Freitag, 15. April 2011

Sonnenenergie lautet Devise

Der zweite Teil der Swissolar-Tagung «Photovoltaik Schweiz 2011» in Fribourg (siehe auch Solarmedia vom 13. April 2011) steckte den Weg ab für die Aufwertung des Solarstroms in der Schweiz. 20 Prozent photovoltaisch erzeugter Strom bis 2025 lautet das Ziel des Fachverbands Swissolar.

Gut orchestriert von Experten aus dem deutschen Nachbarland (wie etwa Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft) hatte SP-Nationalrat und Swissolar-Präsident Roger Nordmann an sich leichtes Spiel, die am Donnerstag rund 250 TagungsteilnehmerInnen vom neuen Verbandsziel zu überzeugen. Ausgehend von der Hypothese, die aktuelle Energieversorgung sei weder mit ihrer fossilen noch ihrer nuklearen Option zukunftstauglich, zeigte Nordmann, dass Sonnenenergie neben der Wasserkraft zur zweiten Säule einer nachhaltigen Energiewirtschaft Schweiz werden kann – und muss.

SP-Nationalrat und Swissolar Präsident Roger Nordmann in einem Gesräch mit Solarmedia - von Nordmann erscheint anfangs Mai das Buch «Atom- und erdölfrei in die Zukunft» im Orell Füssli Verlag. (Bild Guntram Rehsche)











Bereits im Jahre 2030 könnte die hiesige Energieversorgung vollständig auf erneuerbaren Energien beruhen – für einen solchen Umstieg hat die Schweiz bessere Voraussetzungen als fast jedes andere Land, weil Wasserkraft bereits einen bedeutenden Beitrag leistet und dauernd zur Verfügung steht. Allerdings ist ein solcher Umstieg nur dann nachhaltig und zeitgerecht zu bewältigen, wenn das an sich gewaltige Sparpotenzial (etwa im Gebäudebereich) ausgenutzt wird. Der Gesamtenergieverbrauch liesse sich mit einem breiten Massnahmenmix von aktuell 254 Terrawattstunden (TWh) für Wärme, Treibstoffe und Strom auf deren 177 reduzieren – die Sonne könnte davon rund 27 Prozent abdecken, sowohl mit solarthermischer Wärmeerzeugung über Sonnenkollektoren wie mittels Stromerzeugung über Photovoltaikmodule.

Die Stromerzeugung steht angesichts der Atomkatastrophe in Japan derzeit im Fokus der energiepolitischen Diskussion. Swissolar hat sich als Fachverband in den Zielen angepasst und verfolgt nunmehr für den Elektrizitätsbereich allein eine 20-Prozent-Strategie, die bereits bis 2025 umgesetzt werden soll und AKW-Neubauten überflüssig machen würde. Für Photovoltaik (PV) spricht gemäss Nordmann vieles: Anlagen sind schnell und einfach errichtet, sie führen auch kaum zu spürbaren Beeinträchtigungen irgendwelcher Art, sie sorgen für eine hohe regionale Wertschöpfung und benötigen kaum Unterhalt. Und ganz zentral: Sonnenenergie ist im Prinzip unendlich verfügbar – Brennstoffkosten fallen also keine an – und der Anlagenbau ist seit 20 Jahren ständig günstiger geworden mit der Aussicht auf weitere Preissenkungen.

Die kostenseitige Entwicklung hat dazu geführt, dass unterdessen auch in der Schweiz die Kilowattstunde Solarstrom nur noch 30 bis 40 Rappen ab Anlage kostet – eine Drittelung der Kosten in den vergangenen 15 Jahren. Damit kommt der Moment immer näher, zu dem Solarstrom ab Steckdose, also für den Eigenverbrauch, nicht mehr teurer ist als der aus dem Netz bezogene Strom (Schweizer Durchschnittspreis liegt bei 23 bis 25 Rappen). Und noch besser: Um die für ein 20-Prozent-Ziel benötigte Strommenge von 12 TWh zu erzeugen, genügt die Bestückung der am besten geeigneten Dach- und Infrastrukturflächen – ein zusätzlicher Landverbrauch ist also gemäss Nordmann’s Berechnungen nicht nötig. Als Flächen nannte er 138 km2 Dach- und 52 km2 Fassadenflächen – oder anders gerechnet: 12 m2 Modulfläche pro Person würden ausreichen, das Versorgungsziel zu erreichen. Eine zweifellos anspruchsvolle Aufgabe, der sich der Fachverband Swissolar unter anderem mit der Schaffung von rund 5000 neuen Arbeitsplätzen in der Solarbranche nun aber mit Haut und Haaren verschrieben hat.

© Solarmedia

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Donnerstag, 14. April 2011

Schon drei Prozent Solarstrom

Der Beitrag der Photovoltaik zur deutschen Stromversorgung wächst schnell. Und er soll von heute 3 Prozent auf über 10 Prozent im Jahr 2020 steigen. Um diese Solarstrommengen reibungslos in das Stromversorgungssystem integrieren zu können, muss dieses intelligenter und flexibler werden.

Aufgrund der großen Bedeutung des Themas für die künftige Entwicklung der Photovoltaik, richten die Veranstalter erstmals die Sonderschau „PV ENERGY WOLRD“ auf der Intersolar Europe in München aus. Diese zeigt auf, wie groß der Solarstromanteil in Deutschland werden kann und stellt die Maßnahmen, technologische Neuerungen und politischen Rahmenbedingungen vor, die nötig sind, um diese Ziele zu erreichen. Eine zunehmende Zahl von Solaranlagen in Deutschland erzeugt immer mehr Solarstrom. Der deutsche Markt für Solarstromanlagen hat sich 2010 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Laut Meldung der Bundesnetzagentur gingen über 240.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 7,25 Gigawatt (GW) im Jahr 2010 neu ans Netz, so dass die gesamt installierte Photovoltaikleistung in Deutschland Ende 2010 rund 17 GW betrug. Bis 2020 soll Solarstrom seinen Anteil am deutschen Strombedarf von derzeit 3 Prozent auf über 10 Prozent steigern. Dann werden, laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), 52 bis 70 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert sein. Solarstrom wird sich kontinuierlich zu einer tragenden Säule eines nachhaltigen Energiesystems entwickeln.

Solarstromanlagen in Deutschland decken heute schon einen nennenswerten Anteil der Stromerzeugung,
deshalb müssen sie künftig auch aktiv zur Netzstabilität beitragen. Dazu werden die Wechselrichter künftig mithelfen, Spannung und Frequenz zu stabilisieren, u.a. indem sie Blindleistung einspeisen können. Allein dadurch lassen sich nach neueren Studien bis zu 200 Prozent mehr Photovoltaikleistung an das Stromnetz anschließen. Für die Infrastruktur entlastend wirkt sich auch aus, wenn die Besitzer von Photovoltaikanlagen einen erhöhten Anteil ihres Solarstroms selbst verbrauchen. Zur Steigerung der Eigenverbrauchsquote bieten immer mehr Hersteller Lösungen an, die den Stromverbrauch in die Zeiten der Solarstromerzeugung verschieben oder den erzeugten Solarstrom bis in die Abendstunden speichern.

Da Solarstrom dezentral und mit der Sonnenstrahlung schwankend erzeugt wird, muss auch das Stromversorgungssystem an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. So wird durch die Weiterentwicklung von Kommunikationseinrichtungen der Aufbau von intelligenten Stromnetzen, so genannten Smart Grids, ermöglicht. Diese binden alle Akteure auf dem Strommarkt in ein Kommunikationsnetz ein und ermöglichen so die effiziente Steuerung des Gesamtsystems und erhöhen die Transparenz und Kontrollierbarkeit der Stromversorgung.

Vom 8. bis zum 10. Juni 2011 trifft sich die internationale Solarbranche in München, denn die Intersolar Europe öffnet auf der Neuen Messe München ihre Tore. Auf 165.000 Quadratmetern präsentiert die weltweit größte Fachmesse der Solarwirtschaft in 15 Messehallen und einem Freigelände über 2.000 internationale Aussteller. Mehr als 75.000 Besucher aus aller Welt werden erwartet um sich über die neusten Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Photovoltaik, PV Produktionstechnik und Solarthermie zu informieren.

Quelle: Intersolar Europa

Mittwoch, 13. April 2011

20 % Solarstrom sind möglich

Der Solarfachverband Swissolar verschreibt sich einer offensiven Strategie – und zeigt einen Weg auf, wie bis 2025 ein Fünftel des hiesigen Stromverbrauchs solar zu erzeugen ist. Neue AKW wären dann schon allein deshalb überflüssig – und eine 100prozentige Versorgung mit Erneuerbaren Energien bis 2030 möglich.

Das malerische Städtchen Fribourg sieht am Mittwoch und Donnerstag im Rahmen der Messe energissima vor allem viele Solarfachleute. Rund deren 450 (siehe Bild - Foto: Guntram Rehsche) haben sich für den Photovoltaik-Schweiz-Kongress eingeschrieben. Zu dessen Beginn bekannte sich David Stickelberger, Geschäftsleiter des organisierenden Fachverbands Swissolar zu einem Schwenker. Ursprünglich hatte sich der Verband das Ziel einer 10prozentigen Solarstromversorgung gesetzt. Doch die Atomkatastrophe in Japan hat aufgezeigt: mehr ist nötig – und so sind daraus 20 Prozent geworden. Diese liessen sich problemlos auf den vorhandenen günstig ausgerichteten Dachflächen erzeugen. Dabei bliebe immer noch genug Platz für Sonnenkollektoren, die die ebenfalls notwendige Steigerung der erneuerbaren Wärmeerzeugung ermöglichten (Solarthermie). Die Herausforderung, die sich aus dem 20-Prozent-Ziel (oder einer Produktion von 12 Gigawattstunden jährlich) ergibt, ist allerdings gross.

Stickelberger nennt eine Steigerung der jährlichen Kapazitätserweiterung von heute rund 60 Megawatt auf bis zu 1200 MW. Dass das nicht unmöglich ist, zeigt der Blick ins nördliche Nachbarland, wo allein im vergangenen Jahr das Wachstum sogar rund das siebenfache betrug. Mit dem solaren Energiepfad verbunden wäre auch, ganz anders als etwa mit dem atomaren, dass ein Grossteil der wirtschaftlichen Wertschöpfung im Inland verbliebe. Swissolar rechnet mit rund 5000 zusätzlichen Arbeitsplätzen – und entsprechenden Ausbildungsbedürfnissen - in einer Branche, die übrigens bereits jetzt schon jährlich rund zwei Milliarden Franken umsetzt.

Swissolar’s Töne sind lauter und mutiger geworden, während sich der Fachverband früher um vornehme Zurückhaltung bemühte. Das geschah laut Stickelberger, um nicht vollends ins Reich der Phantasten verbannt zu werden. Aber nach Fukushima ist eben vieles anders und die Solarenergie steht nicht nur vor einer grossen Herausforderung, sondern auch vor einer gewaltigen Chance. Denn sie birgt bei weitem das grösste Potential für die erneuerbare Energieerzeugung, wesentlich mehr noch als andere Formen der erneuerbaren Energien wie etwa Windstrom. Und das weltweite Wachstum der vergangenen beiden Jahre hat bereits bewiesen, dass das eben nicht Phantastereien sind – wurde doch beispielsweise 2010 weltweit rund 18 Gigawatt an neuen PV-Kapazitäten zugebaut, deren Stromerzeugung etwa jener von drei grossen AKW entspricht.

Während am ersten Tag des Photovoltaik-Kongresses vor allem technische Aspekte und Probleme zur Sprache kamen – die sich übrigens allesamt fachgemäss lösen lassen wie etwa ein zweckdienlicher Brand- und Blitzschutz – stehen am Donnerstag die energiepolitischen Aspekte des Übergangs zu einer solaren Wirtschaft zur Diskussion (siehe auch Veranstaltungshinweis in der rechten Spalte). Mehr dazu dann in einem weiteren Solarmediabeitrag - wieder direkt aus Fribourg.

© Solarmedia

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Repowering Photovoltaics

Einen neuen Ansatz zur Beschleunigung des Ausbaus der Elektrifizierung in Entwicklungsländern präsentiert die soltechnics GmbH aus dem schwäbischen Baienfurt. Dabei werden Solarstromanlagenbetreiber in ein Nord-Süd-Projekt einbezogen, bei dem sie selbst profitieren und eine positive Entwicklung beschleunigen sollen.

PV-Repowering bedeute, den Austausch bestehender Solarstromanlagen in Deutschland und ein günstiges Angebot für Kleinanlagen in Entwicklungsländern, erläutert das Photovoltaik-Unternehmen. Die soltechnics GmbH biete mit dem "CHANGE New Energy Repowering"-Konzept zum richtigen Zeitpunkt die passende Lösung: "Wir ersetzen Altanlagen durch Hightech-Neuanlagen. Dadurch wird mehr Leistung auf gleicher Fläche erzielt. Gebrauchte Anlagenteile, namentlich: Module, werden in Zahlung genommen", erklärt Claus Scheuber, Projektentwickler der soltechnics GmbH.

"PV-Repowering": Ländliche Elektrifizierung mit ausgetauschten Photovoltaik-Modulen, Bild: soltechnics







Für den Leistungsanteil des bestehenden Solarstrom-Einspeisevergütungs-Vertrages erhalten Anlagenbetreiber die Einspeisevergütung wie bisher.
Der Ertrag aus dem Leistungsplus werde über einen neuen Vertrag abgerechnet - im Idealfall nach der neuen Solarstrom-Eigenverbrauchsregel (§ 33/2 EEG 2008). Durch die Einspeisevergütung der frühen Jahre (50 Cent und mehr) und die günstigen Anlagenpreise von heute amortisiere sich Repowering in wenigen Jahren, betont Scheuber. Die moderne, weit weniger anfällige Anlagentechnik verspreche zudem eine erhebliche „Laufzeitverlängerung“ für die Solar-Kraftwerke.

"Doch Repowering wäre nicht Repowering, wenn nicht die zurückgenommenen Module einem entwicklungspolitisch wertvollen Zweck zugute kämen. Mit einem 100-Watt-Modul und einigen zusätzlichen Komponenten lässt sich zum Beispiel in Zentralafrika ohne Weiteres eine Hütte mit Strom versorgen oder eine Mobiltelefon-Ladestation betreiben", erklärt Scheuber. CHANGE New Energy Repowering führe bei jedem zurückgenommenen Modul einen Leistungstest durch. Die Module würden mit dem Flasher elektrisch vermessen und neu gelabelt. Schadhafte Module gehen den Weg über PV-Cycle. Die "guten" Gebrauchten würden mit zusätzlichen Komponenten zu Kompakt-anlagen ausgerüstet und über die Vertriebspartner der soltechnics GmbH in Entwicklungsländern zu sehr günstigen Preisen in ländlichen, netzfernen Regionen angeboten als aktiver Beitrag zur beschleunigten Elektrifizierung dieser Gebiete mit Photovoltaik.

Projektentwickler Scheuber rechnet zwar vorsichtig mit lediglich 200 - 500 kWp Gesamtvolumen im Jahr 2011, hält aber eine Steigerung von jeweils 500 % in jedem der nächsten drei Jahren für sehr realistisch. In den Ländern Mali, Nigeria, Äthiopien und im südlichen Marokko seien bereits ohne jede Akquise Partner gefunden worden. "Mit zunehmender Bekanntheit dieses Angebots, braucht sich die soltechnics GmbH um die Nachfrage keine Sorgen zu machen", sagt Scheuber.

Quelle: Solarserver / soltechnics GmbH

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Stromverbrauch gestiegen

Der Elektrizitätsverbrauch der Schweiz ist im Jahr 2010 um 4,0% auf 59,8 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) gestiegen. Die einheimischen Kraftwerke erzeugten 66,3 Mrd. kWh oder 0,4% weniger Strom als im Vorjahr. Bei Importen von 66,8 Mrd. kWh und Exporten von 66,3 Mrd. kWh resultierte im Jahr 2010 wie in den Jahren 2005 und 2006 ein Stromimportüberschuss - allerdings ein knapper.

Der schweizerische Elektrizitätsverbrauch (Endverbrauch = Landesverbrauch nach Abzug von Übertragungs- und Verteilverlusten) stieg im Jahr 2010 um 4,0% auf 59,8 Mrd. kWh (2009: 57,5 Mrd. kWh). Mit Ausnahme des Monats Januar lag der Elektrizitätsverbrauch der Schweiz in jedem Monat des Jahres 2010 zwischen 1,9% und 6,8% über dem entsprechenden Vorjahreswert. Die höchste Zuwachsrate ergab sich im zweiten Quartal mit 6,2%, in den übrigen Quartalen stieg der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 2,0% (1. Quartal), 3,2% (3. Quartal) und 4,9% (4. Quartal). Durch den hohen Strombedarf und eine geringere inländische Produktion kam es im 2. und 3. Quartal im Vergleich zum Vorjahr zu einem deutlichen Rückgang des Exportüberschusses. Dank einer höheren Produktion der Wasserkraftwerke musste im 4. Quartal trotz gestiegener Nachfrage weniger Strom importiert werden als im entsprechenden Vorjahresquartal.

Wichtige gesamtwirtschaftliche Treiber, welche den Elektrizitätsverbrauch beeinflussen, sind das Wirtschaftswachstum und die Bevölkerungsentwicklung. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm 2010 um 2,6% zu (Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO). Für die Entwicklung der Wohnbevölkerung im Jahre 2010 stehen vom Bundesamt für Statistik (BFS) noch keine Angaben zur Verfügung. Gemäss den Bevölkerungsszenarien 2010 des BFS soll die Bevölkerung („mittleres" Bevölkerungsszenario) im Jahre 2010 um rund 0.9 % angewachsen sein. Die deutlich kältere Witterung (Zunahme der Heizgradtage um 12,7% gegenüber 2009) trug ebenfalls zum höheren Stromverbrauch bei: Gemäss den Analysen des Energieverbrauchs nach Verwendungszweck (BFE/Prognos 2010) wird knapp 10% des Stromverbrauchs für das Heizen verwendet.

Die Elektrizitätsproduktion (Landeserzeugung vor Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen) des schweizerischen Kraftwerkparks lag 2010 mit 66,3 Mrd. kWh um 0,4% unter dem Vorjahresniveau von 66,5 Mrd. kWh. Nach dem Rekordjahr 2001 ist dies das fünfthöchste jemals erzielte Produktionsergebnis. Im 1. und 4. Quartal 2010 lag die Inlanderzeugung über (+ 2,3% und + 14,7%), im 2. und 3. Quartal hingegen unter (- 8,3% und - 6,7%) den entsprechenden Vorjahreswerten.

Die Wasserkraftanlagen (Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke) erzeugten 0,8% mehr Elektrizität als im Vorjahr. Die Produktion der Laufkraftwerke nahm um 0,5% ab, diejenige der Speicherkraftwerke stieg um 1,9%. Die Produktion der Wasserkraftwerke sank im Sommer 2010 um 8,4% gegenüber dem Vorjahr. In den beiden Winterquartalen erhöhte sich die Produktion der Wasserkraftwerke um 16,5%, wobei vor allem das 4. Quartal 2010 eine markant höhere Produktion als im Vorjahr verzeichnete (+ 30,7%). Die Produktion der Speicherkraftwerke steigen im 4. Quartal sogar um 41,5%.

Die Stromproduktion der fünf schweizerischen Kernkraftwerke sank trotz eines neuen Produktionsrekords des Kernkraftwerks Mühleberg von 26,1 Mrd. kWh (2009) auf 25,2 Mrd. kWh (- 3,5%). Die Verfügbarkeit der schweizerischen Kernkraftwerke lag bei 88,7% (2009: 92,4%). Am gesamten Elektrizitätsaufkommen waren die Wasserkraftwerke zu 56,5%, die Kernkraftwerke zu 38,1% sowie die konventionell-thermischen und anderen Anlagen zu 5,4% beteiligt.

Während sechs Monaten des Jahres 2010 überstieg die Landeserzeugung den Inlandbedarf (Landesverbrauch). Für das ganze Jahr ergab sich bei Importen von 66,8 Mrd. kWh und Exporten von 66,3 Mrd. kWh ein Importüberschuss von 0,5 Mrd. kWh (2009: Exportüberschuss von 2,2 Mrd. kWh). Damit verzeichnet die Schweiz zum dritten Mal nach 2005 und 2006 einem Importüberschuss. Im 1. und 4. Quartal hat die Schweiz per Saldo 3,7 Mrd. kWh vom Ausland bezogen (Vorjahr: 5,2 Mrd. kWh). Im 2. und 3. Quartal betrug der Exportüberschuss 3,2 Mrd. kWh (Vorjahr: 7,3 Mrd. kWh).

Der Erlös aus Exporten von Elektrizität lag im Jahr 2010 bei 5'064 Mio. Franken (7,65 Rp./kWh).
Für Importe aus dem Ausland ergaben sich Ausgaben von 3'736 Mio. Franken (5,60 Rp./kWh). Damit lagen im Jahr 2010 die Einnahmen um 7,3 % über der entsprechenden Vorjahresperiode. Die Ausgaben erhöhten sich im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 18,0 %. Der positive Aussenhandelssaldo der Schweiz sank im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 % auf 1'328 Mio. Schweizer Franken.

Quelle: Bundesamt für Energie

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Dienstag, 12. April 2011

Solarkataster für Appenzell


Appenzell Ausserrhoden verfügt nur über wenige lokal verfügbare Energieressourcen. Die Sonnenenergie ist eine davon. Um dieses Potenzial der energetisch gut ausgerichteten Dachflächen für jedermann „sichtbar“ zu machen, wird zurzeit der Sol - AR - Kataster erstellt. Für andere CH-Gemeinden gibt es solche Kataster vereinzelt bereits.

Ein Solarkataster ermittelt und visualisiert die Eignung aller Dachflächen und beziffert die dazugehörenden Einstrahlungsdaten sowie die möglichen Energieerträge. Diese Informationen werden in Form von Solarkarten mit Hilfe der Verwendung des Geoinformationssystems zugänglich gemacht. Bereits im kantonalen Energiekonzept 2008-2015 wurde aufgezeigt, dass die Sonnenenergie nach der Umweltwärme und noch vor der bereits gut genutzten Holzenergie das zweitgrösste ökologisch nutzbare
Potenzial aufweist. Die durchgeführten Simulationen bestätigen nun diese Annahmen und zeigen, dass die bestehenden Dachflächen einen erheblichen Beitrag an die Wärme- und/oder Stromversorgung leisten könnten.

Die Simulation erreicht aufgrund der dreidimensionalen Grundlagendaten eine sehr hohe Genauigkeit. Es werden sowohl Einzelbäume wie auch Nachbargebäude oder Abschattungen aufgrund der Topographie berücksichtigt. Die Solarnutzungsqualität der Dachausrichtung wird in 3 Kategorien eingeteilt. Diese werden mit der theoretisch maximal möglichen Jahressolarstrahlung einer unbeschatteten, nach Süden orientierten und 32° geneigten Dachfläche verglichen. Trifft zwischen 80 und 90% der maximal möglichen Strahlung auf
eine Dachfläche, gilt diese als „geeignet“. „Gut geeignet“ ist sie, wenn der Wert zwischen 90 und 95% und als „sehr gut geeignet“, wenn der Wert über 95% liegt. Die Eignung der Dachflächen kann nun im öffentlich zugänglichen Geoportal eingesehen werden. Jeder Eignungsklasse wurde eine eigene Farbe (gelb = sehr gut geeignet, orange = gut geeignet und rot = geeignet) zugewiesen. Weitergehende Informationen zu einer
interessierenden Dachfläche, im Sinne einer Machbarkeitsabschätzung, lassen sich durch Betätigung des Informationsknopfs abfragen. So können z.B. schnell und einfach Daten zu belegbarer Fläche, approximative Energieerträge, CO2-Einsparungen und viele mehr angezeigt werden. Vor Ausführung einer Anlage ist aber immer eine objektspezifische Planung erforderlich!

Die Erkenntnisse dieser Berechnung können mehrfach genutzt werden.
So konnten neben der erwähnten Bestätigung der Wirkungsabschätzung, die potenziellen Dachflächen lokalisiert werden. Weiter lassen sich approximative Maximalerträge sowohl für eine thermische wie auch eine photovoltaische Nutzung abfragen. Allenfalls können diese Erkenntnisse in kommunale Energierichtplanungen fliessen oder dienen als fundierte Datengrundlage bei allfälligen Interessenabwägungen bei speziellen Bauten.
Hauptsächlich erhofft sich der Kanton durch die zur Verfügung Stellung dieser Informationen und mit Hilfe der seit dem Jahr 2000 bestehenden Solaranlagenförderung eine forcierte Nutzung der Sonnenenergie.

Interessant ist die Erkenntnis, dass bestehende Nord-Süd Firstrichtungen nicht à priori eine Solarnutzung verhindern. Ist das dazugehörende Schrägdach nicht allzu steil geneigt, ist auch auf ost- oder westorientierten Dachflächen eine gute Eignung möglich. Überrascht hat die Zahl der existierenden Dachflächen. In AR wurden 142’606 Schrägdächer und 39’868 Flachdächer ermittelt. Von diesen eignen sich aber lediglich 23’999 (16.8%) respektive 1’913 (4.8%) für eine photovoltaische Nutzung und 38’797 (27.2%) respektive 4’032 (10.1%) für eine thermische Nutzung. Besser sieht es aus, wenn die belegbaren
Flächen beurteilt werden. Rund 38.5% der Dachfläche eignet sich für die Photovoltaik und gar 44% für eine thermische Nutzung. Einer sinnvollen Nutzung entgegen laufen viele stark zerklüftete Dachflächen. Also Dächer, die z.B. neben einem Kreuzfirst auch noch eine oder mehrere Gauben aufweisen und somit aus vielen, meist kleinflächigen und unterschiedlich ausgerichteten Teilflächen bestehen.

Seit Einführung des kantonalen Förderprogramms Energie im Jahr 2000, also innerhalb der letzten 11 Jahre, konnte an 383 Anlagen bei bestehenden Liegenschaften mit einer Absorberfläche von 3811 m2 sowie an 41 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 141 kWp ein Förderbeitrag ausbezahlt werden.


Die Karten sind seit heute aufgeschaltet und mit folgenden Direktlinks aufrufbar:

Solarkarte Strom:
http://schnittstelle.geoportal.ch/aufruf.aspx?VERSION=1.0&REQUEST=GetIGis&MAP=418&TOPIC=Gde&Attribute1=KTAR&ShowPOI=0

Solarkarte Wärme:
http://schnittstelle.geoportal.ch/aufruf.aspx?VERSION=1.0&REQUEST=GetIGis&MAP=417&TOPIC=Gde&Attribute1=KTAR&ShowPOI=0

Quelle: Swissolar

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