Sonntag, 6. September 2009

Olkiluoto-3 erneut verzögert

Das finnische Atomkraftwerk Olkiluoto-3 erfährt offenbar erneut eine Verzögerung. Die neue Technologie des Druckwasserreaktors EPR gerät damit unter unerwünschten Druck.

Schlechtes Wochenende für die Atomindustrie: In der deutschen Hauptstadt gingen mehr als 50'000 Personen auf die Strasse und forderten in einer der mächtigsten Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Jahre die Abschaltung aller Atomanlagen weltweit.

Derweil meldet das Schweizer Nuklearforum die weitere Verzögerung eines einst als Vorzeigeprojekt gehandelten Bauvorhabens (im Bild die unvollendeten Bauten). Das Forum wörtlich: «In ihrer Pressemitteilung zur Halbjahresbilanz 2009 vom 31. August hat die Areva, die Hauptauftragnehmerin für den Bau des weltweit ersten Druckwasserreaktor des Typs EPR in Finnland, mitgeteilt, sie werde die letzten Bauphasen der Kernkraftwerkseinheit Olkiluoto-3 verzögern, solange die finnische Auftraggeberin Teollisuuden Voimy Oyj (TVO) verlangte technische Änderungen und deren Zusatzkosten nicht genehmige.

Die TVO dementierte in ihrer Medienmitteilung vom 1. September 2009, von der Areva über einen Baustopp oder Bedingungen zur Fortführung der Arbeiten informiert worden zu sein. Das Baukonsortium Areva-Siemens sei für die Einhaltung der Fristen zuständig. Die TVO erfülle den Vertrag sowie die verlangten Sicherheitsmassnahmen und erwarte von der Areva dasselbe, so das Unternehmen. «Der Bauzeitplan stellt eine Herausforderung dar und Arevas öffentliche Spekulationen über einen Baustopp macht es nicht einfacher, ihn einzuhalten», so Jarmo Tanhua, TVO-CEO. Die Areva ihrerseits wirft der TVO vor, mit der sehr langsamen Bearbeitung von Dokumenten für die Verzögerungen verantwortlich zu sein. Laut Pressemitteilung der Areva ist der nächste Schritt das Setzen der Reaktorgebäudekuppel. Danach beginnen die letzten Bauphasen mit der Installation der Leitungen, den Systemtests und der Inbetriebnahme.»

Der finnische Atommeiler hätte ursprünglich bereits in diesem Jahr ans Netz gehen sollen - die aufgelaufenen Verzögerungen betragen mindestens drei Jahre und die Kosten haben sich auch bereits um rund die Hälfte auf rund acht Milliarden CHF erhöht. Ein weiterer Hinweis darauf, wie unrealistisch gigantische Energievorhaben sind, die nicht nur gefährlich und teuer sind, sondern die vor allem auch gegenüber den Erneuerbaren zunehmend in Rückstand geraten - Belege finden sich in all den Projekten, die Solarmedia laufend vorstellt.

© Solarmedia / Quelle: Nuklearforum Schweiz

Samstag, 5. September 2009

Nanosolar vor grossem Coup?

Die US-Firma will am 9. September eine wichtige Entwicklung bekannt geben. Ist es der lange erwartete Produktionsstart von hochwertigen und gleichzeitig preisgünstigen Dünnschicht-Modulen?

Mitunter galt die Firmengründung des Österreichers Martin Röscheisen in Palo Alto (Kalifornien) als Luftgebilde. Aber bislang hat sie immerhin um die 500 Millionen US-$ an Venture Capital zusammen gekratzt – und jetzt ist eine äusserst wichtige Meldung für kommenden Mittwoch angesagt. Zu den Geldgebern gehören unter anderem die Google-Gründer und dem Vernehmen nach auch der Rückversicherer SwissRe. Ebenso beteiligt ist der renommierte Venture-Capitalist Mohr Davidow Ventures. Er unternahm noch im Vorjahr eine zweite Finanzierungsrunde für die «Entwicklungsfirma mit weltweit kostengünstigster Solarstrom-Technologie».

Eine ausführliche Recherche von Solarmedia im Internet hat unter anderem folgende Facts zutage gefördert: Nanosolar, Inc. hat sich zum Ziel gesetzt, mithilfe der weltweit kostengünstigsten Solarzellen und einem Herstellungsverfahren, das sich hervorragend zur Produktion grosser Mengen eignet, Solarstrom flächendeckend einzuführen. Nanosolar hat es möglich gemacht, Solarzellen, die genauso viel Energie liefern und die gleiche Lebensdauer aufweisen wie herkömmliche Silizium-Solarzellen, schlicht zu drucken. Dadurch ist es Nanosolar gelungen, den potenziellen Durchsatz des Herstellungsprozesses von Solarzellen drastisch zu erhöhen und so einen bisher unerreichten Kosten- und Skalierbarkeits-Vorteil für die Massenproduktion zu erzielen.

Als ehrgeizig bezeichnete der Solarserver die Pläne der US-Firma Nanosolar. Sie habe einen Herstellungsprozess entwickelt, bei dem winzige Nanopartikel aus Kupfer, Indium, Gallium, Selen und eventuell Schwefel im "Rolle-zu-Rolle"-Verfahren auf eine Folie gedruckt werden. Auf 0,30 bis 0,35 Dollar (0,22 bis 0,25 Euro) wollen die Amerikaner mit ihrer innovativen Drucktechnik die Kosten senken - rund ein Drittel der Fertigungskosten des Branchenprimus First Solar. "Wir können große Flächen in sehr kurzen Taktzeiten beschichten", erklärt Nanosolar-Sprecher Erik Oldekop. Die Fabriken stehen bereits, der Start der Serienfertigung naht. In einem 430-MW-Werk in San José, Kalifornien, will Nanosolar die Zellen herstellen und diese dann in Luckenwalde bei Berlin zu Modulen verschalten.

Gemäss dem «Lohas-Guide» wird die Dritte Welle der Solarenergie von Nanosolar angeführt: «Wir vereinen unterschiedliche technologische Grundlagen zu einer durchschlagenden Innovation, die damit erst die Versprechungen der Zweiten Welle einlöst.» Das Resultat dieses patentierten technologischen Fortschrittes ist eine dramatische Verbesserung von Kosteneffizienz, Ausbeute und Durchsatz bei der Produktion der Dünnschichtsolarzellen.Nanosolar hat neue Grundlagentechnologien entwickelt und ermöglicht so kostengünstigen Solarstrom. Nanosolar baut am Standort Luckenwalde im Großraum Berlin gegenwärtig Europas größte Modulfertigung auf.

Zu den technischen Spezifikationen schreibt PluginGermany: In einer Minute werden 30 m Solarzellen gedruckt. Während Anlagen für normale CIGS-Dünnschichtzellen ca. 55 Millionen Euro kosten und von den Ausgangsmaterialien nur 30-80 % genutzt werden, kostet dieser Solarzellendrucker nur 12 Millionen Euro und nutzt 100 Prozent des Materials. Die Herstellungskosten sollen insgesamt nur ein Fünftel der herkömmlichen Kosten betragen. Als erreichter Wirkungsgrad werden 14 % angegeben. Auch die energetische Amortisationszeit sinkt auf ca. 2 Monate. Da ein Drucker von Nanosolar, beinahe so viele Produktionskapazität hat, wie alle konventionellen Werke für Photovoltaik in Deutschland derzeit zusammen, handelt es sich bei diesem Verfahren um eine echte Revolution. Die Investionskosten für die Anlagen würden sich somit nur auf 1,6 Mrd $ belaufen. Die Menschheit hätte Maschinen, die die Solarzellen produzieren können, welche es erlauben würden in 10 Jahren den gesamten Planeten auf Solarstrom umzustellen. Im Prinzip braucht man nur 1000 dieser Maschinen, Silizium (Sand) und Alufolie. Da es sich um Dünnschichtzellen handelt, benötigen sie im Vergleich zu herkömmlichen Zellen aus Waferplatten nur einen Bruchteil an Silizium.

Und nun die Ankündigung für den kommenden Mittwoch, allerdings völlig sibyllinisch: Auf der deutschsprachigen Ausgabe der Firma, die ihren Europahauptsitz übrigens in Zug hat, steht zu lesen:
© Solarmedia
Quellen: Newswire / Solarserver / Lohas-Guide / PluginGermany

Freitag, 4. September 2009

Solyndra erhält Riesenkredit

US-Vize-Präsident Joe Biden gab eine 535-Millionen-schwere Unterstützung einer Start-up-Firma bekannt. Sie wird Dünnfilmmodule für PV-Grossanlagen herstellen.

Solyndra entwickelt und produziert photovoltaische Systeme für den kommerziellen Flachdachmarkt. Solyndra nutzt dabei Verfahren zur Massenproduktion, die auf bewährten und modernsten Technologien und Methoden basieren.


Nachfolgend die Pressemitteilung im Original-Wortlaut: Vice President Joe Biden, appearing via satellite from Washington, D.C., today announced the Department of Energy has finalized a $535 million loan guarantee for Solyndra, Inc., which manufactures innovative cylindrical solar photovoltaic panels that provide clean, renewable energy. The funding will finance construction of the first phase of the company's new manufacturing facility. Annual production of solar panels from the first phase is expected to provide energy equivalent to powering 24,000 homes a year or over half a million homes over the project's lifetime. Solyndra estimates the new plant will initially create 3,000 construction jobs, and lead to as many as 1,000 jobs once the facility opens. Hundreds more will install Solyndra's solar panels on rooftops around the country.

"It is time to rev up the American innovation machine and reclaim our lead on clean energy," said Secretary Chu. "This investment is part of a broad, aggressive effort to spark a new industrial revolution that will put Americans to work, end our dependence on foreign oil and cut carbon pollution." The Recovery Act is changing America's economy, making significant investments that are catalyzing private funding sources, creating sustainable green jobs, and transforming how America produces and uses energy. Secretary Chu has made it his priority to accelerate important DOE investments under the American Recovery and Reinvestment Act, helping move America's energy policy forward. Finalizing this agreement with Solyndra, which was issued a conditional commitment earlier this year, solidifies DOE's focus on expediting loan guarantees and other funding opportunities.

Solyndra is the first recipient of a loan guarantee under the Recovery Act and Title XVII of the Energy Policy Act of 2005. In addition, the loan guarantee issued to Solyndra is the first issued by DOE since the 1980s. Over its lifetime, the first phase of the facility could manufacture up to 7 gigawatts of solar panels, which can generate electricity equivalent to 3 or 4 coal fired power plants. This plant will produce about as many new solar panels as the United States produced in 2005. The project will introduce into large-scale commercial operation a new and highly innovative process for manufacturing a breakthrough design for photovoltaic panels. Solyndra's panels will be primarily used in the fast-growing market for large, flat rooftops.

Quelle: US-Energie-Departement

Alles zur Solarenergie

Die Radiosendung Espresso hat in einer Serie alle Aspekte der Solarenergie beleuchtet. Alle Sendungen sind jetzt über Internet zu hören.

Pünktlich zum Tag, an dem der Schweizer Solarpreis verliehen wird (siehe auch Hinweis in «Das aktuelle Bild» in der rechten Spalte dieses Blogs) hat die morgendliche DRS-1-Konsumentensendung ein Dossier zusammen gestellt: Kann man Sonnenkollektoren auch selber installieren? Wie effizient sind Solarzellen nach 20 Jahren? Darf man auf ein «erhaltenswertes» Bauernhaus eine Solaranlage stellen? Antworten auf diese und andere Fragen gab Experte David Stickelberger im Studio. In thematisch gegliederten Beiträgen kommen auch folgende Aspekte zur Sprache:

Solarenergie im Alltag
Solarbetriebene Geräte gibt es immer mehr. Vom Grill, über den Rasierer bis hin zur Solartasche, über die beispielsweise auch das Handy geladen werden kann. Auch im öffentlichen Raum setzt man immer mehr auf Sonnenenergie.

Bewilligungs-Dschungel für Solaranlagen

Wer in historischen Kernzonen Häuser mit Solarpanels ausstatten will hat es schwer. Je nach Kanton sind die Bewilligungskriterien verschieden, oder es braucht gar keine Bewilligung.

Sonnenenergie hat Zukunft
Autos, die statt mit Benzin oder Diesel mit Solarenergie fahren, das Laptop, das mit Sonnenenergie betrieben wird - das alles ist heute noch ganz klar Zukunftsmusik.

Was bringt eine Solaranlage finanziell?
Wer zu Hause eigenes Warmwasser oder eigenen Strom produzieren will, muss tief in die Tasche greifen. Eine Solarenergie-Anlage zur Warmwasseraufbereitung für ein Einfamilienhaus kann bis zu 30'000 Franken kosten.

Alle Sendungen sind direkt zu hören. Weitere Informationen zu Fragen der Solarenergie bietet auch der Fachverband Swissolar.

Donnerstag, 3. September 2009

Kurzarbeit aufgehoben

Jetzt spürt auch die Schweizer Solarindustrie wieder Rückenwind. Der Wafer-Fräsmaschinenspezialist und frühere Börsenstar Meyer-Burger hat die Kurzarbeit aufgehoben.

Der Spezialsägen-Hersteller Meyer Burger hat im ersten Halbjahr 2009 Umsatz und Konzerngewinn gesteigert. Prognosen will CEO Peter Pauli jedoch nicht abgeben. Im ersten Halbjahr hat der Solarzulieferer den Umsatz um 11 Prozent gegenüber Vorjahr auf 213,4 Millionen Franken gesteigert. Der Bruttogewinn blieb mit 76,4 Millionen Franken «nahezu» unverändert, der Konzerngewinn konnte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 um 4 Prozent auf 12,1 Millionen gesteigert werden.


Meyer Burger hat den Hauptsitz in Thun und steigerte die Anzahl der MitarbeiterInnen im vergangenen Jahr auf rund 630.



Betriebsinterne Sorgen gibt es keine. Doch im Kundenumfeld kämpfen verschiedene Firmen mit finanziellen Schwierigkeiten. So schrieb die Financial Times, dass der deutschen Solarindustrie wegen der Konkurrenz aus China ein Kollaps drohe. «Die Finanzkraft unserer Kunden bereitet uns Sorgen», sagt Peter Pauli, CEO von Meyer Burger, im Video-Interview mit cash. «Wenn die Wirtschaft einen Dämpfer kriegt, Siliziumpreise fallen und sich die Rahmenbedingungen des Marktes komplett verändern, wird das eine oder andere Unternehmen vor Probleme gestellt.» Negative Folgen für Meyer Burger sieht der CEO bisher jedoch nicht. Aufträge werden bloss verschoben, Stornierungen seien «im normalen Rahmen». «Im Moment läuft die Produktion mit voller Auslastung, die Kurzarbeit haben wir vorerst aufgehoben», so Pauli.

Dies auch dank den weltweiten Konjunkturprogrammen und Subventionen in China. «Wir spüren die Programme in den Abrufen der Aufträge aus China», sagt Pauli. Im ersten Halbjahr wurden 58 Prozent des Umsatzes in Asien erzielt, in Europa 41 Prozent. Dennoch kann Pauli nicht sagen, wie es im dritten und vierten Quartal weitergeht. «Die Situation ist im Moment sehr volatil und hängt damit zusammen, wie wir Maschinen ausliefern können. Das hat einen Einfluss auf das Jahresergebnis und kann sehr grosse Sprünge machen im guten zweistelligen Millionenbereich», sagt der CEO. Auf eine Umsatz- und Gewinnprognose wird deshalb – wie schon im Frühjahr – verzichtet. Aus Gesprächen mit Kunden hat Meyer Burger jedoch Hinweise, dass sich die Solarzellen-Hersteller auf weitere Wachstumsschritte vorbereiten. Der Zulieferer erwartet deshalb «solide Resultate». Die Aktie des Spezialsägenherstellers legte um 6,3 Prozent auf 198.50 Franken zu.

Meyer Burger stellt vor allem Spezialsägen für die Produktion von Wafern aus Silizium, Saphir und anderen Kristallen her. Diese kommen in der Halbleiterindustrie, in der Solartechnik (Photo-Voltaik) und bei der Produktion von Hochleistungs-LEDs zum Einsatz. Da die Solarbranche trotz Wirtschaftskrise weiter wächst, geht Meyer Burger davon aus, dass dies auch für das Unternehmen selbst gilt.

Quelle: Meyer-Burger / Cash.ch

Mittwoch, 2. September 2009

Solarbranche geadelt

Die neueste Ausgabe der renommierten Zeitschrift National Geographic bringt es in ihrer Titelgeschichte auf den Punkt: «Solar Power - The Exclusive Promise Of Endless Energy (Solarenergie - Exklusives Versprechen endloser Energie.»

Der Artikel, bebildert mit wunderbaren Aufnahmen verschiedenster Anlagen in der ganzen Welt ist bemerkenswert, weil er sich in erster Linie auf die Entwicklung in den USA bezieht. Dort war «solar» schon mal gross im Schwange – nur ist das rund 30 Jahre her. Und während Präsident Carter Sonnenkollektoren auf das Weisse Haus montieren liess, entfernte sie Nachfolger Ronald Reagan kurzerhand wieder.... Der in den Folgejahren tiefe Ölpreis tat das Seine und viele Solaringenieure wandten sich der verwandten Informationstechnologie zu.

In Spanien gingen im letzten Jahr mehrere neue solarthermische Anlagen in Betrieb. Laut National Geographic derzeit noch die ergiebigere Art der Nutzunge der Sonne als Energiequelle, doch die Photovoltaik, also die direkte Umwandlung der Sonnenstrahlen in Strom, holt mächtig auf.

Die Informationstechnologie ist Bezugspunkt, wenn heute in den USA die Solarbranche plötzlich wieder «in» ist. Denn mit ihrer Halbleitertechnologie hat sie vorgemacht, was die Solarbranche mit eben dieser Technologie ebenfalls schaffen könnte: Eine schnelle Verbreitung dank rasant sinkender Preise bei gleichzeitig ebenso rasant steigender Leistung. Die Preissenkungen seit vergangenem Jahr (rund ein Drittel bei Modulen mit kristallinen Zellen) weisen genau in diese Richtung, wenn auch die Nachfrage selbst angesichts des Konjunktureinbruchs nur noch stagniert (nach Wachstumsraten von regelmässig 20 bis 50 Prozent jährlich.

Wer die Medien aufmerksam verfolgt, konstatiert denn auch wieder wachsendes Interesse, aber auch aggressiv wachsende Diskussionen. So haben hierzulande in den vergangenen Wochen die Weltwoche den Sinn der Erneuerbaren Energien ganz generell, die Handelszeitung mit einem Interview des Grünenfressers Hans-Werner Sinn die Solartechnologie wegen ihrer Kosten und die NZZ die Kostendeckende Einspeisevergütung in der Schweiz vehement in Frage gestellt. Anders National Geographic. Gemäss der Zeitschrift mit Millionenauflage und wissenschaftlich abgesichertem Background könnte es dieses Mal die Solarbranche wirklich schaffen. Denn das scheine ausser Zweifel zu stehen: Die einzige wirklich endlos zur Verfügung stehende Energiequelle ist die Sonne.

Viele Einwände, nicht nur der kleinkarierten Art wie in den hiesigen Medien sind möglich. Aber Vieles ist eben auch im Fluss – nicht mehr ein dünnes Rinnsal, sondern schon ein reissender Strom, zumindest im Weltmassstab. Täglich erreichen uns Meldungen über die Errichtung neuer Produktionsanlagen (vor allem in China), aber auch über die Inbetriebnahme grosser Anlagen. Solarstrom erzeugt im an sich sonnenarmen Deutschland bereits rund ein Prozent des Gesamtverbrauchs. Das erscheint vielen als mikrig, aber jede Branche hat klein angefangen. Und teuer soll es sein – Sinn behauptet etwa um den Faktor zehn. Doch die Konsumenten der Zürcher Solarstrombörse wissen es besser: In den letzten zehn Jahren sank der Preis für Solarstrom von 1.20 CHF auf 75 Rappen – und das ist jetzt gerade noch viermal so viel wie für den herkömmlich erzeugten bezahlt werden muss.

Erneuerbare Energien werden immer billiger – gerade darin liegt der Sinn ihrer Förderung. Die finanzielle Unterstützung ist zeitlich begrenzt und wird uns wohl dereinst weniger gekostet haben, als wir für Atomstrom aufgewendet haben (in der Schweiz allein mehr als 50 Milliarden). Und die Deutschen für ihre unsägliche Kohleförderung. Andrerseits werden die Fossilen immer teurer, das hat nun wirklich der hinterste und letzte gemerkt – so auch die verbliebene Schweizer Schwerindustrie (Stahlerzeugung), die sich über stark steigende Strompreise mokiert. So ist der Tag nicht fern, an dem auch photovoltaisch erzeugter Strom die so genannte Grid Parity erreicht, für die KonsumentInnen ab Steckdose also nicht mehr teurer als konventionell erzeugter ist. Und dann wird die Post für die Solarenergie erst so richtig abgehen – auch wenn das hierzulande zuallerletzt vermerkt wird. Die Weltzeitschrift National Geographic hat es in ihrer Septemberausgabe der US-Edition auf jeden Fall gemerkt.

© Solarmedia