Mittwoch, 20. Oktober 2010

Solaraktienindex erweitert

In den internationalen PHOTON Photovoltaik-Aktien Index (PPVX) wird ab dem 20. Oktober 2010 der chinesische Titel Trony Solar (Börsensymbol 2468 in Hong Kong) aufgenommen.

Die Neuaufnahme erfolgt zum Börsenschlusskurs (HKD 5,01) vom 19. Oktober 2010, nachdem die Firma rund zwei Wochen vorher ihren Börsengang Hong Kong absolviert hat (493-fach überzeichnet beim Ausgabepreis von HKD 4,50). Ursprünglich hatte Trony im letzten Jahr ein Listing an der New York Stock Exchange geplant, dieses aber verworfen. Trony produziert Dünnschichtmodule aus amorphem Silizium mit den für diese Technologie typisch niedrigen Wirkungsgraden von zu 6.5 Prozent. Letztes Jahr wurden 70 MW produziert. Die Einnahmen des Börsenganges sollen vornehmlich in die Expansion investiert werden: die Produktionskapazität soll von 110 MW in 2009 auf 385 MW bis 2012 ausgebaut werden.

Die 2003 gegründete und zwischenzeitlich auch von Intel finanzierte Trony Solar beschäftigt derzeit über 600 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz 2009/10 (per 30.6.) konnte um rund 150 Prozent auf 1.351 Millionen Chinesischen Renminbi (rund 146 Millionen Euro) gesteigert werden; dabei wurde ein Reingewinn von rund 499 Millionen Renminbi (rund 54 Millionen Euro) erzielt, nachdem Vorjahr noch ein Verlust von 56 Millionen Renminbi verbucht wurde. Die taiwanesische E-Ton Solar scheidet - mit einer Marktkapitalisierung von zuletzt rund 234 Millionen Euro der kleinste PPVX-Titel - im Gegenzug aus dem Index aus.

Die 30 PPVX-Firmen,
die Marktkapitalisierungen zwischen rund 277 Millionen Euro (Roth & Rau AG) und rund 8,84 Milliarden Euro (First Solar) aufweisen, haben ihren Sitz in China (11), Taiwan (6), Deutschland (5), USA (4), Japan (1), Korea (1), Norwegen (1) und der Schweiz (1). Die Gewichtung der neuen Aktie im Index beträgt anfänglich 2,8 Prozent, entsprechend der Gewichtungsklassen 3 (Marktkapitalisierung zwischen 200 und 800 Millionen). Die Trony-Solar-Aktie belegt mit rund 735 Millionen Euro Börsenwert - zwischen Sino-American Silicon Products mit 651 Millionen Euro und Renesola mit 799 Millionen Euro Marktkapitalisierung – derzeit den 16. Rang im PPVX-Index, dessen Volumen sich seit Anfang 2004 von rund 0,4 Milliarden Euro auf rund 37 Milliarden Euro erhöht hat.

Zum PPVX: Der am 1. August 2001 mit 1.000 Punkten und elf Aktien gestartete PPVX wurde in seiner inhaltlichen Zusammensetzung und rechnerischen Struktur in Kooperation von der PHOTON Europe GmbH, Aachen, und der Öko-Invest-Verlags-GmbH, Wien, erstellt. Aufgenommen werden Unternehmen, die über 50 Prozent des Vorjahresumsatzes mit Produkten oder Dienstleistungen gemacht haben, die direkt oder indirekt mit der Installation beziehungsweise Nutzung von Photovoltaikanlagen zusammenhängen. Über die Aufnahme entscheidet ein Beirat, dem Mitglieder der Redaktionen des Börseninformationsdienstes Öko-Invest, der deutschen sowie der englischsprachigen PHOTON-Redaktion angehören.

Der PPVX wird regelmäßig bei Reuters und in den Zeitschriften PHOTON, PHOTON International und Öko-Invest sowie auf den Webseiten www.photon.de, und www.photon-magazine.com veröffentlicht. Als Vergleichswert dient der NYSE Arca Oil, der 13 große Öltitel enthält. Nach einem schwachen Start 2001/02 hat der PPVX inzwischen den Erdölindex mit großem Abstand hinter sich gelassen.

Quelle: Öko Invest Verlag

Nanosolar wird konkret

Mitte Oktober gab das Photovoltaik-Unternehmen Nanosolar Inc. (San Jose, Kalifornien) bekannt, es plane, die jährliche Produktionsleistung seiner Solarzellen-Fabrik bis Herbst 2011 auf 115 MW zu steigern. Nanosolar meldete auch die Inbetriebnahme des ersten Solarkraftwerks mit seinen CIGS-Modulen durch die Beck Energy GmbH (Kolitzheim, Deutschland), einer 1,1 MW-Anlage auf einer Mülldeponie in Luckenwalde.

Nanosolar rechnet bis 2012 außerdem mit einer Erhöhung des Modulwirkungsgrads von gegenwärtig 10 - 11 Prozent auf bis zu 12 Prozent. Das Unternehmen ist derzeit nach eigenen Angaben Spitzenreiter mit seinen gedruckten Solarzellen, die unter Laborbedingungen einen auf die Gesamtfläche bezogenen Wirkungsgrad von 15,3 Prozent haben. Beck Energy hat das 1,1MW-Solarkraftwerk entworfen, geplant und gebaut (siehe Bild). Es liegt an der Mülldeponie Frankenfelder Berg in Deutschland. Das Unternehmen kündigte an, weitere ähnliche Anlagen an anderen deutschen Standorten bauen zu wollen. Das Kraftwerk arbeite mit Tausenden Nanosolar-Modulen vom Typ "Utility Panel".

Die neue Fabrik produziert Solarzellen mit Hilfe von Drucktechnik und Nanopartikel-Tinte auf der Basis von Kupfer, Indium, Gallium und Schwefel (CIGS) für Hochleistungs-Dünnschichtmodule. "Das Nanosolar-Modul für Solarkraftwerke lässt sich mit unserer einzigartigen, effizienten Technologie schnell und preisgünstig montieren", sagte der Geschäftsführer von Beck Energy, Bernhard Beck. "Mit nur halb so vielen Leuten können wir dieselbe Fläche mit Nanosolar-Modulen pro Tag bestücken wie mit herkömmlichen Dünnschichtmodulen. Das ist das erste von vielen Solarkraftwerken, die im Zuge der hoffentlich langen und erfolgreichen Partnerschaft unserer beiden Unternehmen entstehen sollen."

Nanosolar erklärt, sein Herstellungsverfahren basiere auf der Nutzung von Maschinen aus der Druckindustrie, um mit Hochgeschwindigkeit Solar-Folie herzustellen. Das spare teurere Ausrüstung, wie sie bei der Vakuum-Beschichtung benötigt wird. Mit diesen Verfahren produziert Nanosolar 160- bis 200-Watt-Dünnschichtmodule für den Großeinsatz. Sie liefern mit sechs Ampère sehr starken Strom, ermöglichen Solar-Generatoren von bis zu 64 Metern und benötigen weniger Verkabelung pro Generator. Der Aufbau der Module aus hochfestem Glaslaminat ermöglicht Längen von bis zu zwei Metern, was auch die Installationskosten senke.

Auf den neuen Produktionslinien von Nanosolar werden Solarzellen für die Modulfabrik in Luckenwalde hergestellt. Das Unternehmen rechnet damit, im Jahr 2011 Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von über 20 MW herzustellen, und 2012 mehr als 100 MW zu erreichen. Diese Erweiterung der Produktion soll aus bestehenden Barreserven finanziert werden. Nanosolar erwartet 2012 ein positives Betriebsergebnis, ohne zusätzliches Eigenkapital einsetzen zu müssen.

Quelle: Solarserver / Nanosolar

Am Anfang steht Energiesparen

Energiesparziele für Geräte, Fahrzeuge und Anlagen mussten in der Schweiz bisher zuerst mit freiwilligen Massnahmen anvisiert werden, beispielsweise mit Zielvereinbarungen zwischen Bund und Wirtschaft. Erst in zweiter Linie konnte der Bundesrat verbindliche Vorschriften zum Energieverbrauch festlegen. Diese Reihenfolge der energiepolitischen Instrumente soll nun umgedreht werden, so dass der Bundesrat künftig direkt Vorschriften erlassen kann.

Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK schickt eine entsprechende Änderung des Energiegesetzes in die Vernehmlassung. Sie dauert bis 7. Januar 2011. Ziel dieser kleinen Revision des Energiegesetzes - geändert wird nur Artikel 8 - ist es, den Energieverbrauch von Geräten, Fahrzeugen und Anlagen zu senken. Der Bundesrat wird von der Verpflichtung entbunden, Energiesparziele zuerst über freiwillige Massnahmen wie Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft erreichen zu müssen. Dieser freiwillige Weg erforderte in der Vergangenheit oft langwierige Verhandlungen und die vereinbarten Ziele wurden in einigen Fällen nicht erreicht.

Durch die neue Reihenfolge der energiepolitischen Instrumente werden Vollzug und Umsetzung der Energiesparziele erleichtert und der Verwaltungsaufwand optimiert. Da die technische Entwicklung sehr rasch verläuft, muss der Bundesrat die Verbrauchsstandards entsprechend anpassen können. Der revidierte Artikel 8 sieht denn auch vor, dass sich der Bundesrat bei der Festlegung der Verbrauchsvorschriften jeweils an den besten erhältlichen Technologien (Bestgeräte) orientieren soll. Auch die Anpassung an neue internationale Verbrauchsstandards, insbesondere jene der EU, kann der Bundesrat künftig effizient und zeitgerecht vornehmen.

Wenn er es in bestimmten Fällen als zielführend erachtet, kann der Bundesrat weiterhin zuerst auf freiwillige Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft setzen. Die Initiative und Verantwortung zum Abschluss solcher Zielvereinbarungen wird neu jedoch konsequent auf die Wirtschaft übertragen. Im Rahmen der Behandlung einer 2008 überwiesenen Motion der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) des Nationalrats (07.3560 Erhöhung der Energieeffizienz. Änderung von Artikel 8 des Energiegesetzes) hat das Parlament den revidierten Artikel 8 des Energiegesetzes materiell bereits eingehend diskutiert. Insbesondere die raschen Entwicklungen bei den Verbrauchsstandards in der EU führen für die Schweiz zu einem dringlichen Handlungsbedarf. Die Vernehmlassung wird daher mit verkürzter Frist (60 Tage) durchgeführt. Das Geschäft kann damit noch innerhalb der laufenden Legislatur abgeschlossen werden.

Quelle: Bundesamt für Energie

Dienstag, 19. Oktober 2010

Solar Frontier on the move

Diesen Namen muss man sich merken: Die japanische Firma Solar Frontier sorgt gleich mit zwei Partnerschaften für Furore - und macht sich sowohl IBM wie General Electrics (GE) zum Verbündeten. Womit die CIS-Dünnschichttechnologie endgültig den Durchbruch schaffen könnte.

Solar Frontier und IBM entwickeln ab sofort gemeinsam eine Dünnfilm-Solartechnologie basierend auf den Rohstoffen Kupfer, Zink, Zinn, Schwefel und Selen (CZTS). Als einer der führenden Hersteller von CIS-Dünnfilm-Modulen unterstützt Solar Frontier IBM dabei, innovative Solartechnologien voranzutreiben. IBM erzielte im Februar 2010 (siehe Solarmedia vom 11. Februar 2010) eine Effizienz von 9,6 Prozent mit CZTS-Solarmodulen – eine 40-prozentige Steigerung gegenüber bisherigen Modulen mit dieser Technologie.

Das Werk in Japan; es wird nun zum Drehpunkt der Kontakte mit den ganz Grossen der Weltindustrie.








Ziel des gemeinsamen Projekts: Beide Unternehmen wollen eine kosteneffiziente Solartechnologie entwickeln, die nachhaltig verfügbare Ressourcen verwendet. Solar Frontier bringt seine Dünnfilm-Entwicklungs- und Produktionsexpertise ein, während IBM seine bisherigen Forschungsergebnisse sowie bestehende Entwicklungslabore zur Verfügung stellt. Neben Solar Frontier ist DelSolar Co. ein weiterer IBM Partner bei diesem Projekt.

Solar Frontier ist einer der führenden Entwickler von CIS-Solartechnologien. Momentan produziert das Unternehmen seine Module in zwei Anlagen, eine dritte wird 2011 mit der Herstellung beginnen. Mit 900 Megawatt ist diese Fabrik die größte Photovoltaik-Herstellungsstätte weltweit. Damit liegt die gesamte Produktionskapazität von Solar Frontier bei einem Gigawatt – und ist damit die momentan höchste CIS-Photovoltaik-Kapazität.

Die CZTS-basierte Technologie nutzt kosteneffiziente Materialien ohne Schwermetalle. Ziel des Projekts ist es, mit diesen Materialien die nächste Generation an Solarmodulen zu entwickeln, die die Energie-Produktionskosten senkt. Damit würde Solarenergie eine attraktive Alternative zu fossilen Energiequellen. Die Forschungsarbeit des gemeinsamen Entwicklungsprogramms wird überwiegend am Thomas J. Watson Research Center von IBM in Yorktown Heights, New York, stattfinden.

Solar Frontier liefert aber auch bereits - und zwar an GE ab sofort CIS-Dünnfilm-Module, die damit ein integraler Bestandteil des GE Portfolios von Solarenergielösungen sind. Durch die Partnerschaft mit GE trägt Solar Frontier dazu bei, die rasant steigende Nachfrage nach einem zuverlässigen Angebot an Erneuerbaren Energien zu erfüllen. Im Gegenzug bringt GE seine Expertise bei Energiekraftwerken ein. Solar Frontier ist damit in der Lage, die Entwicklung seiner CIS-Module weiter voran zu treiben, um sie in großflächigen Solarinstallationen für Energieunternehmen einzusetzen.

Bevor GE sich für die Solar Frontier Module entschied, führte das Unternehmen umfangreiche Tests und Leistungsvergleiche durch. Das Ergebnis: Die Solar Frontier Module bieten die beste Kombination aus Leistungsfähigkeit und Effizienz – und erfüllen damit die hohen GE Standards. Die für GE produzierten Module werden in den Solarinstallationen zur Energieproduktion eingesetzt. Der Vertrag zwischen beiden Unternehmen garantiert, dass Kunden sowohl für großflächige Boden- als auch Hausdach-Installationen Dünnfilm-Module in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Die Solar Frontier Module werden in der neuen, modernen und automatisierten Produktionsstätte in Miyazaki, Japan, hergestellt. Die Miyazaki Anlage wird bei Inbetriebnahme der dritten Produktionsphase im nächsten Jahr die weltweit größte, integrierte PV-Fabrik für CIS Module sein. Die Partnerschaft mit Solar Frontier wurde von GE als Teil seines erweiterten Portfolios differenzierter Solarlösungen angekündigt – und soll GE „als weltweit führendes Unternehmen im Erneuerbare Energien Segment“ etablieren. Dazu kombiniert GE leistungsfähige Technologien mit Kreditwürdigkeit und das dank der Partnerschaft mit Solar Frontier.

Quellen: Photovoltaik-Guide / firmenpresse.de

Durchbruch für Oerlikon Solar?

Licht am Ende des Tunnels? Oerlikon Solar meldet einen bedeutenden Abschluss: Der nach eigenen Angaben weltweit führende Anbieter von Produktionsanlagen für Dünnschicht-Silizium-Photovoltaik (PV) gibt den Auftrag von Hunan Gongchuang Photovoltaic Science & Technology Co. Ltd. bekannt. Das Unternehmen mit Sitz in Hengyang bestellte eine 40-MW-Micromorph®-Produktionslinie (FAB 1200).

Die Produktionsanlage wird Ende 2011 mit der Massenherstellung beginnen und jährlich ca. 330 000 Solarmodule herstellen. Der Kundenvertrag zwischen Oerlikon Solar und Gongchuang wurde im August an einer schweizerisch-chinesischen Konferenz in Peking im Rahmen der Feierlichkeiten zum sechzigjährigen Bestehen der Handelsbeziehungen zwischen China und der Schweiz unterzeichnet. Nun ist der Vertrag in Kraft getreten. Bundespräsidentin Doris Leuthard und der chinesische Handelsminister Chen Deming waren bei der Unterzeichnung des Vertrags anwesend. „Wir sind sehr stolz darauf, Schweizer Ingenieursqualität von Oerlikon Solar in die Provinz Hunan zu importieren", so Xie Hui, Präsident des Unternehmens Gongchuang.

Gongchuang bestellte die schlüsselfertige Produktionsanlage „FAB 1200", die 2009 durch das angesehene Marktforschungsunternehmen VLSI Research Inc. ausgezeichnet wurde. Mittels Upgrade Paketen für bessere Leistung, höhere Produktionszahlen und Wirkungsgrade können Kunden wie Gongchuang von der brandneuen „ThinFab"-Produktionslinie profitieren, die Oerlikon Solar erst kürzlich anlässlich der 25. Europäischen Photovoltaik-Konferenz und Ausstellung (EU PVSEC) in Valencia vorgestellt hat (siehe Solarmedia vom 7. September 2010).

"Letzten Monat brachten wir die neue Produktionslinie „ThinFab" auf den Markt, heute veröffentlichen wir die Bestellung von Gongchuang - das sind vielversprechende Signale für die zukünftige Entwicklung unseres Unternehmens", so Dr. Jürg Henz, CEO Oerlikon Solar. „Dies ist ein klares Zeichen, dass die Dünnschicht-Silizium-Technologie von Oerlikon Solar in der PV-Industrie als äusserst konkurrenzfähige, saubere und nachhaltige Lösung geschätzt wird."

Oerlikon Solar entwickelt und fertigt praxiserprobte Anlagen und schlüsselfertige Produktionslinien für die Massenproduktion umweltfreundlicher nachhaltiger Dünnschichtsilizium-Solarmodule. Mit seiner amorphen und hochleistungsfähigen Micromorph® Tandem-Technologie hat Oerlikon die Leistungsfähigkeit von Dünnschichtsilizium drastisch verbessert und innovative End-to-End-Fertigungslösungen für Dünnschicht-Photovoltaik geschaffen, die neuen Unternehmen den Einstieg in den schnell wachsenden globalen Photovoltaik-Herstellungsmarkt ermöglicht. Mit 14 Produktionsbetrieben von Kunden in sieben Ländern sowie über 3 Millionen hergestellten Modulen und einer weltweiten Produktionskapazität von 450 MW ist Oerlikon Solar führend auf dem Sektor der Dünnschicht-Solarmodule.

Die Dünnschichtsilizium-Module von Oerlikon Solar werden umweltfreundlich mit ungiftigen Materialien hergestellt und sind ideal für halbtransparente Glasbauanwendungen und sonstige architektonisch integrierte Photovoltaik-Lösungen. Dünnschicht-Module arbeiten hervorragend bei diffusem oder schwachem Licht sowie bei Klimazonen mit hohen Aussentemperaturen. Bei den Fertigungsanlagen handelt es sich um komplette, aber gleichzeitig auch modulare und erweiterungsfähige Systeme. Kunden können daher ihre Anlagen sehr kurzfristig mit der neusten Technologie erweitern, um die stark wachsende Nachfrage nach Photovoltaik-Modulen bedienen zu können. Es ist zu erwarten, dass diese Nachfrage noch weiter zunehmen wird, je stärker sich die Kosten für Solarstrom der Netzparität annähern.

Oerlikon Solar hat seine neue Produktionsanlage "ThinFab" für die Herstellung von Dünnschichtsilizium-Modulen lanciert, die zu bisher unerreichten Produktionskosten von nur EUR 0,50 pro Wattpeak (Wp) hergestellt werden können. Die ThinFab reduziert die energetische Amortisationszeit von Dünnschichtsilizium-Modulen auf weniger als ein Jahr. Gleichzeitig handelt es sich hierbei um die Photovoltaik-Produktionsanlage mit dem branchenweit geringsten Energieverbrauch. Oerlikon Solar hat seinen Hauptsitz in der Schweiz, beschäftigt weltweit etwa 700 Mitarbeiter an 13 Standorten und ist mit zahlreichen Herstellungswerken in Betrieb fast überall auf der Welt vertreten. Das Unternehmen unterhält Verkaufs- und Service-Center in den USA und in Europa sowie in China, Taiwan, Korea, Singapur und Japan.

Quelle: Oerlikon

Montag, 18. Oktober 2010

Wann verlässt uns das Erdöl?

Er hat sich in die Höhle des Löwen begeben, Ralph Stadler, Country Chairman of Shell Switzerland, nämlich an die ASPO-Tagung vom 16. Oktober 2010 in Basel. Dort liess der Erdölfachmann verlauten: „Ab 2013 wird Shell erstmals mehr Gas als Öl verkaufen.“ Kommt Shell nicht mehr so leicht ans Erdöl ran?

Auch wenn Ralph Stadler diese Entwicklung in einen grösseren Rahmen stellt, nämlich in den, dass Shell mit dem Umstieg auf das saubere Gas viel für die Umwelt tue, ist sie doch ein starkes Indiz dafür, dass Shell das Erdöl ausgeht und damit der Peak Öl Realität ist. Dass sich die Indizien verstärken, dass der Peak Oil bereits 2005 eingetroffen ist, das führte an der ASPO-Tagung anhand seiner gesammelten Daten auch Werner Zittel aus. Er ist Mitglied des Vorstands von ASPO Deutschland und gilt als einer der führenden internationalen Forscher auf dem Gebiet der Reichweite der fossilen Energien Er ist überzeugt, dass auch der Peak Gas viel näher ist, als die Industrie uns glauben lässt. Auch da basiert seine Meinung auf seit Jahren gesammelten Daten über die Funde und die Produktion fossiler Energien.

Wie lange wird das Kamel noch seine Runden bei Erdölbohrungen drehen?









Mehr als Milch
: „Durchschnittlich fünf Liter Erdöl ‚konsumiert‘ jede Schweizerin und jeder Schweizer täglich. Das heisst, wir verbrauchen in der Schweiz mehr Erdöl als Milch“, rechnete Daniele Ganser, Präsident der ASPO Schweiz vor. Die Association for the Study of Peak Oil and Gas Switzerland ist Teil einer internationalen Organisation, die, so Ganser „dank der guten Vernetzung immer über sehr aktuelles Datenmaterial verfügt“. Das bekannteste Mitglied von ASPO Schweiz ist wohl die frisch gewählte Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Doch zurück zum Erdöl: Weltweit werden täglich 85 Millionen Barrel Erdöl verbrannt, 240‘000 davon in der Schweiz. Friedensforscher Ganser setzt sich auch als Historiker für einen möglichst raschen Ausstieg aus der Erdölabhängigkeit ein. Wie viele ASPO-Mitglieder aus der ganzen Welt zeigt er an Vorträgen eindrücklich, wo die Verteilungskriege bereits begonnen haben, so zum Beispiel mit dem Einmarsch der Amerikaner im Irak. Oder wie Werner Zittel erklärt: „Die Amerikaner bleiben in Afghanistan, um sich den Zugang zu den grössten Gasfeldern der Welt zu sichern, die sich im Iran und in Katar befinden.“ Ob diese Gasfelder aber wirklich so riesig sind, stellt er anhand seiner gesammelten Daten in Frage.

Peak Oil: Auslöser der weltweiten Wirtschaftskrise?
Werner Zittel zeigte anhand seiner Folien, dass die weltweite Förderung von Rohöl seit 2005 und auch der Abbau von Ölsand stagnieren. Die höhere Produktion sei in erster Linie auf eine bessere Prozesstechnik in der Verarbeitung zurückzuführen. Werner Zittel: „Es ist denkbar, dass es auf dem Weltmarkt bereits 2030 kein Rohöl mehr zu kaufen gibt.“ Da muten die vom Shell-Fachmann Ralph Stadler gezeigten Energieprognosen schon fast grössenwahnsinnig an: „Bis 2050 wird sich der Energiebedarf der Welt verdoppeln. Doch wir sehen als Shell keine Abkehr von Erdöl und Gas. Die kommenden Jahrzehnte wird die weltweite Energieversorgung weiterhin aus zwei Dritteln fossiler Energien garantiert werden.“ Neben Öl und Gas sieht Ralph Stadler ein grosses Potenzial in der CO2-Speicherung: „Warum sollten wir diese Technologie nicht nutzen? Sie ist sehr effizient und ermöglicht uns, das Klima zu schonen.“ Werner Zittel sieht in der Technologie der CO2-Speicherung „vor allem eine Möglichkeit der Industrie, insbesondere der Kohleindustrie, ihre Gewinne zu maximieren“.

„Die Diskussion um die Endlichkeit der fossilen Energien ist heute sicher eine ganz andere als in der Vergangenheit“, ist Bernhard Guzenhauser, Schweizer Erdölgeologe und Vize-Präsident der Schweizerischen Petroleumgeologen und Ingenieure (VSP) überzeugt. „Vor allem das Ende des Erdöls ist absehbar“, erklärt er, auch wenn neue technische Möglichkeiten es erlauben würden, Erdölfelder bis zu 10% besser auszubeuten als bis anhin. „Aber diese technischen Mittel zögern das Ende des Erdölzeitalters nur hinaus“, gab er zu bedenken. Dass der Peak Oil bereits erreicht sei, bestätigte er aber nicht. Und was die Endlichkeit von Erdgas betrifft, so schätzt er dessen Reserven noch als beachtlich ein. Bernhard Guzenhauser glaubt aber, dass sich die Erdölgeologen dank des unwahrscheinlich grossen Potenzials der Geothermie zu „Energiegeologen“ wandeln würden. Weder er noch Ralph Stadler erwähnten einen Umstand, auf den Daniele Ganser an seinen Vorträgen jeweils aufmerksam macht: Durch den Peak Oil wird der Ansturm auf Gas noch grösser werden und dessen Reserven viel schneller schwinden.

Schlagwort Diversifikation Während ASPO-Fachleute die Diversifikation im Bereich der erneuerbaren Energien als selbstverständlich erachten, denkt Ralph Stadler bei diesem Stichwort an etwas anderes: „Nebst dem Umstieg auf Gas sehen wir auch den Abbau von Erdölsanden als einen Schritt hin zu einer höheren Diversifikation.“ Shell sei zudem daran, diesen Abbau dank technischen Anpassungen ökologischer und effizienter zu gestalten. „Natürlich sind die Bilder von den Abbauregionen nicht sehr schön“, räumt er ein, „aber wir werden danach selbstverständlich alles wieder renaturieren, und dann können wir wieder schönere Bilder dieser Regionen zeigen.“ Neben Erdöl und Erdgas setzt Shell zudem auf Biotreibstoffe, „deren zweite Generation nicht die Lebensmittel konkurrenzieren wird und die auch viel effizienter sind als die erste Generation.“

Krieg oder Frieden?
: Daniele Ganser plädiert auch aus Sicht der Friedensforschung dafür, sich auf das Ende des Erdölzeitalters vorzubereiten: „Es ist wie der Aufstieg aufs Matterhorn oder bei irgendeiner Bergwanderung: Keinem von uns käme es in den Sinn, erst am Nachmittag auf einen hohen Berg zu steigen, weil wir wissen, dass wir vor Einbruch der Nacht wieder absteigen müssen. Das sollten wir auch im Bereich Energie tun: Das Ende der fossilen Zeit ist absehbar, die Probleme, die das mit sich bringt, sollten wir heute angehen. Es gilt, Verteilungskriege abzuwenden.“ Die Frage um Verteilungskriege wurde auch an der Schlusspodiumsdiskussion noch einmal aufgenommen. Ralph Stadler von Shell dazu: „Indem wir Ölsand in Kanada abbauen, umgehen wir Konflikte in anderen Ländern.“ Die Replik von Walter Zittel kommt prompt: „Herr Stadler, wenn Sie sagen, Sie würden mit dem Abbau in Kanada Konflikte vermeiden, dann sagen Sie das aus der sicheren Distanz aus Europa. Wenn Sie sich vor Ort begeben würden, wüssten Sie, dass Sie den Konflikt ins Land hineintragen.“

Auch 2011 hochkarätige Vorträge
: Wer sich für das Thema Peak Oil und die Tätigkeiten der ASPO interessiert, kann sich auf der Homepage der ASPO Schweiz www.aspo.ch und auf www.peakoil.ch informieren. Die ASPO Schweiz ist ein Verein mit 413 Mitgliedern, darunter viele Politiker. Natürlich sind neue Mitglieder herzlich willkommen. New Generation heisst die neu gegründete Gruppe für die jüngeren Mitglieder der ASPO, die zukünftig auch in Schulen auftreten werden, da Daniele Ganser aufgrund der grossen Nachfrage nach Vorträgen nicht mehr alles alleine machen kann. Am 18. Juni 2011 findet übrigens die nächste Jahrestagung der ASPO Schweiz statt. Reservieren Sie sich das Datum, Sie werden nicht enttäuscht sein vom Anlass, der für alle offen ist.

Text: Anita Niederhäusern / ee-news