Donnerstag, 13. Dezember 2012

Wird China grün?

Die Weltklimakonferenz in Doha endete faktisch so ergebnislos wie die 18 Konferenzen zuvor. Seit es Weltklima-Konferenzen gibt geht es dem Weltklima immer schlechter. In Doha gehörte neben den USA auch China zu den großen Blockierern einer völkerrechtlich verpflichtenden Klimapolitik. Eine Einschätzung des Energie-Publizisten Franz Alt, der zusammen mit seiner Frau Bigi Alt im Netz die viel beachtete Sonnenseite publiziert.
Wie also erklärt sich Chinas Haltung?  Sie hängt vor allem auch damit zusammen, dass das kommunistische Regime sich nicht von außen kontrollieren lassen möchte. Dennoch hat China 2011 zuhause die „saubere industrielle Revolution“ ausgerufen und fördert die erneuerbaren Energien wie zurzeit kein zweites Land.

Das Reich der Mitte produziert seit 2005 etwa sechsmal mehr Sonnenkollektoren zur Wärmegewinnung als alle 27 Staaten der EU zusammen. In einem Fünfjahresplan sollen bis 2015 umgerechnet 370 Milliarden Euro für erneuerbare Energien ausgegeben werden. Zum Vergleich: Die USA haben in den letzten vier Jahren rund 80 Milliarden Dollar dafür aufgewendet. 2012 werden in China neun Prozent des gesamten Energiebedarfs ökologisch erzeugt, 2020 sollen es 20 % sein.

Das Riesenreich konnte oder wollte in den letzten Jahren bei der Rechtsstaatlichkeit und bei Menschenrechten keine Fortschritte erzielen. Allein seit Anfang November verbrannten sich in Tibet über 30 vorwiegend junge Menschen aus Protest gegen die brutalen Unterdrückungsmaßnahmen Pekings gegen seine Minderheiten im Land.

Aber in der Wirtschaftspolitik ist China auf dem Weg in eine grüne Zukunft. Allerdings werden auch heute noch über 70% der Energie aus schmutziger Kohle gewonnen. Die chinesischen Kohlekraftwerke arbeiten jetzt allerdings effizienter als noch vor zehn Jahren. Viele grüne Projekte werden freilich gegen den Willen der Bevölkerung realisiert. Zur Errichtung des Drei-Schluchten-Staudamms in Südchina mussten drei Millionen Menschen zum Teil zwangsumgesiedelt werden. Durch diese ökodiktatorischen Maßnahmen werden jetzt jedes Jahr 23 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt.

Im Umweltbereich arbeiten kaum zwei Länder so eng zusammen wie China und Deutschland. Schon vor fünf Jahren hat Peking das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz in der Intention übernommen. Chinas Regierung unterstützte in den letzten Jahren seine Solarindustrie mit etwa 40 Milliarden Euro zinslosen Krediten. Diese Politik ist auch dem Druck von unten geschuldet.

Kaum jemand weiß hierzulande, dass es in China aktive Greenpeace-Gruppen gibt, die oft mit Hilfe der lokalen Bevölkerung erfolgreich für Umweltschutz kämpfen. Allein im Jahr 2010 gab es nach Angaben der Kommunistischen Partei 90.000 lokale Aufstände, hauptsächlich ging es dabei um Umweltschutz-Themen. Auch deshalb müssen die Regierung und die Partei handeln. Hundertausende Chinesen sterben jedes Jahr an Umweltbelastungen, Umweltgiften, Feinstaub und Smog.

Bis zum Jahr 2020 sollen 200.000 Megawatt Windkraftstrom installiert sein. Das ist siebenmal mehr als heute in Deutschland. Schon jetzt ist China vor den USA und Deutschland Windweltmeister. Die Pekinger Tsinghua-Universität hat errechnet, dass  China allein mit Windkraft doppelt so viel Strom erzeugen könnte wie heute alle 1,3 Milliarden Chinesen verbrauchen.

In der Inneren Mongolei will die chinesische Regierung bis 2020 das weltgrößte Solarstromkraftwerk errichten mit einer Leistung von zwei Gigawatt. Damit können drei Millionen Menschen versorgt werden. In China herrschen optimale Bedingungen, in vielleicht 30 bis 40 Jahren zu 100 % auf erneuerbare Energien umzusteigen. Das Land will sein altes fossiles Wachstumsmodell der Schwerindustrie auf erneuerbare Energieträger umstellen und setzt dabei hauptsächlich auf die reichlich vorhandene Windkraft und Solarenergie.

Beim Ausbau der Netze für die Energierevolution hängt China freilich ähnlich zurück wie Deutschland. Im Mobilbereich ist das Land Deutschland voraus. Es gibt Millionen Elektro-Fahrräder und Millionen Elektro-Roller auf Chinas Straßen. Bis 2020 sollen fünf Millionen Elektroautos dazu kommen. Na dann, gute Fahrt.

Deutschland - du hast es besser!

Nach Angaben der deutschen Bundesnetzagentur waren Ende Oktober 2012 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als 31.6000 Megawatt (MW) am Netz. Das ist weit mehr als in jedem anderen Land der Welt. Das ist aber vor allem auch - bei einer rund 10mal grösseren Bevölkerung - rund das 100fache dessen, was in der Schweiz installiert ist.


Im laufenden Jahr 2012 sind in Deutschland bis einschließlich Oktober rund 6.800 MW Solarleistung neu installiert worden - in der Schweiz dürften es zwischen 100 und 150 MW sein. Solaranlagen zu bauen ist eine Sache. Sie wirtschaftlich zu betreiben ein ganz andere. Die kaufmännische Betriebsführung (KBF) bildet die Schnittstelle zwischen den Eignern eines Solarparks und allen weiteren relevanten Projektteilnehmern, wie z.B. Banken, Versicherungen, technische Betriebsführung und Behörden. In dieser zentralen Rolle ist die sorgfältige KBF ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Betrieb eines Solarparks. wie das Haus der Technik schreibt.

Das Seminar "Kaufmännische Betriebsführung von Solarparks" am 30.1.2013 im Haus der Technik in Essen vermittelt den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer die wesentlichen Elemente (z.B. Reporting, Controlling, Vertragsmanagement usw.) der kaufmännischen Betriebsführung von Solarparks und vertieft diese anhand von realen Beispielen. Kurse in der Schweiz bietet Swissolar an (>>> Weiterbildungsangebote in der Schweiz). Ziel solcher Kurse ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern fundierte und aktuelle Kenntnisse der Methoden der kaufmännischen Betriebsführung von Solaranlagen zu an die Hand zu geben und diese in Frage- und Diskussionsrunden zu vertiefen. 

Quelle: Haus der Technik e.V. 2012

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Boom in USA - und doch Absage

Der nordamerikanische Solarmarkt boomt wie nie. 2012 werden insbesondere in den USA wohl mehr als drei Gigawatt (GW) Leistung mit neuen Photovoltaik-(PV)-Anlagen erreicht. Einziger Wermuts-Tropfen: Das lange angekündigte Börsendebüt des Anlagebauer SolarCity wurde gemäss einem Bericht der Finanzplattform ecoreporter.de abgesagt. 

Insgesamt allerdings hat der US-Solarmarkt 2012 bislang einen Boom erlebt: Im dritten Quartal 2012 wurden 44 Prozent mehr Solaranlagen neu in Betrieb gegangen als im Vorjahreszeitraum. Die Neuinstallationen des Quartals kommen nach Berechnungen des US-Branchenverbandes Solar Energy Industries Association (SEIA) auf 684 Megawatt (MW) Stromproduktionskapazität. Damit sein allein auf rund einer Million US-amerikanischer Hausdecher bislang Photovoltaikanlagen mit 6.400 MW installiert. Und in den ersten neun Monaten 2012 hätten schon mehr neue Solaranlagen ihre Arbeit aufgenommen als in 2011 insgesamt, so SEIA Präsident Rhone Resch. Insgesamt rechnet sein Verband damit, dass in den USA bis zum Jahresende Photovoltaikkraftwerke mit 3.200 MW neu installiert werden.

Das lang erwartete Börsendebüt des US-amerikanischen Solarprojektierers Solar City Corporation aus San Matheo in Californien ist vorerst geplatzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf involvierte Quellen. Demnach hat die Unternehmensspitze das aktuelle Marktklima nun doch als ungeeignet für das Debüt an der Technologiebörse Nasdaq eingestuft und den Börsengang (englisch: Initial Public Offering, kurz IPO) bis auf Weiteres verschoben. Ein offizielles Statement der auf Dachsolaranlagen spezialisierten SolarCity Corporation zu der Meldung gab es bislang nicht. Die Kalifornier hatten erst kürzlich ihre Ziele für das IPO unterhalb vorhergehender Ankündigungen konkretisiert. Insgesamt sollten demnach 10,1 Millionen Aktien zum Stückpreis zwischen 13 und 15 Dollar ausgegeben werden, um so 151 Millionen Dollar bei Anlegern einzuwerben.

Quelle: ecoreporter.de

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Dienstag, 11. Dezember 2012

E: Kleinanlagen konkurrenzfähig

Nur wenige Wochen nach dem ersten Pilotprojekt auf dem Dach des Biorestaurants La Sal Varador am Strand von Barcelona schließt Conergy zwei weitere Solaranlagen in der nordspanischen Provinz Huesca an, die dank Eigenverbrauch gänzlich ohne staatliche Förderung auskommen. 

Gemeinsam mit dem Installationspartner Electrobin errichtete der Systemanbieter Conergy gemäss eigenen Angaben die erste, 10 Kilowatt starke Solaranlage auf dem Dach der Firma Agustin Castán, einem Hersteller von Betonfertigteilen für landwirtschaftliche Anwendungen in Castejón del Puente. Die zweite Installation mit einer Leistung von 5 Kilowatt befindet sich auf einem Einfamilienhaus in der Stadt Monzón. Rund 22.500 Kilowattstunden sauberen Sonnenstrom produzieren beide Anlagen insgesamt pro Jahr und sorgen damit für über 30% niedrigere Stromrechnungen sowohl bei dem lokalen Unternehmer als auch beim privaten Anlagenbesitzer. 

Die Conergy-PV-Anlage auf dem Restaurant in der Provinz Barcelona kommt ohne Förderung aus.
 







„Diese Projekte zeigen einmal mehr das riesige Potenzial von Solaranlagen auf dem Dach“, sagte Conergys Spanien-Chef Luis Jiménez Gutierrez. „Sonnenstrom ist in Spanien bereits heute ohne Einspeisevergütung wettbewerbsfähig – durch die hervorragenden klimatischen Bedingungen und die hohen Strompreise ist die Netzparität sowohl im privaten als auch im kommerziellen Bereich hier schon Realität. Vor allem für Betriebe und Unternehmen, die die meiste Energie tagsüber verbrauchen, aber auch für Privathaushalte bietet Solarenergie die passende Lösung: Mit ihrem eigenen Sonnenkraftwerk machen sie sich unabhängiger von steigenden Strompreisen, senken ihre Energiekosten erheblich und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt.“
 
„In Zeiten der Netzparität spielen zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: die passgenaue Auslegung der Eigenverbrauchsanlage und die Qualität der Komponenten“, sagte Raúl Bercero, Geschäftsführer von Electrobin Renewable. „Im Gegensatz zu früher muss die Solaranlage nun nicht mehr möglichst groß sein, sondern exakt auf den Kunden und sein Verbrauchsverhalten zugeschnitten, damit er so viel wie möglich des produzierten Sonnenstroms selbst nutzen kann. In unseren 25 Jahren Erfahrung im Elektrotechnikgeschäft haben wir immer besonderen Wert darauf gelegt, uns jederzeit nach den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden zu richten und ihnen Lösungen in hervorragender Qualität zu bieten, mit denen sie rundum zufrieden sein können. Conergy liefert hier die richtigen, effizienten Lösungen, die unsere erfahrenen Techniker an die Besonderheiten jedes Projektes anpassen.“
 
Unterstützt von den Conergy Solarexperten, haben die Ingenieure von Electrobin über mehrere Monate das Verbrauchsverhalten von verschiedenen Kunden im Detail analysiert und auf dieser Basis ein gemeinsames Modell für künftige Projekte in 2013 erstellt. Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die Installation der beiden Solaranlagen in Huesca. Die Anlagen wurden so dimensioniert, dass für die Kunden eine maximale Eigenverbrauchsquote und damit Energiekostenersparnis entsteht. Über 95% des Solarstroms, den die 76 Conergy PowerPlus Module am Tag produzieren, verbrauchen das Unternehmen und die Familie direkt. 

Somit benötigen sie tagsüber so gut wie keinen Strom aus dem Netz und decken sogar bis zu 35% ihres gesamten Energiebedarfs. Die Gestehungskosten des Sonnenstroms aus den Dachanlagen liegen bei rund 10 €-Cent pro Kilowattstunde (Leveraged Cost of Electricity Kalkulation, angenommene Laufzeit: 25 Jahre). Für Netzstrom müssten Unternehmen und Haushalt um diese Zeit und bei den heutigen Tarifen über 15 €-Cent pro Kilowattstunde zahlen. Somit stehen mit Hilfe des eigenen Kraftwerks auf dem Dach unterm Strich gut 5 €-Cent pro genutzter Sonnenkilowattstunde und insgesamt bis zu über einem Drittel weniger Kosten auf den Stromrechnungen.

Netzkosten sinken dank Innovationen

Eine Verteilnetz-Studie der Deutschen Energie-Agentur identifiziert zahlreiche Alternativen zum konventionellen Netzausbau. Solarstrom wird dabei verbrauchernah erzeugt, womit sich der Ertüchtigungsbedarf der Netze reduziert - analoge Schlüsse drängen sich für die Schweiz auf. 

Einem weiteren kraftvollen Photovoltaik-Ausbau steht aus technischer Sicht nichts im Wege, wie die heute veröffentlichte Verteilnetz-Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) bestätigt. Zwar ist die Energiewende auch auf Verteilnetzebene mit langfristigen Investitionen verbunden. Diese lassen sich jedoch durch den Einsatz vorhandener innovativer Technologien wesentlich reduzieren. "Die Kosten des Netzausbaus lassen sich deutlich senken, wenn zum Beispiel moderne Wechselrichter und intelligente Ortsnetztransformatoren zum Einsatz kommen", erläutert Jörg Mayer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). 

Hochspannungsnetz der Schweiz









Gegenüber dem althergebrachten Verlegen von Stromleitungen lassen sich die Kosten durch innovative Technologien in etwa halbieren, laut eines Dena-Szenarios auf 14,9 Mrd. Euro bis 2030. "Diese Technologien müssen zum Standard für die künftige Ertüchtigung des Verteilnetzes werden, um die Stromverbraucher so wenig wie möglich zu belasten. Auch ambitionierte Ausbaupläne der Bundesländer oder der Erneuerbare-Energie-Branche können dadurch effizient umgesetzt werden", so Mayer. 

Bereits seit Anfang 2012 sind in Deutschland moderne blindleistungsfähige Wechselrichter für neue Photovoltaik-Anlagen bis auf Kleinstanlagen zwingend vorgeschrieben. Diese Wechselrichter sind in der Lage, unerwünschte Spannungsanstiege und Spannungseinbrüche im Netz auszugleichen. Neue, regelbare Ortsnetztransformatoren, die flexibel auf Stromabnahme und Solarstromangebot reagieren können, sind schon auf dem Markt. Netzdienlich betriebene Speicher seien ebenfalls günstiger als der konventionelle Netzausbau, so die Dena-Studie. 

"Angesichts steigender Strompreise wird der Eigenverbrauch des Sonnenstroms immer attraktiver. Deshalb rechnen wir mit einer stärkeren Konzentration neuer Anlagen lastnah in Städten und Vorstädten, wo ein hoher Strombedarf besteht und wo die Netze ohnehin noch größere Mengen Solarstrom aufnehmen können. Der Trend zur künftig größeren Nähe von Solarstrom-Erzeugung und Solarstrom-Verbrauch wird den Ertüchtigungsbedarf der Netze weiter reduzieren, wurde aber in der Dena-Studie noch nicht berücksichtigt", bewertet Mayer die Untersuchung. Der Strom von Solaranlagen wird überwiegend in die Niederspannungsnetze eingespeist. Hier kommt die Dena-Studie zu dem Schluss, dass ein vergleichsweise geringer finanzieller Ausbauaufwand vonnöten ist, da in den Niederspannungsnetzen noch deutliche Reserven vorhanden sind. "Die Stromnetze sind schon heute in der Lage, noch größere Mengen Solarstrom aufzunehmen. Sie sind nicht - wie vielfach behauptet - der Flaschenhals, der eine Begrenzung des Zubaus neuer Anlagen rechtfertigen könnte. Zudem ist Solarstrom so rasant günstiger geworden, dass es absolut sinnvoll ist, mehr Solaranlagen zu installieren und schneller von immer teureren fossilen Energieträgern unabhängig zu werden", so Mayer. 

Der Bundesverband Solarwirtschaft sieht frühere Studien bestätigt. Schon im Jahr 2011 haben das Fraunhofer-Institut IWES und die Beratungsgesellschaft Ecofys errechnet, dass durch einen Ausbau auf 70 Gigawatt Photovoltaik-Kapazität bis 2020 (Branchenziel), die überwiegend auf der Niederspannungsebene installiert werden, lediglich Mehrkosten von 11 Cent pro Monat und Durchschnittshaushalt für die Ertüchtigung des Niederspannungsnetzes entstehen (vgl. http://tinyurl.com/IWES-Ecofys). 

Die Stromnetze werden im Lauf der nächsten Jahrzehnte im Rahmen der üblichen Netzinstandhaltung sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz nach und nach auf die Erfordernisse des neuen Energiesystems mit Wind- und Solarstromanlagen im Zentrum angepasst. Historisch waren Stromnetze als Einbahnstraßen-Systeme angelegt, die Strom von wenigen zentralen Erzeugern zu allen Verbrauchern in nur eine Richtung transportieren. Durch die Umstellung des Stromsystems von zentralen Großkraftwerken auf viele dezentrale Stromerzeuger, wird Strom vor Ort erzeugt und verbraucht. Übersteigt die Erzeugung den Verbrauch, wird Strom auf höhere Netzebenen für den Transport in andere Regionen weitergeleitet. 

Montag, 10. Dezember 2012

Eigenverbrauch immer wichtiger

Immer mehr Unternehmen in Deutschland investieren für ihre eigene Energieversorgung in erneuerbare Energien wie die Photovoltaik. Der Eigenverbrauch von Solarstrom bietet für Unternehmen und Industrie angesichts einer unsicheren Strompreisentwicklung eine attraktive wirtschaftliche Alternative zu herkömmlich erzeugtem Strom. Zahlreiche Anbieter präsentieren ihre neuesten Entwicklungen im Bereich der Eigenverbrauchsmöglichkeiten von Solarstrom vom 19. bis 21. Juni auf der Intersolar Europe 2013.

Durch die Verknappung fossiler Brennstoffe sind die Energiepreise in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und werden voraussichtlich weiter steigen. Ebenfalls soll im kommenden Jahr die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien um etwa 50 Prozent angehoben werden. Damit stellt die Strompreisentwicklung für viele Unternehmen eine kritische Planungsunsicherheit dar. Hinzu kommt, dass die Energieversorgung in Deutschland heute noch überwiegend von Brennstoffimporten abhängig ist.

„Angesichts steigender Strompreise erzeugen immer mehr Unternehmen ihren Strom selbst. Dies gilt auch für die Erzeugung und den Eigenverbrauch von Solarstrom, der aus Photovoltaikanlagen gewonnen wird“, sagt Dr. Sebastian Bolay, Leiter des Referats Energie und Klimapolitik beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). „Die Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage sind so weit gesunken, dass die Photovoltaik gerade für kleinere mittelständische Unternehmen eine wirtschaftlich attraktive Alternative zum herkömmlichen Strombezug bieten kann.“ Bereits ab einem Marktpreis von 13 bis 14 Cent pro Kilowattstunde Strom lohnt es sich für Unternehmen, den Strom über eine PV-Anlage selbst zu erzeugen und zu verbrauchen. „Durch die lukrativen Eigenverbrauchsmöglichkeiten stellen wir bei den Unternehmen einen Trend hin zur Nutzung erneuerbarer Energien fest.“ Einer DIHK-Umfrage zufolge haben bereits 13 Proze nt aller Firmen eine eigene Stromversorgung aufgebaut, weitere 16 Prozent planen diesen Schritt – Tendenz steigend.

Viele Eigentümer von Industrie- und Gewerbebauten investieren deshalb für ihre Stromerzeugung in Photovoltaik-Dachanlagen (PV-Dachanlagen). Durch die weitere Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom lohnt es sich auch für Unternehmen immer mehr, Solarstrom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn wie bisher üblich in das Stromnetz einzuspeisen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen im gewerblichen Bereich, die aufgrund von laufenden Produktionsmaschinen, Klimaanlagen, Notbeleuchtung und EDV rund um die Uhr Strombedarf haben und daher den selbsterzeugten Solarstrom zu hundert Prozent vor Ort verbrauchen können. Neben dem Preis spielt die Planungssicherheit dabei oft eine wichtige Rolle. Eine Kilowattstunde (kWh) eigenproduzierter Solarstrom wird ab 2013 im Schnitt 13 bis 14 Cent kosten, ohne die Gefahr einer Preissteigerung.

Die industrielle Nutzung von PV-Dachanlagen entwickelt sich europaweit sehr unterschiedlich. Nach einer Studie der European Photovoltaic Industry Association (EPIA), Belgien, war 2011 die gewerbliche Nutzung von PV-Dachanlagen in Deutschland, Italien, Spanien und vor allem der Schweiz bereits weit verbreitet. Großbritannien, Belgien und Griechenland setzen derzeit noch verstärkt auf Freiflächenanlagen und PV-Anlagen für Wohngebäude. Zurückzuführen ist die Entwicklung auf die unterschiedlichen Einspeisevergütungen für Solarstrom.

Wirtschaftlich interessant ist der Eigenverbrauch von Solarstrom auch im Bereich der Elektromobilität.
Das gilt vor allem für Unternehmensflotten mit leichten Nutzfahrzeugen und einer Jahresfahrleistung von weniger als 10.000 km – beispielsweise in Ballungsräumen. So kann ein elektrischer Kleintransporter aufgrund der beträchtlichen Fahrenergiekostenersparnis wirtschaftlich schon heute mit einem Dieselfahrzeug konkurrieren. Wird der Elektro-Kleintransporter mit selbst produziertem Solarstrom betankt, ergibt sich sogar ein Kostenvorteil.

Die Intersolar Europe, die weltweit größte Fachmesse der Solarindustrie, greift die Themen rund um die neuen Eigenverbrauchsmöglichkeiten von Solarstrom auf
und beleuchtet die Zukunftstrends in den Bereichen Netzintegration, Energiespeicherung und Elektromobilität in diversen Veranstaltungen, von Sonderschauen über geführte Touren bis zu Webinaren. Zahlreiche Aussteller aus Industrie und Forschung zeigen praxisnahe Lösungen und illustrieren in speziellen Workshops die Wirtschaftlichkeit der Eigenverbrauchsmöglichkeiten von Solarstrom.


Die Intersolar Europe 2013 findet vom 19. bis 21. Juni auf der Messe München statt.

Weitere Informationen zur Intersolar Europe finden Sie im Internet unter http://www.intersolar.de


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