Mittwoch, 9. Juli 2014

Einbruch am PV-Markt droht

Mit der vorgeschlagenen massiven Absenkung der KEV-Tarife ab 2015 bedroht der Bundesrat den weiteren Ausbau der Solarstromproduktion in der Schweiz und gefährdet Qualität und Sicherheit. Der Fachverband Swissolar bietet Hand für eine massvolle Absenkung zwischen 2.5 und acht Prozent.
 
2013 wurden in der Schweiz fast 50% mehr Photovoltaikanlagen gebaut als im Vorjahr. Der 2013 um 0.6% gestiegene Stromverbrauch in der Schweiz konnte fast zu 100% durch den Photovoltaik-Zubau aufgefangen werden. Doch im internationalen Vergleich gibt es keinen Grund zum Jubeln: In Deutschland sind pro Einwohner 5-mal mehr Solarstromleistung installiert, in Italien 3-mal mehr. Und es ist keineswegs sichergestellt, dass dieser Rückstand in den nächsten Jahren eingeholt werden kann.
 
Die bis zum 7. Juli gelaufende Vernehmlassung zur Energieverordnung gibt für die Solarbranche Anlass zu grösster Sorge: Nachdem bereits die massive Absenkung der KEV-Tarife und die Verkürzung der Vergütungsdauer von 25 auf 20 Jahre zu Jahresbeginn vom Markt aufgefangen werden musste, droht nun ein weiterer radikaler Schnitt: Gemäss Vernehmlassungsvorlage soll die Vergütung von Solarstrom auf Anfang 2015 nochmals um bis zu 22 Prozent gesenkt werden. Die dazu notwendige Kostensenkung ist unmöglich, denn die Preise für Solarmodule sind zurzeit stabil oder leicht steigend. Zu beachten ist auch, dass die „low hanging fruits“ in Form von sehr einfach zu nutzenden Dachflächen bereits zu einem grossen Teil genutzt sind. Für den weiteren Ausbau der Photovoltaik müssen nun auch anspruchsvollere Dächer und Fassaden genutzt werden, wo zurzeit kaum Kostensenkungen möglich sind.
 
Explizit heisst es in den Vernehmlassungsunterlagen, man wolle nur noch die günstigsten Anlagen mit asiatischen Modulen unterstützen. Eine solche Dumping-Politik ist höchst problematisch, denn sie fördert den Bau von schlecht funktionierenden Anlagen, die Missachtung von Sicherheitsvorschriften und die Nutzung der beschränkt verfügbaren Dachflächen mit ineffizienten Modulen. Ganz abgesehen davon gibt es keinen gesetzlichen Auftrag zu einer solchen Billigpreispolitik.
 
Auch das Argument, mit billigeren Anlagen könnten mit den knapp verfügbaren KEV-Mitteln mehr Solaranlagen gebaut werden, sticht nur beschränkt. Mit der radikalen Kürzung der KEV-Tarife wird insbesondere das Marktsegment der kosteneffizienten Grossanlagen einbrechen, ein Bereich, der eigentlich interessante Investitionsmöglichkeiten für Pensionskassen als Alternative zum Immobiliensektor bietet. Statt auf solchen kontraproduktiver Massnahmen sollte das Gewicht auf einer rasch wirksamen Nachfolgeregelung für die KEV gelegt werden, wie sie bereits in der nationalrätlichen Energiekommission behandelt wurde.
 
Swissolar bietet Hand für eine massvolle Absenkung der KEV-Tarife. Je nach Anlagegrösse ist eine Reduktion zwischen 2,5 und 8% möglich. Die Absenkung von 8% für die kleinste Anlagekategorie kommt jedoch nur in Frage, wenn gleichzeitig Massnahmen zur Reduktion der exorbitanten Messkosten ergriffen werden. Im Gegensatz zum bundesrätlichen Vorschlag fordert Swissolar eine Absenkung in 2 Schritten (Frühling und Herbst 2015). 

Quelle: Swissolar

^^^ Nach oben

Dienstag, 8. Juli 2014

Erfolgreich durch Schwarm finanziert

Die deutsche DZ-4 GmbH hat bei ihrem ersten Crowdfunding nach nur elf Tagen das Fundinglimit von 180.000 Euro erreicht. In einer einwöchigen Exklusivphase konnte DZ-4 zunächst 100.000 Euro aus dem eigenen Netzwerk einsammeln. Nach vier Tagen offenem Funding gelang es DZ-4 mit Unterstützung von 143 Crowd-Investoren die benötigte Finanzierung von 180.000 Euro über die Plattform Econeers zu erreichen.

Danke an die Crowd
 
Für DZ-4 Gründer Tobias Schütt ist der erfolgreiche Abschluss des Crowdfunding ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen: „Mit dem Crowdfunding wurde nun zum ersten Mal ein kompletter DZ-4 Zyklus von Kundengewinnung über Anlagenvorfinanzierung, Anlagenerrichtung bis hin zur abschließenden Refinanzierung durchlaufen. Das ist sehr wichtig im Hinblick auf die Skalierung des Geschäftsmodells und das weitere Wachstum. Was wir nun mit der ersten Betriebsgesellschaft erfolgreich abgeschlossen haben, wollen wir nun mit weiteren wiederholen.“

Co-Gründer Florian Berghausen freut sich über den großen Zuspruch der Crowd: „Wir sind begeistert von der positiven Resonanz. Zum einen haben wir während der Exklusivphase einen starken Rückhalt aus unserem eigenen Netzwerk erfahren. Darüber hinaus konnten wir innerhalb kurzer Zeit auch viele Investoren aus der Econeers Crowd überzeugen. Die Kommentare zu den einzelnen Investments waren sehr ermutigend und zeigen, dass wir mit unserem Angebot den richtigen Nerv treffen.“

Bei ihrem ersten Crowdfunding hatte DZ-4 privaten Investoren die Möglichkeit gegeben, sich mit Beträgen zwischen 250 und 10.000 Euro finanziell am Anlagenportfolio der DZ-4 Betriebsgesellschaft I mbH zu beteiligen. In dieser Gesellschaft sind die ersten 28 DZ-4 Anlagen gebündelt. Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 468.000 Euro werden nun 180.000 Euro mit dem Crowdfunding-Darlehen abgedeckt. Das durchschnittliche Investment pro Kleinanleger lag bei 1.259 Euro.

Quelle: DZ-4

^^^ Nach oben

Montag, 7. Juli 2014

Drohne zur Dach-Überwachung

Sie bieten eine rasche und kostengünstige Fehlerermittlung. Photovoltaik-Anlagen auf Dächern könnten in Zukunft von Drohnen auf Fehler geprüft werden. Mitarbeiter des Politecnico di Milano in Mailand und des Meteorologieportals Nimbus in Bussolengo bei Turin haben eine fliegende Drohne zur Überwachung von photovoltaischen Dachanlagen entwickelt.

Der unbemannte Flugkörper ist mit Fotoapparaten, Wärmebildkameras und optischen Sensoren ausgestattet. Durch die gleichzeitige Nutzung unterschiedlicher Sensoren und die Kombination des gesammelten Datenmaterials können auf schnelle, sichere und kostengünstige Weise alle Fehlfunktionen festgestellt werden, die die Arbeitsweise der Anlage beeinträchtigen oder deren Effizienz mindern.

"Mithilfe der fliegenden Drohne werden Fabrikationsfehler und Feinrisse durch witterungsbedingte Einwirkungen wie Schnee, Staub, Hagel oder Salzwasser ohne größere Zeitverluste ermittelt", bestätigt Projektleiter Maurizio Mussetta. Außerdem könnten außerordentliche Wartungsmaßnahmen und eventuell erforderliche Revamping-Eingriffe besser programmiert werden.

Einzelheiten des Drohnenprojektes sind in der Fachzeitschrift Journal of Photovoltaics unter dem Titel "Light Unmanned Aerial Vehicles for Cooperative Inspection of PV Plants " veröffentlicht.

Freitag, 4. Juli 2014

Solarstromrekord in Deutschland

Das erste Halbjahr 2014 war geprägt durch milde Temperaturen und eine hohe Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie.
 
Solarenergieanlagen haben ihre Produktion gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 um 28% gesteigert, während die Windenergie ca. 19% zulegen konnte. Im Juni haben Solaranlagen doppelt so viel Strom wie Windenergieanlagen produziert. Gemeinsam produzierten Solar- und Windenergieanlagen im ersten Halbjahr über 45 TWh bzw. ca. 17% der gesamten Stromerzeugung. Die Erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser und Biomasse produzierten in Summe ca. 81 TWh und einen Anteil von ca. 31% an der Stromerzeugung im ersten Halbjahr.

Die Stromexporte sind im ersten Halbjahr 2014 gegenüber 2013 nochmals stark angestiegen. Im ersten Halbjahr des Rekordjahres 2013 lag der Exportüberschuss in die europäischen Nachbarländer noch bei 14,4 TWh. Im gleichen Zeitraum 2014 waren es bereits 18,3 TWh. Wenn dieser Trend bis zum Jahresende anhält, werden wir 2014 nach den Rekorden von 2012 und 2013 einen dritten Rekord in Folge beim Stromexport erzielen. Der Großteil der Exporte fließt in die Niederlande, gefolgt von österreich, der Schweiz und Polen. Einige dieser Länder leiten den Strom direkt weiter. So ist die Niederlande Transitland für Belgien und Großbritannien, die Schweiz leitet den Strom hauptsächlich nach Italien weiter.

Die Stromproduktion aus Kernkraftwerken war konstant und lag auf dem Vorjahresniveau. Braunkohlekraftwerke haben im ersten Halbjahr ca. 4% weniger als im Rekordjahr 2013 produziert. Die Produktion lag aber auf dem hohen Niveau von 2012 und ca. 5% über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die Produktion aus Steinkohlekraftwerken war ca. 11% geringer als im Rekordjahr 2013, lag aber auf ähnlicher Höhe wie in den Jahren 2010 bis 2012.

Den stärksten Rückgang in der Produktion hatten Gaskraftwerke zu verzeichnen. Sie produzierten im ersten Halbjahr ca. 25% weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang folgt einem länger anhaltenden Trend. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 hat sich die Produktion aus Gaskraftwerken halbiert.

1 TWh = 1 Terrawattstunde = 1000 Gigawattstunden (GWh) = 1 Million Megawattstunden (MWh) = 1 Milliarde Kilowattstunden (kWh)

Quelle: Fraunhofer ISE | Energy Charts 2014

^^^ Nach oben

Mittwoch, 2. Juli 2014

Juwi muss Stellen abbauen

Juwi gilt als DAS Vorzeigeunternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche. Der deutsche Anlagenbauer wurde in den vergangenen Jahren wiederholt auch als hervorragender Arbeitgeber ausgezeichnet - und nun kommt der Hammer selbst für Juwi, ein Stellenabbau um 400 Arbeitsplätze scheint gemäss Mitteilung des Unternehmens unausweichlich, um das Unternehmen flexibel und zukunftssicher aufzustellen. 


Mit einem umfangreichen Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm will der  Vorstand der juwi - Gruppe (im Bild der Hauptsitz in Wörrstadt) das Unternehmen auf die sich abzeichnenden Veränderungen auf den  Energiemärkten  vorbereiten. „Wir müssen erkennen, dass auf vielen unserer  Kernmärkte die Einsicht in die  Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen an Bedeutung  stark abgenommen hat “, so die bei den Gründer und Vorstände Fred Jung und Matthias Willenbacher.  Die juwi-Gruppe , die von  ihren Gründern in den vergangenen 18 Jahren zu einem erfolgreichen Unternehmen der Energiebranche mit  etwa 1.500 Mitarbeitern gewachsen  ist , will sich künftig  auf die beiden Bereiche  Projektentwicklung und  Betriebsführung konzentrieren und  weitet die bereits seit 2012 eingeschlagene Neuausrichtung des  Unternehmens  aus .

„Ein robustes und zukunftssicheres Geschäftsmodell ist im aktuellen Umfeld nur mit drastischen  Weichenstellungen zu erreichen. So schmerzhaft die  jetzigen  Maßnahmen auch sind: Wir haben angesichts der  widrigen Umstände keine Alternative “, so Willenbacher und Jung weiter. So  wird  zum Beispiel die nun weitgehend beschlossene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) den Ausbau der erneuerbaren  Energien (EE)  entgegen der klimapolitischen Notwendigkeit  eben gerade nicht beschleunigen.  Der Bioenergie-Ausbau wird nahezu zum Erliegen kommen, und  die sogenannte Stichtagsregelung für Windenergie - Projekte  hat  dem Markt  vorübergehend  das Vertrauen entzogen. „Wir wissen, dass wir mit  diesen Maßnahmen  eine Zäsur in der bisherigen Firmengeschichte herbeiführen“,  erläutern die beiden juwi-Eigentümer Matthias Willenbacher und Fred Jung.

„ Wir sehen  aber keine Alternative  zu diesen gravierenden und für viele Mitarbeiter und Freunde des Unternehmens schmerzhaften Maßnahmen,  wenn wir unsere Zukunft sichern wollen.“ Experten sind sich weitgehend einig, dass die Maßnahmen  zum Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien weltweit beschleunigt werden müssen.  Zuletzt hatte  der renommierte britische Ökonom Sir Nicholas Stern in einer neuen Studie gewarnt, dass  der Klimawandel  größere ökonomische Schäden anrichten könnte als bisher gedacht. Gute Gründe also, den Ausbau der  erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Zum Hintergrund
  • 2012 hat die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung den Ausstieg aus der solaren Stromerzeugung  eingeleitet. Deshalb richten wir uns seit 2012 aufgrund dieser ständig neuen politischen Vorgaben im  Bereich der Förderung erneuerbarer Energien kontinuierlich  neu aus; auch mit der Unterstützung von  externen Experten und im engen Austausch mit unseren Geschäfts - und Finanzierungspartnern.
  • Was wir nun tun ist folglich ein Resultat der Energiewende: Die Rahmenbedingungen haben sich sehr  drastisch verändert, vor allem in einem (ehemaligen) Kernsegment der juwi - Gruppe, dem Bau großer  Solaranlagen in Deutschland. Ein Marktsegment „großflächige Solaranlage“ gibt es seit letztem Jahr so  gut wie nicht mehr in Deutschland. Generell wird der gesamte Photovoltaik - Markt nach Einschätzung von Experten deutlich zusammenbrechen: Die Installationszahlen der gesamten Branche 2014 werden  sich gegenüber 2012 voraussichtlich auf ein Viertel reduzieren.
  • Wir haben festgestellt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen nicht ausreichen, um langfristig  profitabel zu wirtschaften und flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können. Dabei hatten wir  lange darauf vertraut, dass sich die Bedingungen für erneuerbare Energien in Deutschland und im  europäischen Ausland wieder verbessern werden. Spätestens mit den Anfang des Jahres von Wirtschaftsminister Gabriel vorgestellten ersten Eckpunkten zur EEG - Novelle mussten wir erkennen,  dass sich der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland nicht beschleunigen wird. Deswegen ist eine weitere Neuausrichtung unumgänglich.

Dienstag, 1. Juli 2014

Meyer Burger punktet wieder

Führende asiatische Wafer- und Modulproduzenten in der Photovoltaik schliessen zwei wichtige Aufträge mit dem Schweizer Solarkonzern Meyer Burger für die Lieferung von hochpräzisen Diamantdrahtsägesystemen und innovativem Modulequipment ab. Weiter wurde gemäss einer Mitteilung des Unternehmens ein strategischer Vertrag über die Lieferung von industriellen Diamantdraht-Schneidesystemen für Spezialanwendungen ausserhalb der Photovoltaik abgeschlossen.

Meyer Burger Technology AG gab am Montag den Abschluss von drei Verträgen im Wert von insgesamt über CHF 25 Millionen mit bestehenden Kunden bekannt. Damit konkretisiert sich, was die Entwicklung des Börsenkurses (siehe Grafik) seit längerem andeutete - das Solargeschäft des einstigen Highfliyers kommt wieder in die Gänge.  Der Anschlussauftrag über die Lieferung wasserbasierter Diamantdrahtsägen für die Herstellung von Wafer für Hochleistungssolarzellen wurde mit einem führenden Wafer Produzenten abgeschlossen. Für die erstklassige Fertigungsausbeute bei niedrigsten Produktionsprozesskosten vertraut der Kunde demnach auf die «Spitzenqualität und die fortschrittliche Diamantdrahttechnologie von Meyer Burger».

Ein zweiter Auftrag betrifft die Lieferung und Bereitstellung modernster Laminationstechnologie an einen industrieführenden Modulhersteller. Zur Steigerung seines Produktionsvolumens von innovativen Solarmodulen setzt der Kunde auf die hochentwickelten Prozesskontrollsysteme und die patentierte Hybridheizplattentechnologie von Meyer Burger. Beide Aufträge zusammen entsprechen einer jährlichen Produktionskapazität von insgesamt 700 MW. Die Auslieferung der Systeme ist im Laufe des Jahres 2014 vorgesehen. Ein weiterer Vertrag über die Lieferung von Hochpräzisions-Sägesystemen auf Basis von industriellem Diamantdraht kam im Bereich spezialisierter nicht-PV-Technologien zustande.