Freitag, 8. April 2011

Rekorde mit Windenergie

Beeindruckende Zahlen hat der weltweite Windkraftverband WWEA (World Wind Energy Association) nun vorgelegt. Aber die Bilanz fällt zwiespältig aus. Und der Anlagenprojektierer Juwi meldet ein bemerkenswertes einzelnes Windgeschäft.

Der von Juwi gemeldete Vertrag umfasst größtenteils Drei-Megawatt-Anlagen der neuesten Generation mit einer potenziellen Gesamtleistung von bis zu 720 MW. Juwi beabsichtigt, rund 180 Anlagen in Deutschland und ungefähr 60 Turbinen im europäischen Ausland errichten. Die REpower Systems AG (WKN 617703) und die Juwi-Gruppe schließen demnach einen Rahmenvertrag über die Lieferung, Errichtung und Wartung von bis zu 240 Windenergie-Anlagen. Juwi beabsichtigt. Zum Einsatz kommen hauptsächlich die Turbinen-Typen REpower 3.4M104 und 3.2M114 mit Nabenhöhen zwischen 123 und 143 Metern sowie Anlagen der MM-Baureihe mit 2,05 MW Nennleistung. Die Windenergie-Anlagen sollen zwischen dem zweiten Halbjahr 2011 und 2014 errichtet und in Betrieb genommen werden. Eine einzige Anlage des neuesten Turbinentyps REpower 3.2M114 mit 143 Metern Nabenhöhe erzeugt bei guten Windverhältnissen pro Jahr rund 12 Millionen kWh Strom – genug für die Versorgung von rund 3.000 Vier-Personen-Haushalten.

Derweil teilt die World Wind Energy Association (WWEA) mit, dass sich die weltweit installierte Windkraftkapazität zum Jahresende 2010 auf 196.630 Megawatt (MW) belief. Das entspricht gemäss Berechnung von Solarmedia einer Gesamtleistung von etwa 60 bis 70 grossen Atomkraftwerken. Die aufgestellten Anlagen können laut dem Verband pro Jahr 460 Terawattstunden an Elektrizität erzeugen, mehr als etwa in Großbritannien benötigt wird, der sechsgrößten Volkswirtschaft der Welt. Das Finanzvolumen des weltweiten Windmarktes beziffert der WWEA mit 40 Milliarden Euro, er beschäftige 670.000 Arbeitnehmer.

Aber im Vergleich so zu Vorjahren hat das Wachstum des globalen Windmarktes in 2010 an Tempo verloren. Die neu installierte Kapazität stieg um 23,6 Prozent oder 37.642 MW, so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Der Windkraftverband weist darauf hin, dass die Neuinstallationen vor allem in den USA stark gesunken sind, wo die politische Unsicherheit der politischen Förderung und die niedrigen Gaspreise Investitionen in Windkraft hemmten. Doch auch in vielen europäischen Märkten stagniere der Ausbau der Windenergie. So ist der Windenergie-Zubau in Deutschland im vergangenen Jahr ins Stocken geraten (per Opens external link in new windowMausklick gelangen Sie zu unserem ausführlichen Bericht darüber). Zuwächse vor allem in einigen osteuropäischen Staaten konnten die schwache Entwicklung in bisherigen Kernmärkten Europas nicht ausgleichen.

Laut dem europäischen Windkraftverband European Wind Energy Association (EWEA) sind im vergangenen Jahr in den EU-Staaten Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 9.300 MW aufgestellt worden. Die neu installierte Leistung aus Windkraft lag damit zehn Prozent unter der des Vorjahres. Er weist darauf hin, dass die Neuinstallationen für Onshore-Windenergieanlagen um 13 Prozent zurück gingen.

2010 wurden weltweit die meisten neuen Windräder in Asien aufgestellt. Der WWEA beziffert den Marktanteil der Region auf knapp 56 Prozent. China habe die USA als führende Windkraftnation abgelöst, dort sei allein in 2010 eine Windstromleistung von 19.000 MW neu aufgestellt worden. Jede zweite Windturbine werde mittlerweile in der Volksrepublik gefertigt. Auf Asien folgen Europa mit 27 Prozent Anteil am Weltmarkt und Nordamerika mit knapp 17 Prozent. Lateinamerika mit 1,2 Prozent und Afrika mit einem halben Prozent Marktanteil spielten auch 2010 nur eine marginale Rolle.

Der WWEA geht davon aus, dass der Atomunfall in Japan langfristig ein Umdenken in der weltweiten Energieversorgung einleiten wird. Es sei wahrscheinlich, dass viele Regierungen die Bedingungen für Windkraft verbessern. Laut seinen Prognosen könnte sich die weltweite Windkraftkapazität bis 2015 auf 600.000 MW verdreifachen und bis 2020 sogar auf über 1.500 Gigawatt anwachsen. Das entspricht 1.5000.000 MW.

Quellen: Ecoreporter / Juwi

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