Mittwoch, 8. Oktober 2014

Verzögerung am Walensee

Bei der Testanlage am Walensee führen Lieferschwierigkeiten von technischen Komponenten zu einer Verzögerung. Erst wenn die Testanlage einwandfrei läuft, wird sie im Steinbruch am Walensee installiert. Die unsicheren Wetterbedingungen in den kommenden Wintermonaten könnten die Installation weiter verzögern.  
 
 
Die Testanlage im Steinbruch Schnür wird etwa 80 Quadratmeter gross und besteht aus verschiedenen Solarpanels und einem Container mit Messinstrumenten. Mit ihr sollen wertvolle Erkenntnisse über die Sonneneinstrahlung, die Windverhältnisse und die Reflexion des Sees gewonnen werden. Entgegen den Erwartungen der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) verzögert sich die Installation erneut. Werner Frei, Leiter Produktion Erneuerbare Energien EKZ erklärt: „Es handelt sich um eine Neuentwicklung mit Forschungscharakter, da kann der zeitliche Rahmen nicht präzis vorausgesehen werden. Wir kämpfen mit langen Lieferfristen technischer Komponenten. Einige wichtige, technische Bestandteile, wie zum Beispiel spezielle Strom- Speichermodule, haben äusserst lange Lieferfristen.“

Da im Steinbruch kein betriebsfähiges Stromnetz mehr vorhanden ist, musste die Anlage für die Eigenversorgung (sogenannter Inselbetrieb) konzipiert werden, was aufwändig ist. Die erzeugte Solarenergie wird in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert. Diese liefert dann auch nachts und, wenn die Sonne nicht scheint, genügend Energie für alle Steuerungskomponenten, Messeinrichtungen und die Klimatisierung  der Testanlage. Überschüssige Solarenergie wird in einem grossen Boiler in Wärme umgewandelt und steht so für die Beheizung des Containers zur Verfügung. Damit dieses Zusammenspiel gut funktioniert, ist eine
genaue Abstimmung der verschiedenen technischen Geräte nötig. Während einer ersten Überprüfung der Anlagenteile werden. So stellte sich unter anderem heraus, dass ein Speichermodul defekt war und ersetzt werden muss. Diese Lieferung steht noch aus. 

Um einen reibungslosen Betrieb im Steinbruch Schnür sicherzustellen, soll die komplexe Anlage zuerst bei der ZHAW in Wädenswil während zwei Wochen ihre Funktionstüchtigkeit unter Beweis stellen (siehe Bild). Zu diesem Zweck wurde auf dem Campus der ZHAW ein Feld mit 44 Solarmodulen aufgestellt und alle Komponenten provisorisch angeschlossen. Erst wenn alles einwandfrei läuft, wird die Testanlage transportiert und im Steinbruch installiert. Erste Resultate der Testanlage sind im Laufe des kommenden Jahres zu erwarten.  


Die südliche Ausrichtung des Steinbruchs verspricht vor allem im Frühjahr, Herbst und Winter - begünstigt durch die direkte Sonneneinstrahlung, den Jahresverlauf der Sonneneinstrahlung und die Reflexion des Wassers - überdurchschnittliche Erträge. Mit der Testanlage soll die Wirtschaftlichkeit einer solchen Solaranlage ermittelt werden. 

Die Solaranlage am Walensee ist ein Gemeinschaftsprojekt der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und der St.Gallisch- Appenzellische Kraftwerke AG (SAK). Die beiden Energieversorger prüfen gemeinsam den Bau der grössten Photovoltaik-Anlage der Schweiz. Mittels Vorprojekt wird derzeit geklärt, ob im Steinbruch Schnür in der Nähe von Quinten am Walensee eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 15 Megawatt realisiert werden könnte.  Dies entspricht in etwa der gleichen Leistung, die mit Photovoltaikanlagen auf rund 5000 Dächern von Einfamilienhäusern produziert werden kann. Mit dem Bau der Solaranlage kann frühestens im Jahr 2017 begonnen werden.  


Quelle: EKZ / Bild: Guntram Rehsche

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