Dienstag, 24. Mai 2011

Weltweite Verdoppelung

Weltweit sind im Jahr 2010 Photovoltaikanlagen mit 16,6 Gigawatt (GW) oder 16.600 Megawatt (MW) Leistung an die Stromnetze angeschlossen worden – doppelt so viel wie noch 2009. Damals belief sich der weltweite Photovoltaikzubau auf 7,26 GW.

Wachstumstreiber des Zubaus waren die Märkte in Deutschland, Italien und Tschechien. Allein in Deutschland wurden Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 7408 MW im Jahresverlauf 2010 in Betrieb genommen. Der Photovoltaikzubau Italiens kam auf 2,32 GW. Tschechien hatte mit 1,5 GW ebenfalls einem starken Photovoltaik-Zubau zu verzeichnen. Dies ergab gemäss einer Meldung des Nachhaltigkeitsportals Ecoreporter eine Studie des europäischen Photovoltaik Branchenverbandes EPIA (European Photovoltaics Indusrty Association).








Das ist die zentrale energiepolitische Frage der Gegenwart: Ersatz und Neubau von AKW (links die veralteten Anlagen Beznau I & II im Kanton Aargau) oder Solaranlagen auf allen geeigneten Dächern - die in ihrer Gesamtheit gleich viel Strom wie alle fünf Schweizer AKW produzieren könnten (rechts eine Anlage auf einem Bauernhaus in an der Zürcher Stadtgrenze richtung Regensdorf - Bilder: Guntram Rehsche).


Die Europäische Union kam 2010 zusammengenommen auf rund 13 GW
neu installierte Photovoltaikleistung. Auf den vorderen Plätzen in Sachen Zubau landeten dabei auch Frankreich mit 700 MW, Belgien mit 424 MW und Spanien mit rund 370 MW. Mit rund 30 GW Photovoltaikleistung zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 verfügte Europa zu diesem Zeitpunkt über 75 Prozent der weltweit installierten Photovoltaikleistung - die insgesamt unterdessen rund 40 GW beträgt. Damit besteht weltweit bereits eine solare Kapazität, die gleichviel wie etwa acht grosse Atomkraftwerke erzeugt.

Den stärksten Photovoltaik-Zubau außerhalb Europas hatten der Studie zufolge Japan und Nordamerika (USA und Kanada) zu verzeichnen. Beide Märkte erreichten jeweils knapp die 1-Gigawatt-Marke an neu installierter Photovoltaikleistung. Der Zubau in Japan lag mit 990 MW allerdings noch knapp vor dem in Kanada und den USA mit zusammengenommen 983 MW. In China wurden 520 MW im vergangenen Jahr neu installiert.

Für das laufende Jahr erwartet die EPIA zwischen 13,3 und 21 Gigawatt neu installierte Photovoltaik. Diese Entwicklung macht der Verband davon abhängig, wie stark die Politik den Ausbau der Erneuerbaren künftig forciert. Dabei rechnen die Studienautoren damit, dass die Absenkung der Einspeisetarife in Deutschland den Zubau auf 3 bis 5 GW im Jahr 2011 drosseln werde. Der Zubau in Tschechien soll der Analyse zufolge im Jahresverlauf um rund 1,3 GW auf 100 bis 200 MW einbrechen. Auch in Italien wird die Einspeisevergütung zur Jahresmitte gekürzt. Dennoch rechnet die EPIA mit 3 bis 5 GW Zuwachs im Gesamtjahr 2011 in Italien. Auch Spanien soll trotz der drastischen, teils rückwirkenden Einschnitte in sein Photovoltaik-Einspeisetarifsystem in 2011 weiteres Wachstum verzeichnen. Zwischen 400 und 500 MW Neuinstallationen seien erreichbar. Der Zubau in Frankreich soll sich in 2011 zwischen 600 und 800 MW bewegen.

Bis zum Jahr 2015 sei ein weltweiter Photovoltaikzubau zwischen 23,9 und 43,9 GW weltweit möglich, so EPIA. Über große Potenziale verfügen dabei EPIA zufolge unter anderem Griechenland und Großbritannien. Träfe die Prognose der EPIA bis 2015 ein, würde sich die weltweit installierte Photovoltaikleistung in knapp 5 Jahren zwischen 131 und 196 GW bewegen - was gemäss Berechnungen von Solarmedia dann wiederum der Leistung von 25 bis 40 grossen AKW entspräche.

Quellen: EPIA / Ecoreporter

© Solarmedia

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