Mittwoch, 31. Mai 2017

Diese Woche weltgrösste Messe

Die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner, die Intersolar Europe, steht ganz im Zeichen der neuen Energiewelt. Besonderes Highlight in diesem Jahr: die Sonderschau Smart Renewable Energy. Weitere Schwerpunkte reichen von neuen Finanz- und Geschäftsmodellen in der Photovoltaik (PV) über PV-Großkraftwerke bis hin zu Betrieb und Wartung von PV-Anlagen. Noch bis zum 2. Juni treffen sich Hersteller, Zulieferer, Großhändler, Dienstleister und Partner der Solarwirtschaft in München. Auch in diesem Jahr findet parallel die ees Europe, Europas größte und besucherstärkste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersystemen, statt.

Der weltweite Markt für  Photovoltaik (PV boomt: Laut dem neuesten „Global Solar Demand Monitor“ von GTM Research gehen Analysten in diesem Jahr von einer PV-Nachfrage von 85,4 Gigawatt aus. Damit hätte sich der PV-Weltmarkt von 2014 verdoppelt. Durch diese Entwicklung gewinnt auch die Intersolar Europe weiter an Attraktivität für Hersteller, Zulieferer, Großhändler und Dienstleister der Branche: 2017 präsentiert sich die Leitmesse mit einer Halle mehr als im Vorjahr und war bereits im November, ein halbes Jahr vor der Eröffnung, zu 80 Prozent gebucht. 

Fokusthema: Smart Renewable Energy  Der Wandel der Energiewirtschaft zu einer digitalisierten Energiewelt sowie die Vernetzung der Bereiche Elektrizität, Wärme und Mobilität, die sogenannte Sektorkopplung, sind herausragende Themen für den Erfolg der Energiewende – und daher auch bei der Intersolar Europe ganz oben auf der Agenda. Von den Herausforderungen zur effizienten, sicheren und kostengünstigen Integration erneuerbarer Energien bis hin zu neuen Geschäftsmodellen, die sich durch die Energiewirtschaft der Zukunft ergeben, erfahren die Messebesucher alles Wissenswerte aus diesen Bereichen. Besonders hervorgehoben wird die neue Energiewelt auf dem Smart Renewable Energy Forum in Halle B2, Stand B2.131. An allen drei Messetagen stellen Hersteller sowie Experten aus Industrie, Wirtschaft und Forschung hier ihre neuesten Lösungsansätze vor. So steht der Mittwoch ganz im Zeichen der Digitalisierung und Sektorkopplung. Themen rund um die lokale Energieversorgung und den Eigenverbrauch beschließen das Forum am Freitag. Darüber hinaus präsentiert das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen mit den Projektpartnern der Helmholtz-Gemeinschaft auf der Sonderschau Smart Renewable Energy in Halle B2, Stand B2.140, neue Ansätze zur Integration unterschiedlicher Technologien in das Energiesystem in einem „Reallabor“ – dem Energy Lab 2.0. 

Intersolar AWARD Gleich am ersten Messetag wird der Intersolar AWARD verliehen – 2017 zum zehnten Mal. Die hochkarätige Jury zeichnet hierbei zukunftsträchtige und nachhaltige solare Produkte und Projekte in den Kategorien „Photovoltaik“ und „Herausragende Solare Projekte“ aus. Erstmals waren zudem Projekte aus dem Themenfeld „Smart Renewable Energy“ teilnahmeberechtigt. Die Gewinner stehen fest und werden am 31. Mai ab 17:00 Uhr auf dem Innovations- & Anwenderforum (Halle A4, Stand A4.530) bekannt gegeben. 

Intersolar Europe Conference  Die Intersolar Europe Conference ist bereits in vollem Gange. Seit dem 30. Mai vertiefen Experten im Internationalen Congress Center München die Themen der Messe und diskutieren die neuesten Trends und Entwicklungen der internationalen Märkte. Ein Topthema in diesem Jahr sind Photovoltaik-Großkraftwerke, die derzeit den internationalen Zubau vorantreiben. Außerdem stehen Finanzierung und Anlagenrentabilität großer Anlagen im Fokus. Und auch auf der Konferenz wird ein Großteil der Themen unter dem Aspekt der Digitalisierung diskutiert.   

ees Europe Zum vierten Mal in Folge findet parallel zur Intersolar Europe die ees Europe statt, die größte und besucherstärkste Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme in Europa. Die Messe verbindet als Branchenplattform Hersteller, Händler, Anwender und Zulieferer von stationären und mobilen Speicherlösungen. Der Erfolg der ees Europe ist ungebrochen: erst 2014 mit 48 Ausstellern gestartet, stellen 2017 rund 251 Unternehmen aus der ganzen Welt auf 17.500 Quadratmetern aus. Zusammen mit der Intersolar Europe werden über 430 der rund 1.100 Aussteller Energiespeichertechnik präsentieren. In diesem Jahr stehen die Themen Eigenverbrauch in Eigenheim und Gewerbe, Großspeicher und Netzintegration, Batteriesicherheit und weltweite Speichermärkte sowie Elektromobilität im Zentrum der Veranstaltung. 

Weitere Informationen zur Intersolar unter www.intersolar.de

Die Intersolar Europe 2017 findet vom 31. Mai bis 2. Juni auf der Messe München statt.
  Weitere Informationen über die Intersolar Europe finden Sie unter: www.intersolar.de

Montag, 29. Mai 2017

Preise für Speicher halbiert

Solarstrom speichern immer attraktiver / Preis für größere Speicher in vier Jahren über 50 Prozent gesunken, kleinere Speicher rund 40 Prozent günstiger / Alle Speichertrends ab Mittwoch (31.5.17) auf der Messe ees Europe in München.

Die Preise für Solarstromspeicher sind erneut deutlich gesunken. Das geht aus dem neuesten vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) gemeinsam mit der Intersolar Europe veröffentlichten Speicherpreismonitor hervor. Demnach kosten kleine Speicher mit Nennkapazität bis 10 Kilowattstunden 40 Prozent weniger als vor vier Jahren. Größere Speicher mit Nennkapazität bis 30 Kilowattstunden sind sogar um mehr als 50 Prozent günstiger geworden. 

„Solarstromspeicher machen unabhängiger und ermöglichen es, günstigen Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage auch nach Sonnenuntergang zu nutzen“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar. „Mit den erneut gesunkenen Preisen wird die Solarstromspeicherung auch wirtschaftlich immer attraktiver. Entsprechend wird die Nachfrage nach Solarstromspeichern weiter steigen. Schon heute wird rund jede zweite Solarstromanlage im Eigenheimbereich zusammen mit einem Speicher installiert.“ 

Nach Angaben des BSW-Solar, der auch die Interessen führender Speicheranbieter vertritt, sind in Deutschland inzwischen rund 60.000 Solarstromspeicher in Betrieb. Allein im letzten Jahr kamen 20.000 Speicher hinzu. Die im BSW-Solar organisierten Speicheranbieter rechnen mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage. Innerhalb der nächsten zwei Jahre dürfte sich die Zahl der installierten Stromspeicher gegenüber 2016 auf 100.000 verdoppeln, so ihre Prognose. 

Die neuesten Trends und Technologien rund um das Thema Stromspeicher werden ab Mittwoch (31.5.17) auf der ees Europe, Europas größter und besucherstärkster Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme, zu sehen sein. Die ees Europe findet zeitgleich mit der Intersolar Europe in München statt. Der Messeauftritt des Bundesverbandes Solarwirtschaft wird von einer Vielzahl von zumeist kostenlosen Veranstaltungen begleitet. Mehr dazu unter www.solarwirtschaft.de/intersolar.html und www.intersolar.de. Alle wichtigen Verbraucher-Informationen und einen kurzen Infofilm zu Speichern gibt es auf www.die-sonne-speichern.de. Der Internet-Ratgeber www.pvap.de zeigt Verbrauchern, worauf bei der Installation von Speichern qualitativ zu achten ist. 

Hintergrund: Batteriespeicher sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende, weil sie mit ihrer Pufferfunktion das Stromnetz stabilisieren: Bei großem Stromangebot können sie Elektrizität aufnehmen, bei großer Stromnachfrage wieder abgeben. Bereits die heute installierten Speichersysteme können so viel Strom puffern, wie für 410.000 Ladungen 60-Grad-Wäsche benötigt wird. Solarstromspeicher erhöhen die Aufnahmefähigkeit der lokalen Stromnetze, sodass mehr Photovoltaikanlagen an das bestehende Netz angeschlossen werden können. Der intelligente Einsatz von Photovoltaik-Heimspeichern kann den Anteil von Erneuerbaren Energien im Haushalt erhöhen und Kosten für den lokalen Netzausbau reduzieren. Das bestätigte auch die Deutsche Energie-Agentur jüngst mit einer eigenen Studie. 


Freitag, 26. Mai 2017

Solarstrom zum Tiefstpreis

Hohe Realisierungsquote bei sehr niedrigen Preisen: Solarpark-Auktionen erweisen sich in Deutschland als erfolgreich. Vor dem Hintergrund erzielter Erzeugungskosten von sechs bis sieben Eurocent je Kilowattstunde fordert die Branche von der Bundesregierung die Beseitigung bestehender Ausbaudeckel.

Bild: First Solar
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) zog zu Monatsbeginn eine positive Zwischenbilanz zu den vor zwei Jahren eingeführten Förderauktionen für große Photovoltaikanlagen. Dazu erklärt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten Körnig: „Die bisherigen Auktionsergebnisse sind ein Beleg für die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit der Photovoltaik und für ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir freuen uns, dass die Auktionen von der Branche angenommen werden. Die Teilnahme- und Realisierungsquoten belegen dies. Mit 6,6 Cent je Kilowattstunde hat im Kraftwerksmaßstab erzeugter Solarstrom inzwischen in Deutschland die Erzeugungskosten von Strom aus neu errichteten fossil befeuerten Kraftwerken unterschritten. Es gibt keinen Grund mehr, die Photovoltaik weiter zu deckeln. Das jährliche Auktionsvolumen sollte zeitnah in einem ersten Schritt verdreifacht werden. Diese Maßnahme ist erforderlich, um die Klimaschutzziele doch noch zu erreichen und den wachsenden Ökostrombedarf – nicht zuletzt für die Elektromobilität – effizient und verbrauchsnah zu decken. Eine weitere Kostensenkung von Solarstrom ist möglich, wenn gleichzeitig die Größen- und Standortbeschränkungen für neue Solarparks gelockert werden.“ 

Nicht zielführend sei es nach BSW-Einschätzung, Solar- und Windkraft künftig gegeneinander in den Wettbewerb zu stellen, wie es von der Europäischen Union ab 2018 in einer ersten Pilotausschreibung gefordert wird. Für eine erfolgreiche und kosteneffiziente Energiewende brauche es zwei tragende Säulen: Windkraft und Solarenergie. Wissenschaftler empfehlen ein Verhältnis von 1:1 bei der installierten Leistung der beiden Technologien. Nach übereinstimmender Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft und des Bundesverbandes Windenergie wird es nicht gelingen, im Rahmen einer gemeinsamen Ausschreibung – mit verträglichem Komplexitätsgrad – faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, die einen ausgewogenen Mix Erneuerbarer Energien sicherstellen. Sinnvoller wäre es, ergänzend zu technologiespezifische Ausschreibungen die Kombination verschiedener EE-Technologien auf geeignete Weise anzureizen. 

Um die hohe Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung zu sichern, sei es nach BSW-Einschätzung schließlich wichtig, die Beteiligung von Bürgern und Energiegenossenschaften auch an größeren Photovoltaikprojekten wieder zu ermöglichen. Im Rahmen des aktuellen Ausschreibungsdesigns hätten diese gegenüber professionellen Investoren mit entsprechenden Portfolio-Vorteilen kaum eine Chance, Projekte zu gewinnen. 


Donnerstag, 25. Mai 2017

Weltweit 10 Mio. Beschäftigte

Mehr als 3,1 Millionen Menschen sind weltweit in der Solarindustrie beschäftigt, dreimal so viel in Erneuerbaren Energien total. Nach Angaben von IRENA schaffen die Erneuerbaren mehr Arbeitsplätze, als durch die Energiewende verloren gehen.

Mehr als 9,8 Millionen Menschen waren laut einer Studie der International Renewable Energy Agency (IRENA) im vergangenen Jahr im Bereich erneuerbare Energien insgesamt beschäftigt. In der Photovoltaik-Branche stieg die Anzahl der Angestellten um zwölf Prozent auf 3,1 Millionen, wie aus dem aktuellen Jahresbericht „Renewable Energy and Jobs – Annual Review 2017“ der internationalen Organisation hervorgeht.

Seit 2012 hätten vor allem sinkende Kosten und staatliche Förderprogramme für steigende Investitionen und Beschäftigungszahlen in dem Bereich erneuerbare Energien gesorgt. In dem Jahr hatte IRENA zum ersten Mal ihren Bericht vorgelegt aus dem hervorging, dass knapp sieben Millionen Menschen in dem Sektor beschäftigt waren. „In den vergangenen vier Jahren hat sich zum Beispiel die Zahl der Arbeitsplätze im Solar- und Windbereich mehr als verdoppelt“ sagte IRENA-Generaldirektor Adnan Amin.

62 Prozent aller Jobs im Bereich erneuerbare Energien seien in Asien zu finden. Die meisten Arbeitsplätze gibt es nach Angaben von IRENA mit 3,61 Millionen in China, gefolgt von den USA, Indien, Japan und Deutschland. Aber auch in Afrika habe die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien große Fortschritte gemacht. Die Staaten Nordafrikas und Südafrika würden dabei drei Viertel der 62.000 erneuerbaren Arbeitsplätze auf dem Kontinent stellen. Insbesondere kleine Offgrid-Lösungen ermöglichen abgelegenen Gegenden Zugang zu Energie, was wiederum neue Arbeitsplätze schafft, so Amin.

Der größte Arbeitgeber in der Solarbranche sei weiterhin China, wobei sich Malaysia und Thailand zum globalen Zentrum für die Photovoltaik-Herstellung entwickelt hätten. Der Studie zufolge erlebte aber vor allem die US-Solarindustrie in den vergangenen zwölf Monaten einen regelrechten Boom und wuchs 17-mal schneller als die Gesamtwirtschaft. Dies entspreche einem Anstieg von 24,5 Prozent auf über 260.000 Arbeitsplätze.

Neben der Photovoltaik hätten sich auch die Beschäftigungszahlen in den anderen Branchen der erneuerbaren Energien erhöht. So verbuche die Windkraft einen Zuwachs von sieben Prozent und stieg auf 1,2 Millionen Arbeitsplätze. In der Bioenergie stellen weiterhin Biokraftstoffe mit 1,7 Millionen die meisten Arbeitsplätze, gefolgt von Biomasse (0,7 Millionen) und Biogas (0,3 Millionen), so die IRENA-Studie. In der Hydroenergie seien zudem weitere 1,5 Millionen Menschen beschäftigt. Erstmals seien dabei große Wasserkraftwerke in der Statistik berücksichtigt worden.

„Erneuerbare Energien unterstützen direkt breitere sozioökonomische Ziele, wobei die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen zunehmend als zentraler Bestandteil der globalen Energiewende anerkannt wird. Bei einem gleich bleibenden Wachstum erwarten wir, dass bis 2030 etwa 24 Millionen im Bereich erneuerbaren Energien beschäftigt sind“ erklärt Anim. „Photovoltaik, Wind, Wasser und Biomasse schaffen so mehr Arbeitsplätze, als durch die Energiewende verloren gehen und werden sich in naher Zukunft zu einem Motor der Weltwirtschaft entwickelt haben.“

Der Renewable Energy and Jobs – Annual Review 2017 wurde auf der 13. IRENA-Ratssitzung am Mittwoch vorgestellt - Download hier


Dienstag, 23. Mai 2017

Eigenverbrauch: Perspektiven

Mit dem im Januar 2018 in Kraft tretenden neuen Energiegesetz können sich Stromkonsumenten zum Solarstrom-Eigenverbrauch zusammenschliessen und beispielsweise als Stockwerkeigentümer- oder Mieter-Gemeinschaft gegenüber dem Verteilnetzbetreiber als ein Endkunde auftreten. Zur Organisation und Abrechnung gibt es verschiedene Varianten (siehe www.vese.ch/evg ). 

Der Verband unabhängiger Energieerzeuger (VESE) bietet Unterstützung an zur Information von potentiellen Eigenverbrauchsgemeinschaften, um eine wirtschaftliche Solarstromversorgung aufzugleisen. VESE-Mitglieder, unter anderem diverse lokale Solargenossenschaften, finanzieren Solarstromanlagen und pflegen den Erfahrungsaustausch. Anstelle der kostendeckenden Einspeisevergütung treten einmalige Investitionsbeiträge, die nur in Kombination mit einem hohen Eigenverbrauch und einem angemessenen Rückliefertarif vom lokalen Elektrizitätswerk ( www.vese.ch/pvtarif ) einen wirtschaftlichen Betrieb erlauben. 

Seit 2014 darf Solarstrom zur Reduktion der Strombezugsrechnung direkt vor Ort konsumiert werden. Davon machen bereits gut 20'000 Schweizer Einfamilienhaus-Besitzer Gebrauch. Eigenverbrauch ist jedoch je nach Stromtarif-Konditionen meist erst wirtschaftlich, wenn über 30% des Solarstroms zeitgleich konsumiert wird. Ein Einfamilienhaus, das mit 5000 kWh etwas mehr Strom produziert als es über das Jahr benötigt, verbraucht oft weniger als 20% zeitgleich. Bei Mehrfamilienhäusern ist die Ausgangslage attraktiver: Wenn unter einem 20'000 kWh produzierenden Dach acht Haushalte zuhause sind, sind mit 40% Eigenverbrauch wirtschaftlich-grosse PV-Anlagen machbar. 

Erste Praxisbeispiele zeigen, dass Solarstrom vom eigenen Dach günstiger sein kann als der Strombezug vom Netz. Voraussetzung für einen Informationstermin ist eine absehbare Bereitschaft der involvierten Parteien, der Solarstromnutzung zuzustimmen, wenn diese ohne signifikante Mehrkosten möglich ist. Interessierte Eigentümer, Mieter oder Wohnbaugenossenschaften sind eingeladen, sich an heini.luethi@vese.ch zu wenden. Gerne können auch Institutionen wie Schul- und Altersheime oder Gasthäuser von dem Beratungs-Angebot der Sonnenenergie-Vereinigung gebrauch machen, auch hier ist Solarstrom-Eigenverbrauch eine attraktive Perspektive. 

Quelle: www.vese.ch

Montag, 22. Mai 2017

Danach: Der Blick in die Medien

«Solar contra Atom – das ist die entscheidende Frage!» stellte Solarmedia vor Wochenfrist in einem viel beachteten Blogtext fest. Nun wissen wir es: Die Zukunft ist solar – eine deutliche Mehrheit der Stimmenden hat so entschieden. Doch wie reagieren die  Printmedien, die längst nicht so eindeutig hinter der Energievorlage standen. 

Der «Blick» hielt der Energiewende schon vor der
Abstimmung die Stange - und feiert nun eine der
grossen SiegerInnen - ganz gross.
Den Vogel abgeschossen hat in der Diskussion zur Abstimmung wohl die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Sie schwenkte von einer distanziert wohlwollenden Einschätzung der Energiestrategie auf völliges Kontra – was im bemerkenswerten Meinungsbeitrag des früheren Chefs des NZZ-Wirtschaftsressorts Gerhard Schwarz gipfelte: Er geisselte die Vorlage als ein «planwirtschaftliches Monster». Und bewies damit eigentlich nur, dass er weder von Ordnungspolitik noch der aktuellen politischen Diskussion eine Ahnung hat. Wie nun kommentiert die Alte Dame (zu der sich die Zeitung unter der neuen Chefredaktion rückentwickelt hat) den Abstimmungsausgang? 

Unter dem Titel «Die Energie-Lobbyisten haben gewonnen», schreibt die NZZ nach der Abstimmung: «Das deutlich angenommene Energiegesetz macht das Energiesystem der Schweiz teurer, weniger versorgungssicher und auch nicht umweltfreundlicher. Die Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet.» Und mit dem Sieg der Vorlage habe man eigentlich rechnen müssen, weil « die Schweizer Stimmbürger und Stimmbürgerinnen den raffinierten Schalmeienklängen der breit abgestützten Phalanx der Profiteure erlagen». Man kann aber auch das positiv sehen (wie das Solarmedia in diesem Falle tut) – denn für einmal haben die sonst finanziell und oft auch knowhow-mässig unterlegenen Organisationen der Zivilgesellschaft ganze Arbeit geleistet. Das lässt weiteren Abstimmungskämpfen eigentlich frohgemut entgegenblicken. 

Quasi das Gegenstück zum NZZ-Fundamentalismus bildete – man höre und staune – die Boulevard-Zeitung Blick. Sie informierte vorgängig flächendeckend und durchaus ausgewogen und brachte unter anderem ein bemerkenswertes Streitgespräch zwischen dem Energieexperten Anton Gunzinger und dem sonnigen Ex-SVP-Präsidenten Toni Brunner. Sonnig vor allem auch deshalb, weil auch der Blick noch kurz vor der Abstimmung bekannt machte, dass Brunner zwar mit teils abstrusen Argumenten gegen die Energiestrategie votierte, zuhause gleichzeitig aber und mit einem Bundeszuschuss von (mindestens) 5000 Franken eine Solaranlage auf das Dach seiner Beiz montieren lässt. Heute im Blick strahlt nun jemand anderes sonnig – die Energieministerin Doris Leuthard. «Geliebt, geachtet und gefürchtet» titelt das Blatt zum grössten Erfolg ihrer eh schon bemerkenswerten Politkarriere – und ihres eindrücklichen Wandels von der Atombefürworterin zur Wegbereiterin von Energiewende und Ausstieg aus der Atomenergie. 

In die Zukunft blickt bereits der Tages-Anzeiger, und das ist ja nach allem Gesagten auch wohltuend: «Nach dem Ja zum Energiegesetz fordern Mitte-links-Politiker schärfere AKW-Abschaltregeln. Die Bürgerlichen wollen dagegen mit einem Kniff die Atomkraft retten.» Die Auseinandersetzungen gehen also unvermindert weiter – aber die Energiestrategie hat einen wichtigen Schritt getan.

© Text und Bild:   Solarmedia