Freitag, 22. März 2019

Über 1000 KWh pro kWp

Wie hoch ist die Qualität der Schweizer Photovoltaikanlagen, die eine kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) erhalten? Dieser Frage geht die im Auftrag des Bundesamts für Energie erstellte und kürzlich publizierte Studie «Performance-Analyse der Schweizer KEV PV-Anlagen» nach. Von besonderem Interesse war, wie viel der Sonneneinstrahlung von den PV-Anlagen in elektrischen Strom umgewandelt werden kann.
Die Analyse wurde im Zeitraum zwischen 2009 und 2016 durchgeführt und berücksichtigt den Ertrag von 1’658 KEV-Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 206,8 Megawatt. Dies entspricht 12 Prozent aller Schweizer Anlagen (Stand Ende 2016), womit die Ergebnisse statistisch aussagekräftig sind. Die Firma TNC entwickelte eigens für diese Analyse eine spezielle Methodik. Diese führt einerseits die erfassten elektrischen Erträge der PV-Anlagen und andererseits ihre standortspezifisch berechneten Einstrahlungsverhältnisse, welche auf gemessenen Meteodaten basieren, systematisch zusammen. Anschliessend wertet sie die so genannte Performance-Ratio (PR) aus. Grundlage hierfür bilden die Ertragsdaten der geförderten Anlagen, die anonymisiert und aggregiert wurden.
Die Resultate der Analyse sind erfreulich. Sie zeigen, dass die Schweizer PV-Anlagen mit einem Mittelwert von leicht mehr als 75 Prozent generell eine gute Performance aufweisen. Die gemessenen elektrischen Jahreserträge liegen im untersuchten Zeitraum für typische Anlagen im Schnitt mit 1015 kWh/kWp über den bisherigen Annahmen des BFE von 950 kWh/kWp. Bei der Beobachtung der PR über die Zeit kam die Studie zu zwei interessanten Ergebnissen: Erstens führt der technologische Fortschritt dazu, dass die Anlagen, die in dem Zeitraum jeweils neu in Betreib genommen wurden, eine jährliche Steigerung der PR von zirka 0,36% aufwiesen. Zweitens zeigt sich, dass die Degradation der Module (d.h. die jährliche Leistungsabnahme durch Alterung) für die ausgewerteten Anlagen bei 0,2-0,3% pro Jahr liegt und somit deutlich tiefer als die bisher vom BFE angenommenen 0,5% pro Jahr.
Wieland Hintz, BFE-Fachspezialist Erneuerbare Energien

Donnerstag, 21. März 2019

Meyer Burger steht weiter im Gegenwind

Der einzige verbliebene grosse Schweizer Solarkonzern spricht im Jahresbericht 2018 von einem schwierigen Marktumfeld. Das findet auch Niederschlag im Geschäftsergebnis: Der Nettoumsatz sank deutlich, das Konzernergebnis ist weiterhin tiefrot. Als Lichtblick meldet Meyer Burger eine wichtige strategische Partnerschaft mit einem führendem Entwickler von hoch-effizienten Perowskit-Solarzellen der nächsten Generation und den Verkauf einer 200 MW Heterojunction Produktionslinie.



Vergrössern mit Klick auf Tabelle !

Für die PV-Hersteller war 2018 gemäss Medienmitteilung ein herausforderndes Jahr. Es begann mit der Ankündigung des US-Präsidenten im Januar 2018, dass erhöhte Importzölle auf PV-Module und Zellen eingeführt werden; und war danach geprägt von einer sich verschärfenden Handelskrise zwischen den USA und China, worunter unzählige Firmen und Industrien weltweit litten. Zudem kündigte die chinesische Regierung am 31. Mai 2018 eine substanzielle Reduktion der Subventionen im Photovoltaik-Bereich an. Trotz des langfristig positiven Ausblicks für die Solarindustrie haben diese Faktoren zu Unsicherheiten geführt und zu einer deutlichen Zurückhaltung der Kunden, neue Investitionen für PV-Equipment zu tätigen. Der Markt zeigte gegen Ende des Jahres 2018 wieder erste Anzeichen einer Erholung.

Vor dem Hintergrund dieses politischen Umfelds und des Margendrucks bei Standard-PV-Lösungen verzeichnete Meyer Burger im Berichtsjahr 2018 einen Auftragseingang von CHF 326.8 Mio. (2017: CHF 560.7 Mio.). Grössere Aufträge im Jahr 2018 beliefen sich auf CHF 122 Mio. (inklusive einem Heterojunction / SWCT™ Grossauftrag von CHF 74 Mio. im Dezember 2018) verglichen mit CHF 243 Mio. im Vorjahr (bei denen ebenfalls ein Heterojunction-Auftrag im Betrag von CHF 45 Mio. im Oktober 2017 enthalten war). Der Auftragsbestand per 31. Dezember 2018 lag bei CHF 240.5 Mio. (31.12.2017: CHF 343.8 Mio.).

Der Nettoumsatz belief sich auf CHF 407.0 Mio. (2017: CHF 473.3 Mio.). Im Vergleich zum Vorjahr muss dabei ein Umsatzrückgang von CHF 10.2 Mio. durch den Verkauf der Geschäftseinheit Solarsysteme an die 3S Solar Plus AG im Juni 2018 berücksichtigt werden. Gleichzeitig gab es positive Fremdwährungseffekte (vor allem in Euro) von CHF 15.2 Mio. Auf einer vergleichbaren Basis ging der Umsatz der weitergeführten Geschäftsaktivitäten im Berichtsjahr 2018 um CHF 71.3 Mio. bzw. 15% zurück.

Die Personalkosten reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um CHF 9.8 Mio. bzw. 7% auf CHF 125.9 Mio. (2017: CHF 135.7 Mio.). Dies zeigt, dass Meyer Burger die Organisation flexibler ausrichten und die Fixkostenbasis erneut deutlich reduzieren konnte. Der sonstige Betriebsaufwand belief sich auf CHF 48.8 Mio. und beinhaltet einmalige Kosten von CHF 4.3 Mio. im Zusammenhang mit der Devestition der Geschäftseinheit Solarsysteme (2017: CHF 46.7 Mio.). Ohne diese einmaligen Kosten wäre der sonstige Betriebsaufwand um rund 5% tiefer ausgefallen als im Vorjahr.

Das EBITDA lag im Berichtsjahr 2018 bei CHF 26.1 Mio. (2017: CHF 12.4 Mio.), mit einer EBITDA Marge von 6.4% (2017: Marge von 2.6%). Die Abschreibungen und Amortisationen beliefen sich auf CHF 24.3 Mio. (2017: CHF 31.7 Mio.) und gingen im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet zurück. Das Ergebnis auf Stufe EBIT lag bei CHF 1.8 Mio. (2017: CHF -19.3 Mio.). Das Finanzergebnis netto betrug CHF -9.8 Mio. (2017: CHF -10.3 Mio.). Das ausserordentliche Ergebnis belief sich auf CHF +0.7 Mio. Dies steht mehrheitlich im Zusammenhang mit Folgekosten und Effekten aus den Schätzungsänderungen im Zusammenhang mit der im Jahr 2017 kommunizierten Einstellung der Produktionsaktivitäten am Standort Thun (2017: CHF -48.8 Mio., vor allem im Zusammenhang mit der Devestition von DMT und dem damit verbundenen Goodwill Recycling sowie Kosten betreffend die Reorganisation und Einstellung der Produktionsaktivitäten in Thun).

Aufgrund der negativen Einflüsse aus den Wertberichtigungen auf latenten Ertragssteuerguthaben (CHF 49.0 Mio.) hat sich der Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verringert und lag bei CHF -59.4 Mio. (2017: CHF -79.3 Mio.). Das Eigenkapital betrug CHF 181.7 Mio. (31.12.2017: CHF 243.0 Mio.). Die Eigenkapitalquote zum Jahresende 2018 lag bei 52.0% (31.12.2017: 51.7%).

Anpassung Geschäftsleitung: Im Rahmen der Unternehmensstrategie mit Fokus auf Zell-/Modultechnologien wird die Geschäftsleitung von fünf auf vier Mitglieder verkleinert. Daniel Lippuner, COO, verlässt die Geschäftsleitung per Ende Juni 2019. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung danken Daniel Lippuner für seine Leistungen und das grosse Engagement für Meyer Burger und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Ausblick 2019: Aufgrund der politischen Unsicherheiten, wie beispielsweise Importzölle, Energiepolitik und neuer Subventionspolitik in China, die noch nicht veröffentlicht wurde, ist es schwierig, das Jahr 2019 zu prognostizieren. Der Vollzug des bereits unterzeichneten Verkaufs des Wafer Geschäfts wird in den nächsten Wochen erwartet und führt zu einem Mittelzufluss von rund CHF 50 Mio.

Quelle: Der Geschäftsbericht 2018 und die Präsentation zum Jahresergebnis 2018 stehen auf der Websitewww.meyerburger.comunter dem Link– Investor Relations – Berichte & Publikationen – zum Download zur Verfügung: https://www.meyerburger.com/de/meyer-burger/investor-relations/berichte-publikationen/

^^^ Nach oben

Mittwoch, 20. März 2019

Schlüsseltechnologie für Energiewende: CIGS

Ein neues Whitepaper der Forschungsinstitute ZSW und HZB zeigt: CIGS-Dünnschicht-Solarzellen besitzen großes Potenzial für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum. 

Fassade mit integrierten CIGS-
Dünnschicht-Solarmodulen
am Institutsgebäude
des ZSW in Stuttgart
Die CIGS-Dünnschicht-Photovoltaik kann eine wichtige Säule für die globale Energiewende werden. CIGS-Dünnschichtmodule bieten hohe Leistung zu geringen Kosten, und ihre Herstellung benötigt wenig Energie. Außerdem erlauben CIGS-Module auch ästhetisch an-spruchsvolle Gestaltungen in Gebäuden und Fahrzeugen. Damit hat CIGS erhebliche Vorteile gegenüber anderen Technologien. Ein neues Whitepaper von ZSW und HZB beschreibt die Stärken und Einsatzmöglichkeiten von CIGS und die daraus resultierenden großen Chan-cen auch für die Wirtschaft. 

CIGS ist ein Halbleitermaterial aus den Elementen Kupfer, Indium, Gallium und Selen. Seine Eigenschaften sind bemerkenswert: Dünnschicht-Solarzellen auf CIGS-Basis übertreffen alle anderen Dünnschicht-PV-Technologien mit einem Zellwirkungsgrad von 23,35 % auf der Zelle und 17,5 % auf der Modulebene. Die Produktionskosten von CIGS sind im Vergleich zu anderen PV-Technologien in Bezug auf Investitionen und insbesondere auf die Betriebskosten sehr wettbewerbsfähig. Und unter gestalterischen Gesichtspunkten sind CIGS-Module sowohl in der rein schwarzen Standardform als auch in den farbigen oder gemusterten Varianten konventionellen Modulen weit überlegen. 

Diese Eigenschaften ermöglichen den Einsatz von CIGS in einer Vielzahl von Anwendungen, für die andere Technologien ungeeignet wären. Neben Dach- oder Großflächen, bei denen CIGS mit anderen PV-Technologien konkurrenzfähig ist, eignet es sich besonders für die Integration in Gebäude, zum Beispiel als Fassaden-, Fenster- oder Dachmaterial. Beim Einsatz auf flexiblen Substraten wie Stahl oder Polyimid können leichte CIGS-Module auch problemlos auf dem Dach von Fahrzeugen, z.B. Elektroautos, Bussen, Lastwagen, Schiffen oder Zügen, angebracht werden. In Bezug auf die Umweltauswirkungen schneidet CIGS auch im Vergleich mit anderen Solarzell-Technologien hervorragend ab. Der CO2-Fußabdruck beträgt nur 12 bis 20 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde, was deutlich unter dem von kristallinem Silizium (50 bis 60 g) und natürlich deutlich unter dem von fossilen Technologien (700 bis 1.000 g) liegt. Die energetische Amortisationszeit beträgt weniger als 12 Monate und ist damit ebenfalls deutlich geringer als bei kristallinem Silizium (12 bis 18 Monate). Darüber hinaus kann CIGS mit geringem Aufwand und in hoher Qualität recycelt werden, so dass die anstehenden End-of-Life-Normen in der Europäischen Union und anderen Ländern erfüllt werden können. 

Mit diesen Eigenschaften ist CIGS bestens positioniert, um die Anforderungen zukünftiger Energiesysteme zu erfüllen. Für Investoren bietet die CIGS-Technologie daher ein hochattraktives Geschäftsfeld. Mit CIGS ist es möglich, voll integrierte Produktionsanlagen mit hohem Automatisierungsgrad zu bauen. Und es gibt weiteres Potenzial für Kostensenkungen, insbesondere bei den Betriebskosten. Europa verfügt über Lieferanten für modernste Produktionsanlagen sowie über exzellente CIGS-Forschungseinrichtungen, die untereinander bestens vernetzt sind, und bietet damit ein ideales „Ökosystem“ für die Weiter-entwicklung dieser Technologie. Um dieses einzigartige Ökosystem zu nutzen und das enorme Potenzial von CIGS neben anderen PV-Technologien sowohl für den Klima-schutz als auch für die Wirtschaft zu heben, brauchen wir günstige politische Rahmenbedingungen. Die Ausbauziele für die Photovoltaik auf deutscher und europäischer Ebene müssen erhöht und regulatorische Barrieren wie der 52-Gigawatt-Deckel beseitigt werden, damit die PV, insbesondere die Dünnschicht-PV, die globale Energiewende vorantreiben kann.  

Hier können Sie das Whitepaper herunterladen: https://cigs-pv.net/download/ 

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gehört zu den führenden Instituten für angewandte Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit rund 260 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Hinzu kommen 90 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte.Das ZSW ist Mitglied der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW), einem Zusammenschluss von 13 außeruniversitären, wirtschaftsnahen Forschungsinstituten. 

Das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) werden komplexe Materialsysteme untersucht, die dazu beitragen, die Energiewende zu bewältigen. Zum HZB-Portfolio gehören Solarzellen, solare Brennstoffe, Thermoelektrika sowie Materialien für neue energieeffiziente Informationstechnologien (Spintronik). Die Forschung an diesen Energie-Materialien ist eng an den Betrieb und die Weiterentwicklung der Photonenquelle BESSY II geknüpft. Ein wichtiger Forschungsansatz liegt dabei auf Dünnschichttechnologien. Am HZB sind 1150 Mitarbeitende beschäftigt.

Quelle: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

^^^ Nach oben

Dienstag, 19. März 2019

Solarspeicher: Preise um 60 Prozent gesunken

Der deutsche Bundesverband Solarwirtschaft erwartet ein anhaltend starkes Marktwachstum bei Solarstromspeichern und rechnet mit dem Abbau verbliebener Marktbarrieren. Die Preise schlüsselfertiger Batteriespeicher sind in den letzten fünf Jahren um 60 Prozent gesunken.

Die Nachfrage nach Solarstromspeichern wird in Deutschland nach Einschätzung des Solar- und Speicherverbandes BSW auch in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen. Bei neuen Solarstromanlagen gehört die Kombination mit Batteriespeichern inzwischen zum Standard, um selbst erzeugte Solarenergie rund um die Uhr nutzen zu können. Die Technologie stehe auf der Schwelle zum Massenmarkt. „Das Bedürfnis, sich Vorräte anzulegen ist tief im Menschen verwurzelt. Für die Energiewende ist es ein Erfolgsprinzip und energiewirtschaftlich sinnvoll, um das schwankende Angebot von Solar- und Windenergie an die Stromnachfrage anzupassen und den Netzausbaubedarf zu reduzieren. Die wachsende Beliebtheit von Photovoltaik und Speichern gehen dabei Hand in Hand“, freut sich BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Weitere Marktimpulse für die Errichtung von Heim- und Gewerbespeichern erwartet der BSW in den nächsten Jahren durch die Einführung der Elektromobilität, die Digitalisierung und die Nachrüstung der rund 1,5 Millionen bereits installierten Solarstromanlagen, sobald diese nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Nach regelmäßigen BSW-Erhebungen sind die Preise für schlüsselfertig installierte Solarstromspeicher in den letzten fünf Jahren um rund 60 Prozent gesunken. Inzwischen seien rund 120.000 Solarstromspeicher in Deutschland in Betrieb, 2018 kamen nach einer ersten Einschätzung des Verbandes 35.000 bis 40.000 neue Speicher hinzu.

Solarspeicher bieten der Energiewende vielfältige Vorteile: Sie ermöglichen es, den erzeugten Solarstrom vor Ort effizienter zu nutzen, Lastspitzen zu verschieben, Stromnetze zu entlasten und den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität zu erleichtern. Mit einer Studie der TU-Braunschweig hatte der BSW erst jüngst verdeutlicht, dass sich mit einer intelligenten Verzahnung von Speichern, Solarenergie und Ladeinfrastruktur der für die Verkehrswende notwendige Stromnetzausbau deutlich reduzieren lässt.

Über den Bundesverband Solarwirtschaft e.V.: Der Verband vertritt neben der Solarwirtschaft die Interessen von führenden Speicherunternehmen in Deutschland. Darunter befinden sich namhafte Speicherhersteller wie die jüngst von Shell übernommene Sonnen sowie VARTA, SOLARWATT, SENEC, FENECON, HOPPECKE, TESVOLT oder BAE.

Der BSW agiert als Informant, Berater und Vermittler im Aktionsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Verbrauchern. Er sorgt für Marktzugang und Investitionssicherheit in den Wachstumsbranchen Solar- und Speichertechnik. Wichtige Unternehmen der Solar- und Speicherbranche - von Rohstofflieferanten und Produktionsfirmen über das Handwerk bis hin zu Betreibergesellschaften, Planern und Financiers - sind im BSW organisiert.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft

^^^ Nach oben

Montag, 18. März 2019

Von den Protesten in Frankreich lernen

Von den Gelbwesten-Protesten lernen: Was Klimaschutz, CO2-Preise und soziale Gerechtigkeit miteinander zu tun haben: Agora Energiewende analysiert die Fehler der CO2-Steuerreformen in Frankreich und gibt Empfehlungen, wie sich die Akzeptanz von CO2-Abgaben steigern lässt. 

Die Gelbwesten-Proteste in Frankreich gehen auf eine Reihe von Fehlern der französischen Regierung zurück, die insgesamt die soziale Schere in unserem Nachbarland weiter geöffnet haben. Dazu gehört neben etlichen Sozialreformen auch die Erhöhung des CO2-Beitrags auf Benzin und Diesel sowie auf Heizöl und Erdgas, weil diese ohne Rückverteilung der dadurch erzielten Staatseinnahmen vorgenommen wurde. Das belastet insbesondere Haushalte mit geringen Einkommen. Für die CO2-Steuer-Debatte in Deutschland kann man daraus die Lehre ziehen, dass Bürgerinnen und Bürger mit kleinen Einkommen im gleichen Maße an anderer Stelle entlastet werden oder aber einen Klima-Bonus erhalten sollten. Die aus Klimaschutz gebotenen und an sich sehr wirksamen CO2-Steuern sind hingegen kein geeignetes Instrument, um den Staatshaushalt zu sanieren. So lauten die wichtigsten Ergebnisse einer Analyse von Agora Energiewende zu den Ursachen der Gelbwesten-Proteste in Frankreich.
„Die seit Herbst andauernden Proteste richten sich überwiegend nicht gegen Klimaschutz, sondern gegen die soziale Umverteilung, die der CO2-Beitrag verstärkt hat“, sagt Murielle Gagnebin, eine der Autorinnen der Agora-Analyse. „So hat die Regierung Macron nicht nur den CO2-Preis erhöht, sondern auch die Tabaksteuer und die pauschalen Sozialbeiträge. Gleichzeitig wurden die Wohngeldzuschüsse gesenkt. All das belastet Haushalte mit geringem Einkommen viel stärker als diejenigen mit mittleren Einkommen.“ Verstärkt wurde die soziale Spaltung dadurch, dass die Vermögenssteuer abgeschafft wurde, wodurch die allerreichsten Haushalte erheblich profitierten. „Wenn die Franzosen also dagegen protestieren, dass sich die soziale Schere weiter geöffnet hat, so ist das nachvollziehbar. Mit dem CO2-Beitrag hat das aber nur zum Teil zu tun und dieser Teil wäre relativ leicht lösbar“, fasst Gagnebin zusammen.
Denn die mit einer CO2-Besteuerung zwangläufig immer verbundene Umverteilung lässt sich durch Rückzahlungen der Einnahmen an untere Einkommensgruppen kompensieren. Die Analyse hält das für zwingend, da der CO2-Aufschlag auf Energieverbrauch wie jede Verbrauchssteuer jene Haushalte mit niedrigem Einkommen prozentual stärker betrifft als Haushalte mit hohem Einkommen. „Denkbar ist auch eine Pro-Kopf-Rückverteilung wie in der Schweiz, wo jede Bürgerin und jeder Bürger aktuell 68 Euro im Jahr bekommt“, sagt Agora-Direktor Dr. Patrick Graichen. „Die Schweiz macht damit vor, wie man CO2-Steuern einführt, ohne dass es zu Protesten kommt.“
Eine weitere Empfehlung der Analyse lautet, dass CO2-Steuern keinesfalls zur Stärkung des Staatshaushaltes genutzt werden sollten. „Damit sie auf Akzeptanz stoßen, muss eine solche Abgabe für den Staatshaushalt aufkommensneutral umgesetzt werden“, sagt Graichen. In Frankreich hingegen diente der größte Teil der Einnahmen aus dem CO2-Aufschlag auf die Energiesteuern der Haushaltssanierung. Er sei daher von weiten Teilen der Bevölkerung nicht als Klimaschutzmaßnahme anerkannt worden, heißt es in der Analyse. „Neben dem sozialen Ausgleich ist daher eine Verwendung der Einnahmen für unmittelbar erfahrbare Klimaschutzmaßnahmen nötig“, rät Graichen. „Das kann auch ein Sonderfonds sein, aus dem bestimmten Bevölkerungsteilen großzügige Zuschüsse für klimafreundliche Fahrzeuge oder Zuschüsse zur Gebäudesanierung gezahlt werden.“

Die Analyse „Die Gelbwesten-Proteste:  Eine (Fehler-)Analyse der französischen CO2-Preispolitik“ steht auf unter www.agora-energiewende.de zum kostenlosen Download zur Verfügung. Sie enthält detaillierte Daten zu den Umverteilungseffekten der Steuer- und Sozialreformen der Regierung Macron sowie zu Höhe und Entwicklung des CO2-Aufschlags.

^^^ Nach oben

Sonntag, 17. März 2019

Aktien mit Auftrieb


Vergrössern mit Klick auf Grafik !

Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 2,8% auf 1.099 Punkte, der NYSE Arca Oil um 3,7%. Seit Jahresanfang 2019 liegt der PPVX mit +22,3% währungsbereinigt rund 9 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (+13,7%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind JinkoSolar Holding (+94%), Enphase Energy (+91%) und Canadian Solar (+62%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 27,9 Mrd. Euro. Die grössten Gewinner der Woche waren JinkoSolar Holding (+15%) und United Renewable Energy (+10%), die grössten Verlierer Thai Solar Energy (-3%) und Panda Green Energy Group (-3%). Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+291%) rund 120 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +171%).

Vergrössern mit Klick auf Tabelle !

Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

Quelle: oeko-invest.net 

^^^ Nach oben