Samstag, 16. November 2013

Energiekonzerne am Abgrund

Einst wollten die Pferdekutscher die Eisenbahn und das Auto verhindern. Der Kampf war vergeblich. Genau so aussichtslos ist der Kampf der vier Energie-Besatzungsmächte RWE, E.on, Vattenfall und EnBW gegen die Wende hin zu erneuerbaren Energien - ein Kommentar des deutschen Publizisten Franz Alt. Und ein Schelm wer denkt, das Gleiche gelte sinngemäss für die Schweizer Energieunternehmen wie Alpiq, Axpo und BKW. Sie hat Swissolar-Präsident Roger Nordmann auch schon als Dinosaurier  der Schweizer Energiewirtschaft bezeichnet.
Die „Großen Vier“ der deutschen Energiewirtschaft erleben gerade die Wahrheit der Gorbatschowschen Erkenntnis, dass das Leben bestraft, wer zu spät kommt. Die alten Energie-Dinosaurier, die noch immer wie blinde Pyromanen auf Verbrennungstechnologien setzen anstatt auf Sonne, Wind, Wasserkraft und Erdwärme, sind im Gestern gefangen. Sie müssen sich endlich grundsätzlich ändern, wenn sie morgen noch mitspielen wollen.

Wie es sich zum Beispiel gerade jetzt bei RWE und E.on abzuzeichnen beginnt. In ihrer Verzweiflung wollen sie jetzt neben den bisherigen „Ewigkeitskosten“ sogar noch höhere Subventionen für ihre klimazerstörenden alten fossilen Kraftwerke. Jahrzehntelang warfen die großen Kraftwerke große Gewinne ab. Konkurrenz gab es so gut wie keine. Die Vier Großen hatten den Markt unter sich aufgeteilt. Erneuerbare Energien war in ihren Augen etwas für Spinner.

Doch jetzt sagt selbst RWE-Chef Peter Terium: „Wir haben die Erneuerbaren zu lange verschlafen. Deshalb gehen wir durch ein Tal der Tränen“. Sein Konzern musste seit 2011 bereits 6.200 Stellen abbauen und jetzt nochmal weitere 6.000. Die Zahl der Mitarbeiter wird innerhalb von drei Jahren von 73.000 auf 61.000 sinken.

Der Grünen-Abgeordnete Oliver Krischer: „RWE mutiert zum vom Aussterben bedrohten Energiedinosaurier“. Einen ähnlichen Arbeitsplatzabbau erlebt gerade auch E.on. Wegen des anhaltenden Booms beim Ökostrom müssen die fossilen Kraftwerke immer häufiger vom Netz. Ihre Erträge reichen nicht mehr aus, um die hohen Schulden zu bezahlen. Das wachsende und immer preiswertere Angebot von Wind- und Solarstrom lässt die Strompreise an der Leipziger Strombörse weiter fallen.

Sonne und Wind schicken eben keine Rechnung, auch wenn dieses schlichte Naturgesetz von den alten Energie-Dinos lange nicht ernst genommen wurde. Die weitere Entwicklung ist absehbar: Die alten Ressourcen gehen zu Ende, werden schon deshalb immer teurer und unbezahlbar, sie belasten das Klima und haben immer höhere Folgekosten, siehe die Taifun-Katastrophe auf den Philippinen oder die drei „Jahrhundert-Hochwasser“ in Deutschland in von elf Jahren. Die Zeichen mehren sich.

Und jetzt will die sich abzeichnende Große Koalition in Berlin die alten Energieversorger auch noch mehr als bisher in die Haft nehmen für die Stilllegung und Entsorgung der AKW. Entweder steigen die „Vier Großen“ so rasch wie möglich in die Produktion von Technologien für erneuerbare Energien ein oder sie werden bald vom Markt verschwinden.

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