Freitag, 13. September 2013

Banker setzen auf Solarenergie

Das Schweizer Magazin für kollektive und strukturierte Investments, kurz «B2B» geheissen, fördert in seiner neuesten Ausgabe erstaunliche Einsichten aus der Bankenwelt zutage. Nicht nur gilt der Markt regenerativer Energien als Top-Trend der kommenden Jahre - verbunden mit gigantischen Investments. Es ist die Photovoltaik, die die Entwicklung beherrscht.

Den Siegeszug der solaren Stromerzeugung sehen die befragten Banker nicht erst in ferner Zukunft - nein, dieser Siegeszug hat sogar schon begonnen. So hält etwa seitens der Kantonalbanken-Fondsgesellschaft der Swisscanto-Vertreter Gerhard Wagner fest, dass beim Solarstrom die Netzparität in einigen Ländern bereits erreicht ist. Will heissen, dass der durch die eigene Solarstrom-Anlage erzeugte Strom nicht mehr teurer als der aus dem Netz bezogene ist. 

Nicht mehr nur für Piraten: Schon im Frühling hatte die Grossbank UBS darauf aufmerksam gemacht, dass der Strommarkt in Bälde durch die Photovoltaik aufgemischt werde - siehe dazu den Solarmedia-Beitrag vom 25. Mai 2013 - Bild einer Offgrid-Rustico-Anlage im Tessin: Guntram Rehsche.









Für Wagner von Swisscanto bedeutet Netzparität, dass finanzielle Förderung des Solarstroms nicht mehr nötig ist - hingegen müsse der Staat weiterhin regulierend eingreifen. So geht es etwa um die Verpflichtung der Stromunternehmen, die erneuerbare Energie wirklich im Netz einzuspeisen. 

Grundlage des zu erwartenden Booms der Solarenergie bildet die radikale Preisreduktion, die die benötigten Komponenten, vor allem die Solarmodule in den letzten Jahren erfuhren. Deren Preise haben sich innert fünf Jahren mehr als halbiert - eine Entwicklung, die sich weiter fortsetzen wird, wenn auch nicht mehr so schnell. Besonders segensreich ist die Preissenkung natürlich in sonnenreichen Gebieten, wo Netzparität und absolute Konkurrenzfähigkeit schneller erreicht ist als etwa in Mitteleuropa. Da verwundert es nicht, dass Solaranlagen immer häufiger in den ärmeren Ländern des Südens anzutreffen sind. Dass damit nicht alle Probleme der Energieerzeugung gelöst sind, wissen die Banker - sie erinnern etwa an die noch nicht verfügbaren Lösungen für die Speicherung von unregelmässig anfallendem Strom aus erneuerbarer Produktion, die Steuerung der Nachfrage und den Ausbau der Stromnetze.

Vermerkenswert ist eine weitere Erkenntnis, die in der Bankenwelt angekommen scheint. Roberto Cominotto von vom JB Energy Transition Fund scheint es «wichtig, dass man die Kosten der Energiewende mit den wahren Kosten der Nuklearenergie vergleicht». Da habe in der Energiepolitik nach Fukushima das entscheidende Umdenken stattgefunden.   

Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Probleme der Modulhersteller wagt einer der Banker, Andreas Schneller vom EIC Renewable Energy Fund, sogar eine Herstellerempfehlung. Im Solarbereich favorisiert er den Technologieführer der kristallinen Produktion, die amerikanische Firma Sunpower (die teils vom französischen Erdölkonzern Total beherrscht wird).

Für Banker ist die Frage des Vormarschs der Erneuerbaren Energie vor allem deshalb von Interesse, weil sich da ein «aufregender Markt» entwickle, wie es Robert Hauser von der Zürcher Kantonalbank auf den Punkt bringt. «Die Herausforderungen durch den limawandel sowie die eralteten Kraftwerke und Stromnetze führen zu einer Neuorientierung im energiebereich. Sie wird nicht immer gradlinig verlaufen, aber stark in Richtung erneuerbare Energieerzeugung laufen

Dazu passt übrigens eine aktuelle Meldung zum weltweiten Solarmarkt. Dieser dürfte im laufenden Jahr wieder um mehr als 20 Prozent wachsen und der Gesamtzubau rund 38 Gigawatt betragen - womit der weltweite Zubau an Windkapazitäten erreicht werden wird.
 
©  Solarmedia

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