Donnerstag, 25. März 2021

Video-Star zu Klima

Der Klimawandel ist ein ernstes Problem. Aber was heißt das für uns? Wie schnell und wie radikal müssen wir handeln? Was kann der Einzelne beitragen? Was nicht? Und welche technischen Innovationen gibt es, die dabei helfen könnten, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und andere Bereiche unseres Lebens künftig möglichst klimaneutral zu gestalten? Mai Thi Nguyen Kim (@maiLab​) und Caroline Wiemann begeben sich auf die Suche nach den aktuell besten Lösungen für unser Klimaproblem. 

Quelle: Buff.ly

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Mittwoch, 24. März 2021

Nicht nur neue Website

EnergieSchweiz, das Programm des Bundesamts für Energie für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, startet in eine neue Dekade. Zu diesem Anlass gibt es eine neue Programmstrategie, eine neue, benutzerfreundliche Website und ein frisches Erscheinungsbild.

www.energieschweiz.ch ist die wichtigste Publikationsplattform von EnergieSchweiz. Sie enthält Informationen und Beratungsangebote für Privatpersonen, Unternehmen und die öffentliche Hand auf ihrem Weg zu einem effizienten und nachhaltigen Umgang mit Energie. Die neue Website führt die Nutzerinnen und Nutzer intuitiv durch die verschiedenen Themen. Dank der neuen Technologie «Headless CMS» können andere Systeme einfach angebunden werden und die Inhalte flexibel gestaltet werden.

Das neue Erscheinungsbild ist reduziert, einheitlich und
Vergrössern mit Klick auf Bild!
stringent. Es transportiert die EnergieSchweiz-Markenwerte Neutralität, Vertrauen, Professionalität und Relevanz. Die visuelle Umsetzung orientiert sich an den «Leitprinzipien» persönlich, innovativ, dynamisch und nachhaltig.

Mit der Programmstrategie für die neue Dekade 2021–2030 kann das Programm EnergieSchweiz flexibler geführt werden und sich so besser an die höhere Dynamik im Energiemarkt anpassen. Die Inhalte werden fokussiert und die bisherigen Schwerpunkte durch drei prioritäre Handlungsfelder ersetzt:

  • Gebäudeeffizienz und erneuerbare Energien für private Haushalte
    (vgl. Kapitel 3 in der Programmstrategie)
  • Mobilität von privaten Haushalten und Unternehmen
    (vgl. Kapitel 4 in der Programmstrategie)
  • Anlagen und Prozesse in Industrie und Dienstleistungen
    (vgl. Kapitel 5 in der Programmstrategie)

Diese drei Bereiche sind verantwortlich für 74 Prozent des Endenergieverbrauchs der Schweiz. Für Massnahmen in diesen drei Handlungsfeldern sollen mindestens drei Viertel des Gesamtbudgets von EnergieSchweiz eingesetzt werden. Im Jahr 2021 liegt das Gesamtbudget bei 43.5 Millionen Franken.

Neben den prioritären Handlungsfeldern gibt es weitere Handlungsfelder und Querschnittsthemen. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Netze und Speicher, Aus- und Weiterbildung, Städte und Gemeinden, Kommunikation, Zusammenarbeit mit dem Klimaprogramm des BAFU und die Digitalisierung. 

Quelle: admin.ch

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Dienstag, 23. März 2021

Ein Drittel der Haushalte entscheiden sich für EE

Die jüngste Marktumfrage, die der Verein für umweltgerechte Energie VUE im Auftrag des Bundesamts für Energie BFE durchgeführt hat, zeigt: Mehr als ein Drittel aller Schweizer Haushalte bestellt bewusst Strom aus erneuerbaren Quellen.

Bild aus dem Toggenburg: Nicht nur
eigene Solaranlage, auch
Versorgungsunternehmen liefert
Solarstrom! By Guntram Rehsche

57.2 Terawattstunden (TWh) Strom wurden in der Schweiz 2019 verbraucht. Davon stammten drei Viertel, oder 42.7 TWh aus erneuerbaren Quellen. Rund 1.8 Millionen Haushalte, das sind mehr als ein Drittel aller Schweizer Haushalte, haben sich im Jahr 2019 bewusst für erneuerbaren Strom entschieden. Dazu kommen rund 80’000 Unternehmen und öffentliche Institutionen, die aktiv Stromprodukte aus erneuerbaren Energien (EE) bestellen. Insgesamt wurden 2019 auf diese Weise 16.741 TWh erneuerbarer Strom bewusst bestellt.

Kleinere Stromkunden mit einem Verbrauch von weniger als 100’000 Kilowattstunden pro Jahr, sind im heute nur teilgeöffneten Strommarkt an ihren Energieversorger gebunden. Immer mehr Energieversorger bieten ihren gebundenen Kunden in der Grundversorgung ein Standard-Stromprodukt (Default) aus 100% erneuerbaren Energien an.

Diese Green-Default-Angebote werden in der Marktumfrage des VUE aber nur dann erfasst, wenn die gebundenen Kundinnen und Kunden keine Opting-out Möglichkeit haben, also nicht auf ein (teilweise) nicht erneuerbares Produkt wechseln können. 2019 hatten 27 Energieversorger Green-Default-Produkte ohne Opting-out-Möglichkeit im Angebot. Die gelieferte Strommenge dieser Green-Default-Produkte ohne Opting-out lag 2019 bei 7.591 TWh.

Viele der oben erwähnten 1.8 Millionen Haushalte entscheiden sich statt für das Green-Default-Produkt für ein anders zusammengestelltes erneuerbares Stromprodukt. Meist, zu 66%, sind das Mixprodukte aus unterschiedlichen erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Sonne, Wind, Biomasse). 32% waren reine Wasserkraftprodukt und rund 2% reine Solar-, Wind- oder Biomasse-Produkte, wobei hier der Solarstrom den grössten Anteil hat.

Der Anteil der KundInnen, die ein 100% erneuerbares Standard-Stromprodukt erhalten und damit zufrieden sind, hat in den vergangenen Jahren laufend zugenommen. Diese Zunahme war möglich, weil immer mehr Energieversorger einen solchen Green-Default anbieten. Abgenommen hat hingegen die Zahl der KundInnen, die ein anderes gründes Strom-Produkt bestellen. Dies zeigt, dass sich viele KundInnen zwar ein erneuerbares Produkt wünschen, dessen Qualität aber eine kleinere Rolle spielt und sie sich auch nicht darum kümmern möchten.

Somit liegt die Qualität der Schweizer Liefermixes zu einem grossen Teil in der Hand der Energieversorger selbst. Denn sie stellen die Green-Default-Angebote der gebundenen KundInnen zusammen . Bei den Haushalten zeigt sich dies sehr deutlich:  2019 wurden knapp 85%des Stromverbrauchs der Schweizer Haushalte mit erneuerbaren Strom-Produkten gedeckt (mit oder ohne Wahlmöglichkeit). Potenzial gibt es aber noch bei den Betrieben. Diese beziehen erst  etwas über 20% des Stroms in Form von erneuerbaren Produkten.

Die Marktumfrage erfasst neben den Stromprodukten auch den Absatz von Biogasprodukten und Erdgasprodukten mit Biogasanteil im Jahr 2019. Der Schlussbericht «Der Markt für erneuerbare Energieprodukte 2019» ist auf der Webseite des VUE verfügbar.

Quelle: energeiaplus.com Brigitte Mader, Kommunikation, Bundesamt für Energie

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Sonntag, 21. März 2021

100% Solar Wind Batterie - die Vision des Tony Seba

 

Der Amerikaner Tony Seba ist einer der Vordenker des Gedankens der 100%-Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Schon vor zehn Jahren prophezeite er den Siegeszug des E-Autos. Für 2030 sieht er nun den Siegeszug der Erneurbaren mit Sonne und Wind inkl. der immer billigeren Batterien als Speicher für den unregelmässig anfallenden Strom voraus. Ein solches Energiesystem sei dann 70% billiger als alle anderen. «Solar Wind und Batterien» ist der neue Slogan! Wobei das Speichern für ein bis vier Tage problemlos möglich, Solarstrom aber im Überfluss zu produzieren ist. Video in Englisch!


This presentation forms part of the Joint Declaration recently published by the Global 100% RE Strategy Group. Sign the declaration here: https://global100restrategygroup.org

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Mittwoch, 17. März 2021

Es gibt keine Renaissance

Seit Jahren geistert in den Medien die Renaissance der Atomkraft herum, mit neuen modularen kleinen Atomreaktoren (SMR). Insbesondere das medial hochgepushte Buch von Bill Gates zur Bekämpfung des Klimawandels stellt die Atomenergie als Lösung für das Klimaproblem in den Mittelpunkt und darin neue kleine modulare Kernreaktoren - von Hans-Josef Fell.


Offensichtlich ist es der Versuch von Bill Gates, seine massiven Fehlinvestitionen in seine Atomfirma Terra Power noch irgendwie zu retten. Gates behauptet wie viele andere Atombefürworter, dass neue Reaktorkonzepte, kostengünstig Strom erzeugen könnten, schnell zu bauen seien und gleichzeitig die Sicherheits- und Atommüllprobleme lösen würden. Doch wissenschaftlich belastbare Belege konnte bisher niemand aus der Atomszene für solche Behauptungen vorlegen, geschweige denn ein realisiertes kommerzielles Projekt dazu. Außer vielen Konzepten auf dem Papier gibt es dazu nichts Greifbares. Die einzigen, bisher verwirklichten kleinen Reaktoren sind allerhöchsten Forschungs- oder Demonstrationsprojekte und erzeugen – wenn überhaupt – sehr teuer Strom. Das vielgepriesene Atomschiff KLT-40s in Russland (siehe Bild) erzeugt Strom zu Preisen jenseits von Gut und Böse titelte der MDR im letzten September.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, gibt es erstmals zwei umfassende wissenschaftliche Untersuchungen zu den in der Atomkraftunterstützerszene stetigen Behauptungen zu neuen Reaktorkonzepten.

„In absehbarer Zeit können möglicherweise zur Verfügung stehende Atom-Technologien weder die Altlasten der Atomenergie-Nutzung beseitigen noch die jetzt anstehenden Zukunftsfragen des Klimawandels beantworten“. Das ist das zentrale Fazit von Wolfram König, Präsident des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) zu einem Einsatz von Transmutation als Atommüllentsorgung in neuen Reaktorkonzepten.

Wolfram König weiter zu SMRs: „Wir müssen konstatieren: Keine der diskutierten Technologien ist derzeit am Markt verfügbar. Es ist auch nicht absehbar, ob sie es künftig sein werden. Gleichzeitig werden sie verbunden mit Versprechen, die oftmals stark denen ähneln, die bereits mit der ersten Generation von Reaktoren in den 1950ern und 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gemacht worden waren.“

Die vielen Behauptungen der Atomkraftlobby und auch von Bill Gates, wonach es in absehbarer Zeit mit neuen Reaktorkonzepten wirtschaftliche Lösungen zu den Fragen Atommüllentsorgung und schnellem Ausbau kleiner modularer Reaktoren gäbe, entpuppen sich also bei einem genauen wissenschaftlich fundiertem Blick als das, was die Atomlobby schon immer gut konnte: Propaganda für die eigene Atomsache ohne substanzielle Basis.

Dass die Atomlobby auf solche Luftschlösser setzt ist klar. Die wesentlich billigere Konkurrenz der Erneuerbaren Energien sitzt ihr im Nacken und sie muss fürchten, dass sie im kommenden Jahrzehnt völlig in der energiepolitischen Bedeutungslosigkeit versinken wird. Alleine in den USA werden in diesem Jahr 5 Atomblöcke abgeschaltet, weil die Konkurrenz der Erneuerbaren Energien billiger und verlässlicher Strom erzeugen.

Seit über 20 Jahren wird von der Atomlobby aber immer wieder eine Renaissance der Atomenergie herbeigeredet. Dass es diese auch heute nicht gibt, hat erst der jüngste Nuclear Statusbericht von Micheal Schneider klar aufgezeigt. Seit vielen Jahren werden in der Welt mehr Atomreaktoren abgeschaltet als neue zugebaut. So deckte die Atomkraft 2019 nur noch rund 10 Prozent des globalen Strombedarfs. 1996 war der Anteil am höchsten und lag bei 17,5 Prozent.

Die Atomenergie kann also keinen Beitrag zum Klimaschutz liefern, dagegen sind die Probleme der Atomkraft weiterhin nicht beherrschbar.

  • So gibt es weltweit kein funktionierendes Endlager, obwohl seit über 70 Jahren an Endlagern geforscht und entwickelt wird. Die Probleme sind einfach zu groß.
  • Der Uranbergbau schafft immer größere Umweltprobleme, wie radioaktiv verseuchte Giftmüllseen oder einen immensen Wasserverbrauch sowie massive Menschenrechtsverletzungen.
  • Die nukleare Aufrüstung nimmt massiv zu, die Atomreaktoren liefern das Waffenmaterial dafür.
  • Die Gefahren eines SuperGAUs wie in Tschernobyl oder Fukushima schweben weiter über allen Atomreaktoren, insbesondere weil sie nicht ausreichend gegen Terrorangriffe geschützt sind.

Dass die Argumente der Atomenergie-Befürworter*innen trotz alle offensichtlichen und höchst bedrohlichen Probleme auch in der deutschen Politik weiterhin gehört werden, zeigen auch die Worte vom amtierenden CDU-Parteichef Armin Laschet vom Dezember 2019: “Wenn das CO₂ und das Weltklima das größte Problem sind, um das wir uns kümmern müssen, war die Reihenfolge zumindest falsch.” Die Ansicht, dass der Atomausstieg dem Klimaschutz zuwiderläuft ist leider auch heute noch weit verbreitet. Dabei gibt es für die Zukunft unserer Energieversorgung keine kosteneffiziente und umweltverträgliche Alternative zu den Erneuerbaren.

Es bleibt nur der Weg des schnellen disruptiven Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der wird leichter, wenn Medien und öffentliche Debatte endlich aufhören die Propaganda-Argumente der Atomwirtschaft aufzugreifen und statt dessen mit den wissenschaftlich klar belegten Analysen die Bevölkerung aufklären: Die Atomenergie hat keine Zukunft, ist kein Beitrag zum Klimaschutz und muss endlich umfassend abgeschafft werden, damit die durch sie verursachten Probleme wenigstens nicht immer noch größer werden.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hatte die beiden Untersuchungen in Auftrag gegeben:

Quelle: Hans-Josef Fell 2021 | Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG

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