Montag, 22. August 2011

Firmen-Entwicklung kontrovers

Man / frau verschreibe sich nicht der kurzfristig ausgerichteten Anlayse von Unternehmen, da droht leicht der Überblick verloren zu gehen. Aber was am Montag die beiden Unternehmen Yingli einerseits und Solar Millenium andererseits melden, ist doch erstaunlich.

Für eines der wirtschaftlich schwierigsten Quartale der Photovoltaik-Industrie hat der chinesische Hersteller Yingli Green Energy Holding Company Ltd. (Baoding, China) am Mitte August durchweg positive Ergebnisse veröffentlicht. Im zweiten Quartal 2011 seien die Modulverkäufe um 27,4 % gegenüber dem Vorquartal auf 681 Millionen US-Dollar gestiegen und hätten dem Unternehmen eine Umsatzrendite von 12 % beschert.

Auch im Fussballgeschäft erfolgreich: Yingli war einer der Hauptsponsoren bei der Fussball-WM 2010 in Südafrika und führt die FIFA-Kooperation weiter.





Wie bei anderen Herstellern ist zwar die Gewinnspanne auch bei Yingli zum zweiten Mal nacheinander gesunken. Im vierten Quartal 2010 waren es noch 23,2 %. Doch das Unternehmen konnte den Preisverfall auffangen und noch immer Gewinne verbuchen. Der Reinertrag im zweiten Quartal belief sich auf 58,1 Millionen US-Dollar. Aber das Unternehmen berichtet, dass es ihm gelungen sei, weitere 700 MW ans Netz zu bringen, einschließlich 600 an seinem Hauptsitz in Baoding und 100 MW in der Provinz Hainan. Bis Ende 2011 will Yingli die jährliche Produktionskapazität auf 1,7 Gigawatt (GW) ausgebaut haben.

Derweil vollzieht die auf konzentrierende Solarthermie fokussierte Solar Millenium einen erstaunlichen Strategiewechsel: Solar Millennium AG will sich strategisch neu ausrichten. Solar Millennium AG setzt für die ersten 500 MW in Blythe auf Photovoltaik statt CSP (siehe auch Solarmedia vom 18. August 2011). Bei der Entwicklung des größten Solarenergiestandorts der Welt mit einer Kapazität von bis zu 1.000 (Megawatt) MW Nennleistung im kalifornischen Blythe in den USA hat die Solar Millennium AG (Erlangen) die Weichen neu gestellt. Statt mit der ursprünglich vorgesehenen Concentrating Solar Power (CSP)-Technologie in Form von Parabolrinnen-Kraftwerken sollen die ersten beiden 250 MW-Anlagen in Blythe nun mit Photovoltaik (PV) ausgestattet werden. Mit der Entscheidung zugunsten der Photovoltaik reagiere das Management von Solar Millennium und Solar Trust of America auf die veränderten Marktbedingungen in den USA im Hinblick auf die derzeit wesentlich rentableren Aussichten für den Einsatz von PV in Solarkraftwerken, die keinen Speicher benötigen, heißt es in der Pressemitteilung.

Hierzu kommentiert Dr. Christoph Wolff, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG: „Der amerikanische Markt ist zurzeit eindeutig spitzenlastorientiert. Aufgrund des starken Verfalls der PV-Preise kamen wir mit dem kalifornischen Energieversorger darin überein, die Stromabnahmeverträge auf PV umzustellen“, so Wolff. „Gleichzeitig hätten kurzfristige Preiserhöhungen bei Rohstoff- und Baupreisen unsere Eigenkapitalrendite und Risikovorsorge im CSP-Projekt Blythe für unseren Bauanteil auf marginale Werte reduziert. Vor diesem Hintergrund entschieden wir aus unternehmerischen Erwägungen vor wenigen Tagen, in den USA auf PV zu setzen. Diese Marktentwicklung vorwegnehmend hat sich unsere US-amerikanische Tochter bereits entsprechende Expertisen aufgebaut. Damit tragen wir dem spezifischen Bedürfnis des US-Marktes Rechnung.“

Wolff fügt hinzu: „Die Entscheidung für den Einsatz von Photovoltaik in Blythe bedeutet keine Abkehr der Solar Millennium Gruppe von ihrer Kerntechnologie, den solarthermischen Kraftwerken. Nach unserer Auffassung gibt es im Markt für Solarkraftwerke eine Unterscheidung in grundlastfähige solarthermische Stromerzeugung oder Concentrated Solar Power und spitzenlastfähige Photovoltaik. Während vor weniger als zwei Jahren solarthermische Kraftwerke den günstigeren Strom lieferten, hat sich das Verhältnis mit den stark fallenden PV-Modulpreisen insbesondere aus Asien in das Gegenteil verkehrt. Wegen der Grundlastfähigkeit von CSP messen viele Regionen auch weiterhin dieser Technologie eine hohe Bedeutung in ihrem Energiemix bei und stützen damit die Wachstumsaussichten der Solar Millennium Gruppe.“

Quellen: Yingli Green Energy Holding Company / Solar Millennium AG

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Sonntag, 21. August 2011

Klima-Charta wieder aktiv

Die Weichenstellung für die schweizerische Energiezukunft geschieht heute. Der Ausbau der erneuerbaren Energien braucht deshalb entschlossene Politiker/-innen. Die «Klima-Charta Schweiz» zeigt wie schon bei den Parlamentswahlen 2001, welche Politiker/innen ein klares Bekenntnis für eine umweltfreundliche und zukunftsweisende Energieversorgung abgelegt haben. Unterzeichnet haben innert weniger Tage bereits mehrere Hundert Personen.


Der Ausbau der einheimischen, erneuerbaren Energien braucht gemäss Medienmitteilung der Trägerorganisationen (Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SVSS, ) entschlossene Politiker/innen. Das neu zu wählende Parlament wird die Aufgabe haben, die Ausrichtung der Schweizer Energieversorgung neu zu definieren. Die 'Klima-Charta Schweiz' fordert bis 2020 eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Schweizer Energieverbrauch von heute 19% auf 31% bis 2020. Die Energieeffizienz soll in dieser Zeit ebenfalls um 12% verbessert werden.

  • Hier finden Sie den genauen Wortlaut der Charta mit Begründung: http://www.klima-charta.ch/charta
  • Welche Kandidierenden für die National- und Ständeratswahlen 2011 diese Ziele unterstützen, sehen Sie auf http://www.klima-charta.ch. Indem Sie diese Politiker/innen auf Ihrer Wahlliste bevorzugen, leisten Sie selber einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele.
  • Und hier können Sie die Klima-Charta unterschreiben (Neueintragung erforderlich): http://www.klima-charta.ch/anmeldung
  • Info: Benedict Wyss: Projektleiter Klima-Charta Schweiz
    Klima-Charta Schweiz
    T: 043 495 21 04
    F: 043 495 21 26
    info@klima-charta.ch
    http://www.klima-charta.ch

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Solar-Firmen-News Woche 33

Die Quartals- und Halbjahresmeldungen der Solarunternehmen zeigen, wie durchzogen deren Lage derzeit ist: Der grösste Schweizer Solarkonzern glänzt zwar - Einer der ganz grossen chinesischen Modulhersteller meldet einen Quartalsverlust und die ebenfalls chinesische Canadian Solar ist wiederum erfolgreich – Ein bisher wenig bekannter chinesischer Modulhersteller wird plötzlich Weltplayer - Aus den USA kommt die Nachricht von der Zahlungsunfähigkeit eines früheren Hoffnungsträgers – Auch Entlassungen machen die Runde - Die neue Tochtergesellschaft von Meyer Burger verzeichnet einen Einbruch bei Umsatz und Gewinn.

Meyer Burger Technology AG berichtet für das 1. Halbjahr 2011 ausgezeichnete Resultate. Im Berichtszeitraum bis 30. Juni 2011 wurde ein Nettoumsatz von CHF 575 Mio. erzielt. Damit liegt das Unternehmen auf Kurs zu dem ambitiösen Jahresumsatzziel von CHF 1‘200 Mio. Die EBITDA Marge im ersten Halbjahr 2011 belief sich auf 26.9% und erreichte damit das hohe Niveau des zweiten Halbjahres 2010 (26.2%). Insgesamt liegt die EBITDA Marge für das erste Halbjahr 2011 jedoch über den bisherigen Erwartungen. Quelle: Medienmitteilung

Der chinesische Modulhersteller JA Solar Holdings Co. hat Zahlen für das zweite Quartal 2011 vorgelegt. Das Unternehmen konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,1 Prozent auf 413 Millionen US-Dollar (288,5 Millionen Euro) steigern. Allerdings wiesen die Chinesen beim operativen Ergebnis einen Verlust von 31,3 Millionen US-Dollar (21,9 Millionen Euro) aus, nach einem Vorsteuergewinn von 56,2 Millionen US-Dollar (36,7 Millionen Euro) im zweiten Quartal. Quelle: JA Solar Holdings Co., Ltd.

Der ebenfalls chinesisch-kanadische Modulhersteller Canadian Solar Inc. hat im ersten Halbjahr 2011 deutlich mehr umgesetzt und verdient als im entsprechenden Zeitraum 2010. Die Umsätze stiegen um 39 Prozent im Vergleich zu denen in den ersten sechs Monaten des Vorjahres auf 925,2 Millionen US-Dollar (642 Millionen Euro). Beim Betriebsergebnis wies das Unternehmen einen Gewinn von 59,1 Millionen US-Dollar (40,8 Millionen Euro) aus, 55 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. Wichtigster Absatzmarkt bleibt Europa. Dorthin verkaufte Canadian Solar im zweiten Quartal 2011 mehr als Dreiviertel seiner Produkte. Quelle: Medienmitteilung / Photon

Die chinesische JinkoSolar Holding Company Ltd. (Shanghai, China) gab ihre noch ungeprüften Finanzergebnisse für das zweite Quartal bekannt. Das Unternehmen meldete einen Rekord-Absatz von 254 Megawatt (MW). Die Umsätze lagen bei 351 Millionen US-Dollar (244 Millionen Euro), die Umsatzrendite bei 18 %. Die Umsätze sind 5,9 % höher als im Vorquartal und 152 % höher als im entsprechenden Vorjahresquartal. Quelle: Solarserver

Der schwer angeschlagene US-Modulhersteller Evergreen Solar ist zahlungsunfähig und hat Antrag auf Gläubigerschutz nach "Chapter 11" des US-Konkursrechts gestellt. Dieser Gläubigerschutz soll Restrukturierungsmaßnahmen ermöglichen. Evergreen schuldet seinen Gläubigern nach eigenen Angaben 485,6 Millionen Dollar. Quelle: Ecoreporter

Nun hat es auch den Berliner Solarkonzern Solon erwischt: Wegen der anhaltenden Flaute auf dem deutschen Markt sollen ein Drittel der Stellen gestrichen werden. Einem Zeitungsbericht zufolge sind 265 der insgesamt 820 Arbeitsplätze betroffen, knapp 80 davon in Deutschland. Quelle: Klimaretter.info

Die Roth & Rau AG (Hohenstein-Ernstthal), neuerdings eine Tochter des Schweizer Anlagenbauers Meyer Burger (siehe oben), hat im ersten Halbjahr 2011 einen Umsatz von rund 93 Millionen Euro erzielt (2010: 119 Mio. EUR). Der Verlust belief sich auf 24 Mio. Euro. Quelle: Solarserver

© Solarmedia

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Freitag, 19. August 2011

Ein kleiner Schritt für Vietnam

Wer schon einmal das wunderbare Land in Südostasien bereist hat, ist fast uneingeschränkt begeistert - wobei der letzte Besuch des Autors gut drei Jahre her ist und sich seither vor allem wirtschaftlich Vieles zum Schlechten gewandelt hat. Die Lebensfreude und Freundlichkeit, aber auch der sprichwörtliche asiatische unternehmerische Wille gelten immer noch.

Ein (auch bürokratisch) bedingter Wermutstropfen bleibt das geringe Engagement für Erneuerbare Energien. Gleichzeitig plant Vietnam den Bau einer ganzen Reihe von Atomkraftwerken. Aber immerhin, es gibt Ansätze, wie die folgende Meldung zeigt: Im Rahmen der Initiative „Solarenergie für Bildung“ engagiert sich die GÖDE-Stiftung in Entwicklungsländern. Der Versand der ersten Photovoltaik-Inselanlagen nach Vietnam steht unmittelbar bevor und die ersten Familien wurden bereits in die Technik eingeführt. Ohne Bildung keine Zukunft – das gilt für moderne Wohlstandsgesellschaften und umso mehr für Entwicklungsländer. Die Verbesserung der persönlichen Lebenssituation und zugleich der wirtschaftliche Aufschwung ganzer Regionen hängen dort entscheidend vom Zugang der Menschen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ab. Mit der Initiative „Solarenergie für Bildung“ setzt sich die GÖDE-Stiftung dafür ein, den Menschen in unterversorgten Regionen der Welt mit Hilfe von Photovoltaik-Technik die Anwendung moderner Bildungsmedien zu ermöglichen. So soll auch dort, wo noch kein ausgebautes Stromnetz existiert, für zeitgemäße Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene gesorgt werden.

Aktuell ist die GÖDE-Stiftung in Vietnam tätig, wo noch immer rund 13 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zum Stromnetz haben. In der nordvietnamesischen Provinz Quang Ninh sollen insgesamt hundert Haushalte mithilfe von stromnetzunabhängigen Solaranlagen – sogenannten Photovoltaik-Inselanlagen – mit Energie versorgt werden, um gestiftete Fernseher und DVD-Player zu betreiben. Damit können dann aktuelle Lehrmaterialien aus verschiedensten Bildungsbereichen bearbeitet werden. Die ersten zehn von insgesamt 100 Inselanlagen werden in den nächsten Tagen in Richtung Vietnam versendet.

Diese Inselanlagen sind für den Einsatz auf der kleinen Insel Ngoc Vung – auch bekannt als „Edelstein-Insel“ – vorgesehen, die in der Halong-Bucht im Nordosten Vietnams rund 30 Kilometer vor der Küste liegt. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner, dem vietnamesischen Institute of Agricultural Engineering and Post Harvest Technology, wurden bereits jetzt die ersten Empfängerfamilien in die Nutzung der neuen Technik eingewiesen und an einigen Häusern waren kleinere Umbaumaßnahmen nötig, um die Installation der Photovoltaik-Anlagen vorzubereiten. Nachdem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, steht dem Start des Projekts nichts mehr im Wege.

Die GÖDE-Stiftung als Initiator des Förderprogramms engagiert sich nicht nur als Finanzgeber. Die gemeinnützige Stiftung der GÖDE-Gruppe greift auch auf das technische Know-how und die praktische Expertise von ANTARIS SOLAR zurück, dem Photovoltaik-Anbieter, der neben dem Bayerischen Münzkontor und weiteren Unternehmen zur international tätigen Unternehmensgruppe gehört. So bestehen die für das Projekt verwendeten PV-Inselanlagen aus jeweils zwei Solarmodulen des Typs ANTARIS SOLAR AS P 210-220, die zusammen bis zu 350 Watt Peak (Wp) Elektroleistung liefern. Zur Speicherung der aus der Sonnenkraft gewonnenen Energie dienen gewöhnliche Autobatterien, die wenig kosten und auch in gering entwickelten Regionen gut verfügbar sind. Schließlich ist es für den Einsatz in abgelegenen Gegenden wichtig, dass die Photovoltaikanlagen einfach zu betreiben und zu warten sind und zugleich zuverlässig und sicher arbeiten. Pro Inselanlage können dann täglich rund 4 Stunden lang ein Fernseher und ein DVD-Player betrieben werden. Für die entsprechende Beleuchtung werden pro Anlage außerdem vier Energiesparlampen mitgeliefert. So wird Aus- und Weiterbildung nach modernsten Standards auch ganz ohne Stromnetz allein dank der Kraft der Sonne möglich.

Quelle: Göde-Stiftung

© Einleitung & Text: Solarmedia

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US-Boom in Zahlen

In den USA werden dieses Jahr 2,4 Gigawatt (GW) Photovoltaik-Leistung zugebaut. Das sind beachtliche 166 Prozent mehr als letztes Jahr, heißt es in dem neuen Bericht des Marktforschungsunternehmens IHS (El Segundo, Kalifornien, USA), "IHS iSuppli Photovoltaic Market Tracker report". Danach bleibt Kalifornien in Bezug auf die solare Stromerzeugung in den USA führend.

„Dank des Baus vieler Großprojekte dieses Jahr liegt die US-Wachstumsrate mehr als doppelt so hoch wie 2010 (80 %). Damals wurden nur knapp über 900 Megawatt Photovoltaik-Leistung zugebaut“, kommentiert der IHS-Photovoltaik-Analyst Mike Sheppard. Die Zahl der neuen PV-Anlagen in den USA klettert voraussichtlich auf 49.000; Letztes Jahr waren es noch 39.000. Von den erwarteten 2,4 GW Zubau dieses Jahr entfallen rund 1,4 GW auf Freiflächenanlagen, 710 MW auf gewerbliche Anlagen und 270 MW auf Anlagen auf Wohngebäuden.

Am Solarboom in den USA partizipieren auch ausländische Produzenten mit Niederlassungen in Nordamerika - im Bild die 2008 eröffnete Fabrik von Solarworld in Hillsboro.


“Nächstes Jahr liegt der PV-Zubau bei ungefähr 3,1 GW; bis 2015 soll er rund 5,5 GW erreichen. Für nächstes Jahr wird Europa zwar eine Rezession vorhergesagt, das Wachstum wird in den Vereinigten Staaten aber gut sein, da das US-Energieministerium in Form von Kreditbürgschaften dazu beiträgt, den Markt anzuregen und die Kapitalkosten für Großprojekte niedrig zu halten“, erklärt Sheppard.

Von allen US-Bundesstaaten liegt Kalifornien mit 967 MW Zubau dieses Jahr in Sachen Solarenergie mit großem Abstand vorne. Der kleine Staat New Jersey folgt voraussichtlich an zweiter Stelle mit 263 MW. Dann kommen Arizona mit 243 MW, New Mexico mit 139 MW und Nevada mit 118MW. Die restlichen aus den Top 10 sind in absteigender Reihenfolge Pennsylvania, Florida, New York, North Carolina und Colorado. Nevada schafft es mit Großprojekten in diesem Jahr zum ersten Mal unter die führenden zehn, ja sogar fünf Staaten. Gleichzeitig könnte New Jersey, wenngleich auf Platz zwei, Probleme bekommen, da der Gouverneur weniger politische Unterstützung gewähren will.

Insgesamt zeigen viele Staaten bei erneuerbaren Energien ein enormes Wachstumspotenzial bis 2020. Das ist ganz im Sinne der Vorgaben der Renewable Portfolio Standards (RPS), die festlegen, dass immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden soll. Die Staaten Michigan, Kansas und Washington haben sich zum Ziel gesetzt, von 2015 bis 2020 zwischen zehn und 20 Prozent ihres Gesamtenergiebedarfs aus Solarenergie oder anderen erneuerbaren Energiequellen zu decken, obwohl anscheinend seit 2010 noch keine Fortschritte in diese Richtung erzielt worden sind, wie IHS iSuppli anmerkt. New Mexico sei da schon weiter: Mit Großanlagen werde der Bundesstaat 2020 sein 10-Prozent-Ziel erreichen.

Der Bundesstaat New York entwickelt sich in Sachen erneuerbare Energien in den nächsten vier Jahren am schnellsten. Seine durchschnittliche Wachstumsrate bis 2015 liegt voraussichtlich bei 29 %. Colorado hat jedoch das größte Entwicklungspotenzial: 2010 stammten noch 5 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen, bis 2020 sollen es 27 Prozent sein. Auch andere US-Staaten haben sich Ziele gesetzt, die bis 2030 reichen. Sie sind sich einig, dass es noch einige Zeit dauert, bis der Markt seinen Höchststand erreicht.

Lesen Sie mehr zu dem Thema im Bericht von IHS iSuppli: “PV: U.S. DOE Steps Up in Q2, Ontario’s PV Future Questioned”

Quelle: Solarserver

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Donnerstag, 18. August 2011

CSP out, PV in

Hinter dem Abkürzungswirrwarr steckt eine sensationelle Mitteilung, die einem Paradigmen-Wechsel gleich kommt: Die deutsche Solar Millennium und Solar Trust of America setzen in der ersten Realisierungsphase beim Blythe-Gross-Projekt auf Photovoltaik (PV) - und nicht wie bislang auf konzentrierende Solarthermie (CSP). In der nachstehend im Wortlaut wiedergegebenen Medienmitteilung begründet die eh schon von Turbulenzen finanzieller und personeller Art geplagte deutsche Solarfirma den Schritt:

Die Solar Millennium AG und ihre US-Tochtergesellschaft Solar Trust of America haben beschlossen, die ersten 500 Megawatt (MW) des Solarprojekts in Blythe (siehe zu diesem Solarmedia vom ) als Photovoltaik (PV)-Kraftwerke umzusetzen. Günstige Voraussetzungen für die Photovoltaik auf dem US-amerikanischen Markt – insbesondere in Hinblick auf die Finanzierbarkeit – haben das Unternehmen dazu bewogen. Das Blythe-Projekt soll nach Fertigstellung insgesamt 1.000 MW umweltfreundlichen Strom liefern. Es ist damit das weltweit größte Solarenergieprojekt. Kerngeschäft und Fokus von Solar Millennium bleibt jedoch die Concentrated Solar Power (CSP)-Technologie für den Einsatz in solarthermischen Kraftwerken.

Solarthermische Kraftwerke erzeugen aus der in Wärmeenergie umgewandelten Sonnenstrahlung Strom. Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel die einfallenden Strahlen auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Durch ihre Absorption wird im Rohr eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock mittels Wärmetauscher Dampf erzeugt. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt. Bei Integration eines thermischen Speichers kann der Strom planbar bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können dann auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen.

„Wir reagieren schnell und pragmatisch auf den Markt, der in Kalifornien momentan Photovoltaik begünstigt“, sagt Christoph Wolff, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG. „Mit diesem Schritt erhöhen wir den Wert des Projekts und handeln so im Interesse des Unternehmens und der Aktionäre.“ Auch wenn sich das Unternehmen bei seinem ersten nordamerikanischen Projekt nun für PV entschieden hat, verfügt Solar Millennium weiterhin über eine bedeutende Pipeline internationaler CSP-Projekte. „Unsere langfristige Strategie bleibt bestehen“, fügt Wolff hinzu. „In Nord- und Südafrika, im Nahen Osten, Indien und China, wo Solar Millennium ebenfalls aktiv ist, überwiegt die Nachfrage nach CSP. Das gilt auch für unseren traditionellen Markt in Südeuropa, wo wir für unser viertes solarthermisches Kraftwerk in Spanien gerade die Finanzierung abgeschlossen haben.“

Quelle: Solar Millenium

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