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Seit vielen Jahren wird ein Wiederaufstieg der Kernkraft angekündigt. Aber er findet nicht statt. Neue AKW-Baustellen werden zudem fast nur in staatskapitalistischen Systemen begonnen. Die ständig komplexer und deswegen teurer zu bauenden Anlagen unterliegen im Wettbewerb mit dem besseren Elektrizitätssystem, das auf immer preiswertere Erneuerbare Energien sowie zur Ergänzung auf relativ billige Gaskraftwerke setzt. Der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Energieversorgung sinkt und liegt nach den Zahlen der Internationalen Energieagentur bei rund zwei Prozent.
Wie viel Unheil schon abgewendet wurde , zeigt das Kalenderblatt aus deutscher Perspektive: vom 7. Juli 1987: Damals berichtete unter der Überschrift „Kernkraft soll zu 100 Prozent die Energieversorgung sichern“ die Augsburger Allgemeine (in Bayern die Tageszeitung mit den meisten Abonnenten) über einen Vortrag von Franz Drobek, Vorstand der schwäbischen RWE-Tochter LEW, beim Wirtschaftsbeirat der CSU: "Unsere Aufgabe ist es, die Jugend eben von dieser Sicherheit der Kernkraftwerke in der Bundesrepublik zu überzeugen. Dazu müssen wir in die Schulen und Betriebe gehen", so Drobek. Momentan werden 63 Prozent des Strombedarfs in Bayern von Kernkraftwerken gedeckt, in der gesamten deutschen Bundesrepublik sind es rund 35 Prozent. "Dies kann jedoch nur als Ausgangsbasis dienen. Erstrebenswert ist eine 100 prozentige Energieversorgung mit Kernenergie. Ebenso Kernkraftwerke in Stadtnähe die jede einzelne Stadt nach Bedarf beliefern", erklärte er seine Zukunftsvorstellung."
Umweltschützer haben im Verbund mit vernünftigen Parteien und den innovativen Firmen der Erneuerbaren Energien die Weichen für eine andere, eine verantwortbare Energiepolitik gestellt: Im Jahr 2009 deckte die Atomenergie nur noch 24 Prozent des deutschen Nettostromverbrauchs. Die Erneuerbaren Energien schon 18 Prozent.
Quellen: Sonnenseite / Raimund Kamm 2010 / FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
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