Montag, 17. Mai 2021

100 % erneuerbar 2030

Klimaschutz jetzt!: Bisher galt in der Politik der alte Grundsatz von Reichskanzler Otto von Bismarck „Politik ist die Kunst des Möglichen“ – heute gilt: „Politik ist die Kunst, das Notwendige möglich zu machen“ - ein Kommentar von Franz Alt zur aktuellen Klimadiskussion in Deutschland, mit viel Wahrem auch für die Schweiz.

Auch Angela Merkel hat ihn genau so wörtlich zitiert und auf ihre Klimapolitik übertragen. Seit dem historischen Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zum laschen Klimaschutzgesetz der Großen Koalition gilt etwas ganz anderes: „Politik ist die Kunst, das Notwendige möglich zu machen“. In diesem Sinne hat einer der Kläger in Karlsruhe, der Solarenergie Förderverein Deutschland, jetzt dieses Plakat entwickelt.

Nach dem Gesetz der Groko, das das BVG jetzt teilweise für verfassungswidrig erklärt hat, sollte Deutschland bis 2030 55% weniger CO2 emittieren und bis 2050 klimaneutral sein. Alles andere gefährde die Freiheit der künftigen Generationen. Das BVG sieht Freiheit und Klimaschutz in einem unauflöslichen Zusammenhang. Nach dem Urteil hat die Koalition das Ziel bis 2030 auf 65% erhöht und das 2050-Ziel auf 2045 vorgezogen. Doch nach Ansicht der Klimawissenschaftler ist das nur Kosmetik und kein wirklicher Fahrplan für Klimaschutz.

Deshalb hat der Solarenergieförderverein dieses Plakat für die Wahlkämpfe in diesem Superwahljahr angefertigt mit dem klaren Ziel „100% Erneuerbare Energien bis 2030“. So hat es das BVG auch gemeint: Deutschland muss sich an die Vorgaben der Klimawissenschaftler halten – so wie es die Bundesregierung auch in der Corona-Krise getan hat. Dasselbe Ziel fordern auch die Fridays-for-Future-Bewegung, die meisten Umweltverbände und auch der Bundesverband der Erneuerbaren Energien.

Was könnte und müsste die Bundesregierung jetzt wirklich tun? So wie bei der Corona-Krise konsequent auf die Wissenschaft hören und entsprechend handeln. Alle Technologien, um bis 2030 hierzulande zu 100% auf Erneuerbare Energien umzusteigen, sind vorhanden. Bei Umfragen verlangen auch über 90% der Wählerinnen und Wähler einen schnelleren Umstieg als es das neue Groko-Gesetz vorsieht. Hätte die Bundesregierung bei Corona ähnlich leichtfertig gehandelt wie jetzt beim Klima, dann wären in Deutschland nicht um die 80.000 Menschen an und mit Corona gestorben, sondern Hunderttausende.

Wenn Sie, liebe Leserin und lieber Leser, jetzt meinen, dieser Vergleich sei nicht zulässig, dann nenne ich Ihnen zwei Zahlen, die meine These stützen: Die Corona-Krise hat in den letzten 15 Monaten global bisher um die 2.2 Millionen Tote gefordert, aber die Klima- und Umweltkrise fordert jedes Jahr mehr als sieben Millionen Tote. Tendenz der Klimatoten und der Klimaflüchtlinge steigend. Beide Zahlen stammen von der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Krisen von historischer Dimension erfordern Mut und Veränderungswille von historischer Dimension. Am Beginn der Corona-Krise hatten die meisten Regierungen der Welt diesen Mut aufgebracht, auch die deutsche. Bei der Klimakrise aber steht diese Mutprobe noch immer aus, obwohl alle Regierungen der Welt 2015 in Paris versprochen hatten, ehrgeizige und mutige Klimaschutzziele zu beschließen und durchzuführen.

Trotz des Grundsatzurteils aus Karlsruhe handelt die deutsche Regierung auch jetzt noch nicht mutig genug, sondern noch immer hasenfüßig und leichtfertig. Sie muss die Kunst, das Notwendige zu tun, noch lernen. Dabei können und müssen die Wählerinnen und Wähler in einem Wahljahr nachhelfen, sonst wird das Bundesverfassungsgericht sein nächstes Urteil gegen die Bundesregierung fällen. Das führt bei Wahlen aber zu Politikverdrossenheit, weil es politisches Vertrauen kostet. Diese Bundesregierung schadet dem Klima und der Demokratie.

Quelle: FRANZ ALT 2021

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Sonntag, 16. Mai 2021

Solarstrom für Süsses

Die Fliessbänder und Verpackungsmaschinen von Aeschbach laufen seit vergangenem Jahr einen Tick umweltfreundlicher: Im Contracting mit der Axpo Tochtergesellschaft CKW konnte der Schokoladehersteller aus dem luzernischen Root eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb nehmen - ein Axpo-Magazin-Bericht.

Mit der Solaranlage kann Aeschbach
übers Jahr gerechnet 20 Prozent des Strombedarfs abdecken.

Wer in der Schweiz aufgewachsen ist, hat sie mit einiger Wahrscheinlichkeit als Kind selbst mal verkauft: Die Rede ist von den Schoggitalern, die seit 1946 von Schülerinnen und Schülern verkauft werden. Die Erlöse dieses Verkaufs kommen Projekten von Pro Natura und dem Schweizer Heimatschutz zu. Hergestellt werden sie seit Mitte der Achtzigerjahre in der Zentralschweiz bei der Aeschbach Chocolatier AG. Die Schoggitaler sind nur eines von vielen Produkten des Unternehmens. «Insgesamt stellen wir jährlich etwa 900 Tonnen verschiedenster Schokoladeprodukte her», sagt Jürg Rogenmoser, operativer Geschäftsführer des Unternehmens. Kunden sind unter anderem Bäcker, Confiseure und Cafés in der ganzen Schweiz.

Knapp 40 Jahre lang produzierte Aeschbach Chocolatier in Cham. Doch der Platz war aufgrund der wachsenden Nachfrage knapp geworden und das Gebäude in die Jahre gekommen. Es genügte den Anforderungen an eine moderne Schokoladeproduktion nicht mehr. Als in Root bei Luzern ein Gelände zum Verkauf stand, ergriff man bei Aeschbach die Chance, dort einen neuen Firmenhauptsitz zu bauen. So zog der Betrieb mit seinen heute rund 100 Mitarbeitenden im Jahr 2012 von Cham einige Kilometer südwärts. «Das neue Gebäude in Root hat zahlreiche Vorteile», sagt Rogenmoser, der den Betrieb zusammen mit Markus Aeschbach leitet. «Dank einer Wärmepumpe heizen und kühlen wir das Gebäude mit der Energie aus dem Grundwasser. So sind wir frei von fossilen Energieträgern.»

Ein kleiner Wermutstropfen war damals, dass man auf die Photovoltaikanlage verzichten musste, obwohl eine solche geplant gewesen wäre. So hat Aeschbach die Dachlast bereits beim Bau so ausgelegt, dass darauf eine Photovoltaikanlage hätte erstellt werden können. Aber da man gleichzeitig auch verschiedene Produktionsmaschinen modernisieren musste, stand nicht genügend Investitionsbudget für die Finanzierung einer PV-Anlage zur Verfügung. Einige Jahre später ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Aeschbach-Hauptsitzes doch noch Realität geworden. Möglich gemacht hat dies ein Solar Contracting mit CKW, einer Tochtergesellschaft von Axpo. Mit diesem Vertragsmodell installiert und betreibt CKW auf dem Dach ihres Kunden eine Photovoltaikanlage auf eigenes Risiko.

Im Gegenzug bezieht der Kunde den Strom zu einem Fixpreis im vertraglich vereinbarten Zeitraum. Danach geht die Anlage kostenlos in dessen Besitz über. Der Kunde hat jedoch die Möglichkeit, die Anlage bereits zu einem früheren Zeitpunkt zu einem vorab definierten Restwert zurückzukaufen. Dank dem Contracting steht so einem Unternehmen die Möglichkeit offen, eine wirtschaftliche Solaranlage zu bauen und zu betreiben, ohne grosse Vorinvestitionen tätigen zu müssen.

«Wir sind Spezialisten für Schokolade, jedoch nicht für Strom», weiss Rogenmoser, gelernter Confiseur und heutiger COO, der seit 30 Jahren für das Unternehmen arbeitet. «Da wir als Grossbezüger mit langfristigem Liefervertrag bereits seit vielen Jahren mit CKW gut zusammenarbeiten, wollten wir die Anlage auch mit CKW als Partner realisieren.» Bei der Anlage in Root hat CKW im Rahmen des Solar Contractings die gesamte Planung übernommen – von der Ausschreibung über den Bau bis zur Inbetriebnahme im Frühling 2020. Nach Möglichkeit will Aeschbach laut Rogenmoser bereits vor Ablauf der Vertragsdauer von der Option des Rückkaufsrechts Gebrauch machen.

Quelle:  Axpo

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Samstag, 15. Mai 2021

Energiewende alles klar

Wie soll die Wende hin zu einer umweltfreundlichen Energiegewinnung ablaufen und wie kann sie funktionieren? Diese und weitere Fragen bespricht Prof. Dr. Kemfert vom Deutschen Institut für  Wirtschaftsforschung. Ihre Ausführungen beziehen sich auf Deutschland, vieles lässt sich sinngemäss auf die Schweiz übertragen.  

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Freitag, 14. Mai 2021

Bald: Tage der Sonne






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Tage der Sonne 2021


28. Mai 2021 bis 6. Juni 2021


Tage der Sonne und COVID-19


Corona beeinflusst leider auch in diesem Jahr die Tage der Sonne stark. Momentan sind nur kleine, private Veranstaltungen drinnen, oder etwas grössere draussen erlaubt. Die jeweils aktuellsten Corona-Bestimmungen führen wir hier auf der Veranstaltungsseite auf. Informationsmaterial und Plakate finden Sie hier. Ein ideales Format innerhalb der aktuellen Möglichkeiten ist das Dinner for Sun: Laden Sie Ihre Freunde und Verwandte zu einem gemeinsamen Essen und Beisammensein im Namen der Tage der Sonne ein! Passende Tischsets, Namenskarten und Servietten finden Sie hier. Oder starten Sie eine virtuelle Veranstaltung - wir stellen Ihnen hierfür gerne eine Zoom-Lizenz zur Verfügung.

Schauen Sie mal in den Veranstaltungskalender …

…denn da gibt es viele spannende Veranstaltungen! Reto Knutti,Roger Nordmann und Rudolf Rechsteiner sprechen beispielsweise über die aktuellen Herausforderungen rund um das Klima und den Ausbau von Photovoltaik. Wie sieht es eigentlich aus mit der Liberalisierung und Privatisierung des Stromnetzes oder mit den Einflüssen des CO2-Gesetzes auf die finanzielle Situation des Mittelstands? Welche Chancen bietet die Nachhaltigkeit Unternehmen? Wie kann ich als HausbesitzerIn eine PV-Anlage finanzieren und welche Möglichkeit habe ich als MieterIn ?

Wenn Sie eher praktisch veranlagt sind, dann interessiert Sie sicherlich die Energiewerkstatt, das Repair Café, das Tenna Hospiz oder eine Probefahrt mit einem E-Auto.

Auch für Bewegung ist gesorgt: Seien dies Spaziergänge und Wanderungen auf dem Sunnewäg, dem Knonauer Energieweg, dem Aeugster Energiespaziergang oder eine historisch-ornithologischen Wanderung in Kappel am Albis.

Auf dem SonnenTrail der Umwelt Arena erhalten Sie eine Sonderführung zu vielen spannenden Anwendungsmöglichkeiten von Photovoltaik und Solarthermie und die ANTA SWISS AG stellt ihre Produkte vor, welche mit Sonnenenergie betrieben werden. In Wohlen AG und Zollikofen BE öffnen zwei Hausbesitzer ihre Türen.

Vermissen Sie kulturelle Veranstaltungen? Dann ist der Poetry Slam zur Energiewende in Bern, das Sonnenfest in Liechtenstein oder der Energietag in Mettmenstetten das richtige für Sie!

Haben Sie keine Zeit an einer Veranstaltung teilzunehmen? Unterstützen Sie die Solarenergie dennoch: Während der ganzen Tage der Sonne erhalten Sie beim Kauf einer Solarvignette für das Handy eine weitere kostenlos dazu!


Neue Flyervorlage


Um die Bewerbung Ihrer eigenen Veranstaltung zu vereinfachen, haben wir eine Flyervorlage im Format A5 erstellt. Diese ermöglicht den Organisationsteams eine unkomplizierte Bewerbung der eigenen Veranstaltung ohne zusätzlichen Grafikaufwand. Die Vorlage kann nach Belieben strukturiert, formatiert und beschrieben werden. Laden Sie diese noch heute hier herunter.  

Sind nach Ihrer Veranstaltung Fragen offengeblieben?


Antworten finden Sie im forumE, dem offenen Forum der Schweizer Energiewende. Hier werden ganz unterschiedliche Themen rund um die Solarenergie aufgegriffen: Seien dies Batteriespeicher, Eigenverprauchsoptimierung, Einspeisevergütungen, Elektromobilität, architektonische Fragen oder Subventionen, Gesetze. Auch die Wasserkraft und Biomasse kommen dabei nicht zu kurz.

Ein grosses Dankeschön an unsere Partner!


Die Tage der Sonne wären ohne die grosszügigen Unterstützungen unserer Partner nicht möglich. Wir danken deshalb den Firmen NewGreenTec GmbH,Ernst Schweizer AG,Solar Software GmbH,Solar Manager AG,Solarteam AG,Anytech Solar AG,Albasolar GmbH,Clevergie AG,eco solar rupp gmbh, sowie der ADEV Energiegenossenschaft von ganzem Herzen!


Die Tage der Sonne 2021 werden vom 28. Mai 2021 bis 6. Juni 2021 stattfinden. Wir freuen uns, wenn Sie auch dieses Jahr wieder mit dabei sind!




In Zusammenarbeit mit

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Donnerstag, 13. Mai 2021

D: Klimaschutzgesetz mit verbindlichem Pfad

Deutschland wird bis 2045 klimaneutral und beschreibt den Weg dahin mit verbindlichen Zielen für die 20er und 30er Jahre. Das ist der Kern der Novelle des Klimaschutzgesetzes, die das Bundeskabinett auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze beschlossen hat. 

Bislang hatte die Bundesregierung Treibhausgasneutralität bis 2050 angestrebt. Das Zwischenziel für 2030 wird von derzeit 55 auf 65 Prozent Treibhausgasminderung gegenüber 1990 erhöht. Für 2040 gilt ein neues Zwischenziel von 88 Prozent Minderung. Die Klimaschutzanstrengungen werden so bis 2045 fairer zwischen den jetzigen und künftigen Generationen verteilt. Dazu hatte das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung Ende April aufgefordert. Die Bundesregierung wird zudem in den nächsten Wochen mit einem Sofortprogramm erste Weichenstellungen für das neue Ziel vornehmen. Das geht aus einem begleitenden Beschluss des Bundeskabinetts hervor.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (Bild): „Mit diesem Gesetz schaffen wir mehr Generationengerechtigkeit, mehr Planungssicherheit und einen entschlossenen Klimaschutz, der die Wirtschaft nicht abwürgt, sondern umbaut und modernisiert. Ich spreche dabei nicht von einer Verschärfung der Klimaziele, sondern es geht mir um die Entschärfung der Klimakrise. Das Klimaschutzgesetz setzt den Rahmen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Es stellt uns alle vor eine große Aufgabe. Denn es geht nicht um Mathematik, es geht um die Art, wie wir künftig leben, produzieren, heizen und uns fortbewegen wollen. Das betrifft viele Politikbereiche. Künftig müssen alle Ministerien mehr denn je Klimaschutzministerien sein. Mein Klimaschutzgesetz ist der Garant dafür, dass die Regierung beim Klimaschutz nicht mehr nachlassen und zuverlässig alle Ziele erreichen wird.“

Das Klimaschutzgesetz führt das System der jahresscharfen zulässigen Emissionsmengen für die einzelnen Sektoren für die 20er Jahre fort und senkt sie deutlich ab. Den Löwenanteil der zusätzlichen Minderung bis 2030 werden die Energiewirtschaft und die Industrie übernehmen. Dies folgt einerseits dem ökonomischen Gedanken, dort zu mindern, wo die Vermeidungskosten am geringsten sind, andererseits sind der Industrie- und Energiesektor weiterhin die Sektoren mit den höchsten Emissionen. Hinzu kommt, dass eine erneuerbare Energieversorgung der Schlüssel für Emissionsminderungen in allen anderen Sektoren ist, in denen erneuerbar erzeugter Strom fossile Brenn- und Kraftstoffe ersetzen kann.

Das neue deutschen Klimaziel für 2030 berücksichtigt auch das neue höhere EU-Klimaziel für 2030, auf das sich alle Mitgliedstaaten unter deutscher Ratspräsidentschaft Ende 2020 verständigt hatten. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vor knapp zwei Wochen hatte sich die Bundesregierung entschlossen, mit der Umsetzung der EU-Einigungen nicht zu warten, sondern diese bereits zu antizipieren und später bei Bedarf zu aktualisieren. Das hat den Vorteil, dass im Kampf gegen den Klimawandel keine Zeit verloren geht.

Neu ist auch eine Zielvorgabe für den Erhalt und den Ausbau der sogenannten natürlichen Senken wie Wälder und Moore. Sie werden benötigt, um die unvermeidbaren Restemissionen von Treibhausgasen, etwa aus der Viehhaltung oder bestimmten Industrieprozessen, zu kompensieren. Der Senkenausbau benötigt einen langen Vorlauf. Darum beginnt die Bundesregierung schon jetzt, die Vernässung von Mooren und den notwendigen Waldum- und –ausbau zu intensivieren. Nach dem Jahr 2050 strebt die Bundesregierung negative Emissionen an, dann soll Deutschland mehr Treibhausgase in natürlichen Senken einbinden, als es ausstößt.

Zusätzlich zum Beschluss des neuen Klimaschutzgesetzes hat die Bundesregierung ein Sofortprogramm angekündigt, mit dem sie die Umsetzung der neuen Klimaschutzziele für die verschiedenen Sektoren unterstützen wird. Dies soll mit zusätzlicher Förderung im Umfang von bis zu 8 Mrd. Euro geschehen – aber auch mit zusätzlichen Vorgaben. So sollen beispielsweise die Energiestandards für Neubauten gestärkt werden. Die Kosten des CO2-Preises sollen künftig nicht mehr allein von den Mieter*innen, sondern zur Hälfte von den Vermieter*innen getragen werden. Damit soll die Wirkung des CO2-Preises verbessert werden, da Vermieter über energetische Sanierungen und die Art der Heizung entscheiden.

Die im deutschen Bundeskabinett beschlossene Novelle des Klimaschutzgesetzes sowie den begleitenden Beschluss finden Sie auf der BMU-Homepage unter folgendem Link:

https://www.bmu.de/GE952 

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Mittwoch, 12. Mai 2021

Aufbruch zur Solarmesse mit Fokus auf Polen

Photovoltaik (PV) in Polen boomt: Nach Angaben von SolarPower Europe wurden im Jahr 2020 2,2 Gigawatt (GW) Solarstromleistung installiert – nahezu das Dreifache wie im Vorjahr (823 Megawatt (MW)). Das ist Platz vier in Europa, hinter Deutschland (4,8 GW Zuwachs in 2020), Niederlande (2,8 GW) und Spanien (2,6 GW). Damit ist Polen ein interessanter und aufstrebender Markt für die gesamte Branche.

Diese trifft sich auf der Intersolar Europe Restart 2021 vom 06. bis 08. Oktober auf der Messe München. Als Teil von The smarter E Europe Restart 2021 stellen Hersteller, Zulieferer, Händler und Dienstleister ihre Produkte und Innovationen auf der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft vor. Alle Zeichen deuten auf eine weitere starke Expansion: Der polnische Solarmarkt soll künftig jährlich um 35 Prozent wachsen, sodass im Jahr 2024 die PV-Leistung 8,3 GW erreicht. So die mittlere, eher konservative Prognose des europäische PV-Branchenverbands SolarPower Europe im EU Market Outlook. „Die PV in Polen boomt auf allen Ebenen – von privaten und kommerziellen PV-Dachanlagen bis hin zu großen Freiflächenanlagen“, bestätigt Dr. Stanislaw Pietruszko, Präsident der Polnischen Gesellschaft für Photovoltaik (PV Poland). Laut PV Poland wuchs die Zahl der registrierten Kleinanlagen – unter 50 Kilowatt (kW) – mit einer durchschnittlichen Leistung von 6,5 kW um das Dreifache: von 155.000 (992 MW) Ende 2019 auf 457.400 (3 GW) Ende 2020. Diese kleinen Anlagen machen 75 Prozent der gesamten in Polen installierten PV-Leistung aus. Für das prognostizierte Wachstum spricht außerdem: Größere PV-Projekte mit einer Leistung von 4 GW haben bereits vorläufige Netzanschlussgenehmigungen erhalten.

8.000 Beschäftigte in der PV-Branche: Das PV-Marktvolumen in Polen belaufe sich auf 2,2 Milliarden Euro, in der Branche seien 8.000 Menschen tätig, betonte kürzlich Andrzej Kazmierski, stellvertretender Direktor der Abteilung für emissionsarmes Wirtschaften im Ministerium für Entwicklung, Arbeit und Technologie im Intersolar Europe Webinar „A Rising Star: PV Market Poland“ Ende März 2021. Wichtige Herausforderungen sieht Kazmierski in der Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der EU, um Energiegemeinschaften und kollektive Prosumer sowie langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs) zu fördern. Auch sei die erneuerbare Energie stärker ins Energiesystem einzubinden, das Energiemanagement sowie die Netze verstärkt auszubauen. Die Regierung wolle den Rahmen für ein stabiles Marktwachstum schaffen und die lokale Wertschöpfung stärken.

Staatliche Förderprogramme in Polen: Neben stark gesunkenen PV-Kosten und dem wachsenden Umweltbewusstsein wird der polnische PV-Markt durch eine Reihe von staatlichen Programmen wie My Current (230 Mio. €), Clean Air und Wärmemodernisierung befördert. Das Förderprogramm Agroenergia (50 Mio. €) bietet beispielsweise Landwirten zinsgünstige Kredite oder direkte Zuschüsse für den Bau von Solarstromanlagen zwischen 50 kW und 1 MW.

Unternehmen setzen auf Solarstrom für den Eigenverbrauch: Darüber hinaus gibt es in Polen große Solarprojekte, die nicht auf Subventionen angewiesen sind, wie ein 64-MW-Solarpark in Witnica nahe der deutschen Grenze, dessen Strom über einen mehrjährigen Stromabnahmevertrag (PPA) an eine Zementfabrik verkauft wird. In Konin (Woiwodschaft Großpolen) wird etwa eine neue Fabrik für Batteriekathodenmaterialien, die in Elektroautos verwendet werden, zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom betrieben. Außerdem setzen große Unternehmen zunehmend auf Solarstrom zum Eigenverbrauch. Zum Beispiel deckt ein führender Hersteller von Metallmöbeln in Suwalki (Woiwodschaft Podlaskie) im Nordosten Polens seinen Bedarf seit kurzem mit Strom von einer 2-MW-Dach- und von Freiflächenanlagen auf dem Firmengelände.

Intersolar Europe Restart 2021 präsentiert Produkte und Innovationen: Über Entwicklungen, Produkte und Anwendungen in den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie, Solarkraftwerke sowie Netzinfrastruktur und Lösungen für die Integration erneuerbarer Energie informiert die Intersolar Europe Restart 2021 vom 06. bis 08. Oktober auf der Messe München. Auf dem wichtigsten Branchentreff der Solarwirtschaft präsentieren Hersteller, Zulieferer, Händler und Dienstleister ihre Produkte und Innovationen. Die Materialien zum Webinar „A Rising Start: PV Market Poland“ können hier heruntergeladen werden.
 
Die Intersolar Europe findet in diesem Jahr vom 06. bis 08. Oktober als Intersolar Europe Restart 2021 auf der Messe München im Rahmen von The smarter E Europe Restart 2021 statt. Während des zuletzt geplanten Veranstaltungszeitraums, vom 21. bis 23. Juli 2021, finden die The smarter E Industry Days inklusive der Preisverleihung für den The smarter E AWARD, Intersolar AWARD und ees AWARD 2021 digital statt.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: 
Weitere Informationen über die Intersolar Europe: www.intersolar.de 

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