Mittwoch, 6. April 2011

IRENA tagte erstmals

Die erste Vollversammlung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat in dieser Woche in Abu Dhabi ihr Arbeitsprogramm und das Budget für 2011 mit einem Gesamtvolumen von gut 25 Millionen US-Dollar beschlossen. Auch die Schweiz ist Mitglied dieser UN-Organisation.

Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jürgen Becker, der an der Vollversammlung teilnahm, sagte: "Innerhalb von nur zwei Jahren haben 149 Staaten und die Europäische Union das Statut gezeichnet, 69 Staaten haben bereits ratifiziert. Dies ist ein überwältigender Erfolg der deutschen Initiative zur Gründung von IRENA und zeigt die große Unterstützung, die IRENA und damit der Ruf nach dem Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit erfahren." Bei der Unterzeichnung des Sitzabkommens gab Becker bekannt, dass Deutschland das IRENA-Innovations- und Technologiezentrum (IITC) in Bonn mit gut drei Millionen US Dollar unterstützt.

Mit der Wahl von Adnan Amin zum Generaldirektor und der Bestätigung von Abu Dhabi als Sitz des Sekretariats sind die Grundlagen für einen schnellen Aufbau Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) gelegt.




Neben den Finanz- und Rechtsregularien verabschiedete die Vollversammlung das IRENA-Arbeitsprogramm und das Budget für 2011. IRENA, die erste internationale Organisation, die sich ausschließlich auf erneuerbare Energien konzentriert, will die Nutzung der erneuerbaren Energien weltweit voranbringen. Schwerpunkt wird die Beratung ihrer Mitgliedsstaaten sein, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Kompetenzen aufzubauen sowie Finanzierung und den Technologie- und Wissenstransfer für erneuerbare Energien zu verbessern. Ausgestattet mit 25 Millionen US-Dollar und künftig 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird IRENA Szenarien, Potenziale und Technologiekosten analysieren und Politikberatung anbieten. Dazu wird IRENA eng mit internationalen Organisationen wie der Internationalen Energie-Agentur (IEA) sowie mit Netzwerken wie REN21 zusammenarbeiten.

Im Anschluss an die IRENA-Vollversammlung findet am 6. und 7. April 2011 ebenfalls in Abu Dhabi das 2. Clean Energy Ministerial (CEM) statt. Die deutsche Delegation wird von Staatssekretär Becker gemeinsam mit Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann geleitet. Der von den USA initiierte CEM-Prozess umfasst verschiedene Initiativen zur globalen Verbreitung von kohlenstoffarmen Technologien, deren Fortschritt auf jährlich stattfindenden Konferenzen vorgestellt wird. Deutschland engagiert sich in einer gemeinsam mit Dänemark und Spanien geleiteten multilateralen Arbeitsgruppe zu Solar- und Windenergie.

Quelle: Deutsches Bundesministerium für Umwelt

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Jetzt auch solar kühlen

Das in Hannover ansässige Solarunternehmen AS Solar GmbH entwickelt gemeinsam mit der Leibniz Universität in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein innovatives System zur solaren Kühlung.

Besonders in Regionen mit mediterranem Klima steigt der Energiebedarf zur Kühlung von Gebäuden so enorm, dass künftig dadurch die Stromversorgung und Netzstabilität in Gefahr geraten. Dabei ist der Kühlbedarf am größten, wenn die Sonne am heißesten scheint. „Nichts liegt näher, als die Sonnenenergie zur Kühlung zu nutzen“, erklärt Gerd Pommerien, Geschäftsführer von AS Solar. Solartechnische Kühlung sei grundsätzlich nichts Neues, so Pommerien, doch bisher gebe es keine standardisierten kompakten solaren Kühlgeräte für die häufigsten Anwendungsfälle.

Diese internationale Marktlücke will das Unternehmen nun schließen, mit wissenschaftlicher Hilfe der Leibniz Universität und finanzieller Förderung der EU-Kommission. Entwickelt wird ein Baukastensystem, so dass ohne aufwändige Planung schnell eine für den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnitte Standardlösung geliefert werden kann. Dank Standardisierung und Paketlösung werden die Anlagen wirtschaftlich konkurrenzfähig zu herkömmlichen Lösungen sein. Technisch wird dabei ein anderes physikalisches Prinzip angewandt als bei den heute üblichen stromfressenden Kühlaggregaten: Diese erzeugen Kälte durch einen elektrisch betriebenen Motorkompressor. Die solare Kühlung arbeitet dagegen nach dem Prinzip der Sorptionskältemaschine, die außer der kostenlosen Sonnenwärme nur wenig Antriebsenergie benötigt.

AS Solar rüstet das beauftragte Universitätsinstitut „für Entwerfen und Konstruieren“ mit der für das Entwicklungsprojekt notwendigen Solartechnik aus. „Wir wollen mit dieser Zusammenarbeit im Bereich Energietechnik auch die wissenschaftliche Forschung am Standort Hannover zu einer der wichtigsten Zukunftsfragen fördern“, unterstreicht Pommerien. Im Lauf des Projekts folgen Feldtests in Marokko in Zusammenarbeit mit der dortigen Niederlassung von AS Solar. Angeboten wird das ausgereifte System danach von allen AS Solar Niederlassungen in neun Ländern.

AS Solar ist ein führender Fachgroßhändler
für Solarstrom, Solarwärme und Holzpellet-Heizsysteme. Das 2004 gegründete Unternehmen beschäftigt 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun Niederlassungen weltweit. Neben der besonders qualifizierten Beratung im Vertrieb profiliert sich AS Solar in der Entwicklung innovativer Systemlösungen, die wichtige Marktlücken schließen und als ausgereifte Produkte exklusiv für die Kunden von AS Solar hergestellt werden. Mitte 2011 bezieht die Unternehmenszentrale in Hannover ein weltweit einzigartiges Plusenergie-Firmengebäude.

Quelle: AS Solar

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Dienstag, 5. April 2011

Neuer Eurosolar-Präsident

Die europäische Delegiertenversammlung hat Professor Peter Droege zum neuen Präsidenten von EUROSOLAR e.V. ernannt. Peter Droege wurde vom Vorstand der EUROSOLAR-Sektion Deutschland nominiert. Neun Vizepräsidenten wurden aus den Reihen der Delegiertenversammlung gewählt. Der EUROSOLAR-Gründer und langjährige Präsident Dr. Hermann Scheer wurde posthum zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Als Träger des europäischen Solarpreises hat Peter Droege sich in seiner Lehre, Forschung und Arbeit für den energetischen Stadtumbau zur erneuerbaren Stadt, die urbane Energiewende und den Umbau zu einer 100%ig regenerativen Welt einen Namen gemacht. Der Wissenschaftler lehrt nachhaltigen Städtebau und Raumentwicklung an der Universität Liechtenstein, wo er ein großes grenzübergreifendes Projekt zur vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien leitet: die 'Bodensee-Alpenrhein Energieregion'. Vor seiner dortigen Berufung hat sich sein akademischer Weg von der Technischen Universität München über das Massachusetts Institute of Technology, der Tokio Universität und Universitäten in Sydney entwickelt. Bei EUROSOLAR und dem Weltrat für Erneuerbare Energien (WCRE) arbeitet er ehrenamtlich seit über einer Dekade, seit er im Jahr 2000 von Hermann Scheer als Gründungsmitglied des WCRE eingeladen wurde.

Zu seiner Wahl sagt Peter Droege: „EUROSOLAR ist Europas bedeutendste unabhängige Vereinigung für Erneuerbare Energien, von Hermann Scheer, Irm Scheer-Pontenagel und weiteren Unterstützern 1988 in Bonn gegründet. Meine Aufgabe ist es, der europäischen und deutschen Öffentlichkeit zu dienen und den vortrefflich arbeitenden Ländervereinigungen beizustehen, um die reiche und erfolgreiche Erbschaft der ersten 20 Jahre innovativ und mit Energie weiterzuführen. Der vollständigen Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, lokal und dezentral geschöpft, dürfen keine weiteren Hindernisse in den Weg gelegt werden. In der dringenden Energiewende liegt der Weg zu sozialer Emanzipation, wirtschaftlicher Erneuerung, regionaler Bereicherung und das notwendige Fundament einer gesundenden Ökologie. Nur so kann dem sich entfaltenden Klimachaos und dem nahestehenden Ölfördermaximum die Stirn geboten werden. Allein der völlige Umstieg auf Erneuerbare Energien kann das unsägliche Leiden beenden, das der Menschheit täglich durch historisch bedingte, heute jedoch als völlig unnötig und veraltet bewiesene Nutzung atomarer und fossiler Energien entsteht.“

Quelle: Eurosolar

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PV für die freie Fläche

Hierzulande ohne Zweifel ein Tabu - und dennoch bedenkswert, was der deutsche Photovoltaikanlagenbauer Belectric zur Diskussion stellt. Freiflächen-Solarkraftwerke sind eine Lösung für die Energiegewinnung in grossem Stil - und beispielsweise bald einmal billier als Strom, der in Offshore-Windanlagen erzeugt wird.

Hinsichtlich der aktuellen Diskussion zum beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und dem damit verbundenen zeitnahen Ausstieg aus der Atomenergie sind folgende Tatsachen sind (in erster Linie für deutsche Verhältnisse) gemäss einer Medienmitteilung von Belectric zu betrachten:

Schon im nächsten Jahr ist die Produktion von Strom aus Freiflächen-Solarkraftwerken auf dem gleichen Preisniveau wie für Offshore-Windanlagen möglich. Ab 2013 werden die Stromproduktionskosten sogar unter den für Offshore-Windanlagen liegen. Eine weitere Erhöhung der Vergütung für Offshore-Windkraft ist somit vollkommen überflüssig. Freiflächen-Solarkraftwerke gelten weiterhin als die „Billigmacher“ in der PV-Branche und der verstärkte Ausbau kann sofort ohne eine Erhöhung der Einspeisetarife erfolgen. Dadurch kann vor allem die Höhe der EEG-Umlage deutlich begrenzt werden, die in der Vergangenheit vor allem durch den gewaltigen Zubau von kleinen PV-Dachanlagen bestimmt war. Somit kann durch Freiflächen-Solarkraftwerke eine deutliche Entlastung der Verbraucher erreicht werden.

Insbesondere Offshore-Windanlagen benötigen einen erheblichen Ausbau der bestehenden Transportnetze,
da der Strom in sehr großer Entfernung zum Verbraucher erzeugt wird. Durch die hieraus entstehende Erhöhung der Netznutzungsentgelte wird ebenfalls eine deutliche Kostensteigerung eintreten. Ebenso verhindert dieser zeitintensive Netzausbau einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Freiflächen-Solarkraftwerke können in der Region errichtet werden, in der der Strom benötigt wird. Ein weiterer Netzausbau der Transportnetze ist hierfür nur bedingt erforderlich. Vor allem können Freiflächen-Solarkraftwerke die vorhanden Netzanschlusskapazitäten der stillgelegten Atommeiler sofort nutzen.

Weiterhin ist es durch den Einsatz vorhandener intelligenter Einspeisetechnologie möglich, das bestehende Stromnetz durch Freiflächen-Solarkraftwerke zu stabilisieren. Durch dieses Netzmanagement können Netzschwankungen durch unkontrolliertes Einspeisen von anderen Erzeugungsanlagen im Netz verhindert werden, wodurch der Ausbau des 20 kV Netzes ebenfalls deutlich reduziert wird. Insbesondere PV-Kleinanlagen speisen vollkommen unreguliert in das Niederspannungsnetz ein, ohne dass ein Verbrauch gegenübersteht. Dies verursacht die vorhandenen Netzschwankungen. Hieraus resultieren ungeregelte Spannungsspitzen, die ohne Netzausbau nicht reguliert werden können. Gerade dies kann durch professionelles Netzmanagement von Freiflächen-Solarkraftwerken verhindert werden. Die vorbeschriebene Kosteneinsparung für einen weiteren Netzausbau geht damit einher.

Für die Errichtung der bisherigen Freiflächen-Solarkraftwerke wurden ca. 0,006 Mio. ha Land benötigt. Für Energiepflanzenproduktion werden aktuell nahezu 2 Mio. ha Flächen verbraucht. Um die jährliche Stromproduktion eines Atomkraftwerkes mit 1,0 GW Leistungskapazität durch Freiflächen-Solarkraftwerke zu ersetzen werden ca. 0,018 Mio. ha Fläche beansprucht. Bei ca. 19 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzflächen plus eine Vielzahl von Brach- und Wiesenflächen beträgt der Flächenverbrauch weniger als 1% der vorgenannten Flächen, selbst wenn die gesamte Stromproduktion aller deutschen Atomkraftwerke durch Freiflächen-Solarkraftwerke ersetzt würde. Durch diese geringe Flächennutzung entsteht kein Einfluss auf die deutsche Nahrungsmittelproduktion.

Freiflächen-Solarkraftwerke leisten einen wesentlichen Beitrag zum Naturschutz und zur Erhöhung der Biodiversität im Vergleich zur Vornutzung. Durch „biotopähnliche“ Zustände werden innerhalb die Flächen vor allem auch neue Lebensräume für seltene Tierarten geschaffen. Durch lokalen und regionalen Ausbau der Energieproduktion in jedem Bundesland/Kommune wird durch die Freiflächen-Solarkraftwerke die regionale Wirtschaftskraft deutlich erhöht. Alleine in Süddeutschland werden vor allem durch die Produktion von Systemkomponenten (Wechselrichter, Montagesysteme, Umspannwerke) mehrere tausend Arbeitsplätze wie auch die technologische Weltmarktführerschaft gesichert. Darüber hinaus wird die Errichtung von Solarkraftwerken ebenfalls durch deutsche Fachkräfte umgesetzt. Die Herstellung der Photovoltaikmodule der Freiflächen-Solarkraftwerke erfolgt im Wesentlichen durch Weltmarktführer aus Brandenburg. Jede Kommune steigert somit ihre Unabhängigkeit von überregionalen wie internationalen Stromimporten.

Mit den vorgenannten Eckpunkten stellt BELECTRIC ein Konzept zum kostengünstigen und schnellen Ausbaus erneuerbarer Energien vor und unterstützt somit die Verbraucher beim bezahlbaren Ausstieg aus der Atomenergie. BELECTRIC ist Weltmarktführer für die Entwicklung, Produktion und Errichtung von Freiflächen-Solarkraftwerken und Photovoltaik-Dachanlagen. Mit ca. 1500 Mitarbeitern ist BELECTRIC der größte deutsche Arbeitgeber im Bereich der Systemintegration.

Quelle: Belectric

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Montag, 4. April 2011

Ölpreis jetzt bei 120 $

Die Ölpreise haben ihren Höhenflug zum Wochenbeginn fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent näherte sich am Montag der 120-Dollar-Marke. Brent-Öl stieg in der Spitze auf 119,75 Dollar nach 118,70 Dollar am Freitag.

Das wird nicht ohne Folgen bleiben für den Aufschwung der Erneuerbaren Energien. Der Ölpreis ist so hoch wie seit August 2008 nicht mehr. Das Besondere damals, er war zuvor noch höher, stürzte in der Folge der Wirtschaftskrise dann aber ab. Nun weist vieles auf ein anhaltendes Hoch - denn die die Weltwirtschaft steht trotz Japankatastrophe vor dem Aufschwung.

Damit ist das Öl so teuer wie seit August 2008 nicht mehr. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 34 Cent auf 108,28 Dollar. Zuvor war er bis auf 108,78 Dollar gestiegen, dem höchsten Stand sei September 2008. Am Ölmarkt beunruhigen nach wie vor die kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen. Obgleich es zuletzt starke diplomatische Bemühungen gegeben hat, den blutigen Konflikt zu beenden, gehen die Kämpfe in dem nordafrikanischen Staat mit aller Härte weiter.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zog kräftig an. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel (159 Liter) am Freitag im Durchschnitt 113,36 Dollar. Das waren 1,94 Dollar mehr als am Donnerstag. Die Opec ermittelt ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells und hinkt stets mit ihren Berechnungen dem Markt hinterher.

Quelle: Grafik Cash / Grafikkommentar Solarmedia / Text SDA

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D: Aussstieg in nur neun Jahren

Das ist der Fahrplan für den raschen Umstieg auf die Erneuerbaren Energien: Notwendige Wegbereiter sind flexible Gaskraftwerke, Netzausbau und -ertüchtigung, Speichertechnologien sowie Energieeffizienz. Deutschland kann bis 2020 die Atomkraft durch Ökostrom ersetzen und die Stromversorgung bereits vor 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Zu diesem Schluss kommt das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Strom aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft ist imstande, in Kombination mit dezentralen hocheffizienten Gaskraftwerken in neun Jahren den Wegfall der Kernenergie auszugleichen, ohne dass eine Stromlücke entsteht. Der Umstieg ist laut ZSW machbar, er muss aber durch bestimmte Rahmenbedingungen flankiert werden. Dazu gehören
besonders Speichertechnologien, wie die Konvertierung von erneuerbarem Strom in Methan oder Wasserstoff, und eine Modernisierung der Netzinfrastruktur. Wird dies realisiert, ist ein volkswirtschaftlicher Gewinn bis 2050 von mehreren hundert Milliarden Euro möglich.

Das Stuttgarter Forschungsinstitut, das unter anderem das Bundesumweltministerium mit Daten und Studien zur Entwicklung der erneuerbaren Energien berät, geht davon aus, dass der „Nationale Aktionsplan für erneuerbare Energien“ der Bundesregierung erfüllt werden kann. Der Plan strebt bis 2020 einen Ökostromanteil von 38,6 Prozent an. 2010 lag er bei 16,8 Prozent. „Der geplante Ausbau und die Steigerungsraten erfordern eine signifikante Beschleunigung des Netzauf- und -ausbaus, der Entwicklung und Integration von Speichern sowie des Lastmanagements und der Laststeuerung“, sagt Professor Frithjof Staiß, der geschäftsführende Vorstand des ZSW. Wird dies engagiert
umgesetzt, ist auch eine 100-prozentige Ökostromversorgung deutlich vor 2050 möglich, so Staiß.

Der Anteil der Atomkraft kann bis 2020 auf null reduziert werden, rund zwei Jahre schneller als von der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung geplant. Im Jahr 2010 stammten rund 22 Prozent des Strommixes aus Kernenergie. Da der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 um 22 Prozentpunkte gesteigert werden soll, ist die Kompensation des Atomstroms durch Ökostrom möglich. Neben dem Ökostromausbau ist die verstärkte Einbindung dezentraler gasbetriebener Stromerzeugungsanlagen in Kraft-Wärme-Kopplung nötig. Sie können in der Übergangszeit die Versorgungszuverlässigkeit garantieren und emittieren gleichzeitig weniger Kohlendioxid als Kohlekraftwerke. Vor
allem aber: Die Anlagen sind bedeutend flexibler als schwerfällige Großkraftwerke und können die Schwankungen beim erneuerbaren Strom ausgleichen.

Quelle: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)

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