Mittwoch, 3. Juli 2013

EKZ punktet mit Smart-Meter

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die Kantonalen Elektrizitätswerke Zürich (EKZ) dem städtischen «ewz» zunehmend den Rang ablaufen - hier ist er: Gestern berichtete das ewz zwar von einem erfolgreichen Smart-Meter-Versuch (siehe Solarmedia vom 2. Juli 2013). Aber heute schon melden die Kantönler deren flächendeckende Einführung - untermauert von folgender Medienmitteilung.


Als erster grosser Energieversorger der Schweiz haben sich die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) für den flächendeckenden Einsatz von Smart Metern entschieden. Mit einer moderaten Einführung legen sie den Grundstein für ein zukünftiges Smart Grid und unterstützen damit die Energiestrategie 2050 der Schweiz. Smart Meter sind intelligente Stromzähler, die den Stromverbrauch der Kunden automatisch an den Energieversorger übermitteln. Durch Smart Meter kann die Stromrechnung erstellt werden, ohne dass ein Ableser den Stromzähler des Kunden vor Ort ablesen muss. Nach einem zweijährigen Pilotversuch bei etwa 1000 Kunden in Dietikon sind die EKZ nun der erste grosse Versorger der Schweiz, der sich für einen flächendeckenden Einsatz von Smart Metern entscheidet. 

Dies ist angesichts der Energiestrategie 2050 des Bundes ein wichtiger Schritt, um das intelligente Stromnetz, das Smart Grid aufzubauen. Mithilfe von Smart Metern und Lastschaltgeräten können künftig elektrische Geräte wie zum Beispiel Wärmepumpen oder auch das Laden von Elektroautos automatisch reguliert werden, um die Netzauslastung besser zu steuern. Bis zum Smart Grid ist es allerdings noch ein langer Weg, denn die Entwicklungen dazu stehen noch am Anfang.

Die vollständige automatische Verarbeitung der Verbrauchsdaten vom Stromzähler bis in die Abrechnungssysteme und zum Kundendienst ist bis heute in der Schweiz noch einzigartig. Damit die Investitionen langfristig geschützt sind, haben sich die EKZ entschieden, Smart Meter einzuführen, die den IDIS-Standard unterstützen. Der IDIS-Standard gewährleistet den herstellerunabhängigen Datenaustausch. Damit wird sichergestellt, dass Zähler von verschiedenen Lieferanten eingesetzt werden können. Bis zum Vollausbau der Zählerinfrastruktur dauert es voraussichtlich 15 bis 20 Jahre.

Während den nächsten zwei Jahren ersetzen die EKZ rund 50'000 herkömmliche Stromzähler durch Smart Meter. Ausgetauscht werden vorderhand Zähler, die nach 15 bis 20 Jahren altersbedingt ersetzt werden müssen. Zusätzlich werden in den Neubauten, die im EKZ Versorgungsgebiet entstehen, Smart Meter installiert. Anfangs funktionieren die Smart Meter noch wie die herkömmlichen Zähler und werden durch Ableser vor Ort ausgelesen. Erst wenn bei genügend Kunden eines Quartiers ein Smart Meter installiert ist, wird die volle Funktionalität aufgeschaltet. Dazu wird die Transformatorenstation dieses Gebiets mit einem Datenkonzentrator ergänzt, der die Verbrauchsdaten der Kunden über das Niederspannungsnetz an die EKZ übermittelt.

Ab diesem Zeitpunkt funktioniert auch die automatische Fernauslesung. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte kann die Smart Meter-Funktionalität bei den ersten neuen Zählern erstmals voll genutzt werden. Für Kunden, die ihren Energieverbrauch im Detail nachverfolgen wollen, wird in einer zweiten Phase ein Kundenportal bereitgestellt. Damit können die Kunden ihren Stromverbrauch online nachverfolgen und dadurch Energiesparpotenziale einfacher erkennen.

Das ist ein weiterer Schritt Richtung Strommarktliberalisierung, denn mit Smart Metering werden Kundenwechsel, die voraussichtlich mit der vollständigen Strommarktliberalisierung einhergehen werden, durch die Fernauslesung einfacher und kostengünstiger abgewickelt. Mit dem geplanten zweiten Schritt der Strommarktöffnung werden auch Privatkunden ihren Energieversorger frei wählen können. Die EKZ verzeichnen bereits heute jährlich mehr als 80'000 Umzugsmeldungen in ihrem Versorgungsgebiet, die in Zukunft durch Smart Metering schneller abgewickelt werden können. Diese Zahl wird durch die freie Wahl des Energieversorgers weiter zunehmen.

Quelle: EKZ

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