Donnerstag, 9. Mai 2013

Warnung vor Schutzzöllen

Das prominente deutsche Systemhaus IBC SOLAR befürchtet eine massive Schädigung des mittelständischen Solarhandwerks durch die Einführung vorläufiger Schutzzölle auf chinesische Solarmodule (siehe auch Medienhinweis vom 8.5.13 - rechte Spalte). Im Folgenden die Verlautbarund des schwäbischen Mittelstandunternehmens im Wortlaut.


Die Mitte Woche bekanntgewordenen Pläne der EU-Kommission, ab Juni vorläufige Anti-Dumping-Zölle in Höhe von fast 50% für Photovoltaikmodule aus chinesischer Produktion festzusetzen, werden verheerende Folgen für den Photovoltaik-Markt in Deutschland haben. Die IBC SOLAR AG, eines der weltweit führenden Systemhäuser für Photovoltaik, fordert die Bundesregierung auf, sich gegen diesen schädlichen Protektionismus zu positionieren.

„Schutzzölle sind Gift für das deutsche Solarhandwerk! Durch die Zölle sind mehr als 70.000 gesunde Arbeitsplätze im Mittelstand in Gefahr. Die Bundesregierung muss am 15. Mai im Antidumping-Comitee eine klare Position beziehen und diesen gefährlichen Protektionismus unbedingt stoppen!“ fordert Udo Möhrstedt, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Photovoltaik-Systemhauses IBC SOLAR. „Schutzzölle sind für die europäische Solarbranche kein Erfolg, sondern verheerend. Mit Handelshemmnissen ist niemandem geholfen. Der Erfolg der Solarenergie beruht auf sinkenden Preisen. Handelshemmnisse lassen die Preise steigen. Das hält den Verbraucher vom Kauf ab, senkt die Nachfrage und schadet damit am Ende allen, auch den deutschen Herstellern“, so Möhrstedt weiter.

Durch Schutzzölle werden zunächst die Modulpreise künstlich erhöht, was wiederum zu steigenden Preisen für Solarsysteme führt, weil die übrigen Bestandteile von Photovoltaikanlagen nur sehr geringe Kostensenkungspotenziale enthalten. So werden selbst kleine Systeme für private Haushalte unrentabel, die Nachfrage wird stark sinken. Das wird zu einem erheblichen Markteinbruch führen. Ohne Markt und Nachfrage können jedoch zehntausende Arbeitsplätze im deutschen Solarhandwerk nicht erhalten werden.

Die betroffenen Arbeitsplätze und Betriebe sind seit Jahren hochspezialisiert, so dass der Wegfall des Solarmarkts nicht durch einen Wechsel in andere Tätigkeitsfelder aufgefangen werden kann. Angesichts der durch die bisherigen raschen Kürzungen der Vergütungen bereits heute angespannten Lage wird sich der Arbeitsplatzabbau daher schnell und schmerzhaft vollziehen. Zusammen mit anderen Bereichen der deutschen Wirtschaft – mit Maschinenbauern, Händlern, Herstellern von Wechselrichtern, Montagesystemen und Elektronikgeräten, Ingenieurbüros, Unternehmen der chemischen Industrie und vielen anderen Geschäftsbetrieben – stehen in Deutschland nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos bei der Einführung von Strafzöllen in Höhe von 60 Prozent mehr als 80.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. 

Mittwoch, 8. Mai 2013

Eigenverbrauch grosses Thema

Versprach in der Vergangenheit vor allem die Einspeisevergütung eine ausreichende Rendite, entwickeln sich jetzt neue Geschäftsmodelle: Eigenverbrauch und Direktvermarktung werden immer attraktiver. Auch in der Finanzierung von Anlagen eröffnen sich neue Perspektiven wie das Anlagen-Leasing oder Bürgerenergiegenossenschaften. 

Auf der Intersolar Europe 2013, die vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München stattfindet, informieren zahlreiche Aussteller über neue PV-Systemlösungen und Investitionsmöglichkeiten. Messerundgänge, Workshops und Vorträge auf der PV ENERGY WORLD beleuchten die Themen von unterschiedlichen Seiten. Ein eigener Vortragsblock auf der Intersolar Europe Conference rundet das Informationsangebot der Messe für neue Geschäftsmodelle in der Photovoltaik (PV) ab.

Bisher war vor allem die Einspeisevergütung ein Anreiz, um in Solarstrom zu investieren. Aufgrund steigender Strompreise, sinkender Einspeisevergütung und sinkender Modulpreise wird jetzt auch der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom immer attraktiver. Laut der Strompreisanalyse des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), Berlin, stieg der Strompreis für Privathaushalte in den letzten fünf Jahren von durchschnittlich 20,64 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2007 auf 25,89 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2012. Ein weiterer Preisanstieg ist zu erwarten. Auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) haben unter steigenden Strompreisen zu leiden. Vor diesem Hintergrund stellt der Eigenverbrauch von Solarstrom eine attraktive wirtschaftliche und planungssichere Alternative zu herkömmlich erzeugtem Strom dar. Dank günstiger Preise für PV-Anlagen lässt sich Solarstrom in Deutschland bereits für 12 bis 15 Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Der Wunsch nach Unabhängigkeit und nach langfristig kalkulierbaren Strompreisen bestimmt daher zunehmend die Kaufentscheidungen von privaten und gewerblichen Investoren und Unternehmen.  

Diese veränderten Anforderungen bieten der Photovoltaikbranche Chancen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Produkte und Serviceangebote. Beim Eigenverbrauch in Privathaushalten, wie auch in Industrie und Gewerbe, geht der Trend hin zu Kombinationsmöglichkeiten mit weiteren Systemkomponenten, wie Energiespeichern und Wärmepumpen in Verbindung mit Energiemanagementsystemen. Energiespeicher ermöglichen überschüssigen Strom vorrätig zu halten für Zeiten, in denen er gebraucht wird. Solarstrom kann Wärmepumpen antreiben und intelligente Steuerungen ermöglichen es, die Stromproduktion- und Nutzung mit den Haushaltsgeräten abzustimmen. Auch Monteure, Planer und Entwickler profitieren von dieser Entwicklung, da der Eigenverbrauchsmarkt spezialisiertes Fachwissen und einen erhöhten Beratungsbedarf erfordert um die individuellen Bedürfnisse bedienen zu können. Großhändler und Hersteller können ihre Handwerkspartner durch Informationsmaterial unterstützen und mit dieser Bereitstellung von zielgerichtetem Know-how neue Marktpotenziale erschließen. 

Mit der finanziellen Förderung der Direktvermarktung von Solarstrom gibt es für Betreiber von PV-Anlagen seit der Neufassung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) vom 1. Januar 2012 eine lohnenswerte Alternative zur Einspeisevergütung. Betreiber können ihren Strom direkt an der Leipziger Strombörse (EEX) verkaufen. Die dort erzielten Erlöse werden durch eine Markt- und eine Managementprämie unterstützt, sodass bei entsprechender Vermarktung ein Gesamterlös erzielt werden kann, der über der Einspeisevergütung liegt. Spezialisierte Stromhändler bündeln die Leistungen mehrerer Betreiber in sogenannten virtuellen Kraftwerken und mindern so den Aufwand und das Risiko für den einzelnen Betreiber. Hinzu kommt die Möglichkeit private Liefervereinbarungen abzuschließen, in denen Anlagenbesitzer direkte Vereinbarungen mit Abnehmern treffen können.

Auch bei der Finanzierung von PV-Anlagen werden neue Wege gegangen: So können Hersteller neben dem Verkauf ihrer Systeme den Kunden auch die Möglichkeit des Leasings anbieten. Dabei wird der Hersteller zum Stromversorger: Der Kunde bezahlt eine monatliche Abschlagszahlung für den Strom, während der Hersteller Besitzer und Betreiber der Anlage bleibt und den weiteren Strombedarf im Rahmen eines Stromliefervertrags deckt. Mit den Bürgerenergiegenossenschaften gewinnt eine weitere Finanzierungsform von Solaranlagen an Popularität. Derzeit finanzieren in Deutschland auf diese Art bereits mehr als 80.000 Bürger in über 500 Energiegenossenschaften die Energiewende „von unten“ mit. Die Vorteile einer genossenschaftlichen Finanzierungsform liegen auf der Hand: Bereits mit kleineren finanziellen Beiträgen können sich Bürger an Energieprojekten beteiligen und tragen damit zur dezentralen und unabhängigen Energiegewinnung auf lokaler und regionaler Ebene, wie auch einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz der Projekte bei.  Auch Stadtwerke können schliesslich die Energiewende als Chance nutzen, um als regionaler Versorger mit erneuerbaren Energien eine Vorreiterstellung im Markt einzunehmen. 

Informationen zu diesen und weiteren Themen bietet die Intersolar Europe 2013 in konzentrierter Form vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München. Zahlreiche Unternehmen präsentieren Komplettlösungen für den Eigenverbrauch von Solarstrom und allein 170 Aussteller sind für die Produktsparte Energiespeicher angemeldet. Zudem erfahren die Besucher im Rahmen des Vortragsprogramms der PV ENERGY WORLD und in Messeworkshops und Rundgängen das Neueste zu den Themen Energiespeicher und Eigenverbrauch. Die Intersolar Europe Conference vertieft die Themen der Messe und widmet Ihnen am 18. Juni 2013 eine Doppelsession „New Business Modells for the PV Industry“.

Quelle: www.intersolar.de
 
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Dienstag, 7. Mai 2013

Solaranlage Walensee kommt voran

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) sind mit ihrem Solarprojekt am Walensee einen wichtigen Schritt weiter: Das Gutachten der Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) für den Bau einer temporären Testanlage ist positiv ausgefallen. Pro Natura und die Stiftung für Landschaftsschutz haben deshalb ihre Einsprachen zurückgezogen. 

Die EKZ und die SAK planen am Walensee den Bau der grössten Solaranlage der Schweiz - das Bild zeigt ein Modell. Aufgrund der ausgezeichneten Lage des Steinbruchs Schnür erwarten die beiden Energieversorger sehr gute Erträge, begünstigt durch die direkte Sonneneinstrahlung, den Jahresverlauf der Sonneneinstrahlung und der Reflexion des Wassers. Der Standort im Steinbruch Schnür verspricht vor allem im Frühjahr, Herbst und Winter überdurchschnittliche Erträge – zu Jahreszeiten, bei denen Solaranlagen auf Dächern nur wenig produzieren. Dies ist ein bedeutender Vorteil für die Anlage am Walensee. 

Um die Erträge genauer zu berechnen, wollen die EKZ und die SAK zuerst eine Testanlage bauen, bei der diese Aspekte näher untersucht werden sollen. Als die beiden Partner die Baubewilligung eingereicht haben, erhoben Pro Natura und die Stiftung Landschaftschutz Einsprache gegen die Testanlage. Um die Parteien vom Projekt zu überzeugen, führten die EKZ und die SAK für die ENHK, das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) und die beiden Umweltverbände Besichtigungen im Steinbruch Schnür durch. Dabei erläuterten sie das genaue Vorhaben. "Wir freuen uns sehr, dass das Gutachten der ENHK in Bezug auf den Bau der Testanlage für das geplante Solarkraftwerk am Walensee positiv ausgefallen ist", sagt Peter Franken, Leiter Energieverteilung bei den EKZ. Aufgrund des ENHK-Gutachtens haben die beiden Umweltverbände ihre Einsprachen gegen die Testanlage zurückgezogen. 

Die EKZ und die SAK warten nun auf den Entscheid des Kantons bezüglich der Baubewilligung. Beim eingereichten Baugesuch handelt es sich um eine temporäre Testanlage, die während maximal fünf Jahren in Betrieb sein wird. Die Testanlage wird etwa 80 Quadratmeter gross und bringt eine Leistung von 6 Kilowattpeak. Für die Studien arbeiten die EKZ und die SAK mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammen. Dazu werden in einem Container die Messresultate und Wetterverhältnisse vor Ort aufgezeichnet und danach analysiert. Die Ergebnisse dienen auch als Grundlage, um die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage zu berechnen. Nachdem die Resultate vorliegen, entscheiden die beiden Energieversorger über die weiteren Pläne zum Bau der Solaranlage am Walensee. 

Die Solaranlage am Walensee ist ein Gemeinschaftsprojekt der EKZ und der SAK. Die beiden Energieversorger prüfen gemeinsam den Bau der grössten Photovoltaik-Anlage der Schweiz. Im Vorprojekt wird nun abgeklärt, ob im Steinbruch Schnür in der Nähe von Quinten am Walensee eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 15 Megawatt realisiert werden könnte. Dies entspricht in etwa der gleichen Leistung, die mit Photovoltaikanlagen auf rund 5000 Dächern von Einfamilienhäusern produziert werden kann. 

Quelle: EKZ Medienmitteilung
 
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First Solar: deutliches Umsatzplus

Der insgesamt zweitgrösste Modulhersteller und Branchenführer bei Dünnschichtmodulen meldet gemäss dem Solarportal Solarserver ein erstaunliches Umsatzplus. Das könnte den Umschwung für die von Absatzproblemen gebeutelte Solarbranche einläuten. 

First Solar Inc. (Tempe, Arizona, USA - siehe Bild) hat die Ergebnisse für das erste Quartal 2013 veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 52 % auf 755 Millionen US-Dollar (576 Millionen Euro). Die Umsatzrendite betrug 8,1 %, der Reingewinn 59,1 Millionen USD. Das Unternehmen habe mehr Photovoltaik-Module verkauft und außerdem den Umsatz im Projektgeschäft gesteigert. First Solar hält an seinem Plan fest, 2013 zwischen 3,8 und 4 Milliarden USD (2,9 – 3 Milliarden Euro) Umsatz zu erzielen. “Wir bleiben auf diesem Kurs und bestätigen unseren Wirtschaftsplan 2013. Unser Ziel ist ein Verhältnis von Auftragseingang zu Lieferung von eins zu eins“, kommentiert Geschäftsführer Jim Hughes.

First Solar rechnet mit Aufträgen für Photovoltaik-Kraftwerke mit 5,5 GW. Davon seien jedoch erst 700 MW in der mittleren oder Endphase der Entwicklung. Daher geht das Unternehmen in nächster Zeit von einer geringeren Nachfrage aus. Die meisten dieser Projekte werden in Nord- und Südamerika entwickelt. Allein auf Chile entfallen 1,5 GW, da First Solar das chilenische Unternehmen Solar Chile übernommen hat. Die dortigen Projekte seien jedoch noch nicht komplett genehmigt, außerdem gebe es noch keine Strombezugsvereinbarungen. Bis zur Fertigstellung der Anlagen dauere es noch über ein Jahr.

Wetterbedingte Verzögerungen hätten dafür gesorgt, dass das Photovoltaik-Kraftwerk Antelope Valley Solar Ranch (AVSR) mit 230 MW nicht im dritten, sondern erst im vierten Quartal 2013 fertig wird, was sich finanziell auswirke. First Solar hat außerdem eine Absichtserklärung mit chinesischen Behörden unterzeichnet, um in der Stadt Ordos ein Photovoltaik-Kraftwerk mit 300-500 MW zu bauen. Der Bau soll im zweiten Halbjahr 2014 beginnen.

First Solar meldet auch Fortschritte in der Produktion: Es senkte im letzten Quartal die durchschnittlichen Modul-Produktionskosten auf 0,69 USD (0,53 Euro) pro Watt. Die Produktionsanlagen waren zu 75 % ausgelastet. Das Unternehmen will in diesem Jahr auf durchschnittliche Produktionskosten von 0,63 – 0,66 USD (0,48 – 0,50 Euro) kommen. First Solar wird in den nächsten Wochen auch Entlassungen ankündigen. In Nordamerika sollen ab dem dritten Quartal 150 Mitarbeiter entlassen werden. Damit will das Unternehmen jährlich 20 Millionen USD (22,9 Millionen Euro) Personalkosten einsparen. Im ersten Quartal produzierte First Solar Photovoltaik-Module mit einem durchschnittlichen Wirkungsgrad von 12,9 %, auf den besten Produktionslinien sogar mit 13,3 %.
Derzeit laufen zwei Programme zur Verbesserung des Wirkungsgrads. Mit dem ersten soll der Durchschnitt auf 13,3 % erhöht werden, beim zweiten will First Solar mithilfe von Rückseitenkontakten den Modulwirkungsgrad der besten Produktionslinie bis Jahresende auf 14 % steigern.

Das Unternehmen bestätigte seinen kürzlich veröffentlichten Wirtschaftsplan, in dem für das Gesamtjahr 2013 ein Umsatz von 3,8 – 4 Milliarden USD (2,9 – 3 Milliarden Euro) und eine Umsatzrendite von 11 – 12 % angesetzt sind. Der Großteil des Umsatzes ist im zweiten Halbjahr geplant. First Solar rechnet damit, dieses Jahr Photovoltaik-Module mit 1,5 – 1,7 GW zu produzieren und 1,4 GW im Systemgeschäft abzusetzen  sowie weitere Module mit 200 – 400 MW direkt zu verkaufen.

Quelle: First Solar | solarserver.de

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Sonntag, 5. Mai 2013

Solar Impulse ist wieder unterwegs

Die erste Etappe des Across America 2013 Fluges wurde erfolgreich abgeschlossen. Bertrand Piccard hat in einer grandiosen Leistung die HB-SIA sicher von San Francisco nach Phoenix gebracht und ist früher als geplant am Samstag, den 4. Mai um 00:30AM MST (UTC-7) gelandet.

Bertrand hat den Medien aus der ganzen Welt zahlreiche Interviews gegeben, bevor er auf eine Flughöhe von über 12.000 Fuß (rund 3.600 Meter) gestiegen ist, wo er gezwungen war, eine Sauerstoffmaske zu tragen. Interessanterweise waren vor der Landung kurzzeitig mehr Menschen aus Japan als aus den USA verbunden.

Flugroute: Von San Francisco (Kalifornien) über Phoenix (Arizona), Dallas (Texas), St-Louis (Missouri) bis nach Washington D.C. und New York City. 




Haben Sie je darüber nachgedacht, ein Elektroauto zu fliegen? Es scheint, als ob wir nicht allzu weit davon entfernt sind. Während des Fluges konnte Bertrand ein Gespräch zwischen einem Flugzeug und den Fluglotsen verfolgen, bei dem das Flugzeug wissen wollte, warum es einen entsprechenden Abstand zur Solar Impulse wahren sollte. Bertrand brach bei der Antwort des Fluglotsen, „Denken Sie einfach an ein fliegendes Elektroauto!“, in ein herzliches Lachen aus. Die HB-SIA wurde von allen Fluglotsen entlang der Strecke extrem freundlich empfangen und der Austausch zwischen Bertrand und den Fluglotsen war äußerst angenehm. Ich kann mir vorstellen, wie wichtig dieser Austausch insbesondere bei 20-stündigen Flügen ist!

Das Solar Impulse Team freut sich nach eigenen Angaben darauf, ein paar Tage in Phoenix zu verbringen. «Wir hoffen, dass wir das Flugzeug so vielen Menschen wie möglich zeigen können. Wir werden zwei öffentliche Besichtigungen anbieten, und zwar am Sonntag, den 5. Mai und am Dienstag, den 7. Mai, jeweils zwischen 13:00h und 19:00h. Dabei werden pro Tag 6 einstündige Besichtigungen auf dem Programm stehen. Aufgrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen können pro Besichtigungstermin maximal 150 Personen eingelassen werden. Wenn Sie also das Solarflugzeug sehen möchten, dann beeilen Sie sich und melden sich noch heute an. Entscheiden Sie sich einfach für den Termin, der Ihnen am besten passt (Sonntag oder Dienstag), und bringen Sie das ausgedruckte Ticket mit zum Flughafen. Für Parkmöglichkeiten ist gesorgt.»

Quelle: Solar Impulse

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Mittwoch, 1. Mai 2013

«Auf der Sonnenseite»

Ja - wir sind wirklich auf der Sonnenseite des Lebens angekommen, bei allen bedauerlichen Einschränkungen. Gemerkt haben es bislang erst Wenige. Nun kommt Franz Alt, der auch regelmässig mit seinen Texten auf Solarmedia vertreten ist, und klärt mit seinem neuesten Buch unter eben dem Titel «Auf der Sonnenseite – warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht» die Verhältnisse. Erstaunliche Unterstützung erfährt das Buch durch die neuesten Einschätzungen verschiedener Grossbanken.

Solarmedia teilt die enthusiastische Einschätzung der Rolle der Sonne für das Leben durch den renomierten deutschen Energiepublizitsten – ja würde gar noch weiter gehen, doch das ist eine andere Geschichte. Im Falle des Buchs von Franz Alt machen schon die Kapiteltitel Lust auf Mehr-Lesen, zum Beispiel: «Die Energiewende kostet, aber keine Energiewende kostet die Zukunft», «Keine Energiewende ohne Verkehrswende», «Die Kraft von unten», «Atomenergie ist ein Verbrechen», «Das Solarzeitalter beginnt,  die Sonne gewinnt» - oder schlicht und einfach «Die Kraft der Sonne».

Wie weit gefasst das Thema zu begreifen ist, machen sodann zwei Feststellungen Alt’s klar: «Die wichtigste Ressource für die (Energie-) Wende ist und bliebt die gesellschaftliche». Womit auf die Macht der weltweit und dezentral engagierten Verfechter der Erneuerbaren Energien hingewiesen wird, die beispielsweise allein in Deutschland schon über eine Million kleiner Solaranlagen erstellt haben. Und: «Hinter dem Wunsch nach der Energiewende steckt mehr als die Vorstellung von sinkenden Kosten durch kostenlose Energieträger, nämlich die Hoffnung auf Versorgungssicherheit, neue Arbeitsplätze, naturverträgliche Versorgung (und vieles mehr)». Aber eben: die sinkenden Kosten lassen diese Wünsche je länger je realistischer erscheinen.

Der Brennstoff bei den Erneuerbaren Energien gehört niemandem – das hatte Franz Alt schon zum Leitthema eines seiner ersten Bücher mit dem Titel «Die Sonne schickt uns keine Rechnung» gemacht. Fürwahr, Sonne und Wind, teils auch Wasser und Biomasse sind quasi gratis, ihre Nutzung bedarf allerdings in vielen Fällen – und insbesondere bei der Solarstromerzeugung – hoher Investitionen, die sich erst im Laufe der Zeit amortisieren. Dennoch gilt: Diese Energien bergen die Chance in sich für eine Teilhabe aller an ihrem Nutzen, mithin insbesondere auch eine grundlegende Entwicklungsmöglichkeit für die Länder des Südens.

Eine weitere zentrale Erkenntnis des deutschen Publizisten, der einst vom Atombefürworter zum vehementen Gegner mutierte und seit mehr als 20 Jahren die Sache der Erneuerbaren Energien vertritt: Diese sind eigentlich schon heute billiger als die herkömmlichen fossilen und nuklearen Energieformen. Nur reflektieren die Marktpreise eben nicht die wahren Kosten – ruhig lässt sich sagen: die Folgekosten. Die tragen vielmehr die SteuerzahlerInnen, sei es als Folge klimabedingter Schäden an Leib und Leben oder in Form der teuren Hinterlassenschaft der Atomenergie, die gar noch nicht abzuschätzen ist. Solar- und Windstrom, Wasser- und Biokraft weisen keine solche Folgekosten auf – und wären der fossil-nuklearen Konkurrenz schon längst überlegen, würden die Preise die wahren Kosten spiegeln.

Doch selbst unter solch ungleichen Startbedingungen vollzieht sich bei den Preisverhältnissen derzeit Wundersames: So sind die Kosten für photovoltaisch erzeugten Strom in den vergangenen sieben Jahren (seit 2006) um rund Dreiviertel gesunken – und dieser Solarstrom kostet, so auf dem eigenen Dach erzeugt, je Kilowattstunde in Deutschland nur noch rund 15 Euroçent (weniger als 20 Rappen) – hierzulande kommt er je nach Verhältnissen noch auf 25 bis 35 Rappen zu stehen. Zumindest in Deutschland ist der Solarstrom damit aber bereits um 40 Prozent (!) billiger als der aus dem Netz bezogene und von den Elektrizitätswerken produzierte. Die Folge: Solarstrom wird, nach einer weiteren Verbilligung, in wenigen Jahren sogar in der reinen Produktion (also ohne Netzgebühren und Steuern) absolut konkurrenzfähig – und damit die herkömmliche Stromerzeugung gänzlich verdrängen. Zu einem ähnlichen Schluss kommen übrigens unabhängig voneinander drei unlängst veröffentlichte Studien unverdächtiger Herkunft: UBS, Deutsche Bank und CityGroup sehen eine solche Entwicklung voraus – und empfehlen gar die Aktien der Stromerzeuger zum Verkauf.

Nach einem Tour d’Horizon über die verschiedenen Erneuerbaren Energieformen, die allesamt ihr Potential aufweisen und vor allem in ihrer Kombination zu einer eindrücklichen Kraft werden, bleibt nur ein Schluss für Franz Alt, und das ist aufgrund dieses ausführlich argumentierenden Buchs wahrlich kein Kurzschluss! «Für die Beschleunigung einer preiswerten Energiewende sind sieben politische Schritte notwendig» – wozu unter anderem die Beibehaltung der Grundzüge eines Einspeisegesetzes sowie der beschleunigte und nicht abgebremste Ausbau der Erneuerbaren zählen.

Angaben zum Buch: Franz Alt «Auf der Sonnenseite – Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht», Verlag Piper 2013,  269 Seiten, Ladenpreise: 9.90 €, 16.90 CHF (!)
 
©  Solarmedia

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