Mittwoch, 4. November 2015

Weltweit ist das erste Prozent geschafft

Die Internationale Energieagentur IEA hat ihren „Trends Report“ zur globalen Entwicklung der Photovoltaik 2014 publiziert. Im vergangenen Jahr konnte erneut ein rekordhohes Wachstum verzeichnet werden. Ende des Jahres kam erstmals über 1% des weltweit verbrauchten Stroms von der Sonne.

Die IEA erhebt seit 1992 jährlich Daten über die Entwicklung der Photovoltaik weltweit. Am 23. Oktober veröffentlichte die Agentur ihren Bericht zum vergangenen Jahr. 2014 wurden gesamthaft rund 40 GW neu installiert. Damit war das Wachstum erneut höher als im Vorjahr (2013: 38 GW). Von den einzelnen Ländern verzeichneten China (10.6 GW), Japan (9.7 GW) und die USA (6.2 GW) den grössten Zubau. Die gesamthaft installierte Kapazität betrug Ende 2014 177 GW. Dabei verfügte Deutschland mit 38 GW weiterhin über den grössten Markt weltweit.

Im Berichtsjahr wurde erstmals über 1% des weltweit konsumierten Stroms durch Photovoltaik generiert. Die höchsten prozentualen Anteile verzeichneten Italien (8%), Griechenland (7%) und Deutschland (6%). In der Schweiz lag dieser Wert bei 1.8%.

Die Kosten für Solarstrom sind 2014 erneut stark gesunken und lagen in einigen Ländern kaum mehr über dem Marktpreis von Elektrizität. Dennoch waren bei 96.3% des weltweit produzierten Solarstroms Fördermassnahmen nötig. Dies gilt auch für die Schweiz: Mit zusätzlichen Mitteln für die kostendeckende Einspeisevergütung KEV könnten rund 35‘000 Solarprojekte mit einer Jahresproduktion von fast 2 Milliarden  Kilowattstunden[1] auf der KEV-Warteliste in kurzer Zeit realisiert werden.

[1] 2 Terrawattstunden, entspricht 2/3 der Jahresproduktion des AKW Mühleberg

Über den Trends Report
Der Photovoltaic Trends Report wird vom Photovoltaic Power Systems Programm PVPS verfasst. Das PVPS ist eines der Forschungs- und Entwicklungsprogramme der IEA. 27 Staaten, darunter die Schweiz, sind am Programm beteiligt. Über die Entwicklung der restlichen Staaten stellt das PVPS jeweils verlässliche Schätzungen an.
Der Trends Report kann unter folgendem Link auf Englisch heruntergeladen werden: 

Anteil der Erneuerbaren in Deutschland bereits ein Drittel

Die Erneuerbaren Energien werden 2015 voraussichtlich rund 33 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Schätzung. 

Demnach könnten rund 193 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen bis zum Jahresende erzeugt werden. Das ist rund ein Fünftel mehr als im Vorjahr: 2014 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien mit 161 Mrd. kWh noch bei rund 27 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Deutliche Zuwächse verzeichnen ZSW und BDEW vor allem bei der Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik: Am 31. Oktober 2015 lag der Anteil der Erzeugung aus Windenergieanlagen mit 63 Mrd. kWh bereits um 47 Prozent über dem Wert des gleichen Zeitraums im Jahr 2014. Trotz des moderaten Zubaus an Solaranlagen im Jahr 2015 produzierten diese in den ersten zehn Monaten mit 35 Mrd. kWh so viel Strom wie im gesamten Vorjahr. Für die Berechnung des voraussichtlichen Anteils der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch des Jahres 2015 wurden für November und Dezember die für diese Jahreszeit durchschnittlichen witterungsbedingten Erzeugungswerte angenommen. Gerade im Bereich der Windenergie kann es jedoch zu Abweichungen von der aktuellen Schätzung kommen.

"Unabhängig von der exakten Quote zum Jahresabschluss wird erneut deutlich, dass die Erneuerbaren Energien im deutschen Strommix weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig steigt dadurch aber der Handlungsdruck für die Integration der regenerativen Energien ins Gesamtsystem der Stromerzeugung: Die adäquate Ausgestaltung der dafür nötigen Strukturen muss dringend vorangetrieben werden. Für die EEG-Novelle 2016 hat der BDEW bereits konstruktive Empfehlungen vorgelegt. Darüber hinaus darf beim Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze keine Zeit verloren werden", erklärt Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

 

Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, ergänzt: "Wenn Erneuerbare Energien nunmehr rund ein Drittel des Strombedarfs decken, wird deutlich, dass sich dieses Element der Energiewende auf einem vielversprechenden Weg befindet. Der steigende Anteil von regenerativen Quellen macht Deutschland immer unabhängiger von fossilen Energieträgern und trägt damit zur Erreichung seiner Klimaschutzziele bei. Trotzdem bedarf es weiterer Anstrengungen, die über die reine Stromerzeugung hinausgehen: Strom, Wärme und Mobilität müssen stärker miteinander gekoppelt und als Gesamtsystem optimiert werden."

Quelle:  www.bdew.de

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Dienstag, 3. November 2015

D: Anreizprogramm für Solarspeicher soll weiter geführt werden

Solarstromspeicher dienen der Energiewende / BSW-Solar spricht sich in Deutschland für Fortführung des KfW-Speicherprogramms aus / Studien belegen großes Potenzial und Wunsch der Verbraucher nach Stromspeichern 

Der weiter wachsende Anteil der Windkraft und Photovoltaik an der Elektrizitätsversorgung erfordert einen Ausbau der Flexibilitätsoptionen, der Stromnetze und vor allem der Speicherkapazitäten. Stromspeicher sind aus Sicht des Bundesverbandes Solarwirtschaft und vieler Experten eine volkswirtschaftlich günstige und – angesichts der möglichen Verzögerungen beim Netzausbau - eine realistische Option, wie Studien des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) oder der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen zeigen. Zudem entlasten Solarstromspeicher dort die Netze, wo größere Mengen Sonnen- und Windstrom eingespeist werden. Vielfach sparen sie auch Geld beim Netzausbau. "Die Bürger sind bereit für Solarstromspeicher, und die Speicher werden durch technologische Fortschritte und Massenproduktion immer günstiger. Mit den richtigen politischen Weichenstellungen können die Potenziale der Solarstromspeicher sinnvoll für das Energiesystem eingesetzt und die Preise weiter gesenkt werden", sagte Jörg Mayer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), in Berlin. Der BSW-Solar spricht sich daher für eine Fortführung des KfW-Speicherprogramms für weitere drei Jahre aus, weil damit die Netzdienlichkeit der Solarstromspeicher weiter verbessert wird und Netzausbau vermieden werden kann. Mayer: "Die Politik verfügt mit dem Speicherprogramm über ein kosteneffizientes und eingeübtes Instrument, mit dem sie den Einsatz von Speichern steuern kann."   

Bis Ende September hat das seit 2013 laufende Programm aus dem Stand die Installation von rund 14.000 netzdienlichen Solarstromspeichern bewirkt. Dabei ist mit jedem Fördereuro das Siebenfache an Investitionen verbunden. Deutschland verfügt dank des KfW-Speicherprogramms über die höchsten Standards beim netzdienlichen Betrieb der Speicher sowie bei der Sicherheit. Wie eine aktuelle Studie von WWF und Lichtblick belegt, besteht bei Bürgern eine große Bereitschaft für dezentrale Batteriespeicher. Die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende hat sich zeitgleich der Frage gewidmet, welche Effekte eine flächendeckende Nutzung von Solarstromspeichern hätte. Das Ergebnis: Es könnte erheblich mehr günstiger Solarstrom verbraucht werden. Das deutsche Stromsystem könnte mit rund 150 Gigawatt das Vierfache der heutigen Solarstromkapazität verarbeiten. Angesichts weiterhin stark sinkender Preise für Photovoltaik-Anlagen und Speichersysteme sei ein solches Szenario realistisch, müsse aber durch eine zielgerichtete Energiepolitik flankiert werden. Der BSW-Solar ist davon überzeugt, dass ein einmalig um drei Jahre verlängertes KfW-Speicherprogramm für diese Wachstumserwartung die richtigen Leitplanken setzt, um möglichst jeden Stromspeicher für die deutsche Energiewende nutzbar zu machen. 

Hintergrund:
Der Link zur Analyse von Agora Energiewende: http://bsw.li/1Rd0YC3
Der Link zur Studie von WWF und Lichtblick: http://bsw.li/1Rd28NV

Montag, 2. November 2015

Grossbatterie im Einsatz

02.11.15 Auf dem Weg zur dauerhaften Lithium-Gross-Batterie - in Englisch



Forscher der ETH Lausanne testen eine industrielle Batterie, die den Strom aus Photovoltaik speichern und ein Stromnetz betreiben soll. Die neue Batterie wurde auf dem Campus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (ETH)erstellt  und soll während 23 Monaten getestet werden. Entwickelt haben sie Wissenschafter der ETH. Sie basiert jedoch auf eine Technik von Leclanché, einem Unternehmen für Batteriespeichertechnologien aus Yverdon-les-Bains.

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Pumpspeicher oder Batterien - Quaschnings eindeutige Antwort

Sind Pumpspeicher oder Batterien besser für die Energiewende? Diese Frage stellte das BMWi in seiner Rubrik "kontrovers" auf seinem Newsletter "Energiewende direkt". Die Antwort ist gemäss Volker Quaschning, dem Berliner Experten für Erneuerbare Energien, einfach: "Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir Speicher in einer anderen Dimension als heute. Dezentrale Solarstromspeicher sind dabei im Vorteil. Und wir brauchen vor allem eins: Eine echte und schnelle Energiewende, die wirklich eine ist." 

Die Erneuerbaren Energien deckten 2014 nur 11,1 Prozent unseres Primärenergiebedarfs. Setzen wir die Energiewende im Tempo der letzten 14 Jahre fort, wird die Dekarbonisierung in Deutschland erst 2155 abgeschlossen sein. Wollen wir das Klima wirksam schützen und das vielbeschworene 2-Grad-Limit sicher einhalten, muss unsere Energieversorgung aber schon 2040 ganz ohne fossile Energieträger auskommen. Den Löwenanteil des künftigen Energiebedarfs werden Windkraft und Photovoltaik decken müssen, die dafür eine installierte Leistung in der Größenordnung von je 200 GW benötigen. Übertragungsleitungen können die Angebotsschwankungen nicht ausgleichen. Hierfür brauchen wir neue Speicher.

Allein für den Tag-Nacht-Ausgleich ist an sonnigen Tagen künftig eine Speicherkapazität von bis zu 500 GWh erforderlich. Die bestehenden Pumpspeicherkraftwerke sind mit 40 GWh dafür zwar hilfreich, aber leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Ausbaupotenziale in Deutschland sind stark begrenzt. Möchte man Pumpspeicher in anderen Ländern anzapfen, sind gigantische Leistungstrassen nötig, die allein aus Akzeptanzgründen kaum durchsetzbar sind. Das Potenzial dezentraler Batteriespeicher wird hingegen häufig unterschätzt und überschreitet das von Pumpspeichern erheblich. Sie lassen sich direkt von und bei den Verbrauchern errichten. 

Das steigert die Akzeptanz der Energiewende. Die Renditeerwartungen von Bürgern sind zudem geringer als von Energiekonzernen und innovative Unternehmen wie Tesla sind dabei, Speicher zu regelrechten Mainstreamprodukten zu entwickeln. Für den saisonalen Ausgleich müssen dezentrale Solarstromspeicher noch durch die Power-To-Gas-Technologie ergänzt werden. Technisch und ökonomisch ist damit eine vollständig regenerative Energieversorgung realisierbar. Und wenn die Politik den Mut aufbringt, endlich das nötige Tempo bei der Energiewende zuzulassen, können wir so auch die Klimaschutzziele erreichen und damit die Lebensgrundlagen unserer Kinder sichern.

Quelle: Volker Quaschning 

Und das passende Video zum Thema Dezentralisierung


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Sonntag, 1. November 2015

Solaraktienindex liegt hinter Ölaktien


Der PPVX sank letzte Woche um 1,3% auf 1.439 Punkte, der NYSE Arca Oil stieg um 1,9%. Seit Jahresanfang 2015 liegt der PPVX mit -7,0% währungsbereinigt rund 5 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex (-2,0%). Das PPVX-Spitzentrio 2015 bilden SMA Solar Technology AG (+187%), Capital Stage AG (+83%) und Scatec Solar (+38%). Die grössten Gewinner der Woche waren First Solar (+13%) und SunPower (+7%), die grössten Verlierer SolarCity (-24%) und SunRun (-18%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 46,3 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+412%) rund 256 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +156%). Der Gewichtungsfaktor von Trina Solar wurde Ende Oktober von 3 auf 4 erhöht.

Vergrössern mit Klick auf Grafik und Tabelle !

Der Solaraktienindex PPVX erscheint abwechslungsweise auf Solarmedia und in den Zwischenwochen auf  Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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