Sonntag, 13. Juli 2025

Solarwirtschaft schlägt zur Zeit alle Rekorde

Baustein der Energiewende sind die zahllosen PV-Dachanlagen
(wie hier am Fuss des Üetlibergs in Sellenbüren/Stallikon)
- aber da ist noch viel mehr (Bild: Guntram Rehsche)
Ausgangspunkt für «Solar am Sonntag» ist heute die Meldung der Woche, wonach in der Schweiz erneut ein Zubaurekord erzielt wurde und unterdessen schon zwischen 14 und 15 % des verbrauchten Stroms aus Solaranlagen stammen (siehe Solarmedia vom 10.7.25). Und dann noch ein nicht unerheblicher Nachtrag zur Atomhuldigung in der heutigen Sonntagszeitung.
 
Hätte ich solche Rekorde vor zehn oder 15 Jahren auf Solarmedia angetönt, wäre ich wohl verrückt erklärt worden, selbst in Fachkreisen wurde das für unmöglich gehalten. Dann allerdings kam 2017 das neue Energiegesetz, der Ausstieg aus der Atomenergie und eine unglaubliche, technologische und preisliche Entwicklung aller Komponenten für Solaranlagen - inklusive von Batterien. Die Fakten dazu: Wirkungsgrade erreichen unterdessen bald einmal das mit der vorhandenen Technologie physikalisch höchstmögliche Ausmass. Die Preise sind ins Bodenlose gesunken. Und in der technologischen Entwicklung ist plötzlich eben nicht absehbar, wo eine Obergrenze ist. Denn die früher angenommenen 25 bis 30 Prozent für den höchstmöglichen Wirkungsgrad werden gesprengt durch völlig neue Technologien (unter anderem sogenannte Tandemzellen.

Bereits erreicht sind weltweit eben all die Rekorde, die sich aus der immer schnelleren Anwendung der Solartechnologie wo auch immer ergeben. Seien das Länder wie - man höher staune - Pakistan, die unglaubliche Zuwachsraten und Versorgungsgrade mit Solarstrom erreichen. Ganz zu schweigen von Australien, das unterdessen an die absoute Spitze bei der solaren Stromversorgung vorgestossen ist (beachte dabbei: der fünfte Kontinent ist ein klassisches Kohleland). Besonders aufregend auch der US-Bundesstaat und Ölgigant Texas, der unterdessen in erster Linie erneuerbare Energien erzeugt und manch ein Ölbauer ist unterdessen ins neue Geschäft umgestiegen, Trump zum Trotz. Von wegen Trump: er wird vielleicht in der Lage sein, die Entwicklung in Amerika zu verlangsamen, aber längst ist der Kipppunkt erreicht, über den hinaus der Fortschritt bei den erneuerbaren Energien - also bei Wind und Solar  - unaufhaltsam voranschreitet. Zumal Amerika auch gute Voraussetzungen für geothermische Energiegewinnung hat, was Helfen wird, dann stetig zur Verfügung herzustellen. Und natürlich auch die Alpenrepublik, die pro Kopf gerechnet weltweit zu den zehn intensivsten Anwendernationen zählt.

Es besteht begründete Zuversicht, dass diese steile Entwicklung nicht einbricht, einem Trump und auch europäisch konservativen Regierung zum Trotz, denn da sind ein paar weitere ganz heisse Entwicklungen im Ofen: der technische Fortschritt, der die Wirkungsgrade verschiebt, wurde bereits erwähnt. Aber es gibt vor allem neue Anwendungsmöglichkeiten - so in der Landwirtschaft, wo etwa in Deutschland Zuversicht besteht, dass landwirtschaftliche Solaranlagen in Doppelnutzung mit Pflanzenbau (Agri-PV) ganz Deutschland mit Solarstrom versorgen könnten. Und dann sind da die Batterien. Die lösen nämlich für den einzelnen kleinen Anwender das Problem, dass Solarstrom nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird, sei es bei Dunkelphasen in der Nacht oder wenn die Sonne nicht scheint. Batterien sind unterdessen so günstig, dass es für jeden kleineren Anwender kein Problem ist, mit einer Batterie Solarstrom für Stunden, über die Nacht oder auch über Tage hinweg zu speichern. Schliesslich kommt die Elektromobilität zum Zuge, die wirklich als GameChanger gelten kann (bidirektionales laden). Denn es ist unabsehbar, was geschieht, wenn eine Mehrzahl der Fahrzeuge mit Batterien ausgestattet ist und diese eben auch zur Speicherung von Solarstrom dienen können. Und gemach - auch für die Langzeitspeicherung von Solarstrom zeichnen sich Lösungen ab.

Es ist schon fast aus der Zeit gefallen und grenzt an Realitätsverweigerung, wenn in dieser Zeit der solaren Rekorde allenthalben nun eine ETH-Professorin kostengünstige neue Atomkraftwerke als Variante gegenüber der Windkraft preist (wie in der Sonntagszeitung von heute). Von dieser Windkraft aber ist für die Schweizer Energiewende kaum die Rede - siehe oben.
 
C: Solarmedia / Guntram Rehsche 

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