Sonntag, 30. September 2012

Solarwärme: Österreich Spitze

Bei Solarwärme respektive der Solarthermie zählt Österreich nach Zypern und Israel zu den weltweit führenden Ländern in Bezug auf die installierte Leistung pro Kopf. Die bisherigen fünf Millionen Quadratmeter Kollektorfläche sparen jährlich 500.000 Tonnen CO2 und 150 Millionen Euro an Energieausgaben", bilanzierte Umweltminister Berlakovich. Wirtschaftlich verzeichnet die Solarthermiebranche in Österreich 420 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, 79 % Exportquote, 4.000 Arbeitsplätze. 

Den fünfmillionsten Quadratmeter Solarkollektor in  Österreich hat Umweltminister Nikolaus Berlakovich (Bildmitte) in dieser Woche in Sieghartskirchen (Bezirk Tulln, Niederösterreich) gemeinsam mit Robert Kanduth, Obmann des Branchenverbandes Austria Solar besiegelt. Der Jubiläumskollektor ist Teil einer 1.087 Quadratmeter großen Solarwärmeanlage der Fleischerei Berger. "Bis 2020 wollen wir in Österreich die Fläche an Sonnenkollektoren auf 10 Millionen Quadratmeter verdoppeln", erklärte Berlakovich. Zur Förderung der Wärmeerzeugung aus Sonnenenergie stellt das Umweltministerium allein heuer insgesamt 9 Millionen Euro zur Verfügung.

Die fünf Millionen Quadratmeter Solarkollektoren erzeugen pro Jahr 1.920 Gigawattstunden Wärme. Das entspricht dem gesamten Wärmebedarf der Industrie in Niederösterreich. "Für die ersten fünf Millionen Quadratmeter haben wir 30 Jahre gebraucht, für die zweiten wollen wir nur zehn Jahre brauchen. Das ist ein realistisches Ziel, denn Österreich ist Vorreiter bei solaren Großanlagen, und das Potenzial ist noch immer riesig", betonte Berlakovich. Bis zum Jahr 2020 die Kollektorfläche zu verdoppeln, bedeute eine Million Tonnen CO2 einzusparen und 4.000 neue Green Jobs zu schaffen. „Es sind zusätzliche Anstrengungen notwendig, wenn wir dieses Ziel erreichen wollen. Die öffentliche Hand muss auch im eigenen Bereich auf Solarwärme setzen“, so Kanduth.

In den letzten beiden Jahren hatte die Branche mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. "Dieser Entwicklung haben wir mit gezielten Förderprogrammen aktiv entgegengesteuert", berichtete  der Minister. Auf das relativ neue Feld von großen Solarwärmeanlagen über 100 Quadratmeter Fläche entfallen heuer vier Millionen Euro Fördergeld. Bei der über den Klimafonds abgewickelten Aktion wurden in den letzten beiden Jahren 90 Solarprojekte unterstützt, die in Büro- oder Gewerbegebäuden wie beispielsweise der Fleischerei Berger errichtet wurden. Die Antragsfrist für die heurige Aktion ist letzte Woche zu Ende gegangen.  "In der EU entfallen 49 % des Energiebedarfs auf Heizung und Kühlung. Wir kommen vom fossilen Irrweg des Erdöls und Erdgases nur weg, wenn wir konsequent auf erneuerbare Energieträger wie die Sonne setzen", bekräftigte Berlakovich. 


Quelle: http://www.solarwaerme.at/Presse/
 

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