Montag, 25. Juli 2016

Solarenergie und Ortsbildschutz

Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat ein Pilotprojekt lanciert, das die Produktion von Solarenergie und den Schutz von Ortsbildern besser aufeinander abstimmt. In Zusammenarbeit mit dem Kanton Genf und der Stadt Carouge erarbeitet ein interdisziplinäres Team in den kommenden zwölf Monaten eine Gesamtplanung für die Stadt Carouge, in der intakte Ortsbilder geschont und gleichzeitig geeignete Strategien zur optimalen Förderung von Solarenergie aufgezeigt werden. Diese Planung kann in der Folge auf vergleichbare Gemeinden in der Schweiz übertragen werden. 

Die Schweiz verfügt über ein vielfältiges Kulturerbe. Im Zuge der Energiewende wird die Installation von Solaranlagen stark gefördert. Dies kann im historischen Umfeld zu Zielkonflikten führen, wenn die Anlagen uneinheitlich platziert werden. Das Bundesamt für Kultur (BAK) lässt untersuchen, wie die beiden Anliegen – Produktion von Solarenergie und Schonung des Ortsbilds – besser in Einklang gebracht werden können.

Das BAK hat deshalb einen Auftrag an ein interdisziplinäres Team unter der Leitung der Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture (Hepia) vergeben. Dieses Team wird in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Energie, Städtebau und Denkmalpflege des Kantons Genf sowie der Stadt Carouge aufzeigen, wie der individuelle Ansatz und Anreiz zur Installation von Solaranlagen überwunden und die Ortsbilder erhalten werden können.

Die Planung bezweckt eine höhere Rechtssicherheit für öffentliche wie private Eigentümerschaften und reduziert den Verwaltungsaufwand bei Bewilligung und Installation der Anlagen. Dabei werden alle erforderlichen gesetzlichen, ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen einbezogen. Es wird untersucht, wie mit verschiedenen Installationsarten, neuen Technologien und Modellen baukulturverträgliche Massnahmen entwickelt und gefördert werden können. Aufgrund der Identifikation von Faktoren, die die Solarenergieproduktion begünstigen oder behindern, werden Perimeter mit unterschiedlichen Bestimmungen ausgeschieden.

Der Schlussbericht, ergänzt durch Karten und Pläne, wird im Herbst 2017 vorliegen. Die Resultate können danach auf weitere Schweizer Gemeinden übertragen werden. Dieses Projekt ist das erste Element der in der Kulturbotschaft 2016–2020 angekündigten «Materialien Energiewende». Diese sollen aufzeigen, wie bauliche Massnahmen geplant und ausgeführt werden können, ohne die baukulturellen Werte des Bestandes zu beeinträchtigen.


Bundesamt für Kultur (BAK): Brigitte Müller, Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege, Tel. 058 463 54 72

Kanton Genf, Département de l’aménagement, du logement et de l‘énergie (DALE):
Olivier Epelly, Leiter des kantonalen Energiedepartements, Tel. +41 (0)22 327 93 64
Sabine Nemec-Piguet, Leiterin des Amtes für Heimatschutz und Denkmalpflege, Tel. +41 (0)22 546 60 95.

Stadt Carouge: Pascale Lorenz, cheffe du service de l’urbanisme de la Ville de Carouge, tél. +41 (0)22 307 89 82

Herausgeber: Bundesamt für Kultur Internet: http://www.bak.admin.ch  

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Freitag, 22. Juli 2016

Photovoltaik wird wichtigste Energiequelle

Laut einer neuen Studie von Frost & Sullivan (London, UK) etabliert sich die Photovoltaik weltweit als eine der wichtigsten Energie-Technologien. Zu den Marktbeschleunigern zählten nicht nur Umweltziele, Energieunabhängigkeit und die dezentrale Energieerzeugung, sondern vor allem Solarstrom-Einspeisevergütungen - so die Zusammenfassung von solarserver.de.
 
Zusammen mit regulatorischen Vorgaben und Förderprogrammen sanken auf diese Weise die Solarstrom-Gestehungskosten (LCOE). Frost & Sullivan rechnet damit, dass mit zunehmenden Skaleneffekten sowohl kleine Solarstrom-Anlagen als auch große PV-Kraftwerke im Jahr 2020 Netzparität erreichen. Daher erwarten die Marktforscher ein kräftiges Wachstum bei Anbietern von Rohmaterialien, Herstellern von Solarzellen und Photovoltaik-Modulen, Anbietern von Komponenten sowie Systemintegratoren und Installateuren. Laut der Studie „Global Solar Power Market – 2016 Update“ betrug der globale Marktumsatz im vergangenen Jahr 113,75 Milliarden USD und wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 9,5 % bis 2020 auf 179,13 Mia. USD wachsen. Gleichzeitig soll die installierte Photovoltaik-Leistung von 50,78 GW auf 76,6 GW wachsen (8,6 % CAGR). 

„Solar-Förderprogramme und die kürzlich beschlossenen Klimaziele von COP 21 stellen sicher, dass der PV-Markt auch in den kommenden 5 Jahren exponentiell wächst“, sagte der Analyst Pritil Gunjan. „Weitere Markttreiber sind die Netzintegration von erneuerbaren Energien und Initiativen, um Investitionen in Energiespeicher auszulösen.“ Bei den Regionen wird das aggressivste Wachstum in Asien erwartet. Gründe sind das Wirtschaftswachstum, die zunehmende Urbanisierung und Elektrifizierung

Der Marktanteil Asiens wird bis 2020 voraussichtlich auf 64,1 % wachsen, wobei der größte Teil (80 % des Zubaus der nächsten 5 Jahre) auf China, Indien und Japan entfällt. Auch in Nordamerika rechnen die Marktforscher mit einem kräftigen Wachstum, u. a. aufgrund der Verlängerung der ITC-Förderung bis 2019, technologischer Fortschritte und neuer Solar-Leasing-Modelle. Europa wird wohl eher einen Rückschlag erleben, da Förderprogramme auslaufen, enorme Überkapazitäten vorhanden sind und die Preise für Solarmodule sinken, was es Anbietern schwer machen wird, Gewinne zu erzielen. In neuen Märkten in Lateinamerika und Afrika hingegen werden Investitionen in die Netzinfrastruktur erwartet, hauptsächlich in abgelegenen Gebieten, was die Nachfrage ankurbeln könnte. 

Weitere Informationen: frost.com/

Quelle: Frost & Sullivan | solarserver.de

Donnerstag, 21. Juli 2016

Grösste Solarmodul-Fabrik der Schweiz

Neuer Standort, doppelte Kapazität: Der Solarmodul-Hersteller Megasol Energie AG hat in Deitingen (SO) seine Produktionsstätte erweitert. Mit einer Jahreskapazität von 80 Megawatt ist sie die grösste der Schweiz und eine der grössten Europas.
Blick in die neue Modulproduktion von Megasol
Megasol produziert seit 2013 in der Schweiz Solarmodule mit Glas-Glas-Technologie. Nach der Übernahme des ehemaligen ABB-Industrieareals im Oktober 2015 wurde die bestehende Solarmodul-Produktion von Langenthal nach Deitingen umgezogen und weiter ausgebaut. „Dank den besseren Platzverhältnissen und der Erhöhung des Automatisierungsgrades konnten wir die Kapazität auf 80 Megawatt verdoppeln“, erklärt Gründer und CEO Markus Gisler. Damit können pro Jahr weitere 17'000 Haushalte mit Solarstrom versorgt werden.

Sichere Rendite während Jahrzehnten: Produktionsschwerpunkt sind gebäudeintegrierte Photovoltaik-Lösungen wie beispielsweise dachintegrierte Hochleistungs-Solarmodule oder Elemente für Fassaden und Überdachungen. Diese können in beliebigen Farbtönen und sogar mit unsichtbaren Solarzellen hergestellt werden. Deren Einsatz lohnt sich als Alternative zur herkömmlichen Gebäudehülle, da sie bei nur geringfügig höheren Investitionskosten einen regelmässigen Ertrag abwerfen und sich über die Jahre selber amortisieren.

Die hochwertigen Fabrikate weisen eine Lebensdauer von über 50 Jahren auf. „Durch die längere Amortisationszeit haben unsere Swiss-Made-Module ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als herkömmliche Solarmodule“, betont Gisler. Aus diesem Grund kommen sie auch oft in Grossprojekten zum Einsatz, bei denen die langfristige Planungssicherheit der Rendite im Fokus steht.

200 Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette: Anlässlich des Umzugs nach Deitingen hat Megasol ausserdem den Cleantech Businesspark ins Leben gerufen. Unter dessen Dach sind zahlreiche weitere Cleantech-Firmen ansässig geworden. Heute arbeiten am Standort bereits knapp 100 Personen in den Bereichen Gebäudeintegrierte Energieerzeugung, Smartgrid-Technologien, Speichersysteme und nachhaltige Mobilitätslösungen. In den nächsten fünf Jahren sollen nochmals rund 100 Arbeitsplätze angesiedelt werden.

Der Cleantech Businesspark und die Solarmodul-Fabrik als sein Herzstück werden am Freitag, 16. September 2016 offiziell eingeweiht und der breiten Bevölkerung vorgestellt. Ab 15 Uhr erwarten die Besucher Führungen durch die Fabrik, Präsentationen zum Thema Solarstrom und Energieeffizienz sowie ein begleitendes Unterhaltungsprogramm.


Quellen: www.megasol.ch   www.cleantechbusinesspark.ch

Freitag, 15. Juli 2016

Soziale Faktoren beeinflussen Energiewende

Was mein Nachbar hat, will ich auch: Ob Solarpanels auf dem eigenen Dach installiert werden, hängt vom sozialen Umfeld ab. Das zeigt eine Studie des Mannheimer Forschers Dr. Christoph Siemroth und seiner Kollegen Justus Inhoffen (Universität Amsterdam) und Dr. Philipp Zahn (Universität St. Gallen). Die Ergebnisse lassen Schlüsse zu, wie sich die Kosten der Energiewende senken lassen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein zentraler Punkt in der Energiewende. Stromverbraucher in Deutschland unterstützen den Bau von Solarpanels durch eine Abgabe im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Zu beobachten ist in Deutschland eine starke lokale Konzentration von Solarpanels. Welche Gründe es hierfür gibt, hat der Mannheimer Ökonom Dr. Christoph Siemroth gemeinsam mit Kollegen in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Wahrscheinlichkeit, ein Solarpanel zu bauen steigt, wenn Nachbarn und Bekannte auch eins haben. Dabei spielt die Tatsache, ob die Region sonnenarm oder sonnenreich ist, keine entscheidende Rolle.

Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftler Daten der vier deutschen Netzbetreiber verwendet, welche die Installationszeitpunkte und Postleitzahlen aller EEG-geförderten Solarpanels von 2000 bis 2012 aufweisen. Um den Effekt sozialer Interaktion auf den Panelausbau zu berechnen, suchten sie für jede Gemeinde, als gerade deren erstes Panel installiert wurde, eine vergleichbare Gemeinde, wo noch kein Panel installiert wurde. Während in der Gemeinde mit existierenden Panels soziale Interaktionen stattfinden können (die Betreiber können etwa von ihren Erfahrungen berichten und eine Panelinstallation empfehlen), ist dies in der Gemeinde ohne Panels nicht möglich. Die Forscher beobachteten dann die Unterschiede im Panelausbau für alle Paare solcher vergleichbaren Gemeinden über einen Zeitraum von einem Jahr. Es wurden rund 11.000 Gemeindepaare für die Analyse ausgewertet.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Hypothese, dass soziale Interaktion den Panelausbau maßgeblich beeinflusst: Die Anzahl der neu installierten Panels ist in Gemeinden mit existierenden Solarpanels um etwa 50 Prozent höher als in den vergleichbaren Gemeinden ohne Panels. Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein weiteres Panel innerhalb eines Jahres installiert wird, ist um etwa 25 Prozent höher. Der soziale Effekt auf den Panelausbau ist in Gebieten mit höherer Sonneneinstrahlung und niedrigerer Arbeitslosigkeit stärker. Zudem zeigte sich, dass der soziale Effekt den Panelausbau ebenfalls, wenn auch in abgeschwächter Form, in weniger geeigneten Gebieten mit niedriger Sonneneinstrahlung beeinflusst.

Wie die Studie zeigt, machen die über dem Marktniveau liegenden EEG-Zahlungen den Panelausbau auch in Gebieten attraktiv, wo es sich weniger lohnt zu installieren. „Aus wirtschaftlicher Perspektive ist dies ineffizient, da das gleiche Panel an anderer Stelle in Deutschland deutlich mehr Strom produzieren könnte“, erklärt Dr. Christoph Siemroth. „Schließlich ist es im Sinne der Verbraucher, wenn deren Mittel bestmöglich eingesetzt werden.“

Siemroth und seine Kollegen ziehen daher folgende Schlüsse für das bestehende EEG: „Die Fehlanreize durch die gegenwärtige Förderung des EEG sind wohlbekannt und wurden etwa vom Sachverständigenrat bereits kritisiert. Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Fehlanreize jedoch noch stärker sind als allgemein erwartet. Die Entlohnung der Solarpanels sollte daher umso mehr wettbewerbsorientiert gestaltet werden. Ein geeignetes Auktionsverfahren etwa würde den Zuschlag vorrangig an die Panelbetreiber geben, die am günstigsten produzieren, und das würde auch den Nachahmungsausbau in Gegenden mit ineffizient niedriger Sonneneinstrahlung beschränken. Zusammen könnte es die Kosten der Energiewende senken.“


Link zur Studie:  http://ssrn.com/abstract=2796130

Quelle: Universität Mannheim

Mittwoch, 13. Juli 2016

Phänomenaler Ausbau der Windkraft weltweit

Der Ausbau der Windenergie ist weltweit durch eine dynamische Entwicklung gekennzeichnet. Mit einem Zubau von etwa 63.500 MW markiert das vergangene Jahr 2015 nach dem Rekordzubau 2014 (51.500 MW) ein weiteres Rekordjahr für die internationale Windenergiebranche.

Insgesamt waren damit Ende 2015 rund um den Globus Windparks mit einer Gesamtkapazität von etwa 433.000 MW installiert (das ist fast doppelt so viel wie bei der Photovoltaik). In den letzten Jahren hat der asiatische Markt durch das hohe Ausbautempo v.a. in China stark an Bedeutung gewonnen. Mit über 145.000 MW (34 Prozent) stellen die Länder Asiens mittlerweile den stärksten Windenergiemarkt dar.

Karte Windenergie weltweit Windbranche 700 338

 
Auf Asien folgen die Länder der Europäischen Union mit einer Gesamtkapazität von knapp 142.000 MW (33 Prozent). Auf Nordamerika (USA, Mexico und Kanada) entfallen rd. 89.000 MW, das entspricht rd. 21 Prozent der globalen Windenergieleistung. Beim Ausbau der Windenergie gewinnt der Offshore-Sektor zunehmend an Bedeutung. Von den weltweit rd. 63.000 MW Windleistung, die 2015 errichtet wurden, entfallen rd. 3.400 MW (2014: 8.700 MW) auf die Offshore-Windenergie. Damit steigt die Leistung der installierten Offshore-Windenergieanlage rund um den Globus Ende 2015 auf eine Gesamtkapazität von etwa 12.100 MW.

Im Jahr 2015 wurden weltweit rd. 840 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom aus Windenergie erzeugt. Das ist ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2014: rd. 720 Mrd. kWh). Der meiste Windstrom wurde 2015 in den USA erzeugt (193 Mrd. kWh), dicht gefolgt von China (185 Mrd. kWh). Deutschland rangiert mit knapp 90 Mrd. kWh auf Platz drei.