Montag, 30. November 2009

Aufwind für Solarbranche

Die Basler Bank Sarasin sieht auch in ihrer neuesten Solarstudie ein gewaltiges Potenzial für die weitere Entwicklung der Solarwirtschaft. Photovoltaik wird schon im kommenden Jahr weltweit wieder um fast 50 Prozent zunehmen, die Netzparität in wichtigen Märkten in fünf Jahren erreicht. Auch die solarthermische Wärmeerzeugung hat demnach gute Aussichten.

Im Interview mit dem Solarserver sagte Sarasin-Solar-Experte Matthias Fawer unter anderem, noch sei die Photovoltaik auf staatliche Unterstützung angewiesen, weil die Nachfrage in den vergangenen Jahren jeweils stark von einzelnen boomenden Märkten wie Japan, Spanien und Deutschland abhängig war. Die Photovoltaik-(PV-) Industrie benötigt daher dringend zusätzliche Absatzmärkte. Bis 2020 erwartet Fawer aber einen Anstieg des globalen Marktvolumens auf 155 Gigawatt (das wäre nach Solarmedia-Berechnung dann schon ungefähr ein Leistungspotenzial von rund 25 Atomkraftwerken jährlich). Vor allem ökonomische Argumente sprächen für die Photovoltaik. Die Netzparität von PV-Kleinanlagen für den privaten Endkunden werde in den kommenden fünf Jahren in Italien, Hawaii, Portugal, Kalifornien, Spanien, Japan und Deutschland erreicht.

Der Sarasin-Länderattraktivitätsindex für 18 Länder zeigt, wo die Bedingungen in Zukunft ideal sein werden. Im Jahr 2010 werden bei Kleinanlagen bis 3 kW Griechenland, Italien, Japan und Deutschland die interessanten Märkte sein. Bei PV-Freiflächenanlagen über 1 MW sind vor allem Italien, Spanien und Südafrika sehr attraktiv. Bis 2011 werden mindestens zehn neue PV-Märkte mit einem jährlichen Volumen von über 500 MW entstehen und so – gemeinsam mit den Pioniermärkten – das lang ersehnte, regional breite Fundament für ein stabiles zukünftiges Wachstum bilden.

In der Länderstudie von Sarasin, die heute Montag veröffentlicht wurde, zeigt sich: Die junge aufstrebende Solar-Industrie hat die Krise deutlich zu spüren bekommen. Der globale Solarmarkt wird 2009 mit einem Nullwachstum schließen, so die Bank Sarasin. Doch die Signale für eine Erholung stünden auf "grün". In der Photovoltaik-Industrie (PV) tragen insbesondere Kostensenkungen, niedrigere Modulpreise, Effizienzsteigerung und der Ausbau der Vertriebskanäle dazu bei, dass es wieder aufwärts geht. Für den globalen PV-Markt sei bereits für das Jahr 2010 mit einem Wachstum von 46 % zu rechnen, so die Sarasin-Analysten. Damit könne eine neu installierte Photovoltaik-Leistung von 8,5 Gigawatt (GW) realisiert werden. Die Wachstumsraten bis 2012 liegen laut Bank Sarasin zwischen 45 und 50%.

Überdurchschnittliches Wachstum versprechen die außereuropäischen Märkte: China mit über 130 % sowie Indien und die USA mit je 100 % Wachstum pro Jahr. Europa weist in derselben Periode einen Zuwachs von 14 % auf. Garant für ein stabiles Wachstum sei, dass neben den Pioniermärkten mindestens zehn neue Photovoltaik-Märkte mit Jahresvolumina von 500 MW in den nächsten zwei Jahren entstehen werden. Dies werde der Solarenergie dabei helfen, sich von den staatlichen Förderprogrammen zu emanzipieren und gleichzeitig bald Netzparität zu erreichen. Für 2020 prognostiziert die Bank Sarasin, gestützt auf ökonomische Argumente und den damit zusammenhängenden positiven Aussichten für die PV-Industrie, einen Anstieg des globalen Marktvolumens auf 155 GW und liegt mit ihrer Langzeitprognose über dem politisch getriebenen Szenario der EPIA (Europäischer PV-Industrieverband).

© Solarmedia / Quellen: Bank Sarasin, Solarserver

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