Mittwoch, 10. März 2021

Zwitscher doch mal !


Solarmedia twittert (zwitschert) auch. Schon mehr als 6000 Tweets auf der Plattform Twitter, dies als ein Hinweis in eigener Sache. Derzeit viele Info rund um das zehnjährige Jubiläum zum AKW-Super-GAU im japanischen Fukushima.

Twitter lohnt schon nur wegen Solarmedia - unter www.twitter.com/rehsche immer direkter Zugriff möglich - oder hier auf der Solarmedia-Site in der linken Spalte mit dem Twitter-Botton (auch erreichbar mit der Twitter-App - siehe Screenshot oben). Und so geht es:

-  Um nur einen Einblick zu erhalten oder auch die jeweils tagesaktuellen  Tweets von Solarmedia einzusehen, einfach den Twitter-Botton links (blau unterlegt) anklicken. M.a.W. Stets aktuell ist auch der Twitterdienst mit regelmässigem Energie- / Nachhaltigkeits- und Vorsorgegezwitscher präsent. Schauen Sie / schau mal rein unter twitter.com/rehsche – Lesen ist ohne Anmeldung möglich!

-   Um dauernd mit Twitter verbunden zu sein, muss ein eigener Twitter-Account eröffnet werden - so kann Jede*r zwitschern. 

Dienstag, 9. März 2021

Anschluss-Technik

Der Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE ist der Ansicht, dass Leistungstarife für die Energiewende kontraproduktiv sind. Zudem hält der Verband fest, dass Peak-Shaving beim momentanen Ausbaustand und -tempo noch für lange nicht notwendig werden wird.

Leistungstarife bremsen die Energiewende: Grundsätzlich muss man bei Leistungstarifen zwischen einer anschlussleistungsabhängigen Grundgebühr – wie beispielsweise in Italien – und der 15-Minuten-Spitze innerhalb eines Monats unterscheiden.  Eine anschlussleistungsabhängige Grundgebühr wird dadurch begründet, dass die Netzkapazitäten vorgehalten werden müssen. Das ist in Teilen nachvollziehbar, wenn jemand eine über den herkömmlichen Gebrauch grössere Anschlussleistung benötigt. Im Bereich der Privathaushalte mittelt sich aber die bezogene Leistung schon innerhalb eines Strassenzuges meistens ein.
 

Die 15-Minuten-Regel kam durch die thermische Belastung der Netze zustande und ist in der Industrie anzutreffen. Bei Privathaushalten ist dies nicht sinnvoll. Denn dass alle Nachbarn in denselben 15 Minuten maximal Strom beziehen und damit das Stromversorgungsnetz überlasten, ist extrem unwahrscheinlich. 

Für VESE sprechen weitere Punkte gegen Leistungstarife:

  • Wichtig für die Energiewende sind Effizienz und Stromsparen. Diese Notwendigkeit ist unabhängig von der Produktionsart der Energie, denn jede Produktion ist eine Belastung der Umwelt. Deshalb werden die Netztarife auf den Arbeitspreis umgelegt. Dadurch wird der Strom pro kWh etwas teurer und damit der Anreiz zum Energiesparen grösser. Durch Leistungstarife steigen aber die Fixkosten und sinken die Energiepreise, dies vermindert den Anreiz zum Energiesparen.
  • Durch Leistungstarife werden ZEVs schwieriger zu kalkulieren, denn schon eine kurze Stromspitze wird allenfalls dazu führen, dass sich der Bezug massiv verteuert.
  • Leistungstarife fördern die Tendenz zu Heimbatterien (um Spitzen zu brechen) - diese Batterien sind ökologisch, energetisch und volkswirtschaftlich nicht unbedingt wünschenswert.
  • Falls es doch zu Leistungsspitzen kommt – mit denen Leistungstarife begründet werden – werden besser lokale Quartierbatterien als Puffer eingesetzt, welche zudem die übergeordneten Netze entlasten können.


Peak Shaving aktuell kein Thema: Mit Peak-Shaving bezeichnet man das Abregeln von PV-Anlagen-Produktionsspitzen. Dies ist beim jetzigen PV-Anteil im Netz nicht notwendig, höchstens in Einzelfällen (z.B. abgelegene, schlecht angebundene PV-Anlage). Eine generelle Peak-Shaving-Pflicht ist nicht zielführend, es gibt bereits unsinnige Beispiele: Die vollflächige Ausrüstung aller neuen PV-Anlagen mit Fernabschaltung, wie es seit Anfang 2020 im Netzgebiet von Primeo obligatorisch ist, führt zu hohen Zusatzkosten (gemäss Ausspeiseprinzip sind dies Netzkosten), welche die Energiewende unnötig verteuern.
 

Erst bei einem massiven PV-Ausbau wird Peak-Shaving wichtig. Dann müsste man im Sommer wohl «abregeln», was aber technisch kein Problem darstellen würde. Die Energie der Module würde einfach nicht abgenommen. Man müsste so keine «Überschüsse» speichern, da sie gar nicht entstehen. Bei einem wirklich grossen Stromangebot im Sommer ist auch denkbar, dass neue Dienstleistungen oder Speichermöglichkeiten – wie die Wasserstoffproduktion – als Innovation aus dem Markt heraus entstehen.
 

Bevor also bei der Photovoltaik Peak-Shaving gefordert wird, muss sich zuerst zeigen, dass effektiv ein Problem besteht. Zweitens muss klar sein, dass nicht andere Massnahmen zum Ziel führen, wie zum Beispiel Regeltransformatoren, Demand Side Management, Quartierbatterien auf NE 7 oder die Abregelung konventioneller Kraftwerke. Denn jede kWh Strom, welche aus PV oder anderen Erneuerbaren kommt, spart rund 0.3 Liter Öläquivalente ein. VESE spricht sich für eine massive Beschleunigung des PV-Ausbaus aus, denn ansonsten kann der für die Energiewende mit neuen Wärmepumpen und der Elektromobilität benötigte Strom in der Schweiz nicht produziert werden.

Netzgebühren sind ein wichtiges Thema, welches vertieft betrachtet werden muss. Denn diese werden in Zukunft weiter steigen. Auslöser ist aber nicht die Energiewende, ein Beispiel: Alleine durch Smartmeter, die vor allem für eine allfällige Liberalisierung eingeführt werden sollen, entstehen Kosten von rund 1.6 Rp / kWh. Zum Vergleich: Die Energiewende wird aktuell mit einem Netzzuschlag von 2.3 Rp / kWh gefördert.

Die gesamte Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden: https://www.vese.ch/wp-content/uploads/2021.02.22_Stellungnahme-Leistungstarife-und-Peak-Shaving.pdf

Quelle: www.vese.ch

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Samstag, 6. März 2021

Energiewende: Yes, we can

Kann die Schweiz ihre Kohlendioxid-Emissionen wie geplant bis im Jahr 2050 auf null senken? Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI haben in einer Studie untersucht, welche Massnahmen dafür notwendig wären und wie viel das pro Kopf kosten könnte.

Will die Schweiz das Null-Emissions-Ziel bis 2050 erreichen, bedarf es grosser Anstrengungen, ist Evangelos Panos überzeugt.
(Foto: Paul Scherrer Institut/Mahir Dzambegovic)
Elektromobilität wird bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen, wissen die Studienautoren Evangelos Panos (links) und Tom Kober.
(Foto: Paul Scherrer Institut/Mahir Dzambegovic)

Der Schweizer Bundesrat hat im August 2019 ein ehrgeiziges Ziel zur Begrenzung des Klimawandels beschlossen: Ab dem Jahr 2050 soll die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. Damit entspricht die Schweiz dem international vereinbarten Ziel, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Welche Möglichkeiten zur Erreichung dieses Zieles im Energiesektor bestehen, lotet nun eine Studie des Paul Scherrer Instituts aus, die im Rahmen der Joint Activity «Scenarios and Modelling» der 8 Swiss Competence Centers for Energy Research (SCCER) durchgeführt wurde.

 «Das Ziel, im Jahr 2050 Netto-Null-Kohlendioxid-Emissionen zu erreichen, erfordert einschneidende Transformationen bei der Bereitstellung und dem Verbrauch von Energie in beinahe allen Bereichen», fasst Tom Kober, Leiter der PSI-Forschungsgruppe Energiewirtschaft und einer der Hauptautoren der Studie, zusammen.

Bei ihren Analysen berücksichtigten die Forscher energiebedingte Kohlendioxid-Emissionen sowie Kohlendioxid-Emissionen aus industriellen Prozessen. Diese Emissionen stellen heute etwa 80 % des gesamten Schweizer Treibhausgasinventars dar. Nicht in die Berechnungen flossen ein: Emissionen aus dem internationalen Luftverkehr, der Landwirtschaft – mit Ausnahme der Emissionen aus der Kraftstoffverbrennung –, der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft sowie Abfall – ausser Emissionen aus der Abfallverbrennung. Auch waren die Emissionen im Ausland, die im Zusammenhang mit dem Güterkonsum in der Schweiz stehen, nicht Gegenstand der Untersuchung.

Strom aus Photovoltaik muss sich mindestens jedes Jahrzehnt verdoppeln

Zentrale Schlussfolgerungen der Studie sind: Die installierte Kapazität von Photovoltaikanlagen muss sich mindestens jedes Jahrzehnt bis 2050 verdoppeln, sodass sich Photovoltaikanlagen mit 26 Terawattstunden Produktion im Jahr 2050 neben der Wasserkraft (circa 38 Terawattstunden im Jahr 2050) zur zweitgrössten Technologiegruppe entwickeln. Weiterhin tragen Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung sowie Windkraftwerke, Wasserstoff-Brennstoffzellen und Stromimporte dazu bei, die Stromnachfrage zu decken. Im Hauptszenario zur Erreichung des Netto-Null-Emissionsziels steigt insgesamt die Stromerzeugung aus Kraftwerken und Speicheranlagen in der Schweiz gegenüber dem gegenwärtigen Niveau um etwa ein Fünftel auf 83 Terawattstunden im Jahr 2050 an. Die Studie unterstellt, dass die Schweizer Kernkraftwerke bis zum Jahr 2045 ausser Betrieb genommen werden. Die private Autoflotte müsste bis 2050 grösstenteils auf elektrischen Antrieben basieren. Bis 2030 müsste demnach jede dritte Neuzulassung ein vollständig elektrisch betriebenes Auto sein. Zusätzlich müsste der Einsatz von Wärmepumpen im Dienstleistungs- und Wohnbereich deutlich beschleunigt werden, sodass bis 2050 fast drei Viertel des Heizungs-und Warmwasserbedarfs dadurch gedeckt werden. Gleichzeitig wäre es notwendig, deutliche Energieeinsparungen durch beschleunigte Renovierungen von Wohngebäuden zu erzielen.

Will die Schweiz das Netto-Null-Emissionsziel erreichen, muss mit einem deutlichen Anstieg des Stromverbrauchs gerechnet werden. So könnte im Jahr 2050 der Stromverbrauch um 20 Terawattstunden über dem heutigen Niveau liegen. Ein wesentlicher Treiber für dieses Wachstum ist die Verwendung von Strom für den Antrieb von Autos, Bussen und Lastkraftwagen, entweder direkt über batterieelektrische Fahrzeuge oder indirekt über Wasserstoff oder sogenannte E-Fuels, also synthetische Kraftstoffe, die unter anderem mittels Strom aus Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2) hergestellt werden. In den stationären Sektoren wird Strom zunehmend durch die vermehrt eingesetzten Wärmepumpen verbraucht werden. Dieser erhöhte Stromverbrauch kann allerdings kompensiert werden, wenn die notwendigen Effizienzgewinne bei Heizung und Warmwasserbereitstellung erreicht werden. Dann könnten die stationären Sektoren einen nahezu gleichbleibenden Stromverbrauch erzielen.

Neben elektrischer Energie werden weitere Energieformen eine Rolle spielen. So bieten beispielsweise der Fern- und Güterverkehr sowie die energieintensive Industrie Perspektiven für neue Wasserstoffanwendungen. Um den dafür benötigten Wasserstoff emissionsarm oder -frei zu produzieren, wäre eine erhebliche Menge an nachhaltig erzeugtem Strom (9 Terawattstunden in 2050) notwendig.

Ohne CO2-Abscheidung wird es wohl nicht gehen

«Wenn die Schweiz das Null-Emissions-Ziel bis 2050 erreichen will, dann müssen die CO2-Emissionen in Zukunft im Durchschnitt jedes Jahr um eine bis anderthalb Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr verringert werden», sagt Evangelos Panos, Hauptautor der Studie. «Veränderungen der CO2-Emissionen in dieser Grössenordnung haben wir im Zeitraum 1950 bis 1980 gesehen – allerdings in die umgekehrte Richtung – damals haben sie massiv zugenommen.» Um die Emissionsminderung kostengünstig umzusetzen, sollte deshalb auch der Einsatz von Technologien mit der sogenannten CO2-Abscheidung in Betracht gezogen werden. So könne man sogar in Teilbereichen auf eine negative Bilanz beim CO2-Ausstoss kommen. Das sei beispielsweise dann der Fall, wenn man Biomasse als Energieträger nutze und bei der Energiegewinnung entstehendes CO2 nicht emittiere, sondern abfange und unterirdisch speichere. Falls das in der Schweiz nicht möglich sei – beispielsweise aufgrund der Ablehnung durch die Bevölkerung oder aufgrund begrenzter CO2 Speicherstätten –, könne die internationale Vernetzung und die Speicherung im Ausland einen Ausweg bieten. Insgesamt gehen die Forschenden in ihrer Studie für das Jahr 2050 von knapp 9 Millionen Tonnen CO2 aus, die in der Schweiz abgetrennt würden.

«Mehr als zwei Drittel der für das Netto-Null-Emissionsziel notwendigen Emissionsreduktionen sind mit Technologien erreichbar, die bereits kommerziell verfügbar sind oder sich in der Demonstrationsphase befinden», resümiert Panos. Das dekarbonisierte Energiesystem der Zukunft sei erreichbar, erfordere aber kohlenstofffreie Energieträger, zum Beispiel entsprechend erzeugten Strom, Biokraftstoffe und E-Fuels, Zugang zur entsprechenden Transport- und Verteilungsinfrastruktur sowie die Möglichkeit, saubere Brennstoffe und Elektrizität zu importieren.

Kosten sind schwer abschätzbar

In puncto Kosten geben sich die Energiesystemforscher zurückhaltend. «Die Kosten sind sehr schwer abschätzbar, weil dabei enorm viele Komponenten eine Rolle spielen», so Kober. In dem in der Studie angenommenen Netto-Null-Hauptszenario würden sich für den Zeitraum bis 2050 die durchschnittlichen diskontierten Mehrkosten des Klimaschutzszenarios gegenüber dem Referenzszenario mit moderatem Klimaschutz (-40 % CO2-Emissionen im Jahr 2050 gegenüber 1990) in der Schweiz auf etwa 330 CHF pro Person und Jahr (Basis: 2010) belaufen. Betrachtet man alle untersuchten Szenarien, so sieht man eine Bandbreite der durchschnittlichen Kosten zwischen 200 und 860 CHF pro Jahr und Kopf, was letztendlich unterschiedliche Entwicklungen der Energietechnologien, der Ressourcenverfügbarkeit, der Marktintegration, bei der Akzeptanz von Technologien und bei den Präferenzen zur Versorgungssicherheit widerspiegelt. Der Verlauf der Kosten zeigt vor allem eine langfristige Zunahme, sodass vergleichsweise hohe Kosten auch nach 2050 zu erwarten sind.

Die Studie stützt sich auf die Berechnungen mit dem Schweizer TIMES Energiesystemmodell (STEM) des PSI, welches das gesamte Energiesystem der Schweiz mit den verschiedenen Wechselwirkungen zwischen den Technologien und Sektoren abbildet. STEM verbindet einen langfristigen Zeithorizont mit einer hohen unterjährigen zeitlichen Auflösung und berechnet für verschiedene zukünftige Rahmenannahmen die kostenminimalen Konfigurationen des Energiesystems und der Erreichung verschiedener energie- und klimapolitischer Ziele. Das Modell wurde im Rahmen des Forschungsprojektes massgeblich weiterentwickelt, vor allem hinsichtlich der Optionen zur Erreichung von Netto-Null-CO2-Emissionsszenarien. Das Modell wird zur Berechnung von Szenarien eingesetzt, die keinesfalls als Vorhersagen zu verstehen sind, sondern vielmehr Einblicke in die vielfältigen Wechselwirkungen im Energiesystem geben und somit einen Beitrag zur Entscheidungsunterstützung in Politik, Industrie und der Gesellschaft leisten. Konkret wurden in dieser Studie drei Hauptszenarien untersucht, welche neben dem Referenzszenario ein Netto-Null-CO2-Emissionsminderungsszenario umfasst und ein Szenario, welches die Ziele der Schweizer Energiestrategie 2050 unterstellt, ohne explizit ein CO2-Minderungsziel vorzugeben. Zudem wurden sieben verschiedene Varianten der Hauptszenarien analysiert, wie zum Beispiel eine Variante mit hohem technologischen Innovationspotenzial und eine Variante zur Verringerung der Energieimportabhängigkeit.

An der Zusammenarbeit im Rahmen der SCCER Joint Activity Scenarios and Modelling sind neben dem PSI folgende Institutionen beteiligt: Empa, EPFL, ETH Zürich, Hochschule Luzern, Universität Basel, Universität Genf und WSL. Finanziert wurde die Studie durch Innosuisse – Swiss Innovation Agency.

Text: Paul Scherrer Institut

In der NZZ am Sonntag erschien am 7.März ein Text zur Studie - siehe >>> hier

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Donnerstag, 4. März 2021

Sekem strebt nach 100%

100 Prozent erneuerbare Energien, das ist kein Langzeitziel mehr für SEKEM (einem ägyptischen Nachhaltigkeits-Projekt), sondern soll innerhalb von zwei Jahren erreicht werden. Dazu konzentrieren sich alle SEKEM-Institutionen im ersten Halbjahr 2021 auf die Umsetzung dieses ambitionierten Vorhabens - eine Übersicht zu allen laufenden Bemühungen. 

„Unsere Energie ausschließlich aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen, muss in SEKEM so bald wie möglich Realität werden, denn nur so können wir unserem Visionsziel 2057, 100 Prozent erneuerbare Energien für ganz Ägypten näherkommen“, erklärt SEKEM-Geschäftsführer Helmy Abouleish. „Wir wollen in SEKEM Modelle liefern, anhand derer zunächst unsere Nachbarn und Bauern und später viele Institutionen im ganzen Land überzeugt werden, dass erneuerbare Energien nicht nur die einzige Zukunftsoption für unsere Umwelt sind, sondern auch kosteneffizienter.“

Grüner Strom für SEKEM und die Umgebung: In der Vision 2057 hat sich SEKEM 18 Ziele gesetzt mit denen die Initiative zu einem nachhaltigen Wandel Ägyptens in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft beitragen will. Jedes Halbjahr steht ein Visionsziel im Fokus, Anfang 2021 also die erneuerbaren Energien. Zunächst wurden Ziele gesetzt: Bis Ende des Jahres sollen die Heliopolis Universität und das größte SEKEM-Unternehmen iSiS Organic nur noch mit erneuerbarem Strom arbeiten. 2022 folgen dann das SEKEM-Pharmaunternehmen Atos sowie die Firmen NatureTex und Lotus. Soweit die Planung. Parallel läuft der Genehmigungsprozess mit der Regierung. Denn in Ägypten dürfen erneuerbare Energien nur mit offizieller Erlaubnis an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden – und dabei ist es bisher nur erlaubt, 60 Prozent des eigenen Bedarfs aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Und wie sieht nun die konkrete Umsetzung aus? SEKEM nutzt dazu das eigene Unternehmen EcoEnergy, das die Lizenz hat, Konzepte zu kreieren, umzusetzen und erneuerbare Energien mit dem öffentlichen Stromnetz zu verbinden. Die Firma verkauft dann den grünen Strom an die SEKEM-Einrichtungen. So könnte EcoEnergy auf längere Sicht auch die umliegenden 13 Dörfer mit erneuerbarer Energie versorgen. Ziel ist es, dass dieser Strom preisgleich mit dem konventionellen ist, im besten Fall sogar günstiger.

 

Das erste Elektroauto auf der SEKEM-Farm: Ein BMW i3 mit einer
Reichweite von 280 Kilometern fährt täglich von der SEKEM
Mutterfarm in das am Stadtrand von Kairo gelegene Head Office.

Ein weiterer Schritt in Richtung 100 Prozent erneuerbare Energien ist die E-Mobilität. Mit dem grünen Strom können auch Elektrofahrzeuge in SEKEM Einzug erhalten. Das ist zwar kein leichtes Unterfangen, denn die Zulassung war in Ägypten lange nicht möglich und ist anhaltend aufwendig, aber SEKEM findet, dass sich der Aufwand lohnt. So fährt bereits ein BMW i3 mit einer Reichweite von 280 Kilometern täglich von der SEKEM Mutterfarm in das am Stadtrand von Kairo gelegene Head Office. 2021 sollen weitere farmeigenen SEKEM-Fahrzeuge auf Elektromotoren umgesattelt werden.

Wind und Sonne nutzen: Auch auf der neuen SEKEM-Wüstenfarm in Wahat El-Bahareyya tut sich viel in Bezug auf das Zukunftsziel. Hier ist die Umstellung wesentlich einfacher, denn die Farm ist nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Einer 100-prozentigen Umstellung steht also nicht viel im Wege. Bereits jetzt laufen viele der Bewässerungsanlagen ausschließlich über Solar-Energie. Allerdings nur dann, wenn die Sonne auch da ist. Um auch nachts Strom für die Gebäude zu haben, braucht es weitere Energiequellen, als Alternative zu Batterien. In der Wüste bietet sich neben der Sonne auch der Wind zur Energiegewinnung an. Dazu forscht SEKEM nun an einem Test-Windpark. Außerdem gibt es eine erste Maschine, die Wasserstoff herstellen kann, was ein weiterer Treibstoff für die Nacht sein könnte.

Auszubildende aus dem SEKEM-Berufsbildungszentrum installierten und warten
die Solaranlagen und Studierende der Heliopolis Universität beteiligen sich an den Forschungen.

Ganz nach SEKEM-Art werden alle Maßnahmen und Projekte stets aus den verschiedenen Dimensionen betrachtet und entsprechend begleitet. So installieren und warten beispielsweise Auszubildende aus dem SEKEM-Berufsbildungszentrum die Anlagen in Wahat und Studierende der Heliopolis Universität beteiligen sich an den Forschungen. Das unterstützt die heranwachsenden Fachkräfte in ihrer praktischen und angewandten Lehre und schafft zunehmend breiteres Bewusstsein.

„Es ist spannend zu beobachten, wie immer mehr unserer Nachbarn in der Wüste auf Solar-Energie umsteigen, denn hier ist die Stromgewinnung über die erneuerbare Quelle schon jetzt günstiger als die Nutzung von Diesel“, berichtet Helmy Abouleish. „Wir sehen hier wirklich viel Potential und sind sehr zuversichtlich, dass wir etliche Beiträge zu einer flächendeckenden grünen Energiegewinnung in Ägypten bis 2057 leisten können.“

Quelle:  sekem.com

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Mittwoch, 3. März 2021

CH: Rekordhoher Zubau

Swissolar, der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie, geht im Jahr 2020 von einem neuen Rekordzubau bei Photovoltaikanlagen aus. Gegenüber dem Vorjahr lag das Wachstum bei mindestens 30 Prozent. Doch zur Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele der Schweiz muss der Zubau in den nächsten Jahren um den Faktor 4 gesteigert werden. Um dies zu erreichen, braucht es Anpassungen bei der Förderung, die Pflicht zur Eigenstromnutzung bei Neubauten und raumplanerische Vereinfachungen für Freiflächenanlagen, insbesondere auf Infrastrukturen.

Die Solarfassade an der «Winter und Sports World
Wallisellen» liefert unter anderem Strom für das Eisfeld

Die offizielle Statistik für den Solarenergie-Zubau im Jahr 2020 wird im Juli 2021 vorliegen. Dennoch ist schon jetzt klar, dass die Schweiz 2020 einen neuen Rekordzubau bei der Photovoltaikzubau verzeichnen kann. Swissolar geht aufgrund von bereits verfügbaren Zahlen davon aus, dass in der Schweiz im vergangenen Jahr Solarstromanlagen mit einer Leistung von 430-460 Megawatt (MW) neu installiert wurden (1). Dies entspricht einem Wachstum von 30-39 Prozent gegenüber 2019. Die Anmeldezahlen bei der Zertifizierungs- und Förderstelle Pronovo lassen darauf schliessen, dass das Wachstum nicht nur bei kleinen Anlagen, sondern auch bei solchen über 100 kW Leistung stattfand.

Kurze Wartefristen und Nebeneffekte der Pandemie: Für das starke Marktwachstum ist insbesondere die Verkürzung der Wartefrist bei der Einmalvergütung verantwortlich. Diese konnte auf wenige Monate reduziert werden. Die 2019 stärker ins Zentrum gerückte Klimakrise hat zudem vermutlich bei einigen Bauvorhaben eine Solar-Integration vorangetrieben. Auch die Pandemie hatte wohl einen Einfluss auf den Solarzubau: Der Wunsch nach Autarkie nahm zu, viele fanden Zeit, um lange gehegte Ideen zu realisieren und finanziell stand mangels anderer Ausgabemöglichkeiten mehr Kapital zur Verfügung. Ob diese Effekte im laufenden Jahr weiterhin wirksam sind, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Im ehemaligen Steinbruch Calinis in Felsberg
produziert seit Sommer 2020 die grösste
Freiflächenanlage Graubündens Strom
 
Der Rekordzubau darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zubau noch massiv gesteigert werden muss. Pro Kopf entspricht der Zubau 2020 lediglich einer neu installierten Fläche von 0.25-0.27 Quadratmetern. «Um den wegfallenden Atomstrom zu ersetzen und den zusätzlichen Strombedarf für die Elektrifizierung des Verkehrs und der Heizungen zu decken, muss der jährliche Zubau in den nächsten Jahren auf etwa 1500 MW gesteigert werden – also auf das nahezu Vierfache des letzten Jahres» sagt Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger. Dies sehen auch die kürzlich veröffentlichten Energieperspektiven 2050+ des BfE vor. Zur Erreichung dieses Ziels braucht es aus Sicht der Schweizer Solarbranche folgende politische Massnahmen:

a) Stärkere Förderung von Anlagen ohne Eigenverbrauch: Zahllose Dächer von Ställen, Lagerhäusern und ähnlichen Gebäuden werden heute nicht mit Solaranlagen ausgestattet, da der Strom nicht an Ort und Stelle verbraucht werden kann. Ähnliches gilt für Parkplatzüberdachungen, Lärmschutzwände und weitere Infrastrukturen. Mit der Überweisung der parlamentarischen Initiative 19.443 von Nationalrat Girod hat das Parlament die Möglichkeit in der Hand, Anreize für solche Anlagen zu schaffen.

b) Rasche Umsetzung der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) in allen Kantonen und damit verbunden die Pflicht zur Eigenstromerzeugung bei Neubauten. In einem weiteren Schritt ist eine Verpflichtung zur Nutzung bestehender Dach- und Fassadenflächen zu prüfen.

c) Abbau von Hürden bei der Erstellung von Freiflächenanlagen: Eine kürzlich veröffentlichte Studie der ZHAW zeigt auf, dass Solaranlagen ausserhalb von Gebäuden nur mit Schwierigkeiten eine Baubewilligung erhalten. Davon betroffen sind sinnvolle Nutzungen wie Parkplatzüberdachungen, Systeme zum Schutz empfindlicher landwirtschaftlicher Kulturen anstelle von Folientunnels (Agri-Photovoltaik) oder alpine Anlagen im Umfeld von Skigebieten.

Zum Schluss ein Hinweis auf die andere Anwendungsform der Solarenergie: Der Zubau von Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung musste nach Einschätzung von Swissolar eine weitere Reduktion von rund 20 Prozent hinnehmen. Dies ist sehr bedauerlich, denn diese Technologie muss einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen fossilfreien Wärmeversorgung leisten, wie die Studie «Machbar und zahlbar. Wärme 2050» der Wärmeinitiative Schweiz zeigt. Demnach können rund 10 Prozent des heutigen Wärmebedarfs mittels Sonnenkollektoren gedeckt werden. Aus Sicht von Swissolar braucht es eine Förderung von Bund und Kantonen für Solarthermieanlagen, die den sommerlichen Wärmebedarf von Nahwärmenetzen decken (wie in diesem aktuellen Beispiel), für Anlagen zur Produktion industrieller Prozesswärme sowie für die thermische Regeneration von Erdsonden. Dies sind drei der wichtigsten zukünftigen Anwendungsfelder dieser Technologie.

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(1) Diese Zahl stützt sich einerseits auf Befragungen von Branchenvertretern, andererseits auf den Gesuchseingang bei der Zertifizierungs- und Förderstelle Pronovo. Diese Gesuche umfassten 2020 17‘304 Anlagen mit einer Leistung von 373 MW. Hinzu kommt eine nicht bekannte Zahl von Gesuchen aus früheren Jahren, die 2020 einen positiven Förderbescheid erhielten und dann realisiert wurden.

Text und Bild: swissolar.ch 

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Montag, 1. März 2021

Fünf Jahre erfolgreich

Auf einfache und intuitive Weise (dank der Zusammenarbeit zwischen BAFU, swisstopo und meteosvizzera) wurde vor fünf Jahren der Bevölkerung kostenlos ein Tool zur Verfügung gestellt, das Informationen über das Solarpotenzial von 4,2 Millionen Dächern in der Schweiz (50% der Gesamtfläche) liefert.

Es war Februar 2016, als Martin Hertach auf energeiaplus.com die Aktivierung der Webseite sonnendach.ch ankündigte. Das Leistungsspektrum wurde in der Folge weiter ausgebaut und im Februar 2017 kam zu den Hausfassaden das Potenzial von Dächern hinzu, das unter sonnenfassade.ch berechnet werden kann.

Seit einigen Jahren decken die Daten das gesamte Land ab. Neben der Applikation (die auch auf mobilen Geräten läuft und deren Quellcode auf der Plattform github frei verfügbar ist ), den interaktiven Karten auf dem Geoportal des Bundes und den Diensten der Geodateninfrastruktur des Bundes hat das Bundesamt für Energie die Daten auch auf dem Portal opendata.swiss frei und offen zugänglich gemacht (Open Data) .

Bisher lieferten diese Daten nur Punkte, die Dachflächen darstellen. Das liegt daran, dass die geometrische Basis (das swisstopo-Produkt swissBUILDINGS3D) nicht kostenlos verfügbar war. Nach einem Entscheid des Bundesrates wird swisstopo ab dem 1. März 2021 alle Daten als Open Data zur Verfügung stellen. Diese Entwicklung hat es unserem Büro auch ermöglicht, die auf opendata.swiss zur Verfügung gestellten Daten anzupassen, die nun die vollständigen und präzisen Geometrien des Produkts swissBUILDINGS3D enthalten!

Dies ist kein kleiner Schritt! Eigene Daten kostenlos und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen (Open Government Data OGD) ist eine der Säulen der Digitalen Strategie Schweiz und ermöglicht es Privatpersonen und Unternehmen, die großen Investitionen des Bundes in die Datensammlung zu nutzen und damit neue Geschäftsmodelle zu schaffen.

sonnendach.ch und sonnenfassade.ch sind seit fünf Jahren erfolgreich und werden mittlerweile von mehr als 10.000 Besuchern pro Monat genutzt. Jetzt, da die Daten vollständig offen sind, kann dieser Erfolg nur noch größer werden und die Informationen können noch besser mit der Bevölkerung und der Volkswirtschaft geteilt werden.

Ambrogio Foletti, Spezialist für Open Government Data UFE

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