Donnerstag, 17. Dezember 2020

Cockpit für Energiewende

Jetzt ist endlich auch eine weit reichende Basis gelegt für die statistische Erfassung der Schweizer Energiewende. Unter https://www.energy-charts.info finden alle Energie-Interessierten interaktive Grafiken zu Stromproduktion und Börsenstrompreisen der Schweiz.

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Da kann man sich nur bedanken bei Thomas Nordmann, einem der grossen Solarpioniere der Schweiz, und seiner in Feldmeilen am Zürichsee ansässigen Firma TNC Consulting AG. Mit den zur Verfügung gestellten Daten will die Website einen «Beitrag zur Transparenz und Versachlichung der Diskussion um die Energiewende leisten». Diese Daten werden von TNC Consulting AG und von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg i. Br. Deutschland aus verschiedenen neutralen Quellen zusammengestellt.

Noch ist die Website im Aufbau begriffen, aber schon mal verfügbar sind unter anderem folgende Funktionen:

  • Darstellung der Schweizer Stromerzeugung in Wochenschritten, aufgegliedert nach Stromerzeugungsart (siehe Darstellung oben).
  • Sie können sich die passende Darstellung der Grafiken aber auch selbst konfigurieren, indem Sie zum Beispiel einen oder mehrere Energieträger auswählen, zwischen absoluter und prozentualer Darstellung wechseln und Zahlenwerte in einem eingeblendeten Fenster ablesen. Außerdem können Sie den Anzeigezeitraum für die Grafiken auswählen.
  • Die Legende bei jeder Grafik zeigt die verfügbaren Größen an. Durch Klicken auf die Elemente der Legende lassen sich die Größen aktivieren oder deaktivieren. Ausgegraute Elemente in der Legende bedeuten, dass eine Größe (z.B. Export) gerade nicht dargestellt wird, durch Anklicken aber hinzugefügt werden kann. Weitere Bedienhinweise finden Sie bei den jeweiligen Grafiken unter »Hinweise«.

Das Projekt ist übrigens ein Pendant zur deutschen Plattform www.energy-charts.de. Sie bereitet seit 2014 Daten zur Stromerzeugung aus verschiedenen neutralen Quellen auf und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Im Projekt »InGraVi«, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell gefördert wird, ist die Seite unterdessen weiterentwickelt worden, um Zusammenhänge zwischen verschiedenen Datenkategorien besser darzustellen. Auch das Design der Seite wurde komplett überarbeitet und für die mobile Nutzung optimiert, da viele Nutzer die Energy-Charts auf Smartphones oder Tablets öffnen.

Quelle: https://www.energy-charts.info

Text © Guntram Rehsche / Solarmedia

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Montag, 14. Dezember 2020

Auf die richtige Spannung im Netz kommt es an

Als Blindenergie wird jener Teil des Stroms bezeichnet, der nicht produktiv ist, den es aber braucht, damit das elektrische Netz und die angeschlossenen Geräte funktionieren können. Ein Flugzeug etwa braucht für seinen Flug zwei Arten von Energien: die «Wirkenergie», welche es ihm ermöglicht, nach vorne zu fliegen, und die «Blindenergie», die dem Flugzeug erlaubt, in die Höhe zu fliegen. Das gleiche geschieht im Stromnetz: die Wirkenergie ist diejenige, die wir «normal» verbrauchen, die Blindenergie ist diejenige Energie, welche die Spannung im Stromnetz stützt, damit diese Wirkenergie bis zu unserer Steckdose kommt und verbraucht wird.

Die Blindenergie unterstützt direkt die Spannung im Stromnetz. In Zeiten mit starker Netzlast (z.B. im Winter) sinkt tendenziell die Spannung. Um diese aufrechtzuerhalten, müssen die Kraftwerke auf Anweisungen der Netzbetreiber mehr Blindenergie produzieren. Umgekehrt ist es, wenn die Netzlast sinkt, zum Beispiel in den Sommermonaten. In diesem Fall steigt tendenziell die Spannung und die Kraftwerke müssen mehr Blindleistung absorbieren (das heisst vom Netz ziehen), damit diese Spannung auf einem tieferen stabilen Niveau bleiben kann. Das Produzieren und Absorbieren der Blindenergie ist eine Leistung der Kraftwerke. Diese Leistung bezeichnet man als Systemdienstleistung, und sie wird von den Netzbetreibern für die Stabilisierung der Spannung in ihrem Netz entschädigt. Im März und April, während des Corona-Shutdowns hat Swissgrid, die Betreiberin des Schweizerischen Übertragungsnetzes, eine tiefere Netzlast deutlich beobachtet. Aber es bestand kein Anlass zur Sorge. Die zulässigen Spannungsgrenzen wurden dank der guten Regelsysteme der Kraftwerke eingehalten.

Mohamed Benahmed, Leiter Netze, Bundesamt für Energie

Quelle: energeiaplus.com

Sonntag, 13. Dezember 2020

Wert der Solaraktien im PPVX jetzt über 100 Mrd.


Der Solaraktienindex PPVX stieg letzte Woche um 3,0% auf 3.480, der NYSE Arca Oil um 2,2%. Der PPVX liegt mit +136,5% seit Jahresanfang 2020 währungsbereinigt rund 175 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex NYSE Arca Oil (-38,9%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind Enphase Energy(+435%),SunRun (+322%) undDaqo New Energy bzw. SunPower(jeweils +321%).Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 101,8 Mrd. Euro. Die grössten Gewinnerder Woche waren West Holdings(+14%) undScatec Solar(+10%), die grössten Verlierer JinkoSolar Holding(-14%) und Maxeon Solar Technologies(-10%).Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+1.137%) rund 1.074 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +63%).

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu

Quelle: oeko-invest.net 

Freitag, 11. Dezember 2020

Mehr Haushaltgeräte - trotzdem weniger Strom

Eine vom Bundesamt für Energie BFE in Auftrag gegebene Analyse der in der Schweiz verkauften Haushaltgrossgeräte und Elektronikgeräte zeigt, dass der Gesamtenergieverbrauch der Geräte im beobachteten Zeitraum (2002-2019) wesentlich gesunken ist (-13,3%). Die Daten stammen vom Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) und des Schweizerischen Wirtschaftsverbands der Informations-, Kommunikations-, und Organisationstechnik (Swico).

2019 gab es in der Schweiz 46,81 Millionen Haushaltgrossgeräte sowie IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte, die zusammen 6620 Mio. kWh Strom (11,7% des schweizerischen Stromendverbrauchs) verbrauchten. Das sind 34,3% mehr Geräte als 2002 (Bestand 34,85 Millionen Stück). Ihr Stromverbrauch liegt aber um 1030 Mio. kWh (-13,3%) tiefer als 2002 (7720 Mio. kWh).

Dank grösserer Technologiesprünge sind die Effizienzgewinne bei den IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräten mit 54% seit dem Jahr 2000 fast doppelt so hoch wie bei den Haushaltgrossgeräten (28,1% seit dem Jahr 2002). Dies verdeutlicht auch der über alle Geräte gemittelte spezifische Verbrauch pro Gerät: Bei den Haushaltgrossgeräten hat er zwischen 2002 und 2019 von 386 kWh auf 285 kWh abgenommen und bei den Elektronikgeräten von 130,7 kWh auf 52,6 kWh.

Haushaltgrossgeräte (2002 bis 2019)

  • In der Schweiz waren 2019 über 18,2 Millionen Haushaltgrossgeräte im Einsatz, das sind 34,3% mehr als 2002 (13,6 Millionen). Ihr Energieverbrauch ist im gleichen Zeitraum um 1,1% gesunken: von 5242 auf 5186 Mio. kWh.
  • Bei allen Gerätekategorien gibt es seit 2002 eine erhebliche Steigerung der Energieeffizienz.
  • Dank der Effizienzgewinne war der Energieverbrauch der Haushaltgrossgeräte 2019 um 2029 Mio. kWh (oder 28,1%) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch der Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2002.
  • Die grössten Stromverbraucher in der Kategorie der Haushaltsgrossgeräte sind Elektroherde/Backöfen (1417 Mio. kWh), Kühlgeräte (1034 Mio. kWh) sowie Wäschetrockner (842 Mio. kWh).
  • Ab März 2021 werden in der EU neue Energieetiketten eingeführt. Für Kühlgeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler und Displays (Fernseher, Monitore) werden die neuen Labels wieder wie ursprünglich nur die Klassen A bis G aufweisen, ohne +-Erweiterungen. In der Schweiz gelten die neuen Energieetiketten ebenfalls ab März 2021. Es ist davon auszugehen, dass diese Veränderung zu einer positiven Entwicklung der Effizienz von Elektrogeräten führen wird.

IT, Büro- und Unterhaltungselektronikgeräte (Zahlen von 2000 bis 2019)

  • In der Schweiz waren 2019 rund 28,5 Millionen IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte im Einsatz, das sind 42,3% mehr als im Jahr 2000 (20,1 Millionen). Trotz höherer Leistungsfähigkeit und längerer Nutzungsdauer ist ihr Energieverbrauch im selben Zeitraum um 42,8% zurückgegangen: von 2530 auf 1504 Mio. kWh.
  • Dank der erzielten Effizienzgewinne war der Energieverbrauch der IT-, Büro- und Unterhaltungselektronik-Geräte 2019 um 1764 Mio. kWh (oder 54%) tiefer als der hochgerechnete Verbrauch der Geräte mit der Effizienz aus dem Jahre 2000.
  • Gründe für den hohen Verbrauchsrückgang sind technologische Fortschritte aber auch Förderprogramme zugunsten effizienter Geräte (Energy Star, Stand-by Initiativen, neue Technologien usw.) sowie die Mindestanforderungen bezüglich des Standby-Verbrauchs.
  • Die stärkste Bestandszunahme seit dem Jahr 2000 gab es bei den Notebooks (+4,2 Millionen Stück), Tablets (+4 Millionen) und Set-Top Boxen (+3 Millionen).
  • In den letzten zwei Jahren sind die Verkaufszahlen fast aller Geräte rückläufig. 2019 wurden beispielsweise 7% weniger TV-Geräte, 6,3% weniger Tablets und 4,7% weniger PCs verkauft.
  • Insbesondere bei den TV-Geräten zeigt sich, dass die Energieetikette an Einfluss auf die Kaufentscheidung verliert. Seit 2015 ist der Anteil an verkauften A+ und A++ Geräten rückläufig und lag 2019 noch bei 24% (2015: 56%). Die Zahl der verkauften A-Geräte stieg in der gleichen Zeit von 34 auf 52%, die der B-Geräte von 4 auf 19%. Grund dafür dürfte sein, dass immer mehr Geräte mit UHD-Auflösung verkauft werden. Diese brauchen mehr Energie pro Fläche, weil sie über zusätzliche Funktionen verfügen.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Was für ein Haus! Geehrt mit Europ. Solarpreis

Europäischer Solarpreis für historisches Nullenergiehaus 

Felix Partner Architektur aus Zürich hat ein 350 Jahre altes Bündner Bauernhaus in Latsch bei Bergün (GR) zu einem modernen Nullenergiebilanzhaus umgebaut und gleichzeitig die historische Substanz erhalten. Dafür erhielt es den European Solar Prize 2020.

Das Gebäude, das von aussen auch im Heidi-Film von 2015 zu sehen war, ist heute ein veritables Kraftwerk: Kollektoren sowie Fotovoltaikpanels nutzen die in Latsch reichlich anfallende Sonnenenergie. Fünf Erdsonden dienen als Medium für eine Wärmepumpe. Die auf dem Dach erzeugte Strommenge deckt übers Jahr hinweg den gesamten Bedarf von Bewohnern und Wärmepumpe. Mit den Kollektoren wiederum kann Warmwasser erzeugt und im Sommer über Sonden dem Erdreich wieder Wärme zugeführt werden. Auf der Website des European Solar Prize 2020 wird das Projekt mit einem Kurzfilm vorgestellt.

Die Architektengemeinschaft Felix Partner schreibt dazu: «In Zukunft soll jedes Gebäude sein eigenes Kraftwerk sein! Dabei wichtiges Kulturgut zu retten und mit Technik und guter Architektur zu vereinen, ist die hohe Kunst. Das 350-jährige baufällige und denkmalgeschützte Ensemble wurde den neuen Wohnbedürfnissen angepasst, ohne seinen Charme zu verlieren. Das Wohnhaus tritt als massives Steinhaus in Erscheinung. Im Innern handelt es sich jedoch teils um einen Holzbau. Die Räume sind in Strickbauweise gezimmert und übereinandergestapelt und zeugen von verschiedenen Bauetappen. Die Typologie blieb erhalten. Historisch wertvolle Bausubstanz wurde sorgfältig restauriert. Alle Eingriffe sind klar ablesbar. Sie beschränken sich auf Sichtbeton und Lärchenholz – beides unbehandelt – sowie schwarzen Stahl und Glas.

Hinzu kommt die Transformation in ein Nullenergiebilanzhaus: Auf den grossen Dächern der beiden Anbauten wird durch Photovoltaik- und Solarthermie-Paneele Sonnenenergie gewonnen. Die im Sommer überschüssige Energie wird über die Erdsonde im Felsen gespeichert. Dort steht sie im Winter klimaneutral zur Verfügung. Nach über 50 Jahren Leerstand, kann das professionell restaurierte Gebäude nun neu Geschichte schreiben und gewinnt beim «Iconic Awards 2020 – Innovative Architecture» die Auszeichnung «Best of Best». Und laufend kommen weitere Auszeichnungen dazu  - wie nun der Europäische Solarpreis.»

Quellen: Felixpartner  / energiecluster.ch 

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Dienstag, 8. Dezember 2020

Immer mehr LED-Licht

2019 erreichten die LED-Leuchtmittel auf dem Schweizer Lichtmarkt einen Verkaufsanteil von 59,6 Prozent. Sie verzeichneten damit einen beeindruckenden Zuwachs von fast 17 Prozentpunkten gegenüber 2018. Der Anteil der weniger effizienten Halogenlampen lag 2019 bei nur noch 21 Prozent. Das ist fast die Hälfte weniger als im Vorjahr. Diese Zahlen gehen aus einer Analyse des Lichtmarkts Schweiz 2019 hervor, die im Auftrag des Bundesamts für Energie durchgeführt wurde.

Die Analyse für das Jahr 2019 basiert auf den Angaben von 157 Akteuren auf dem Schweizer Lichtmarkt (65 Hersteller, 71 Grosshändler und 21 Detailhändler). Ihr Umsatz betrug insgesamt rund 779 Millionen Franken (72 Mio. Franken für Leuchtmittel und 707 Mio. Franken für Leuchten). In Stückzahlen gerechnet, belief sich der Absatz gesamthaft auf 29,2 Millionen Einheiten (20,6 Mio. Leuchtmittel und 8,6 Mio. Leuchten).

Die LED-Leuchtmittel verzeichneten einen massiven Zuwachs und steigerten ihren Marktanteil um 16,8 Prozentpunkte. Damit haben sie sich als schweizweit wichtigster Leuchtmitteltyp etabliert. Dazu beigetragen haben zweifellos die verschärften Effizienzanforderungen an Lampen, welche in der Verordnung über die Anforderungen an die Energieeffizienz serienmässig hergestellter Anlagen, Fahrzeuge und Geräte (Energieeffizienzverordnung, EnEV) definiert sind. Die Halogenlampen verloren fast die Hälfte ihres Marktanteils gegenüber dem Vorjahr. Die Stromersparnis, die dank dem Umstieg auf LED realisiert wird, ist beachtlich: Eine LED-Lampe verbraucht bei gleicher Lichtleistung bis zu 90 Prozent weniger Strom.