Sonntag, 10. Juli 2016

Trotz Rekord - Wolken über dem CH-Solarmarkt

Die offizielle Markterhebung 2015 zeigt unterschiedliche Bilder für die beiden Anwendungsformen der Solarenergie: Während bei der Photovoltaik (Stromerzeugung) ein Rekordjahr zu verzeichnen war, gab es bei der Solarwärme einen deutlichen Rückgang. Angesichts der weiterhin unklaren politischen Rahmenbedingungen rechnet der Fachverband Swissolar bei beiden Technologien mit einem Marktrückgang im laufenden Jahr.

Seit kurzem liegt die vom BFE (Bundesamt für Energie) beglaubigte Markterhebung Sonnenenergie 2015 vor. Die Photovoltaik-Verkaufszahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 11% auf 337 Megawatt, was etwa einer Fläche von 322 Fussballfeldern (ca. 2.3 Mio. m2) entspricht und neuen Rekord für die Schweiz bedeutet. Die gesamthaft installierte Leistung lag zum Ende des vergangenen Jahres bei fast 1400 Mega- oder 1,4 Gigawatt. 2016 wird Solarenergie nach der Wasserkraft zur zweitwichtigsten erneuerbaren Stromquelle der Schweiz. Der Anteil am Stromaufkommen hat damit die Zwei-Prozent-Schwelle überschritten.

Die Anzahl installierter Photovoltaikanlagen stieg von ca. 8800 (2014) auf etwa 10‘500 (2015). Wie schon im Vorjahr sank die durchschnittliche Anlagengrösse; sie lag bei 34 Kilowatt (kW). Dies widerspiegelt die Veränderungen bei den politischen Rahmenbedingungen: Mit der Einmalvergütung steht für kleinere Anlagen eine rasch verfügbare Förderung bereit, Grossanlagen haben angesichts der noch laufenden Beratungen zur Energiestrategie in den eidgenössischen Räten zurzeit wenig Aussichten auf Vergütung im Rahmen der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV).

Im vergangenen Jahr wurden etwa 6700 thermische Solaranlagen erstellt, gegenüber fast 9000 im Jahr 2014. Die zusätzliche Fläche liegt bei 98‘000 Quadratmetern, was einem Marktrückgang von 17% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Sämtliche Marktsegmente waren vom Rückgang betroffen. Bei den eingesetzten Technologien erlitten die dominierenden verglasten Flachkollektoren einen Rückgang um 23 Prozent, während Röhrenkollektoren und unverglaste Kollektoren leichte Zuwächse verzeichnen.   
  
Zur Umsetzung der Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaprotokoll müssen die CO2-Emissionen der Schweiz bis 2050 auf null sinken. Bis spätestens in 20 Jahren wird auch kein Schweizer AKW mehr am Netz sein. Der dringende Handlungsbedarf ist also gegeben, Solarwärme und Photovoltaik werden zentrale Bausteine der zukünftigen Energieversorgung sein. Solarstrom kann mindestens 2/3 des Atomstroms ersetzen und Solarwärme kann rund 10% des zukünftigen Wärmebedarfs abdecken. Zur Umsetzung dieser Potenziale braucht es jetzt rasch klare Rahmenbedingungen. Der Ball liegt einerseits bei den eidgenössischen Räten, die ihre Beratungen zur Energiestrategie 2050 im Herbst abschliessen werden. Ein Inkrafttreten der Beschlüsse ist allerdings erst 2018 zu erwarten.

Für die Anwendung der Solarenergie in Gebäuden liegt die Hauptverantwortung bei den Kantonen. Mit den MuKEn 2014 (energiepolitische Mustervorschriften der Kantone) liegt ein gutes Instrument vor, um den Gebäudepark von einer Energieschleuder zu einem Energieproduzenten umzuwandeln. Die Kantone Bern und Jura sind bei deren Umsetzung in kantonales Recht schon sehr weit, während andere Kantone noch nichts unternommen haben. Swissolar-Geschäftsführer David Stickelberger meint dazu: „Es braucht jetzt endlich Vorschriften und Anreize für Hauseigentümer. Der blosse Appell an die Freiwilligkeit genügt offensichtlich nicht, um etwas zu bewegen!“ Völlig kontraproduktiv sind in diesem Zusammenhang die Absichten in den Kantonen Zürich und Zug, die Förderung für thermische Solaranlagen und weitere Massnahmen im Energiebereich aus Spargründen zu streichen.  

Angesichts dieser unklaren politischen Rahmenbedingungen ist im laufenden Jahr mit einem Marktrückgang zu rechnen. Bei der Photovoltaik fallen Sondereffekte weitgehend weg, die im vergangenen Jahr wirksam waren. Es bleibt somit hauptsächlich der Markt kleiner, mit Einmalvergütung geförderter Photovoltaik-Anlagen mit einem hohen Anteil Eigenverbrauch, der wiederum den bisher wichtigsten Einsatzbereich der Solarwärme bedrängt. 

Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 500 Verbandsmitgliedern mit rund 8‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. Swissolar setzt sich für eine schnell wachsende Nutzung von Solarenergie in der Schweiz ein. Diese wird zur Stromerzeugung, zur Beheizung von Gebäuden sowie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Der Grundstein für den Verband wurde bereits 1978 gelegt. Swissolar zählt damit zu den ersten Solarorganisationen weltweit.
 
Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 220-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein.
www.swissolar.ch

Quelle: Solarmedia / Swissolar

Samstag, 9. Juli 2016

Keine EEG-Umlage mehr für Mieterstrom

Tage vor dem deutschen Bundestagbeschluss zur Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) konnte die SPD die sogenannte Mieterstrom-Regelung durchsetzen. Demnach soll es für Vermieter künftig möglich sein, ihren selbst produzierten Solarstrom ohne EEG-Umlage auch an ihre Mieter weiterzugeben. 


Kurz vor dem Beschluss zur viel diskutierten Neufassung des Ökostrom-Gesetzes am Freitag im Bundestag, konnte die SPD einen wichtigen Vorteil für Hausbesitzer durchsetzen, die ihr Haus ganz oder teilweise vermieten. Bisher wurde für Vermieter, die ihre Mieter mit Solarstrom vom eigenen Hausdach versorgen, die EEG-Umlage von aktuell 6,35 ct/kWh netto fällig. Dies soll nun geändert werden.

Hausbesitzer als natürliche Personen sollen den Solarstrom nun ihren Mietern verkaufen dürfen, ohne dafür die Ökostromumlage bezahlen zu müssen. „Die Konditionen sollen zwischen Vermieter und Mieter frei verhandelbar sein“, lautet es in einem Eckpunktepapier zur EEG-Reform.
Vermieter mit einer Miet-Solaranlage der MEP Werke profitieren davon gleich doppelt. Sie können ihren Mietern nachhaltig produzierte Energie zur Verfügung stellen und müssen sich durch das Mietmodell um nichts kümmern. Denn das mietbare Rundum-sorglos-Paket, zum monatlichen Festpreis über 20 Jahre, beinhaltet ein umfangreiches Leistungsangebot. Von der individuellen Wirtschaftlichkeitsberechnung und Planung über Montage, Betrieb, Wartung und Versicherung bis hin zum umfassenden Kundenservice und der kostenlosen Entsorgung nach Ablauf der Mietzeit ist alles inbegriffen.

Mit der Gesetzesänderung soll Verbrauchern in Zukunft die Möglichkeit gegeben werden, sich stärker an der Energiewende beteiligen zu können. Konstantin Strasser, Geschäftsführer der MEP Werke, befürwortet die geplanten Änderungen: „Mit unserer Vision „Solarstrom für jedermann“ möchten wir die Möglichkeiten der Energiewende jedem zugänglich machen und allen die Chance geben, einen aktiven Beitrag zu leisten. Für einige Zielgruppen war dies durch die EEG-Umlage jedoch bisher erschwert. Wir freuen uns, dass endlich auch Mieter vom neuen Ökostrom-Gesetz profitieren sollen.“ Deutschland verfehlt seine Ziele im Ausbau der verbauten Solaranlagenkapazität bisher deutlich. Statt der geplanten 2,5 GW pro Jahr sind 2015 nur etwa 1,3 GW hinzugekommen*. Die MEP Werke möchten die Gesetzesänderung nutzen und durch die Ansprache neuer Zielgruppen dazu beitragen die Klimaziele in Deutschland voranzutreiben.

(*Quelle: Fraunhofer Institut im April 2016)

Quelle:  MEP Werke

Dienstag, 5. Juli 2016

Solarstrassen und solare Schienenwege

Soeben haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts und der Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH) errechnet, dass schon 15 Prozent der Straßen und Schienenwege in Deutschland ausreichen würden, um mit neuartigen Solarzellen, die künftig in Straßen und Schienenwegen installiert werden, Deutschland komplett mit Strom zu versorgen. Energische Gedanken den deutschen Publizisten Franz Alt. 
  
Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel. Die Sonne schickt uns 15.000mal mehr Energie als zurzeit alle 7.5 Milliarden Menschen verbrauchen. Hinzu kommen die Windkräfte, die Wasserkraft, die Bioenergie, die Geothermie sowie die Wellen- und Strömungsenergie der Ozeane. Von Natur aus gibt es kein Energieproblem. 

Als Hermann Scheer schon in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts auf diese Zusammenhänge und Möglichkeiten der erneuerbaren Energien hinwies, wurde er von der alten Energiewirtschaft verlacht. Als ich mit ihm zusammen dann am 15. Januar 1993 in der ARD zur besten Sendezeit und vor einem Millionen-Publikum aufzeigte, dass Deutschland und Europa bis zum Jahr 2035 zu hundert Prozent erneuerbar sein könne, reagierte die alte Energiewirtschaft und ihre „Fachleute“ mit ganzseitigen Anzeigen in den großen deutschen Tageszeitungen so: Am Ende des 21. Jahrhunderts könne Deutschland „aus grundsätzlich physikalischen Gründen“ höchstens vier Prozent seines Stroms erneuerbar erzeugen. 

Solche „Fachleute“ sind schon immer Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.  Sie haben mit dafür gesorgt, dass heute ihre Firmen wie RWE oder E.on oder Vattenfall oder EnbW ökonomisch am Abgrund stehen während die Erneuerbaren unaufhaltsam und weltweit auf dem Vormarsch sind. Oft sind die „Fachleute“ des Alten die größten Verhinderer des Neuen. In diesem Fall hatten sie ein Brett vor der Sonne.

Im Jahr 2000 hatten wir in Deutschland 5% Ökostrom, heute 35%. Weltweit hat sich in dieser Zeit der Solarstrom verhundertfacht, der Windstrom verzehnfacht und die Zahl der Passivhäuser mehr als verzweihundertfacht. Und das ist erst der Anfang. Soeben haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts und der Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH) errechnet, dass schon 15% der Straßen und Schienenwege in Deutschland ausreichen würden, um mit neuartigen Solarzellen, die künftig in Straßen und Schienenwegen installiert werden, Deutschland komplett mit Strom zu versorgen: durch millimeterdünne Photovoltaik-Beläge, die sich wie Teppichböden verlegen lassen. Der Strom liegt künftig auch auf der Straße und neben der Schiene. Lukas Renken von der RWTH Aachen dazu: „In Deutschland gibt es fast eineinhalb Milliarden Quadratmeter horizontale Flächen, auf denen man Sonnenstrom gewinnen könnte“. Besonders geeignet seien Parkplatzzufahrten, Seiten- und Mittelstreifen von Autobahnen sowie die Räume zwischen den Bahngleisen. Mit doppelter Nutzung der Straßen für den Verkehr  u n d  für die Stromversorgung bietet sich eine noch größere Möglichkeit zur Stromproduktion als nur über die Dächer.

Diese neuartigen Solarzellen werden bereits in Kalifornien und in den Niederlanden erprobt. Die französische Umweltministerin Segolene Royale hat angekündigt, dass diese Solarstraßen und Solarschienenwege in Frankreich bis 2021 auf hundert Kilometern erforscht würden. Solar betriebene Elektroautos könnten sich dort beim Fahren automatisch selbst aufladen. Ladezeiten würden so entfallen. Deutsche und französische Firmen wetteifern bereits um die erste Solarstraße in Europa.

Mit nur wenig Phantasie und mit den bisherigen Erfahrungen kann überhaupt kein Zweifel mehr daran bestehen, dass der hundertprozentige Umstieg auf erneuerbare Energie auf der ganzen Welt in wenigen Jahrzehnten möglich ist. Dann entfallen auch viele Fluchtgründe, Ursachen für Ölkriege und das Klima ist noch zu retten. Je früher also desto besser. Alles hängt mit allem zusammen. Wir müssen es nur wollen. Jede Krise erzeugt auch Chancen.

Quelle: Franz Alt / sonnenseite.com

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Montag, 4. Juli 2016

Parallel zum Markt kräftiger Aufwärtstrend

 
Der Solaraktienindex PPVX ist letzte Woche um 4,4% auf 1.089 Punkte gestiegen, der NYSE Arca Oil auch um 4,4%. Seit Jahresanfang 2016 liegt der PPVX mit -29,1% währungsbereinigt rund 35 Prozentpunkte hinter dem Erdölaktienindex (+5,7%). Die Top 3 Titel seit Jahresanfang sind Green Energy Technology (+12%), Gintech Energy (+9%) und Chorus Clean Energy AG (+6%). Die grössten Gewinner der Woche waren TerraForm Power (+26%) und TerraForm Global (+11%), die grössten Verlierer waren REC Silicon (-6%) und SPI Energy (-3%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 26,0 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+287%) rund 143 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +144%).


Vergrössern mit Klick auf Grafik oder Tabelle !

Der Solaraktienindex PPVX erscheint abwechslungsweise auf Solarmedia und in den Zwischenwochen auf  Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Samstag, 2. Juli 2016

EnergieSchweiz macht Halt am Züri-Fäscht

EnergieSchweiz tourt mit der ENERGY CHALLENGE 2016 durch neun Energiestädte. Vom 30. Juni bis 3. Juli hält die Roadshow in Zürich im Rahmen des Zürifäscht. Energiebotschafter wie DJ Tanja la Croix und Radprofi Franco Marvulli stellen sich vor Ort Herausforderungen und laden die Bevölkerung dazu ein, auf spielerische Weise Energie zu erleben und zu sparen. 

Die Chinawiese am Zürihorn ist über das Wochenende Schauplatz der ENERGY CHALLENGE, die EnergieSchweiz gemeinsam mit Partnern organisiert. Während vier Tagen können Interessierte die Energie-Village besuchen, wo Schweizer Prominente wie Tanja la Croix und Franco Marvulli aber auch Vertreter aus der Politik und Kultur die Bevölkerung für Energiethemen sensibilisieren und dazu herausfordern, sich für ihre Energiestadt zu engagieren. So können die Besucher etwa bei Aktionen mitmachen und Energie erzeugen.

Die Städte stehen dabei im Wettkampf miteinander: Die ENERGY CHALLENGE 2016 gewinnt jene der neun Energiestädte (Locarno, Luzern, Zürich, Aarau, Basel, Neuenburg, Montreux, Sion und Bern), die via App am meisten Energie geschenkt bekommen hat. Als nächstes wird die Roadshow in Aarau zu sehen sein. Wo sie sonst noch hält und wie das Programm aussieht, erfahren Sie auf www.energychallenge.ch.

Die ENERGY CHALLENGE 2016 setzt auf Elemente wie eine Roadshow, Wettbewerbe, Challenges zwischen Prominenten, einem Energiespielplatz, Energy Spinning und eine App für Smartphones. Diese ermöglicht es Interessierten beispielsweise auf spielerische Weise, ihr Energiewissen zu testen oder ein Energieprofil zu erstellen sowie sich mit Energiebotschaftern wie dem Westschweizer Musiker Stress, Xherdan Shaqiri, Carolina Müller-Möhl, Bertrand Piccard und André Borschberg zu vergleichen. Wer mitspielt, kann attraktive Preise gewinnen. Als Rahmenprogramm finden in der Energie-Village täglich kostenlose kulturelle Veranstaltungen statt. Die ENERGY CHALLENGE ist noch bis Anfang Oktober in der Schweiz unterwegs und sammelt Energie für das Abschlusskonzert von Stress auf dem Berner Bundesplatz.

EnergieSchweiz - Das 2001 vom Bundesrat gestartete Programm EnergieSchweiz zielt auf die Erhöhung der Energieeffizienz und des Anteils der erneuerbaren Energien ab. Damit soll ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele geleistet werden. Das Programm fokussiert auf Sensibilisierung, Information und Beratung, Aus- und Weiterbildung sowie Qualitätssicherung in verschiedenen Schwerpunkten. Insbesondere sollen Hemmnisse abgebaut werden, die der Ausschöpfung der Potenziale von Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien entgegenstehen. Einerseits unterstützt EnergieSchweiz den Vollzug der gesetzlichen Vorschriften, Förderprogramme und marktwirtschaftlichen Instrumente der Energie- und Klimapolitik. Andererseits fördert EnergieSchweiz mit innovativen Projekten, Partnerschaften, Beratungsinitiativen und anderen Aktivitäten die Umsetzung von freiwilligen Initiativen in Haushalten, Gemeinden und der Wirtschaft. Seit 2011 wendet sich EnergieSchweiz direkter an die EndkonsumentInnen. Zusammen mit Akteuren aus der Wirtschaft, der Verwaltung und weiteren Organisationen werden dazu Initiativen und Aktionen unterstützt.

Quelle: Medienmitteilung Energie Schweiz

Freitag, 1. Juli 2016

Digitalisierung für die globale Energiewende

Die Digitalisierung des Energiesektors ist der nächste große Meilenstein auf dem Weg der globalen Energiewende. Das große Ziel: Erneuerbare Energien sinnvoll ins Netz integrieren und dabei Angebot und Nachfrage intelligent aufeinander abstimmen. 

Die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner, und die ees Europe 2016, Europas größte Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme, standen ganz im Zeichen dieser neuen Energiewelt. Mehr als 44.000 Besucher aus 160 Ländern kamen vom 22. bis 24. Juni 2016 nach München, um in diese Welt einzutauchen. Das entspricht einer Steigerung von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum 25-jährigen Jubiläum der Messe war eine besondere Aufbruchstimmung und Dynamik in den Hallen spürbar. Besucher und Aussteller zeigten sich hoch zufrieden mit der Veranstaltung.

Der Solarmarkt weltweit boomt. Dies zeigt nicht zuletzt der „Global Market Outlook 2016-2020“, den SolarPower Europe auf der Intersolar Europe vergangene Woche vorstellte. Ende 2015 waren weltweit insgesamt 229 Gigawatt (GW) Photovoltaikleistung (PV) installiert – ein 45-facher Zuwachs in nur zehn Jahren. Der Verband prognostiziert zudem, dass bis 2020 eine weltweit installierte PV-Leistung von insgesamt 700 GW möglich ist. Der weltweite Markt wächst immens und so gewinnt die internationale Vernetzung für die Branche immer mehr an Bedeutung. Eine Entwicklung, der die Intersolar Europe in den vergangenen Jahren zunehmend Rechnung trägt – 2016 reisten Besucher aus 160 Nationen an, rund 60 Prozent der ausstellenden Unternehmen kamen aus dem Ausland. Dies würdigen auch die Aussteller: „Nach unserem Gefühl wird die Intersolar Europe immer noch internationaler. Dies ist auch für uns wichtig, weil bei zurückgehenden europ äischen Märkten internationale, neu wachsende Märkte immer wichtiger werden. Für uns ist die Intersolar Europe das wichtigste Event im Jahr, weil wir dort eine Vielzahl unserer Partner treffen. Sie ist für uns nicht nur ein Neukunden-Event, sondern auch ein Bestandskunden-Event und daher sehr wichtig“, erklärte Robert Pfatischer, Geschäftsführer von meteocontrol GmbH. Smart Renewable Energy auf der Intersolar und ees Europe 2016 Weltweit etabliert sich die Photovoltaik zunehmend als Eckpfeiler einer nachhaltigen Stromerzeugung der Zukunft. 


Perfekt ergänzt wird sie durch Energiespeicher, die den produzierten Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder zur Verfügung stellen können. Erneuerbare Energien sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Stromnetze – in Deutschland wurde am 8. Mai ein neuer Spitzenwert erreicht. 87 Prozent des gesamten Strombedarfs wurden aus erneuerbaren Quellen generiert. Immer aktueller wird daher das Thema, wie diese produzierte Energie gespeichert und intelligent gesteuert werden kann. Die Intersolar und ees Europe 2016 legten hierauf mit dem Schwerpunktthema Smart Renewable Energy ihren Fokus – und das mit vollem Erfolg. Aussteller und Besucher zeigten sich begeistert, dass die Messe das Thema umfangreich aufgreift: "Die Energielandschaft wird immer komplexer – dezentrale Lösungen sind gefragt! Die Intersolar Europe ist für uns die ideale Plattform, unseren Kunden zu zeigen, wie wir diese komplexen Stücke zusammenfügen und intelligent managen können. Die Vielfalt der Kunden auf der Messe und auf unserem Stand sowie die Qualität der Gespräche, die wir hatten, waren einfach großartig", sagte John Kovach, Global Head Distributed Energy Systems, Siemens AG.  

Lösungen für aktuelle Herausforderungen: Das Smart Renewable Energy Forum Ein Highlight der beiden Messen war zweifelsohne das Smart Renewable Energy Forum, das an allen drei Messetagen Lösungen für die Herausforderungen der Energieversorgung der Zukunft präsentierte. Das große Schlagwort: Die Digitalisierung des Energiesektors. Ohne diesen Schritt ist das große Ziel „100 Prozent Erneuerbare Energien“ nicht möglich, unterstrich auch Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft, direkt zu Beginn des Smart Renewable Energy Forums. Da volatile Energiequellen wie Sonne oder Wind nicht jederzeit zur Verfügung stehen, ist eine intelligente Kommunikation zwischen Erzeuger und Verbraucher nötig. Ebenso essentiell in diesem Szenario sind Energiespeicher, die Spitzen und Engpässe in der Stromversorgung puffern, indem sie überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder zur Verfü ;gung stellen. Den Weg für die globale Energiewende ebnen Die Aufbruchstimmung war in allen Gängen und an allen Ständen der Messen spürbar. Die Branche der erneuerbaren Energien etabliert sich als Innovationsmotor: Im Netz der Zukunft verschmelzen Strom, Wärme und Verkehr, wenn Sonnenenergie zur Beheizung des Hauses genutzt wird und Elektroautos als mobile Speicher integriert werden. Um diese Veränderungen zu begleiten und den Weg für die globale Energiewende zu ebnen, stellten die Aussteller zahlreiche Innovationen vor. Der Intersolar AWARD und der ees AWARD verzeichneten einen Rekord an Einreichungen. Die Digitalisierung führt als Treiber der Energiewirtschaft zu innovativen Produkten und Projekten zum Beispiel bei der Steuerung und Überwachung von Erzeugungsanlagen, virtuellen Kraftwerken oder dem Übergang vom klassischen Erzeuger-Verbraucher-Markt hin zum vernetzen Prosumer-Markt. „Was mich fasziniert ist, wie stark sich die Firmen, die hier sind, vor allem im Bereich Batterien und Steuerungen, gewandelt haben. Der erste Eindruck ist massiv, da ging ein starker Wandel durch die Branche. Das Interesse am Sonderbereich Smart Renewable Energy ist sehr groß. Auch internationales Publikum aus Griechenland, Großbritannien oder den Vereinigten Staaten interessiert sich dafür, das finde ich spannend“, erklärte Marcel Morf, Leiter des Geschäftsbereichs Spezial- und Großprojekte bei Alpiq InTec AG.

Die große Dynamik bewegt nicht nur etablierte Solar-Unternehmen dazu, ihre Fühler in andere Bereiche auszustrecken und weiter in Richtung vernetze Energie zu denken. Auch Firmen aus dem Automobil- oder Wärmebereich wie Mercedes oder Viessmann und neue Start-Ups wie die BOS AG oder die Enpla GmbH fassen zunehmend im Sektor der erneuerbaren Energien Fuß. Bilanz 2016
Auf der Intersolar und ees Europe 2016 präsentierten 1.077 Aussteller auf 66.000 qm ihre Produkte und Lösungen – die genutzte Ausstellungsfläche nahm um 8,4 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahr zog es 2016 sieben Prozent mehr Aussteller nach München. Besonders die ees Europe konnte einen starken Zuwachs verzeichnen. Die Fläche wuchs um 40 Prozent, die Zahl der Aussteller um 35 Prozent. 213 Batterie- und Energiespeicherhersteller stellten ihre Produkte allein auf der ees Europe aus. Im Verbund mit der Intersolar Europe zeigten 369 der insgesamt 1.077 Aussteller zukunftsweisende Energiespeicherlösungen. Mehr als 44.000 Besucher reisten aus 160 Ländern an und machten die Intersolar und ees Europe erneut zu den internationalsten Events der Branche. 

Die Intersolar und ees Europe 2017 finden vom 31. Mai bis 2. Juni auf der Messe München statt.

Weitere Informationen zur Intersolar Europe finden Sie im Internet unter www.intersolar.de