Mittwoch, 26. März 2014

Peak-Oil und Ressourcenkriege

 

Der Basler Historiker Daniele Ganser vom Swiss Institute for Peace and Energy Research spricht in einem (langen) Interview mit Ken FM über Wirtschaftskriege, Peak Oil, die globalen Vorgehensweise des US-amerikanisch geführten Imperiums und vieles mehr. Sehenswert!

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Sonntag, 23. März 2014

PV-Anlagen brauchen Check

Winterschäden können zu Ertragseinbußen führen. Hausbesitzer sollten Fachleute mit der Überprüfung beauftragen. Kosten rechnen sich meist.

Solaranlagen liefern zwischen April und September fast 80 Prozent ihres Ertrages. Hausbesitzer sollten sie deshalb rechtzeitig vor Frühlingsbeginn kontrollieren lassen, rät das Programm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. "Winterschäden durch Sturm, Hagel, Schnee und Eis sowie Verschmutzungen durch Laub, Vogelexkremente oder Luftverschmutzung können die Leistung von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen drastisch verringern", erklärt die Expertin Petra Hegen von Zukunft Altbau. Ein regelmäßiger Check sei deshalb sinnvoll: Auf Solaranlagen spezialisierte Handwerker reinigen die Anlagen auf dem Dach, überprüfen bei der Kontrolle deren Funktionsfähigkeit und beheben Schäden an den Anlagenkomponenten und Anschlüssen.

Fragen zum Frühjahrscheck von Solaranlagen beantworten Fachleute am kostenfreien Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33. Informationen zur Altbausanierung gibt es auch unter www.zukunftaltbau.de

Photovoltaikanlagen liefern Strom zum Eigenverbrauch und zur Netzeinspeisung. Solarthermieanlagen produzieren Warmwasser für Küche und Bad und können die Heizung unterstützen. "Stellen Hausbesitzer an sonnigen Frühlingstagen fest, dass die Werte am Strom- oder Wärmezähler nicht im Rahmen des Üblichen steigen, ist spätestens dann eine Inspektion durch den Fachmann sinnvoll", sagt Dietmar Zahn vom Fachverband Sanitär Heizung und Klima Baden-Württemberg. Oft werde der Ertragsrückgang von den Besitzern aber gar nicht erst bemerkt. Deshalb sollte die Kontrolle von Solaranlagen routinemäßig jedes Jahr stattfinden.

Im Rahmen der Inspektion überprüfen die Experten bei Photovoltaikanlagen unter anderem die Verglasung der Module, die Befestigung der Anlage auf dem Dach, die elektrischen Anschlüsse und den Wechselrichter. Bei thermischen Anlagen ist besonders eine Entlüftung der Kollektoren, eine Überprüfung des Frostschutzmittels und ein Check der Umwälzpumpe sinnvoll. In beiden Fällen sollten die Leitungen, die im Freien liegen, auf Schäden untersucht werden. Ungeschützt macht die UV-Strahlung sie brüchig. In manchen Fällen beschädigen sogar neugierige Vögel die Leitungen. Die Inspektionskosten können durch den verbesserten Ertrag in der Regel wieder hereingeholt werden.

Für einen besonders sicheren und dauerhaften Betrieb der Solaranlage sei sogar der Abschluss eines Wartungsvertrags empfehlenswert, so Zahn. Die Wartung erfolgt alle drei Jahre und geht über die Leistungen einer Inspektion hinaus. 

Quelle: Zukunft Altbau 2014

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Samstag, 22. März 2014

Jetzt hat es auch Sunways erwischt

Die Liste der Solarpleiten in Deutschland wird länger und länger. Nun hat es Sunways erwischt. Als letzte Chance gilt ein Insolvenzplanverfahren, mit dessen Hilfe sich der Solarzellenproduzent sanieren will. Geldgeber werden händeringend gesucht. 

Der hochverschuldete chinesische Solarkonzern LDK hat bei seiner deutschen Tochter Sunways den Geldhahn zugedreht. Damit ist die seit längerem schwächelnde Solarfirma zahlungsunfähig. Sie teilte mit, beim Amtsgericht Konstanz Insolvenzantrag zu stellen. Ziel sei es, das Unternehmen als börsennotierte Gesellschaft zu erhalten. Um das zu erreichen, benötige Sunways aber einen neuen Geldgeber. Der Vorstand habe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren aufgenommen. Der Antrag wird demnach das Vermögen der deutschen Konzerngesellschaften - also der Sunways AG in Konstanz und der Tochtergesellschaft Sunways Production GmbH im thüringischen Arnstadt - betreffen.

Solarzellenproduktion bei Sunways im thüringischen Arnstadt: Der chinesische Solarproduzent LDK Solar bezieht schon seit längerem einen Teil seiner Zellen von dem Unternehmen mit Geschäftssitz in Konstanz am Bodensee.



An der Börse fiel der Sundways-Aktienkurs zunächst rund 30 Prozent auf Kurse um 0,25 Euro. Am Mittag gab es einen weiteren Absacker auf 0,21 Euro - ein Minus von rund 40 Prozent. Ziel des Insolvenzplanverfahrens ist es nach der Mitteilung von Sunways, ein tragfähiges Sanierungskonzept zu erstellen und einen Vergleich mit den Gläubigern zu erreichen. Der Vorstand von des 1993 gegründeten Unternehmens ist bereits im Gespräch mit potenziellen Investoren. 

Die Gewerkschaft IG Metall hatte bereits vor mehreren Wochen berichtet, dass die rund 150 Beschäftigten am Standort Konstanz ihre Gehälter erst mit Verspätung bekämen. Sunways selbst hat das bislang nicht kommentiert. Das Unternehmen war bis August 2013 schon einmal in einem vorläufigen Insolvenzverfahren, nachdem mehrere Banken dem Unternehmen Kredite in Millionenhöhe gekündigt hatten. Doch durch eine Vergleichsvereinbarung mit den wichtigsten Gläubigern wurde das eigentliche Insolvenzverfahren damals abgewendet. Arnstadt galt einst als Solartechnologiezentrum, Tausende waren dort beschäftigt. Neben Sunways war Bosch mit seiner Solarsparte aktiv. Als Bosch nach Milliardenabschreibungen ausstieg, begann der Niedergang. 

Sunways steckt seit Jahren in der Krise. Nachdem das Unternehmen 2010 noch einen Nettogewinn von 9,3 Millionen Euro bei einem Umsatz von 222,7 Millionen Euro erwirtschaftet, rutschte es ein Jahr darauf tief in die roten Zahlen. Das Minus betrug 62,1 Millionen Euro. Gleichzeitig brach der Umsatz auf 116,2 Millionen Euro ein - und das, obwohl im Abschlussquartal 2011 so viele Solarzellen wie nie zuvor verkauft worden waren. Anfang 2012 war dann mit LDK Solar eines der größten chinesischen Solarunternehmen bei den Konstanzern eingestiegen und übernahmen später im Rahmen einer Kapitalerhöhung die Mehrheit an dem deutschen Solar-Spezialisten.

LDK steht selbst seit längerem unter Druck. Der Konzern musste im vergangenen Jahr einräumen, eine Wandelanleihe nicht voll bedienen zu können. Im Februar diesen Jahres beantragte der Konzern auf den Cayman Inseln ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Dies beziehe sich aber nur auf die Liquiditätsprobleme im Ausland und nicht auf die Aktivitäten des Konzerns in China, beteuerte das Management. Die chinesischen Banken hätten ihre Unterstützung zugesagt.

Solarfirmen rund um den Globus mussten in den vergangenen Jahren den Überkapazitäten und dem ruinösen Preiskampf Tribut zollen. Zahlreiche Unternehmen gingen pleite, darunter auch die chinesische Suntech und die deutschen Solarpioniere Solon, Q-Cells und Conergy.

Quelle: Diverse Agenturen    

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Freitag, 21. März 2014

Für ein verbindliches EE-Ausbau-Ziel

Ohne ein ehrgeiziges und verbindliches Ziel für den Ausbau der Erneuerbaren Energien drohen Europa bis 2030 jährlich unnötige Milliardenkosten für den Netzausbau. So eine der zentralen Erkenntnisse einer Studie, die Greenpeace veröffentlicht hat. Bei einem schwächeren Ausbau drängen starre Kohle- und Atomkraftwerke den flexiblen Erneuerbaren-Strom aus dem Netz. 



EU-Länder wie Polen, Frankreich und die Tschechische Republik wollen ohne Rücksicht auf Nachbarstaaten an ihrer konventionellen Energieversorgung festhalten. Doch die Studie zum europäischen Netzausbau des Ingenieurbüros Energynautics zeigt, dass nationale Alleingänge die EU teuer zu stehen kommen würden. Wenn diese drei Länder den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter verschleppen, wird es zu einem Konflikt zwischen starren Kohle- und Atomkraftwerken und den flexiblen Erneuerbaren Energien kommen, der das europäische Stromnetz stark strapaziert und alle europäischen Staaten viel Geld kosten wird.

«Auch die Schweiz hat deshalb ein grosses Interesse, ihre Kraftwerks-Beteiligungen in diesen Ländern abzustossen, so insbesondere in Fessenheim (Axpo, Alpiq und BKW) und in Tschechien (Alpiq)», sagt Greenpeace Energieexperte Georg Klingler. Die Studie zeigt, dass die Planung des zukünftigen Stromnetzes europaweit und auch in der Schweiz eine klare Entscheidung für die Energiewende braucht. Dazu gehört für die Schweiz ein verbindlicher Fahrplan für den Ausstieg aus der Atomkraft bis in 10 Jahren. Ein unbegrenztes Weiterlaufen der Atomkraftwerke nimmt hohe Risiken für die Bevölkerung in Kauf, verlangsamt den Ausbau der erneuerbaren Energien und führt insgesamt zu höheren Kosten beim Netzausbau. 

Das Szenario, welches voll auf die Energiewende setzt – mit einem Ausbau des Erneuerbaren Stromanteils auf 95 Prozent in der Schweiz und rund 77 Prozent in Europa bis im Jahr 2030 – verursacht hingegen deutlich weniger Netzausbaukosten als jenes der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E), so die Studie. Mit einem optimierten Energiewende-Stromnetz lassen sich in Europa insgesamt 24.000 Kilometer an Stromleitungen einsparen. «Die Versorgungssicherheit wäre dabei rund um die Uhr gewährleistet», sagt Klingler.

Heute und morgen diskutieren die EU-Staatschefs über Europas Energiemix bis zum Jahr 2030. Greenpeace kritisiert die enttäuschenden Ziele, die die EU-Kommission bislang vorgelegt hat. Diese schlägt einen Anteil der Erneuerbaren Energien von mindestens 27 Prozent vor, der zudem nicht für jedes Land verbindlich wäre. Greenpeace fordert die EU-Regierungs-Chefs auf, für drei national verbindliche Ziele einzutreten: ein Erneuerbaren-Anteil von 45 Prozent, eine CO2-Reduktion um mindestens 55 Prozent, sowie Effizienz-Einsparungen von 40 Prozent.

«Die Schweiz ihrerseits darf nicht hinterher hinken und muss mit einem verbindlichen Atomausstieg und einer echten Energiewende nicht nur im Inland ihre Verantwortung wahrnehmen», sagt Klingler.

Die vollständige Studie powE[R] 2030 finden Sie hier. 

Quelle: Greenpeace Schweiz

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Mittwoch, 19. März 2014

Solarflugzeug für Höhenflug



Es hat zwei Sitze und wiegt 350 Kilogramm: Der Abenteurer Raphaël Domjan will mit dem Flugzeug SolarStratos als erster bis in die Stratosphäre fliegen. Nach dem Erfolg mit dem Solarschiff PlanetSolar hat sich der Abenteurer Raphaël Domjan hohe Ziele gesetzt. Er will 2017 mit einem Solarflugzeug in die Stratosphäre fliegen und damit einen neuen Höhenrekord realisieren.

Das neue Projekt von Domjan heisst SolarStratos: «Ziel der Mission SolarStratos ist es, ein kommerzielles Solarflugzeug zu entwickeln, das im Katalog von allen oder zumindest fast allen gekauft werden kann», sagte der Abenteurer bei der Vorstellung seines Vorhabens. Das Flugzeug soll von der Firma PC-Aero in der Nähe von München gebaut werden. Geplant ist ein 7,7 Meter langes, zweisitziges Fluggerät mit einer Spannweite von 20 Metern, das lediglich 350 Kilogramm wiegen soll.

Damit ist das Fluggerät wesentlich kleiner als das Solarflugzeug von Bertrand Piccard, mit dem dieser um die Welt fliegen will. «Wir haben den Höhenrekord zum Ziel, nicht die Distanz. Das Flugzeug muss sehr hoch fliegen können», sagte Domjan. Er wird für seinen Weltrekordversuch einen Astronautenanzug tragen, weil sein Solarflugzeug nicht über einen Druckausgleich verfügt. Domjan visiert eine Höhe von rund 80'000 Fuss an, also zwischen 24'000 und 25'000 Meter. In dieser Höhe werden Temperaturen von minus 70 Grad herrschen. «Raketen oder Ballons haben diese Höhe schon erreicht, aber noch nie ist ein Flugzeug so hoch geflogen», sagte Domjan. Linienflugzeuge erreichen eine Höhe von 12'000 bis 13'000 Metern.

Die Testflüge für den Weltrekordversuch sollen 2016 beginnen. Das Solarflugzeug wird voraussichtlich in der Westschweiz starten, wo genau aber sei noch nicht bekannt. Die Idee für den Flug mit dem Solarflugzeug sei ihm eingefallen, als er an Bord des Solarschiffs PlanetSolar den Atlantik durchquert habe. PlanetSolar hat als erstes Schiff mit Sonnenenergie die Weltumrundung geschafft.

Quelle: Youtube / Agenturen

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Dienstag, 18. März 2014

Energiewende statt Gas von Putin

Nicht nur der polnische Ministerpräsident Donald Tusk meint, dass Deutschland zu sehr am Tropf der russischen Gaswirtschaft hängt und deshalb durch Putin erpressbar ist. Große Teile der deutschen Wirtschaft teilen diese Befürchtung und warnen deshalb vor Sanktionen gegen Russland in der Krim-Krise. Im Gegenzug könnte Putin der deutschen Wirtschaft den Gashahn zudrehen - eine Analyse des deutschen Energie-Publizisten Franz Alt, die im übertragenen Sinn auch für die Schweiz gilt. Diese hat allerdings keine Lieferverträge mit Russland.
Wie erpressbar ist Deutschland durch russisches Gas? 35% des deutschen Gasverbrauchs kommen zurzeit aus Russland, 27% aus Norwegen und 24% aus den Niederlanden. Nur noch acht Prozent wird hierzulande selbst erzeugt. Aktuell gibt es noch keine Probleme. Die Gasspeicher sind dank eines warmen Winters gut gefüllt. Aber das könnte sich schon in wenigen Monaten mit Beginn des nächsten Winters ändern. Putin droht in diesen Wochen nicht nur der Ukraine mit weniger Gas und höheren Gasrechnungen, er hat diesen Hebel schon zweimal benutzt: 2006 und 2009 war der Gas-Fluss durch die Ukraine zweimal unterbrochen. Damit war auch die Hauptschlagader in den Westen getroffen.

Allerdings: Selbst in den Hochzeiten des Kalten Krieges hat die Sowjetunion ihre Gaslieferungen in den Westen nie ganz eingestellt. Und heute ist Russland vom westlichen Gas-Geld mindestens so abhängig wie der Westen vom russischen Gas. Russland kann auch seine Gaslieferungen nicht von heute auf morgen nach China umleiten. Aber mittel- und langfristig gibt es nur eine Möglichkeit für mehr Unabhängigkeit vom russischen Gas: Die Energiewende nicht ausbremsen wie es die Bundesregierung jetzt glaubt tun zu müssen, sondern sie forcieren.

Zum Glück hat Angela Merkel in dieser Woche im Bundestag klargestellt, dass der Einsatz von Militär grundsätzlich keine Option ist zur Lösung der Krim-Krise. Das ist politisch und zivilisatorisch ein riesiger Fortschritt, der vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die Kanzlerin setzt auf Wirtschaftssanktionen. Doch diese wären glaubwürdiger und erfolgversprechender, wenn der Westen insgesamt Politik machen würde nach dem Motto: Energiewende statt russisches Gas.

RWE hat am letzten Dienstag bekanntgegeben, dass ein großes Gaskraftwerk im Emsland dicht gemacht werde, wegen der „hohen Einspeisung von Photovoltaik- Anlagen“. Im Emsland wird aus Sonne und Wind bereits mehr Strom erzeugt als dort verbraucht wird. Emsland kann überall werden. So funktioniert eine intelligente Energiewende, die uns auch vom russischen Gas unabhängig macht. Energiewende bringt Sicherheit, Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit in die Politik.