Freitag, 12. Juli 2013

Reflexion des Sonnenlichts geprüft

Der Prüfdienstleister TÜV Rheinland hat ein Testprogramm für Photovoltaik-Großanlagen entwickelt, um die Spiegelung des Sonnenlichts bei Modulen zu untersuchen. Dabei wird die Reflexion des Sonnenlichts durch das Glas der Solarmodule im Labor gemessen und die Blendungsrisiken im Hinblick auf die Standortauswahl über das Jahr ermittelt. 

TÜV Rheinland setzt bei der Berechnung der möglichen Blendungen eine selbst entwickelte Software ein, die Projektierern, Installateuren und Investoren von Photovoltaik-Anlagen in der Planung von Anlagen umfassende Sicherheit in der Standortwahl geben soll. „Unangenehme Spiegelungen und blendendes Sonnenlicht durch große Solarparks können den Verkehr gefährlich beeinträchtigen. An Hauptverkehrsstraßen oder in der Nähe von Flughäfen ist das besonders zu berücksichtigen. Das lässt sich im Vorfeld bereits genau untersuchen“, so Florian Reil, Geschäftsfeldleiter für Solarenergie bei TÜV Rheinland. Im Einzelfall sei eine Analyse auch zwingend erforderlich, um eine Baugenehmigung zu erhalten. 

Ein unabhängig erstelltes so genanntes Blendgutachten kann mehr Sicherheit für Anlagenbetreiber schaffen. In einem von der Deutschen Akkreditierungsstelle anerkannten Verfahren untersuchen die Experten von TÜV Rheinland in Anlehnung an die DIN 5034-2 (Grundlagen für tageslichttechnische Berechnungen) für das gesamte Jahr Zeitpunkte, Dauer und Häufigkeit der Immissionen durch Licht, das von der geplanten Solaranlage reflektiert würde – und zwar in jede Richtung. Auf Basis dieser Ergebnisse ist es somit möglich, nicht nur die Standortwahl und Ausrichtung von Anlagen zu optimieren, sondern auch etwaige Blendschutzmaßnahmen bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen. Florian Reil: „Aufwendige Nachbesserungen oder sogar juristische Auseinandersetzungen lassen sich so idealerweise bereits im Vorfeld ausschließen.“

Mit ergänzenden Laboruntersuchungen geht TÜV Rheinland jedoch noch einen wichtigen Schritt weiter: Mittels Analysen im Labor wird der winkelabhängige Reflexionsgrad der Glasoberfläche von Solarmodulen untersucht und zur Berechnung der maximalen Strahlungsintensität der Reflexionen für das geplante Projekt herangezogen. Dieser Reflexionsgrad hängt vom jeweiligen Modul ab, das verwendet werden soll.

Das neuartige Simulationsverfahren von TÜV Rheinland wird von Experten auf der internationalen 28th EU PVSEC 2013 in Paris vom 30. September bis 4. Oktober 2013 präsentiert. 

Quelle: TÜV Rheinland  / Bild: Guntram Rehsche

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