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| AKW_Saporoschje_Energoatom - mehr dazu Text unten |
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Die
Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) verfolgt die Situation
in der Ukraine und ist im ständigen Kontakt mit dem State Nuclear
Regulatory Inspectorate of Ukraine (SNRIU). Gegenwärtig (Stand 1.März) gibt es laut
IAEO keine Hinweise darauf, dass bei den Kriegshandlungen nukleares
Material freigesetzt wurde. Die radioaktiven Abfälle sind weiterhin in
den Zwischenlagern eingeschlossen. Auch die Kernkraftwerke werden
weiterhin sicher betrieben. Trotzdem ist die IAEO besorgt und hat alle
Beteiligten zur Zurückhaltung und zum Schutz der Nuklearanlagen
aufgerufen. Stand 1.März 2022, Quelle wohlgemerkt das atomfreundliche Schweizer Nuklearforum.
Ergänzung vom 2.März 14h: Die Ukraine hat von der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dringende Hilfe für die
Sicherheit ihrer Nuklearanlagen angefordert. Das berichtete IAEA-Chef
Rafael Grossi am Mittwoch bei einer Sondersitzung seiner Behörde in
Wien. Welche Unterstützung im Zuge der russischen Invasion konkret
gefordert wurde, sagte er nicht. Grossi berichtete auch, dass russische
Einheiten nach Angaben aus Moskau das Gebiet um das Atomkraftwerk
Saporischschja – das grösste ukrainische AKW – unter ihre Kontrolle
gebracht hätten, dies entgegen den Feststellungen im nachstehenden Artikel. Quelle: Agenturen / Tages-Anzeiger / Solarmedia
Die Internationale Atom-Energie-Organisation IAEO verfolgt gemäss eigenen Angaben die Entwicklungen rund um die Sicherheit der
Kernkraftwerke und anderer nuklearer Einrichtungen der Ukraine. Auf
ihrer Website informiert sie über neue Erkenntnisse aus erster Hand. Dazu steht sie mit dem (SNRIU)
in ständigem Kontakt. Die Ukraine betreibt 15 Kernreaktoren und Lager
für radioaktive Abfälle aus den Kernkraftwerken sowie aus dem Medizin-
und Industriebereich. Auch die Sperrzone um Tschernobyl, wo sich 1986
der Reaktorunfall ereignet hat, liegt auf dem Staatsgebiet der Ukraine.
Betreiberin aller in Betrieb befindlichen ukrainischen Kernkraftwerke
ist die NNEGC Energoatom.
Im Folgenden eine auf IAEO-Informationen basierte Zusammenfassung der
Ereignisse, die nukleare Einrichtungen in der Ukraine betreffen: Kernkraftwerk Saporoschje nach wie vor unter ukrainischer Kontrolle (siehe Bild oben) - Das
ukrainische Aussenministerium hat die IAEO am 27. Februar darüber
informiert, dass russische Militärkräfte in die Nähe des grössten
ukrainischen Kernkraftwerks Saporoschje vorgestossen sind. Diese Aussage
wurde am 28. Februar vom Kernkraftwerkbetreiber an die IAEO mit der
Ergänzung bestätigt, dass keine russischen Truppen auf das
Kraftwerksgelände gelangt sind. Gemäss SNRIU sind alle sechs Blöcke
sicher in Betrieb.
«Es ist von entscheidender Bedeutung, die Einsatzfähigkeit des
Kraftwerkspersonals zu erhalten, um die Sicherheit zu gewährleisten», so
Generaldirektor Grossi. «Zudem müssen die notwendigen Versorgungsketten
verfügbar bleiben, um sicherzustellen, dass die ukrainischen
Kernkraftwerke jederzeit mit den erforderlichen Dienstleistungen,
Ausrüstungen und Komponenten versorgt werden können, um beispielsweise
Notreparaturen durchführen zu können.»
Raketeneinschlag auf Endlagergelände – Gebäude sind intakt: Die
Ukraine hat die IAEO darüber informiert, dass in der Nacht Raketen auf
dem Gelände eines Endlagers für radioaktive Abfälle in Kiew
eingeschlagen sind. Das in Mitleidenschaft gezogene
Strahlungsüberwachungssystem konnte wiederhergestellt werden. «Es gab
jedoch keine Berichte über Schäden am Gebäude oder Hinweise auf eine
Freisetzung von Radioaktivität», sagte Generaldirektor Grossi. In
solchen Lagern wie in Charkiw und Kiew werden in der Regel ausgediente
radioaktive Quellen und andere schwachaktive Abfälle aus Krankenhäusern
und der Industrie gelagert. «Auch wenn diese Endlager keine hochaktiven
Abfälle enthalten, können die gelagerten und entsorgten radioaktiven
Abfälle dennoch schwerwiegende radiologische Auswirkungen verursachen,
was die Notwendigkeit ihres Schutzes unterstreicht», so der
Generaldirektor.
Alle Kernkraftwerke sind weiterhin stabil und normal in Betrieb: Generaldirektor
Grossi informiert, dass laut SNRIU alle Kernkraftwerke des Landes
weiterhin stabil und in Betrieb sind: «Im Moment arbeiten die Anlagen
normal und ihr Kernmaterial bleibt unter Kontrolle. Es ist von grösster
Bedeutung, dass dies auch weiterhin der Fall ist und dass das Personal
der Anlagen in der Lage ist, seine unerlässliche Arbeit ohne
übermässigen Druck oder Stress zu verrichten», so Grossi. Er fordert
alle Parteien nochmals dazu auf, «von Massnahmen oder Aktionen
abzusehen, die die Sicherheit von Kernmaterial und den sicheren Betrieb
aller kerntechnischen Anlagen gefährden könnten, da ein solcher Vorfall
schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt
haben könnte.»
Keine Gefahr aufgrund erhöhter Strahlungswerte in Tschernobyl: Am
Standort Tschernobyl wurden erhöhte Strahlungswerte gemessen. Das SNRIU
sieht das Aufwirbeln von – seit dem Reaktorunfall in 1986 –
kontaminiertem Boden durch schwere Militärfahrzeuge als mögliche Ursache
an. Die IAEO kommt zum Schluss, dass die von der Aufsichtsbehörde
gemessenen Werte innerhalb der Sperrzone von bis zu 9,46 Mikrosievert
pro Stunde gering sind und für die Öffentlichkeit daher keine Gefahr
darstellen. Gemäss SNRIU arbeiten die kerntechnischen Anlagen in Tschernobyl auch
nach der Übernahme der Kontrolle durch russische Streitkräfte normal.
In der Nähe der nordöstlichen Stadt Charkiw sei ein elektrischer
Transformator in einer Deponie für schwachaktive Abfälle beschädigt
worden, es sei jedoch kein radioaktives Material freigesetzt worden.
IAEO ruft zu Zurückhaltung auf: Nach
dem Start der russischen Militärinvasion in der Ukraine appelliert
IAEO-Generaldirektor Rafael Marino Grossi an ein «Höchstmass an
Zurückhaltung, um jegliche Aktionen zu vermeiden, die die nuklearen
Einrichtungen des Landes gefährden könnten». Und er verweist auf den
Beschluss hin, welche die Generalkonferenz der IAEO 2009 gefasst hat:
«Jeder bewaffnete Angriff auf und jede Bedrohung von Nuklearanlagen, die
friedlichen Zwecken dienen, stellt einen Verstoss gegen die Grundsätze
der Charta der Vereinten Nationen, des Völkerrechts und der Satzung der
Organisation dar.»
Russlands Truppen nehmen Tschernobyl ein: Gemäss
Angaben von SNRIU an die IAEO arbeiten alle in Betrieb befindlichen
ukrainischen Kernkraftwerken sicher und geschützt. An einer Sitzung mit
Energoatom machte der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko zuvor publik, dass massive Cyberangriffe auf ukrainische Kernkraftwerke erfolgreich abgewehrt worden seien.
Die Ukraine meldet der IAEO, dass «nicht identifizierte bewaffnete Kräfte» die Kontrolle über die Einrichtungen des State Specialized Enterprise Chornobyl NPP
übernommen hätten, das sich innerhalb der Sperrzone befindet. Es habe
aber weder Opfer gegeben, noch seien nukleare Anlagen zerstört worden.