Mittwoch, 5. Februar 2014

Rückwärtssalto von Avenir Suisse

Avenir Suisse hat am Dienstag an einem Medienfrühstück die Studie «grundlegende Reform der KEV» vorgestellt: Die Kostendeckende Einspeisevergütung KEV soll durch ein Quotenmodell abgelöst werden. Aber: Die KEV ist ein international bewährtes Modell, das die Stromproduktion mit erneuerbaren Energien marktfähig macht. Ein Quotenmodell würde den Umbau des Stromerzeugungssystems in der Schweiz ausbremsen und den Atomausstieg gefährden. 

Die Avenir Suisse argumentiert – wie auch die Stromwirtschaft und die Economiesuisse – mit der vermeintlichen Marktferne der KEV. Jedoch profitieren die konventionellen Energien, vor allem die Atomkraft, viel stärker von marktverzerrenden staatlichen Unterstützungen und Subventionen profitieren als die Erneuerbaren (siehe auch SES-Studie «Atomvollkosten – Was der Atomstrom wirklich kostet»). Die KEV bietet allenfalls eine Korrektur dieser Verzerrung. Solange eine Internalisierung aller externen Kosten politisch nicht durchsetzbar ist, bleibt eine verursachergerechte Einspeisevergütung die beste Option zur Finanzierung neuer Kraftwerke.

Das vorgeschlagene Quotenmodell ist in vielen Ländern Europas gescheitert: Holland, Grossbritannien, Italien und Finnland haben aufgrund der schlechten Erfahrungen auf Einspeisevergütungssysteme umgestellt. Die KEV erlaubt es zusätzlichen Produzenten, in den Markt einzusteigen. Eine Diversifizierung der Stromanbieter kann nur im Interesse des Marktes sein – in Deutschland beispielsweise sind über die Hälfte der Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie im Besitz von Privaten und Landwirten. Die Erfahrung zeigt, dass Quotenmodelle den Strom verteuern, während Einspeisevergütungen ihn billiger machen.

Im Gegensatz zur Quote wird bei der KEV das Wachstum nicht künstlich begrenzt, sondern bleibt im Rahmen der freigegebenen Fördermittel gegen oben offen. Mit einem Quotenmodell würden die einheimischen Potenziale vernachlässigt, darunter leidet die Versorgungssicherheit und die Abhängigkeit vom Ausland würde zunehmen. Ausserdem gäbe es viel Druck auf wenige, hochrentable Projekte (Grosswasserkraftwerke), die oft mit dem Umweltschutz in Konflikt stehen.

Die SES schätzt gemäss einer Medienmitteilung die Stimme von Avenir Suisse in der Energiepolitik. Aber mit dieser Anti–KEV Studie liege der Think Tank falsch. Es entsteht der Verdacht, dass mit solchen Analysen die Energiewende blockiert werden soll. Die SES ist sicher, dass sich die Politik nicht von solchen rückwärtsgewandten Empfehlungen irritieren und von der erfolgreichen KEV abbringen lässt. 

Dienstag, 4. Februar 2014

Die Solarbranche hat einen GAV

Der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der Gebäudetechnikbranche ist ab 1. Februar 2014 allgemeinverbindlich. Neu im Geltungsbereich eingeschlossen sind Solarinstallationen. Damit gelten die Anforderungen des GAV, insbesondere bezüglich Mindestlöhne und Arbeitszeit, für alle Solarinstallateure. Sozial- und Lohndumping in der Solarbranche wird damit ein Riegel geschoben.

Im Hinblick auf die fällige Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) in der Gebäudetechnikbranche wurde dessen Geltungsbereich erweitert. Neu einbezogen sind nun „Solar­installationen in der Gebäudetechnik“, die zuvor keinem GAV explizit unterstellt waren. Ende Oktober 2013 beschlossen die Swissolar-Mitglieder anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung, ausführende Unternehmen im Verband dem GAV der Gebäudetechnik-Branche zu unterstellen. Gemäss dem Bundesratsbeschluss vom 16. Dezember 2013 wird der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der Schweizerischen Gebäudetechnikbranche der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) unterstellt und gilt für alle Arbeitnehmenden und Arbeitgeber gemäss betrieblichem und persönlichem Geltungsbereich in der gesamten Schweiz mit Ausnahme der Kantone Waadt, Wallis und Genf[1]. Damit müssen alle im Solarbereich tätigen Firmen, also auch Nichtmitglieder von Swissolar, die lohn- und arbeitszeitrelevanten Mindestbestimmungen respektieren. Dies gilt auch für ausländische Firmen, die in der Schweiz Arbeit leisten, sowie Personalverleihfirmen. Mit der AVE werden somit gleich lange Spiesse für alle Beteiligten geschaffen und Sozial- sowie Lohndumping verhindert.

Für Swissolar-Mitglieder, die bereits dem GAV der Gebäudetechnikbranche oder einem anderen GAV (insbesondere Gebäudehülle oder Elektrotechnik) unterstellt sind, ändert sich mit der AVE im Normalfall nichts. Alle anderen Swissolar-Mitglieder, die im Bereich Installation tätig sind, müssen sich dem GAV der Gebäudetechnik anschliessen. Als Vertragspartner dieses GAV kann Swissolar seinen Mitgliedern vorteilhafte Bedingungen anbieten. Nicht unter den GAV Gebäudetechnik fallen Angestellte eines angeschlossenen Betriebs, die selbst nicht in der Ausführung tätig sind, also beispielsweise Planer, Büroangestellte oder in Produktion tätige Mitarbeiter.

[1] In diesen Kantonen gibt es kantonale Gesamtarbeitsverträge für die betroffenen Branchen. Swissolar klärt zurzeit mit den Vertragsparteien ab, wie der Geltungsbereich dieser GAV wie in der restlichen Schweiz auf die Installation von Solaranlagen erweitert werden kann. 

Quelle: Swissolar / Bild: Guntram Rehsche

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Award für Speicherlösungen

Mit dem Intersolar AWARD prämiert die Intersolar Europe zum siebten Mal in Folge besonders innovative Lösungen der Solarwirtschaft. Auch 2014 werden Unternehmen und Projekte ausgezeichnet, die in besonders vorbildlicher Weise die Energiewende vorantreiben. Der Innovationspreis wird in diesem Jahr in den Kategorien „Photovoltaik“ und „Solare Projekte“ vergeben. Erstmals wird zudem der electrical energy storage (ees) AWARD unter dem Dach der Intersolar ausgelobt. 



Bereits zum siebten Mal wird der Intersolar AWARD 2014 verliehen. Insgesamt wurden seit der Einführung des Intersolar AWARD 528 Innovationen aus 40 Ländern weltweit eingereicht. 59 Dienstleistungen, Produkte und Projekte, die einen besonderen Nutzen für Gesellschaft und Umwelt mit wirtschaftlichen Vorteilen sowie einem hohen Innovationsgrad vereinen, wurden seitdem ausgezeichnet. Um Trends und Zukunftsthemen voranzutreiben, wurde 2012 die Kategorie „Solare Projekte in Indien und Nordamerika“ eingeführt, im Jahr 2013 folgte die Kategorie „Solare Projekte in Europa“. 2014 wird das erste Mal der electrical energy storage (ees) AWARD unter dem Dach der Intersolar ausgelobt. Die Preisträger in den Kategorien „Photovoltaik“, und „Solare Projekte in Europa“ sowie die Preisträger des electrical energy storage (ees) AWARD werden im Rahmen eines offiziellen Festaktes am 04. Juni 2014 auf der Intersolar Europe in München gekürt.

Allein in Deutschland wurden 2013 laut Bundesnetzagentur, Hamburg, monatlich durchschnittlich 300 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Für den weltweiten Zubau 2014 prognostiziert IHS Inc., Englewood/USA, das höchste Photovoltaik-Branchenwachstum seit 2011 und geht von einem Zubau von rund 40 GW aus. Vor allem in den USA und in China zeigen die Zahlen eine starke Entwicklung: 6 Gigawatt (GW) Zubau in den USA schätzt die Mercom Capital Group, Austin/USA, für 2014 und das chinesische Energiebüro (Bureau of Energy), Peking/China, rechnet für das laufende Jahr mit einem Gesamtzubau von mehr als 12 GW in China. 


Damit der Anteil der Photovoltaik an der Energieversorgung weltweit weiter zunimmt, sind nicht nur erschwingliche Modulpreise und steigende Effizienz der Anlagen von Bedeutung, sondern Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft. So muss die Solarenergie in den Energiemix und die Stromnetze integriert sowie durch Speicherlösungen ergänzt werden. Mit welcher Innovationsgeschwindigkeit die Branche dabei vorankommt, zeigt sich alljährlich bei den Bewerbungen für den Intersolar AWARD. „Die Qualität der Einreichungen für den Award, von Zellen über die Servicedienstleistungen bis zu den Projekten, ist erstaunlich. Der Intersolar AWARD ist in jedem Jahr wieder der Gradmesser, für das, was in der Branche gerade von größter Bedeutung ist“, erklärt Prof. Dr. Ing. Michael Powalla, Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung und Jury-Mitglied des Intersolar AWARD. Doch der Innovationspreis ist nicht nur ein Wegweiser der Branche. „Die Unternehmen bewerben sich für den Intersolar AWARD, weil der Preis innerhalb der Branche großes Gewicht hat. Wer ihn bekommen hat, nutzt ihn als Aushängeschild des Unternehmens und für das eigene Marketing“, so Jury-Mitglied Dr. Matthias Vetter, Leitung PV-Inselanlagen und Batteriesystemtechnik, Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE).

Die Speicherung von Solarenergie gehört zu den größten Herausforderungen der Energiewende. Intersolar Europe und electrical energy storage (ees) zeigen daher die gesamte Wertschöpfungskette innovativer Batterie- und Energiespeichertechnik – von der Komponente über die Fertigung bis zur konkreten Anwendungssituation. Zudem wird 2014 unter dem Dach der Intersolar der electrical energy storage (ees) AWARD eingeführt, der herausragende Produkte und Lösungen im Bereich Materialien, Fertigung, Systemtechnik, Anwendungen, Zweitverwertung sowie im Recycling prämiert.


Teilnahmebedingungen für den Intersolar AWARD und den ees AWARD 2014
Für die Teilnahme zugelassen sind Produkte, Projekte, Dienstleistungen und Lösungen von den Ausstellern aller Intersolar Messen weltweit sowie den Ausstellern der ees – electrical energy storage 2014. Weiterentwicklungen zu bereits vorgestellten Produkten und Dienstleistungen können ebenfalls eingereicht werden. Die Einreichungen sollten erprobt sein oder sich bereits in der Anwendungsphase befinden. Für den Bereich „Solare Projekte in Europa“ können Projekte aus den Themenfeldern "Industrielle und gewerbliche Photovoltaiknutzung", "Industrielle und gewerbliche Solarthermienutzung" sowie "Photovoltaik und Energiespeicher" eingereicht werden. Voraussetzung für die Zulassung ist, dass die Projekte zum Zeitpunkt der Einreichung zum Intersolar AWARD bereits vollständig realisiert und nicht älter als zwei Jahre sind. Unternehmen, die sich für den Intersolar AWARD und den electrical energy storage AWARD bewerben wollen, erhalten auf der Homepage www.intersolarglobal.com/award weitere Informationen. Die Bewerbungsfrist läuft vom 1. Februar bis 28. März.

Die Intersolar Europe 2014 findet vom 4. bis 6. Juni auf der Messe München statt.

Weitere Informationen zur Intersolar Europe finden Sie im Internet unter www.intersolar.de


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Montag, 3. Februar 2014

D: PV «erfolgreich» abgewürgt

Der „Zubau neuer Anlagen liegt erstmals innerhalb des gesetzlichen Korridors“, hält die deutsche Netzagentur (dena) in einer Mitteilung fest. Was sie nicht erwähnt - dabei wurden die Photovoltaik-(PV)-Zubauten in Deutschland gegenüber den Jahren 2010-12 um über die Hälfte reduziert. 

Die Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sinken im Zeitraum vom 1. Februar 2014 bis zum 1. April 2014 jeweils zum Monatsersten um ein Prozent. Dies gab die Bundesnetzagentur bekannt. "Die jährlichen Zubauzahlen liegen mit 3.300 MW erstmals seit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2012 innerhalb des gesetzlich festgelegten Zubaukorridors von 2.500 MW bis 3.500 MW", sagte Jochen Homann, Präsident der Dena. "Bereits im vergangenen Jahr hat sich der monatliche Zubau von PV-Anlagen verstetigt." So sei bei der Degressionsberechnung für die Monate November 2013 bis Januar 2014 der Korridor nur noch um 559 MW überschritten worden."Diese Entwicklung hat sich nun konsequent fortgesetzt, was wir sehr begrüßen", so Homann weiter.

Die Einspeisevergütung für Strom aus PV-Anlagen nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) wird monatlich angepasst. Hierbei ist eine konstante Absenkung der Vergütungssätze um jeweils ein Prozent vorgesehen. Die Einspeisevergütung wird zusätzlich abgesenkt, wenn sich der Zubau oberhalb des im EEG festgelegten Korridors von 2.500 MW bis 3.500 MW pro Jahr bewegt. Die Absenkung erfolgt dabei stufenweise je nach Höhe der Überschreitung. Eine Unterschreitung des Zubaukorridors würde dagegen dazu führen, dass die Vergütung weniger stark sinkt, gleich bleibt oder sogar ansteigt.

Die Bundesnetzagentur ist für die Registrierung der nach dem EEG geförderten PV-Anlagen zuständig. Darüber hinaus ermittelt sie die neuen Einspeisevergütungen und veröffentlicht diese im Bundesanzeiger und auf ihren Internetseiten. Für die Berechnung der Degression bilden die vergangenen zwölf Monate die Datengrundlage. Im Rahmen der aktuellen Absenkung der Vergütungssätze sind dies die Zubauzahlen der Monate Januar 2013 bis Dezember 2013. Ein Vergleich des Zubaus im Jahr 2013 (3.300 MW) mit dem Zubau im Jahr 2012 (7.600 MW) ergibt eine Abnahme um ungefähr 57 Prozent. Dies ist u. a.darauf zurückzuführen, dass sehr zubaustarke Monate, wie die nach Inkrafttreten der EEG-Novelle im Jahr 2012, nun nicht mehr in die Bemessungsgrundlage einfließen.

Weitere Informationen zu den Vergütungssätzen sowie zur installierten Leistung der gemeldeten PV-Anlagen für Dezember 2013 sind auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Sonntag, 2. Februar 2014

1. unabhängiger Strompreisvergleich

Mit myNewEnergy.ch, einem Comparis Spin-Off, startet heute der erste unabhängige Online-Stromvergleichsdienst der Schweiz. Stromprodukte von lokalen und nationalen Anbietern können nach Preis und Eigenschaften gewählt und online bestellt werden. Die myNewEnergy-Note zeigt an, welche Produkte die Energiewende unterstützen und ökologisch top sind.

Mit myNewEnergy.ch können Privatkunden und KMUs erstmals die Qualität und das Preis/Leistungsverhältnis verschiedener Schweizer Stromprodukte einschätzen und vergleichen – analog zu den Portalen, auf denen Krankenkassenprämien oder Handytarife verglichen werden. Die für den Vergleich und die Benotung nötigen Daten werden erstmalig in diesem Umfang zur Verfügung gestellt. myNewEnergy hat hierfür über 1000 Tarife erfasst, analysiert und ausgewertet.
 
Viele Konsumenten wissen nicht, dass die Schweizer Stromversorgungsunternehmen in den letzten Jahren immer mehr Produkte mit verschiedenen Strom-Qualitäten und Preisen eingeführt haben. Zudem können Stromkunden in der ganzen Schweiz Ökostrom-Zertifikatsprodukte (Mehrwertprodukte) von einem anderen Anbieter beziehen, der nicht ihr bisheriger Versorger ist. Mit myNewEnergy.ch kann man nach dem Vergleich das optimale Stromprodukt gleich online bestellen. Das Portal hat mit EKZ, Green Energy Marketplace, ewz, St.Galler Stadtwerke, Energie Thun und Energie Thurgau (EKT) Verträge abgeschlossen.

 
Mit der myNewEnergy-Note können Stromkunden sehen, welche Produkte die Energiewende optimal unterstützen und auch ökologisch top sind. Die Note wurde gemeinsam mit verschiedenen Interessengruppen entwickelt. Diesem gehören momentan fünf grosse Energieversorger[1], Greenpeace, WWF, der Verein für umweltgerechte Energie, die Schweizerische Energie Stiftung, K-Tipp, das Bundesamt für Energie und weitere an. Das Gremium begleitet den Prozess auch weiterhin.


Mit einem Wechsel zu ökologischem Strom, den fast alle Stromversorger anbieten, kann jeder bereits heute einen aktiven Beitrag zur Energiewende und zum Ausstieg aus der Kernkraft und CO2-belasteten Energieträgern leisten. Für die Energiewende besonders nützlich ist auch der über das Portal bestellbare Ökostrom von Drittanbietern. Mit der Erfassung der Produktinformationen der grössten Schweizer Energieversorger bildet myNewEnergy zum heutigen Start ca. 70 Prozent des Schweizer Marktes ab. Täglich erfasst das Team weitere Produktinformationen der ungefähr 800 Energieversorger.

[1] EKZ, BKW, ewz, St. Galler Stadtwerke und Energie Thurgau (EKT)

Quelle: mynewenergy.ch

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Freitag, 31. Januar 2014

2014 bis zu 50 Gigawatt Zubau

In jüngster Zeit mehrten sich die Hinweise, wonach der Photovoltaik-Weltmarkt vor einem neuen Aufschwung steht. Dennoch höchst erstaunlich ist eine Prognose, auf welche die deutsche Solarplattform solarserver.de hinweist. Zusammengefasst: Es geht steil bergauf, frühere Wachstumsraten von rund 20 Prozent jährlich scheinen wieder in Reichweite.


Der Geschäftsführer von Bloomberg New Energy Finance (BNEF, New York City, USA), Michael Liebreich (siehe Bild), hat eine Prognose für 2014 veröffentlicht. Er rechnet damit, dass wieder mehr in erneuerbare Energien investiert wird, da die Photovoltaik-Preise sinken. BNEF geht 2014 demnach von einem weltweiten PV-Marktvolumen von 44–51 GW aus und liegt damit an der Obergrenze bisheriger Vorhersagen. Liebreich rechnet außerdem damit, dass die “Zugangsgebühren” für die Stromerzeugung mit Photovoltaik in den USA und anderen Ländern steigen, ähnlich wie in Arizona, wo seit November 2013 Gebühren auf Solarstromanlagen erhoben werden, die am „Net Metering“-Programm teilnehmen. Derartige Gebühren hätten jedoch geringe Auswirkungen auf den Photovoltaik-Markt, so Liebreich. Dass die Investitionen in erneuerbare Energien anziehen werden, liege unter anderem daran, dass es mehr Bondfinanzierungen für Erneuerbare-Energien- und Energieeffizienz-Projekte gebe.

Liebreich spricht von einer „Phasenverschiebung“ und beschreibt damit die Art und Weise, wie komplexe Systeme sich oft sehr rasch verändern, sobald ein bestimmter Punkt erreicht ist. „Ich bin überzeugt, dass das Energiesystem an der Schwelle zu so einer Transformation steht, und 2014 werden sich viel mehr Menschen dessen bewusst werden“, so der Geschäftsführer. 

In den letzten Jahren habe es bereits viele Anzeichen dafür gegeben: „Die Kosten für Solar- und Windstrom haben sich den Kosten für herkömmlich erzeugten Strom angenähert oder lagen in vielen Teilen der Welt sogar ohne Förderung bereits darunter; Die Stromnetze sind in der Lage, viel mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu integrieren als früher und so weiter. Wenn diese Punkte einmal überschritten sind, gibt es kein Zurück mehr.“ 

Artikel mit zehn Vorhersagen >  Internetseite von BNEF