Sonntag, 31. März 2013

Solarlicht für Schulbetrieb in Malawi

Mehr als zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu elektrischem Strom und verfügen damit auch nicht über elektrisches Licht. Allein in Afrika werden mehr als 50 Millionen Petroleumlampen verwendet. „Petroleumlampen liefern nur schwaches Licht und setzen gesundheits- und umweltschädigende Rußpartikel frei“, betont Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). 

Für die Versorgung einer Grundschule im malawischen Dorf Mackenzie mit ressourcen- und klimaschonendem Photovoltaikstrom übergab Brickwedde in Osnabrück einen Förderbescheid über 17.000 Euro an Evelyn Bleckmann vom School Project Malawi e.V. (Osnabrück). „Mit dem Solarlicht soll in der Schule ein energiesparendes Beleuchtungssystem auf LED-Basis betrieben werden“, so Bleckmann. Im Projekt solle außerdem ein Mietsystem entstehen, das Dorfbewohnern ermögliche, akkubetriebene LED-Lampen über die neue Anlage auch für den heimischen Bedarf kostengünstig aufzuladen.

„Von den Nutzern der Solarlampen wird bei Übergabe je Lampe eine Kaution und danach eine monatliche Mietgebühr bezahlt werden. Diese Mietgebühr von etwa zwei Euro pro Monat ist niedriger als die Kosten, die bisher für Kerosin oder Petroleum angefallen sind und beinhaltet gleichzeitig die gesamten Wartungskosten“, erklärt DBU-Experte Dr. Roland Digel. Über die geplante Photovoltaikanlage mit zwei Schnellladegeräten könnten täglich insgesamt rund 30 Akkus mit Solarlicht aufgeladen werden – genug, um 30 LED-Lampen mit einer Brenndauer von je 20 Stunden zu betreiben. Die Vorteile des Systems im Vergleich zu bislang genutzten Taschen- oder Petroleumlampen bringt Digel wie folgt auf den Punkt: „Längere Brenndauer und höhere Lichtintensität der Lampen, höhere Lebensdauer und kürzere Ladedauer der Akkus.“ Eine Petroleumlampe benötige außerdem etwa drei Liter Petroleum oder Kerosin monatlich, was zu einem jährlichen Ausstoß von etwa 80 Kilogramm Kohlendioxid führe.

Eine weitere Besonderheit der geplanten Photovoltaikanlage: „Das gesamte System ist auf keine Spezialteile angewiesen und für ein Entwicklungsland wie Malawi bestens geeignet“, betonte Prof. Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück und Gründungsmitglied von School Project Malawi e.V.. Das Installieren, Warten und Weiterverbreiten des Solarsystems schaffe außerdem neue Arbeitsplätze – „vor allem für die Schulabgänger“, ist er sich sicher. Im Sommer reise deshalb ein Projektmitarbeiter nach Mackenzie, um ausgewählten „technikaffinen“ Absolventen mit „unternehmerischem Blut“ die technischen Details der Anlage näherzubringen, damit sie deren Betrieb künftig komplett selbst verwalten können. Brickwedde: „Die Menschen vor Ort sind für uns keine passiven Almosenempfänger, sondern werden aktiv am Projekt und dessen Erfolg beteiligt. Ziel ist neben einer umweltschonenden und wirtschaftlich tragfähigen Stromversorgung vor allem, den Schulbetrieb im Dorf sicherzustellen und damit die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in einem der ärmsten Länder der Welt zu verbessern.“

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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