Mittwoch, 21. Dezember 2011

Solar Millenium ist wohl pleite

In der vergangenen Woche ging die Berliner Photovoltaik-Modulproduzentin Solon pleite - am Donnerstag nun die Nachricht von der Insolvenz von Solar Millenium, des Entwicklers grosser Solarthermie-Anlagen. An der Börse setzte derweil eine widersprüchliche Entwicklung verschiedener Solarwerte ein.

Das Unternehmen befand sich bereits seit September in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zum Verkauf der US-Projektpipeline. Es besteht weitgehendes Einvernehmen über die Transaktion; wesentliche Verträge wurden bereits unterzeichnet. Allerdings sind einzelne Bedingungen für die Wirksamkeit der Verträge bislang nicht eingetreten. Höhe und Zeitpunkt der Zahlungsflüsse konnten bis zuletzt nicht verbindlich bestätigt werden. Auch intensive Verhandlungen mit Investoren über einen Einstieg in das Projekt Ibersol konnten nicht zu einem Abschluss geführt werden. Beide Transaktionen hätten über den aktuellen Liquiditätsbedarf hinaus Mittel generiert, die die Basis für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft gelegt hätten.

Die solarthermische Energieerzeugung (siehe Bild) war das Geschäft von Solar Millenium, die unter anderem in Spanien erfolgreich Anlagen realisierte. Dann kam der Entscheid, in den USA stattdessen die Photovoltaik-Technologie zu verwenden - und nun wohl das endgültige Aus.


Vorstand und Aufsichtsrat bedauern gemäss einer Mitteilung des Unternehmens die Entwicklung sehr. Im Bemühen, für Aktionäre und Gläubiger vorhandene Werte zu erhalten, hätten sich die Organe der Gesellschaft zu diesem Schritt aber gezwungen gesehen. An der Börse verlor die Aktien von Solar Millenium Mitte Nachmittag rund zwölf Prozent und notierte erstmals unter einem Euro - in besseren Zeiten waren es über 20.

Ganz anders weitere Solarwerte, wie die Wirtschaftsnachrichten-Agentur Reuters meldet: Zugegriffen haben demnach die Investoren bei Meyer Burger. Die Aktie stieg an der SIX um bis zu 7 Prozent. Ebenfalls bis zu 7 Prozent stiegen in Deutschland die SMA-Solar-Papiern im TecDax und erreichten damit ein Drei-Wochen-Hoch von 42,86 Euro verteuerten. LBBW-Analyst Erkan Aycicek bescheinigt gemäss Reuters dem Solartechnikkonzern weiterhin eine starke Marktstellung. "Neben den flexiblen Kostenstrukturen sehen wir vor allem das gute Vertriebs- und Servicenetz, das eine hohe Kundenbindung gewährleistet, als die Garanten für die hohen Margen im Konzern", schrieb der Experte in einem Kommentar. Deutlich zulegen konnten auch die deutsche Q-Cells mit einem Plus von 7,4 Prozent auf 0,59 Euro. Centrotherm und Solarworld gewannen jeweils 2,7 Prozent.

Die einst erfolgsverwöhnte Zukunftsbranche leidet als Folge der Billigkonkurrenz aus China und angesichts staatlicher Förderkürzungen zunehmend unter Preisverfall, Überkapazitäten und Finanzproblemen. Q-Cells, Centrotherm, Solarworld und SMA Solar haben seit Jahresanfang zwischen 76 und knapp 40 Prozent an Wert verloren.

Quellen: Solar Millenium / Reuters

© Solarmedia

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