Mittwoch, 14. Dezember 2016

Weltweite PV-Installationen nahe 300 Gigawatt

Die global installierte Photovoltaik-Leistung wird von 225 Gigawatt (2015) in diesem Jahr voraussichtlich auf 294,69 GW wachsen, berichtet das Marktforschungs-Unternehmen GlobalData (London, UK). Laut seinem jüngsten Bericht bleibt China der weltgrößte PV-Markt. In einer ausführlicheren Studie kommt Mercom zum Schluss, dass die Entwicklung in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich verläuft - die Studien hat jetzt das Solar-Portal solarserver.de zusammengefasst.
 
In China wurden letztes Jahr neue Photovoltaik-Anlagen mit 15,13 GW installiert, und die installierte Gesamtleistung wuchs bis Ende 2015 auf 43,48 GW. Laut GlobalData hat sich Chinas installierte PV-Leistung seit 2011 verdreizehnfacht.  „Im ersten Quartal 2016 baute China 7,14 GW Photovoltaik-Leistung zu, davon 6,17 GW in Form von Großkraftwerken und 970 MW als dezentrale Anlagen“, berichtet Ankit Mathur von GlobalData. Chinas Fünfjahresplan setzt bis 2020 ein Photovoltaik-Ausbauziel von 150–200 GW an, wobei sich der Fokus von der reinen Größe weg hin zu Qualität und Effizienz verlagert. Angestrebt wird außerdem ein Erneuerbaren-Anteil am Energieverbrauch von rund 15 % bis 2020 und von 20 % bis 2030. 


Die Mercom Capital Group (Austin, Texas, USA) geht davon aus, dass dieses Jahr weltweit Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 76 Gigawatt installiert werden. Für 2017 liegt die Prognose bei 70 GW. „Die globale PV-Nachfrage wird über den meisten Prognosen liegen, da in China mehr installiert wird als je zuvor“, sagte Raj Prabhu, Geschäftsführer und Mitbegründer der Mercom Capital Group.
 
„Die Rekord-Installationszahlen in China und der anschließende Rückgang führten zu einem Überangebot und dann zu einem Preiseinbruch bei Photovoltaik-Modulen. Dieser trägt dazu bei, dass die Modulnachfrage bis ins Jahr 2017 hinein wieder steigt.Die Nachfrageprognose für 2017 hat sich daher wieder verbessert. In China wird wegen der niedrigen Modulpreise voraussichtlich wieder mehr zugebaut, bevor die Einspeisevergütung erneut gekürzt wird. Dieses Anziehen des Marktes hat die Modulpreise wieder etwas stabilisiert. Ähnliche Entwicklungen aufgrund der besseren Wirtschaftlichkeit von Projekten erwarten die Marktforscher auch in anderen Märkten.


Nach einem Photovoltaik-Zubau von 15,1 Gigawatt im Jahr 2015 übertraf China im ersten Halbjahr 2016 bereits sein Zubauziel von 18,1 GW, indem Anlagen mit rund 22 GW errichtet wurden. Am 30.06.2016 endete die Frist für die alte Einspeisevergütung. Danach ging die Nachfrage zurück, die Solarmodulpreise sanken, und es gab ein Überangebot. Die Spotmarktpreise sanken seit Jahresbeginn um rund 30 Prozent, seit Juni um rund 21 Prozent. Die nationale chinesische Energiebehörde erwägt, das Solar-Ausbauziel für 2020 um 27 % zu senken (von 150 auf 110 Gigawatt).


Mercoms Prognose des diesjährigen US-Solarmarkts liegt nach wie vor bei rund 13 GW. Die Aktivität in diesem Markt ist deutlicher zurückgegangen als erwartet, nachdem im Dezember 2015 die Verlängerung der ITC-Förderung bekannt wurde. Viele Großprojekte wurden auf 2017 verschoben, da es keine Deadline für das Förderprogramm gibt. Der US-Markt wächst 2016 voraussichtlich um 78 % gegenüber dem Vorjahr. Treiber sind nach wie vor Großprojekte. Hier wird die Pipeline auf über 30 GW geschätzt. Strombezugsvereinbarungen (PPAs) werden mit immer niedrigeren Preisen abgeschlossen, und die Modulpreise sinken aufgrund des Überangebots in China, was die Aktivität in den USA vermutlich umso mehr ankurbeln wird, als die Renditen der Projekte sich verbessern. All dies könnte zu einem starken Jahr 2017 für den US-Markt führen. Die Wahl von Donald Trump führt zu der Frage, inwieweit sich dies auf den Markt auswirkt. Während der „U.S. Clean Power Plan” von Präsident Obama dem neuen Präsidenten wohl zum Opfer fallen wird, gehen die Marktforscher davon aus, dass die ITC-Verlängerung wahrscheinlich erhalten bleibt. Ein Grund ist, dass der Solar-Sektor mehr als 200.000 US-Bürger beschäftigt. 

Japan und Indien sind in diesem Jahr nach China und den USA die größten Photovoltaik-Märkte. Indien könnte 2017 sogar auf Platz drei aufrücken, da dort sehr viele Projekte in der Pipeline sind.  Japan wird dieses Jahr voraussichtlich 10,5 Gigawatt Photovoltaik-Leistung zubauen. Experten rechnen im April 2017 mit einer deutlichen Kürzung der Einspeisevergütung. Gleichzeitig werden umgekehrte Auktionen und weitere Regelungen erwartet, da Japan, um Fördermittel zu sparen, auf solche Modelle umstellen will. Indien wird dieses Jahr rund 4 GW installieren, 2017 sogar doppelt so viel. Der indische Solar-Markt wird vorwiegend von Auktionen beherrscht; Hier sind 20 GW in der Pipeline.


Der europäische Markt schrumpft weiter: Großbritannien, Deutschland und Frankreich installieren 2016 voraussichtlich jeweils mehr als ein Gigawatt, nächstes Jahr wird dies wohl nur noch in Frankreich und Deutschland der Fall sein. Australien installiert den Prognosen zufolge 2016 und 2017 jeweils ein Gigawatt PV-Leistung. Andere Solar-Märkte, die es zu beobachten gilt, sind Lateinamerika (v. a. Mexiko, Chile und Brasilien), der Mittlere Osten und Nordafrika (MENA), Südafrika und Saudi-Arabien.

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