Samstag, 3. September 2011

Solar-Firmen-News Woche 35

Das Lage in der Solarbranche wird immer uneinheitlicher: Die Schweizer Edisun Power steigert den Ertrag aus photovoltaischen Stromverkäufen - Tarifverträge gibt es in der Solarbranche nur vereinzelt, jetzt geht eine der grossen Firmen voran - Der grösste Schweizer Solarkonzern hat im 1. Halbjahr die Erwartungen übertroffen – In Kenia öffnete die erste PV-Modulfabrik Ostafrikas - Auch in Europa werden jetzt PV-Anlagen grösster Art gebaut - Schwere Verluste hat der chinesische Solarkonzern LDK Solar im zweiten Quartal 2011 hinnehmen müssen – Sunpower profitiert von einem französischen Grossauftrag für Solarmodule.

Edisun Power Europe AG, ein Solarstromproduzent mit Solaranlagen in verschiedenen europäischen Ländern, konnte den Ertrag aus der Stromproduktion im ersten Halbjahr 2011 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 33% steigern (39% in lokaler Währung und rund 3,3 Millionen Franken). 64% des Ertrags aus dem Stromverkauf wurden im Ausland erwirtschaftet. Das Bild zeigte eine der schweizerischen Edisun-Power-Anlagen auf dem Gebäude Supertanker in Zürich. Quelle: Edisun Power

Anfangs September ist der Haustarifvertrag bei Bosch Solar Energy in Kraft getreten . Am Firmensitz in Erfurt sowie an den Produktionsorten Brandenburg und Arnstadt wird nun die wöchentliche Arbeitszeit schrittweise von 40 auf 38 Stunden gesenkt. Auszubildende müssen dem Tarifvertrag zufolge mindestens 12 Monate übernommen werden, es gibt zudem Sonderzulagen für Nacht- und Feiertags-Arbeit sowei Erfolgsprämien. Quelle: klimaretter.info

Ubbink B.V., niederländische Tochter der CENTROTEC Sustainable AG, eröffnete diese Woche Ostafrikas erste Fabrik für Solarmodule in Naivasha, nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Bei Ubbink East Africa Ltd. sollen pro Jahr etwa 30.000 Photovoltaikmodule speziell für kleine Solaranlagen gefertigt werden. Quelle: oekonews.at

Im 1. Halbjahr 2011 steigerte die Schweizer Meyer Burger Gruppe in einem von Währungsturbulenzen geprägten Umfeld den Nettoumsatz um 61Prozent auf CHF 575 Mio. gegenüber CHF 357 Mio. im Vorjahreszeitraum. Das Umsatzwachstum ist ausschliesslich organisch und bereinigt um Wechselkurseffekte lag der Anstieg sogar bei 66 Prozent. Quelle: Meyer Burger

Die solarhybrid AG beginnt als Generalunternehmer mit der Erweiterung des Solarstrom-Kraftwerkes FinowTower auf dem ehemaligen Militärflughafen Eberswalde/Finowfurt in der Gemeinde Schorfheide. Die Erweiterung umfasst 60,2 Megawatt und steigert die Kraftwerksleistung auf insgesamt 84,5 Megawatt. Damit entsteht das größte Solarstrom-Kraftwerk in Europa, das sich auf einer Fläche von 260 Fußballfeldern erstreckt. Quelle: Medienmitteilung

Der aktuellen Quartalsbilanz von LDK Solar zufolge entstand dem Unternehmen aus chinesischen Xinyu im in zweiten Berichtsabschnitt des laufenden Jahres ein Nettoverlust von 87,7 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte LDK noch einen Nettogewinn von 45 Millionen US-Dollar erzielt. Der Quartalsumsatz ging auf Jahressicht um 11,6 Prozent auf 499,4 Millionen US-Dollar zurück. Nach einer Nettogewinnmarge von 25,4 Prozent im Vorjahresszeitraum erzielte LDK nun eine Netto-Verlustmarge von 9,6 Prozent. Quelle: Ecoreporter

Der US-Solarkonzern SunPower, neuerdings Tochtergesellschaft des französischen Totalkonzerns, hat einen Auftrag aus Frankreich erhalten – da dürfte die neue Mutter Patin gewesen sein. Akuo Energy in Paris hat bei Sunpower Solarmodule mit 24 Megwatt (MW) Leistung für zwei Anlagen in Südfrankreich geordert. Die Solarparks sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und 36 Gigawatt Strom jährlich liefern. Quelle: Ecoreporter

© Solarmedia

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Freitag, 2. September 2011

2011: 22 Gigawatt neu installiert

Trotz Tendenzen zur Stagnation wird der Photovoltaik-(PV)-Weltmarkt auch im laufenden Jahr zulegen. Und laut dem neuesten Photovoltaik-Branchenreport von IMS Research (Wellingborough, UK) kamen die drei größten Solarmodulhersteller im zweiten Quartal 2011 alle aus China.

Der jüngste Quartalsbericht von IMS Research zeigt, dass einige führende Hersteller auf Grund des Überangebots an Solarmodulen von ihren starken Marken und günstigen Preisen profitieren konnten, um ihren Marktanteil zu vergrößern. Obwohl das zweite Quartal 2011 sehr schwierig für die Branche war, steigerten acht der zehn größten Modulhersteller ihre Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorquartal. Mehr als die Hälfte des Weltmarktes entfiel auf die zehn größten Hersteller.

Das zweite Quartal 2011 ist das fünfte in Folge, in dem Suntech mehr Photovoltaik-Module als alle anderen Hersteller verkaufte (das Bild zeigt deren Gründer Shi Zhengron). Yingli war der zweitgrößte Hersteller, steigerte seinen Absatz um 36 % und wurde damit zur Nummer zwei, mit mehr als 400 MW Modulverkauf in einem Quartal. Trina Solar blieb der drittgrößte Hersteller. First Solar und Sharp, die 2010 noch auf den Plätzen zwei und drei lagen, fielen im zweiten Quartal auf die Positionen vier und sechs zurück.“ Die außergewöhnlich hohe Nachfrage 2010 führte dazu, dass die führenden Hersteller das ganze Jahr über ausverkauft blieben, und viele kleinere Hersteller konnten Gewinne machen, ihre Verkäufe steigern und ihren Marktanteil schnell ausbauen“, kommentierte Chefanalyst Sam Wilkinson. “Der darauf folgende schnelle Ausbau der Produktionskapazitäten ging mit einem Rückgang der Nachfrage einher. Das Angebot ist jetzt weit größer als die Nachfrage 2011. Da die bevorzugten Produkte der Top-Hersteller leicht und günstiger zu bekommen sind, scheint es, dass Kunden jetzt Produkte unbekannterer Hersteller meiden und wieder zu den großen Anbietern zurückkehren. Der Photovoltaik-Markt zeigt allmählich Zeichen der Konsolidierung, und die größten Modulhersteller bauen ihren Anteil am Weltmarkt aus“, so Wilkinson.

Obwohl viele Hersteller ihre Verkaufszahlen im zweiten Quartal halten oder sogar steigern konnten, führte der scharfe Wettbewerb zu schnellen Preissenkungen bei allen Anbietern. Daher geht IMS Research davon aus, dass sowohl die Umsätze, und Gewinne als auch die Margen der Branche im letzten Quartal zurückgegangen sind. Nach dem schwierigen ersten Halbjahr geht IMS Research davon aus, dass der Absatz in der zweiten Jahreshälfte wieder anzieht und im Gesamtjahr bei über 22 Gigawatt (GW) liegen wird (gegenüber 17 GW im vergangenen Jahr, was einem Plus von 30 Prozent entspricht). Das Überangebot werde die Branche aber wahrscheinlich beeinflussen: Die jährliche Modul-Produktionsleistung soll bis Jahresende mehr als doppelt so groß sein. 2011 wird damit ein Rekordjahr, was die Erweiterung der Produktionskapazitäten angeht.

Quelle: IMS Research | solarserver.de

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Grösste PV-Anlage nahe Schweiz

Im Raum Venedig ist Ende August eine Photovoltaik-(PV)-Anlage ans Netz gegangen, die mit einer Leistung von 48 Megawatt peak (MWp) die grösste nahe der Schweiz sein. Ihre Leistung entspricht fast der Hälfte der per Ende 2010 in der Schweiz insgeamt installierten PV-Anlagen (110 MWp).

Die S.A.G. Solarstrom AG hat gemäss Medienmitteilung planmäßig zum Stichtag 31. August den Netzanschluss des 48-MWp Photovoltaik-Projekt in Norditalien realisiert (siehe Bild aus Bauphase). Die Anlage, die über ein eigenes Umspannwerk direkt in das Hochspannungsnetz einspeist, wird jährlich über 64 Mio. kWh Strom produzieren und damit mehr als 14.000 Haushalte versorgen. Das Projekt ist das bislang größte in der Unternehmensgeschichte der S.A.G. Solarstrom AG. Der Verkaufsprozess des Großprojektes verläuft ebenfalls planmäßig. Die Anlage wird damit gemäss Berechnungen von Solarmedia jährlich rund 1330 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt erreichen - und weist darauf hin, was beispielsweise in den sonnenreichen Gebieten der Südschweiz möglich wäre.

„Aufgrund der geänderten Gesetzeslage in Italien wurde das Projekt, das eigentlich erst gegen Ende 2011 fertiggestellt werden sollte, beschleunigt“, erläutert Dr. Karl Kuhlmann, CEO der S.A.G. Solarstrom AG. „Mehrere Monate Bauzeit einzusparen ist bei einem Projekt dieser Größenordnung sicher keine leichte Aufgabe. Umso mehr freuen wir uns natürlich, dass wir die Anlage nun zeitgerecht zum Stichtag ans Netz bringen und damit einen durchschnittlichen Einspeisetarif von 25,6 €-Cent pro kWh für die gesamte Anlage sichern konnten.“ Das italienische Conto Energia sieht seit Juni 2011 bis zum Jahresende monatliche Kürzungen und ab 2012 halbjährliche Kürzungen im Einspeisetarif vor. Für Freiflächenanlagen ist der 31. August 2011 in zweifacher Hinsicht ein relevanter Stichtag. Ab dem 1. September 2011 müssen Freiflächen-Anlagen über 200 kWp in einem Register der GSE angemeldet werden, um die Einspeisevergütung zu erhalten, die zudem auf 1.200 MWp für das zweite Halbjahr 2011 begrenzt wurde. Anlagen, die bis Ende August bereits am Netz angeschlossen sind, haben noch Anspruch auf den Einspeisetarif und werden bei der maximal zu fördernden Leistung berücksichtigt.

Die Photovoltaik-Anlage „Serenissima“ ist auf einer Fläche von 150 Hektar in der italienischen Region Venedig entstanden. Über 200.000 Photovoltaik-Module, rund 1.160 km Kabel – das entspricht in etwa zweimal der Luftlinienentfernung Hamburg – München – , 2.700 Tonnen Stahl sowie 44 MW-Stationen mit je drei Wechselrichtern wurden in der Anlage verbaut. Serenissima spart jährlich rund 44.000 Tonnen CO2 ein. Die Einspeisung des Ökostroms erfolgt direkt in das Hochspannungsnetz. Die Anlage reiht sich unter den derzeit zehn grössten Anlagen der Welt ein - wie die von pv-ressources erneuerte Liste dieser Grossanlagen zeigt.

Quelle: S.A.G. Solarstrom AG

© Solarmedia

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Wirkungsgrad über 40 Prozent

Drei Forscher des Instituts Fraunhofer ISE sind für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Gemeinsam haben sie spezielle Solarzellen, -module und -systeme entwickelt, die doppelt so viel Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln wie dies auf Basis von Silizium möglich ist.

Das Prinzip der so genannten Konzentratorzelle: Mehrfachsolarzellen, die unterschiedliche Wellenlängenbereiche des Sonnenlichts aufnehmen, werden kombiniert mit Linsen, die das Sonnenlicht konzentrieren. Diese Kombination ist heute als Konzentratortechnologie weltweit etabliert. Neben der Silizium- und Dünnschichttechnologie für Dach- oder Freiflächen, spielt sie für große Kraftwerke in sonnenreichen Gegenden eine wichtige Rolle. Die Jury des Deutschen Zukunftspreises nominiert jährlich drei Teams, die auf Basis exzellenter Forschung neue Produkte erfolgreich in den Markt bringen. In Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff wurden die Nominierten am 27. August 2011 in Hannover im Rahmen der IdeenExpo der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Gewinnerteam erhält die Auszeichnung in Berlin am 14. Dezember vom Bundespräsidenten.

Hansjörg Lerchenmüller, Dr. Andreas W. Bett und Dr. Klaus-Dieter Rasch, früher Forscher am Fraunhofer-Institut ISE und heute mit eigener Firma unterwegs - und jetzt für den deutschen Zukunftspreis nominiert.




Bis heute wird in 85 Prozent der Photovoltaikmodule kristallines Silizium verwendet. Doch dieses Halbleitermaterial wandelt nur einen bestimmten Wellenlängenbereich des Sonnenlichts in elektrische Energie, weshalb der Wirkungsgrad begrenzt ist. Deshalb widmeten sich bereits vor fünfzehn Jahren Forscher des Fraunhofer ISE einem neuen Ansatz. Sie stapelten mehrere Schichten aus unterschiedlichen Halbleitern in einer Solarzelle. In diesen winzigen Solarzellen mit 3 mm Durchmesser werden Halbleiter aus den Gruppen III und V des Periodensystems (Galliumindiumphospid, Galliumindiumarsenid und Germanium) übereinander abgeschieden. »Jeder Halbleiter nimmt einen anderen Wellenlängenbereich des Sonnenlichts auf – die Energieausbeute addiert sich«, so Dr. Andreas Bett, Bereichsleiter »Materialien – Solarzellen und Technologie« und stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer ISE.

Mehrfachsolarzellen waren zunächst für den Einsatz im Weltall gedacht. Die am Fraunhofer ISE entwickelten III-V Solarzellen werden von AZUR SPACE industriell gefertigt und zur Energieversorgung von Telekommunikationssatelliten eingesetzt. Das Unternehmen spezialisierte sich aber auch auf die kostengünstige Herstellung der terrestrischen Variante von Mehrfachsolarzellen. Die am Fraunhofer ISE entwickelten III-V Solarzellen mit 41,1 Prozent Wirkungsgrad – im Jahr 2009 ein Weltrekord – werden aktuell von AZUR SPACE in die Serienfertigung transferiert. »In kürzester Zeit konnten wir aufzeigen, dass Wirkungsgrade von 40 Prozent in der Solarindustrie möglich sind und wir halten die 50 Prozent-Marke für absolut machbar«, so Dr. Klaus-Dieter Rasch, Geschäftsführer der AZUR SPACE Solar Power GmbH in Heilbronn.

Um das Potenzial der Mehrfachsolarzellen auch auf der Erde nutzen zu können, setzten die Forscher am Fraunhofer ISE auf optische Konzentration. Spezielle Linsen, die das Sonnenlicht 500fach bündeln, wurden den Mehrfachsolarzellen vorgelagert, Zellen und Linsen in einem Modul zusammengefasst. »Wir haben teures Halbleitermaterial ersetzt und günstige Optiken hinzugefügt. Mit diesen neu entwickelten Konzentratormodulen produzieren wir mehr Leistung pro Fläche«, so Bett. Auf die Modulentwicklung im Labor folgte der Schritt in die Industriefertigung. Um serienfähige Konzentratormodule zu entwickeln und zu leistungsfähigen Systemen auszubauen, gründeten Mitarbeiter des Fraunhofer ISE unter der Leitung von Hansjörg Lerchenmüller mit der Concentrix Solar GmbH ein eigenes Spin-Off.

Das Unternehmen trieb die bereits am Fraunhofer ISE begonnene industrielle Prozesstechnologie weiter voran. Nach wenigen Jahren führte es Concentrix™-Module am Markt ein. Heute gehört das Unternehmen zu Soitec, einem internationalen Marktführer in der Halbleiterindustrie und zählt zu den weltweit führenden Firmen in der Konzentratortechnologie. »Unsere Konzentratormodule wandeln 28 Prozent des einfallenden Sonnenlichts in Strom um, das entspricht einem Faktor zwei im Vergleich zur herkömmlichen Photovoltaik«, so Hansjörg Lerchenmüller, heute Senior Vice President bei Soitec. Neben niedrigen Stromgestehungskosten sind weitere Vorteile von Konzentratorsystemen: Sie sind modular aufgebaut und damit in der Kraftwerksgröße flexibel von weniger als 1 Megawatt bis weit über 100 Megawatt. Der Energieverbrauch für die Herstellung amortisiert sich bereits nach wenigen Monaten. Die Investitionskosten für den Aufbau einer Massenfertigung sind vergleichsweise gering. Die Konzentratortechnologie eignet sich für große Kraftwerke in sonnenreichen Regionen. Soitec Solar hat bereits über 3 Megawatt Leistung in Kraftwerken im Süden Europas, Südafrika und den USA installiert. In den USA errichtet das Unternehmen in Kürze eine weitere Modulfabrik.

AZUR SPACE Solar Power GmbH, Heilbronn
ist ein europäischer Marktführer und global agierendes Unternehmen auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Hochleistungssolarzellen für die Raumfahrt und terrestrischen CPV Anwendungen.
Seit mehr als 40 Jahren ist AZUR SPACE auf dem Gebiet der Raumfahrtsolarzellen tätig und hat in dieser Zeit für mehr als 400 Satelliten erfolgreich Solarzellen geliefert; momentan ist AZUR SPACE dabei, die modernste Solarzellentechnologie wieder vom Weltraum auf die Erde zurückzubringen. www.azurspace.com

Mit 1100 Mitarbeitern ist das in Freiburg angesiedelte Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
das größte europäische Solarforschungsinstitut. Das Fraunhofer ISE setzt sich für ein nachhaltiges, wirtschaftliches, sicheres und sozial gerechtes Energieversorgungssystem ein. Es schafft technische Voraussetzungen für eine effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung, sowohl in Industrie- als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Hierzu entwickelt das Institut Materialien, Komponenten, Systeme und Verfahren in derzeit sieben Geschäftsfeldern. www.ise.fraunhofer.de

Soitec (Euronext Paris) gilt als internationaler Marktführer in der Entwicklung und Herstellung neuartiger Materialien für die Halbleiterindustrie und ein Vorreiter im Bereich Energie und Elektronik.
Soitec stellt unter anderem Substrate für die Mikro- und Nanoelektronik her, insbesondere SOI Wafer (Silicon-on-Insulator). Durch die Akquisition von Concentrix Solar im Jahr 2009 betrat Soitec den Konzentrator Photovoltaik (CPV) Markt und wurde zu einem führenden Hersteller von CPV-Kraftwerken. www.soitec.com

Quelle: Fraunhofer ISE

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Donnerstag, 1. September 2011

Pleitegeier packt Solyndra

Das nächste Photovoltaik-Unternehmen in den USA ist pleite. Solyndra kündigte an, Konkurs nach Chapter 11 anzumelden.

Der Photovoltaik-Hersteller kündigte an, nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts Gläubigerschutz zu beantragen und den Verkauf seiner Anlagen und Technologie zu prüfen. Die Produktion seiner CIGS-Dünnschichtmodule sei eingestellt. Die 1100 Mitarbeiter seien unmittelbar entlassen worden, teilte Solyndra mit. Als Gründe führte Solyndra an, dass trotz zahlreicher neuer Aufträge im ersten halben Jahr 2011 es nicht gelungen sei, die Produktion entsprechend hochzufahren, um auch zu großen ausländischen Photovoltaik-Herstellern konkurrenzfähig zu sein. Die IMS Research-Analysten schätzen, dass die Produktionskosten von Solyndra einfach zu hoch waren, obwohl sie über eine Produktionskapazität von 1100 Megawatt verfügten. Hinzu kämen die großen Überkapazitäten weltweit sowie die Unsicherheiten bei der weiteren Ausgestaltung der Solarförderung im ersten Halbjahr in den wichtigsten europäischen Märkten sowie zunehmende Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Projekten.

Solyndra ist nach Evergreen und Spectrawatt das dritte US-Photovoltaik-Unternehmen,
dass nun Konkurs nach Chapter 11 beantragt hat. Für die Anlysten von IMS Research ist die Pleite von Solyndra keine Überraschung. Es sollte vielmehr eine Warnung für Start-up-Unternehmen sein, die auf die Herstellung von Photovoltaik-Module setzen. Gemäss diversen weiteren Medienberichten wurden alle rund 1000 Angestellten von Solyndra mit sofortiger Wirkung entlassen.

Quelle: photovoltaik (Sandra Enkhardt)

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CH: Aufwind für Solarthermie

Der Verkauf von Sonnenkollektoren zur Wassererwärmung dürfte in diesem Jahr wieder um über 10% wachsen. Damit wäre die Marktstagnation des Vorjahres überwunden. Die gesamthaft installierte Kollektorfläche erspart der Umwelt jährlich 110'000 Tonnen CO2. Der Fachverband Swissolar zeigt sich erfreut über die Entwicklung und ruft die Kantone auf, ihre Fördermassnahmen kontinuierlich weiterzuführen, um das verbleibende grosse Potenzial dieser Technologie nutzbar zu machen.

Von 2004 bis 2009 verzeichnete der Markt für Sonnenkollektoren zur Wassererwärmung und Heizungsunterstützung (nicht zu verwechseln mit Photovoltaik zur Stromproduktion) ein rasantes Wachstum. Die Technik beendete ihr Nischendasein und wurde fast zu einer Selbstverständlichkeit im Neubau und bei der Sanierung von Wohngebäuden. Doch 2010 stagnierten die Verkaufszahlen bei 145'000 m2 verkauften Kollektoren. Zum Vergleich: In Österreich wurden 2010 286'000 m2 Kollektorfläche verkauft. Dies zeigt, dass von einer Marktsättigung keine Rede sein kann. Swissolar wies schon früher darauf hin, dass temporäre Effekte zur Stagnation geführt hatten.

Solardach in Zürich-Höngg mit Kollektoren (grosse Module unten links) und zur Hauptsache PV-Panele (restliche kleinere Module) - Bild Guntram Rehsche.








Eine Erhebung durch das Marktforschungsinstitut BSRIA bei den wichtigsten Herstellern und Importeuren von Kollektoren zu den Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2011 zeigt nun, dass die Stagnation überwunden sein dürfte. Es wird ein Marktwachstum von über 10% erwartet, was einer Fläche von 160'000 m2 entspricht. Dies führt zu einer gesamthaft installierten Kollektorfläche von rund 950'000 m2 bis zum Jahresende, welche die Umwelt jährlich von rund 110'000 Tonnen CO2 entlastet.

Swissolar zeigt sich erfreut über diese Entwicklung, warnt aber zugleich vor einem laissez-faire: "Die vergleichsweise hohe Anfangsinvestition in eine Solaranlage schreckt immer noch manche Bauherrschaften ab, obwohl die Anlage anschliessend während 25 Jahren fast gratis Energie liefert. Deshalb braucht es Anreize der öffentlichen Hand, um den Umstieg auf die CO2-freie und einheimische Energiequelle zu beschleunigen", meint dazu Geschäftsleiter David Stickelberger. Er weist darauf hin, dass die Förderbeiträge für Solarwärme in den meisten Kantonen insbesondere für grössere Anlagen und institutionelle Bauträger knapp bemessen sind - dies auch im Vergleich zur Photovoltaik, wo die kostendeckende Einspeisevergütung einen stärkeren Anreiz setzt.

Im vergangenen Jahr war es endlich soweit, dass alle Kantone Förderbeiträge an Sonnenkollektoren bezahlten. Doch mit der Übersichtlichkeit ist es schon wieder vorbei: Der Kanton Schwyz hat im Juli beschlossen, sein Förderprogramm nicht weiterzuführen. Auch im Kanton Zug sind die Mittel zumindest temporär ausgeschöpft. Stickelberger kritisiert diese Entwicklung scharf: "Dieses Stop-and-Go verunsichert Bauherren und verunmöglicht den Anbietern einen längerfristigen Aufbau von Know-how! Wir appellieren deshalb an alle Kantone, für eine kontinuierliche Förderung in angemessener Höhe zu sorgen". Nur so könne das enorme Potenzial der Solarwärme nutzbar gemacht werden, das nicht nur Heizöl und Gas, sondern auch Strom ersetzt und damit einen wichtigen Beitrag an den Atomausstieg leistet.

Quelle: Swissolar

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