter:
www.ees-europe.com
www.TheSmarterE.de


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