Donnerstag, 12. Januar 2012

Conergy sorgt für Schlagzeilen

Der Name des deutschen Solarkonzerns Conergy ist auch hierzulande gut vertreten, vor allem in der Solarwärmebranche. Die CH-Abteilung hat er allerdings kürzlich abgestossen. Nun versucht Conergy, mit einer Fokussierung aufs Photovoltaik-Modul-Geschäft dem drohenden Konkurs zu entgehen, mit teils spektakulären Massnahmen.


Auf Basis seiner globalen Präsenz mit Niederlassungen in 13 Ländern in Europa, Nordamerika, Asien und Australien konzentriert sich Conergy (im Bild der Hauptsitz des Unternehmens bei Hamburg) gemäss Medienmitteilung auf seine ursprüngliche Stärke, den internationalen Vertrieb von Solarsystemen an Installateure und Großhändler, die weltweite Projektierung von Solarparks sowie das immer wichtiger werdende Servicegeschäft. Da kommt ein spektakuläres Projekt wie gerufen: Das neueste Finanzzentrum Saudi-Arabiens, das King Abdullah Financial District (KAFD), setzt künftig auf Solarenergie von Conergy statt auf die Ölreserven des Königreichs. Mit der Aufdachanlage des Finanzgebäudes – das erste Solarkraftwerk Riads – setzt das KAFD auf nachhaltige Architektur und will für das Gebäude eine der wichtigsten Öko-Zertifizierungen der Welt erreichen: die höchste Auszeichnung des amerikanischen Green Building Councils, die sogenannte „LEED Gold Zertifizierung“.

Mit knapp 200 Kilowatt ist die Solaranlage nicht nur die erste, sondern gleichzeitig auch die größte Aufdachanlage Riads. Zusammen mit seinem lokalen Partner Modern Times Technical Systems (MTTS) verbaut Conergy mehr als 800 Conergy PowerPlus Module auf rund 1,7 Kilometern Conergy SunTop III Gestellen auf einer Fläche von mehr als 1.300 Quadratmetern. Die jährlich produzierte saubere Energie von rund 330 Megawattstunden – damit könnten mehr als 1.500 Computer im Finanzzentrum betrieben werden – speisen 14 Stringwechselrichter ins Stromnetz der Metropole ein. 180 Tonnen des schädlichen Treibhausgases CO2 vermeidet die Anlage damit jährlich nach ihrem Netzanschluss im ersten Quartal des Jahres.

Derzeit befinden sich in Saudi-Arabien weitere Solaranlagen mit insgesamt rund 15 Megawatt Leistung im Bau. Allen voran Conergy hat zum Ausbau der Solarenergie im Land beigetragen: In 2010 errichtete das Solarunternehmen die erste und mit 2 Megawatt damals auch größte Anlage des Königreichs: auf dem Dach der „King Abdullah University of Science and Technology“ (KAUST) in Thuwal. Mit dem Ausbau der Solarenergie verfolgt Saudi-Arabien das Ziel, weniger seiner für den Export bestimmten Öl- und Gasreserven selbst zu verbrauchen. Stattdessen plant der Golfstaat die Infrastrukturen für die Erneuerbare Energiegewinnung zu schaffen. Im Juni sagte der Saudi-Arabische Ölminister al-Naimi gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg dazu: „Saudi-Arabien plant, genauso viel Solarstrom zu produzieren wie fossile Brennstoffe zu exportieren.“

Saudi Arabien exportiert nach Angaben von Green Alpha Advisors rund 2,7 Milliarden Barrel Öl jährlich – ein Barrel entspricht dabei rund 1,700 Kilowattstunden Elektrizität, die gesamten Ölexporte des Königreichs demnach 4.590 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Das ist rund ein Viertel des weltweiten Energiebedarfs. Um diese Energiemenge zu produzieren würde man 250.000 Solarkraftwerke mit einer Gesamtstärke von je 10 Megawatt benötigen. Verglichen mit der derzeit installierten Leistung in Saudi-Arabien und seinen Nachbarländern von 15 Megawatt in 2010, erscheinen diese Ziele durchaus ambitioniert. Sie zeigen jedoch auch, dass die Nachhaltigkeit im sonnenreichen Golfstaat angekommen ist – und die Solarenergie künftig stark ausgebaut werden soll.

Auf personeller Ebene stehen erneut Änderungen ins Haus: Die Conergy AG („Conergy“) erweitere ihre Vorstandsmannschaft aus den eigenen Reihen und stärke damit vor allem die Expertise im wichtigen Wachstumsmarkt Asien. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Philip Comberg (44), wird mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender für ein Jahr in das Unternehmen entsandt. Er verantwortet die Bereiche Strategie, Unternehmensentwicklung, Corporate Communications, Personal, Compliance und Recht. Dr. Philip Comberg ist ehemaliger Investmentbanker, selbstständiger Investor und Berater, und verfügt aufgrund seiner früheren Tätigkeit im Board von Solarfun Power Holdings über tiefe Kenntnisse der Branche sowie des asiatischen Solarmarktes.

Im Juli 2011 hatte Conergy mit dem erfolgreichen Abschluss eines Kapitalschnitts und anschließender Kapitalerhöhung seine Kreditverbindlichkeiten von € 323 Mio. auf nunmehr € 122 Mio. reduziert. Das Unternehmen schloss zudem einen neuen Kreditvertrag mit seinen Banken bis 2015 ab. Im Anschluss an die finanzielle Restrukturierung reduziert Conergy nun konsequent seine eigene Fertigungstiefe, um sich von dem andauernden Preisverfall von Solarkomponenten unabhängiger zu machen und fokussiert sich als Systemanbieter auf Vertriebsaktivitäten. Im Vollzug dieser Strategie verkaufte das Unternehmen im Dezember 2011 die Wechselrichter-Tochter voltwerk electronics GmbH an die Bosch-Gruppe und stellte die Wafer- und Zellfertigung zugunsten der profitablen Modulproduktion im Werk Frankfurt (Oder) bis auf weiteres ein.

Quelle: Conergy

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Mittwoch, 11. Januar 2012

Grossanlagen ganz gross

2010 wurden weltweit mehr als 2.400 Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Nennleistung von mehr als 200 Kilowatt (kWp) gebaut und in Betrieb genommen. Das ist mehr als je zuvor, berichtet pvresources.com, die Partner-Webseite des Solarservers. In Italien gingen mit über 1.400 die meisten Photovoltaik-Großanlagen in Betrieb, gefolgt von Deutschland mit etwa 400 großen PV-Kraftwerken.

Erwähnenswert sind auch die Tschechische Republik und Frankreich - zusammen wurden dort rund 300 Photovoltaik-Großanlagen an das Netz angeschlossen. Europa liegt mit über 2.000 PV-Großanlagen immer noch vorne, dicht gefolgt von China und Indien. Was Photovoltaik-Anlagen im Kraftwerksmaßstab betrifft, nahm China in Asien eine Führungsrolle ein. Dort sind einige Anlagen mit mehreren Megawatt Nennleistung in Betrieb. Danach kommt Indien. Das Land ist auf dem besten Weg, schon bald Photovoltaik-Weltmarktführer zu werden.

Europa ist nach wie vor die am stärksten entwickelte Region. Dort gingen 2010 mehr als 2.000 große PV-Anlagen in Betrieb. Derzeit sind in Europa rund 5.000 derartige Kraftwerke am Netz. Die USA und Kanada folgen mit etwa 600 Großanlagen. Im Dezember 2010 waren in Spanien große PV-Kraftwerke mit insgesamt mehr als 3 Gigawatt (GW) Nennleistung installiert, in Deutschland waren es über 2,67 GWp und in Italien mehr als 1,966 GWp.

Tschechien erreichte insgesamt fast ein Gigawatt installierte Leistung; Alle anderen Länder liegen weit dahinter. Frankreich kam mit seinen Übersee-Departements auf rund 240 MW. Erwähnenswert sind auch Belgien und Griechenland. Zu den kleinen Märkten, die in den letzten Jahren Fortschritte gemacht haben, zählen die Slowakei und Slowenien. In den letzten Jahren wurde bei den Investitionskosten für Photovoltaik-Großanlagen ein enormer Rückgang beobachtet. Lagen die Kosten 2008 noch bei rund 6 Millionen Euro pro Megawatt, sanken sie bis 2011 auf 2 Millionen Euro pro Megawatt.

Die Analyse der Investitionskosten von pvresources basiert auf detaillierten investitionsbezogenen Daten von rund 500 großen Photovoltaik-Kraftwerken, die zwischen 2006 und 2010 in Betrieb gingen. Die Daten wurden in den letzten Jahren für die Studie zusammengetragen. Die Investitionskosten für PV-Anlagen in Italien sind ungefähr so hoch wie in Deutschland oder Spanien. Sie lagen 2010 bei durchschnittlich 2,5 – 3,5 Millionen Euro pro Megawatt.

Quelle: Pvresources | solarserver.de

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Dienstag, 10. Januar 2012

Röttgen lädt zu Solargipfel

Der deutsche Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat nach den aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur zur Photovoltaik in Deutschland für die kommende Woche Gespräche mit Vertretern der Solarbranche angekündigt. Dabei werde es unter anderem um die Zukunft der Solarförderung gehen, so der Minister in einer Stellungnahme.

Die Bundesnetzagentur hatte nach einer vorläufigen Auswertung der Daten mitgeteilt, dass ihr im vergangenen Dezember der Rekordwert von 3.000 Megawatt für neue Photovoltaikanlagen gemeldet worden sei. Das entspricht etwa 40 Prozent des Jahreszubaus von 7.500 Megawatt, den die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben aktuell erwartet. Damit sei bereits klar, dass die Solarförderung zum 1. Juli 2012 um 12 Prozent sinke, so der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth. Sollten von Januar bis April nur noch weitere 225 Megawatt an Photovoltaikleistung gemeldet werden, wird die Vergütung um 15 Prozent gekürzt. Kurth rechnet auch in der Zukunft mit einem Zubauboom.

Einer der Gründe sei, dass die Preise für Photovoltaikanlagen schneller fielen als die Fördersätze gekürzt würden. Regierungspolitikern geht der Ausbau der Solarenergie deutlich zu schnell. Der Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß, sagte, es habe sich im vergangenen Jahr erneut gezeigt, dass der derzeitige Fördermechanismus keinen Einfluss auf die Zubaumenge habe. "Der Zubau von 7500 Megawatt in 2011 liegt weit über dem angepeilten Zielkorridor von 2500 bis 3500 Megawatt", so Bareiß.

Ähnlich äußerte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, gegenüber PHOTON: "Ein weiterer unkontrollierter Anstieg der Energiekosten gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland - und damit die Grundlagen unseres Wohlstandes. Klar ist, dass bei der PV-Förderung etwas gemacht wird. Angesichts des ungebremsten Ausbaus dieser ineffizientesten Form der Stromerzeugung stehen die Fördersätze und der Zubaukorridor auf dem Prüfstand. Die Erneuerbaren sind näher an den Markt heranzuführen." Pfeiffer sprach sich zudem klar für einen starren Deckel aus.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Hans-Josef Fell, betonte dagegen, dass die Solarförderung bereits deutlich gekürzt worden sei: "Die Solarvergütungen werden bereits zum ersten Juli um weitere 15 Prozent abgesenkt werden. Das ist so bereits im Mechanismus des vorhandenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes angelegt. Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15 Prozent innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,7 Prozent. All diejenigen, die jetzt drastische Kürzungen bei der Solarvergütung fordern, sollten sich vor Augen halten, dass diese innerhalb von sechs Monaten bereits um mehr als ein Viertel gekürzt wird." Einem starren Deckel erteilte Fell eine klare Absage: "Eine Deckelung würde die Solarwirtschaft genau zu dem Augenblick treffen, in dem sie ihre Kostensenkungsankündigungen wahr macht und Solarstrom immer günstiger wird."

Quellen: PHOTON 2012 / Bundesumweltministerium, Bundesnetzagentur, MdB Thomas Bareiß, MdB Joachim Pfeiffer, MdB Hans-Josef Fell

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Montag, 9. Januar 2012

KEV ist nachhaltig

Immer wieder gerät die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für erneuerbare Energien unter Beschuss. Zuletzt durch Nationalrat Otto Ineichen, der sie als unwirksam und aufwändig abschaffen und durch direkte einmalige Subventionen ersetzen will. Aber sie hat sich weltweit als wirksames Fördermittel erwiesen. Es kommentiert Solarmedia-Autor Guntram Rehsche.





Auch die Atomenergie hat Milliarden-Subventionen erhalten - und erhält sie weiterhin, zb über ungedeckte Versicherungsrisiken. Immer wieder wurden in der Wirtschaftsgeschichte Beiträge für neu aufkommende Branchen ausgerichtet. Gerechtfertigt sind sie bei den Erneuerbaren Energien, weil sie den Ausstieg aus den fossilen und nuklearen beschleunigen. Und sie sind eben kein Dauerläufer (wie im Agrarbereich), weil sie zeitlich von vorneherein klar begrenzt sind.

Weil am Schluss eine Branche verfügbar ist, die konkurrenzfähig Energie zur Verfügung stellt - und soweit kommt es im Falle der Solarenergie ohne Zweifel - beschleunigt die KEV den erwünschten Strukturwandel. Ein guter Teil der Wertschöpfung entsteht dabei im Inland (Installationsgewerbe) und wandert eben nicht nach China ab. Abgesehen davon, dass CH-Maschinenhersteller wie Meyer Burger diesen Herstellern die Ausrüstung liefern.

Seltene Erden sind bei den kristallinen Modulen kein Problem - und die machen immer noch rund vier Fünftel des Modulmarktes aus. Die Preise werden weiter sinken und zwar in einem Ausmass, das die herkömmliche Energieproduktion konkurrenzieren wird. Die Solarkilowattstunde kostet in der Schweiz heute aus mittelgrossen Anlagen rund 35 Rp. - 2016 wird sie noch 25 kosten (Grid Parity erreichen), 2020 dann noch 15 Rappen - damit konkurrenzfähig sein mit herkömmlicher Stromproduktion aus neuen Anlagen.

Weltweit findet die kostendeckende Einspeisevergütung in über 60 Ländern Anwendung. Selbst in Staaten, die wie Grossbritannien früher einer direkte einmalige Subventionierung ausrichteten, wurde sie später ebenfalls übernommen. Das gewaltige Wachstum der solaren Energieproduktion in Deutschland und Spanien wäre ohne KEV undenkbar gewesen. Ihre geringe Wirksamkeit in der Schweiz ist darauf zurückzuführen, dass von Anfang der Einführung an nur sehr geringe Mittel zur Verfügung standen. Die Förderung war und ist bis heute bei jährlich 16 Millionen Franken gedeckelt - entsprechend gibt es über 12'000 Anlagen hierzulande, die auf eine Vergütung warten.

Dass derzeit in vielen Staaten über eine Rückführung diskutiert wird, ist auf den Erfolg des Mechanismus zurückzuführen, der ein niemals vorausgesehenes Wachstum ermöglichte und die Solarstromproduktion bereits nahe an die Konkurrenzfähigkeit mit herkömmlicher fossiler und nuklearer Produktion herangeführt hat. Jobs in der Branche der Erneuerbaren Energien sind absolut nachhaltig.

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Samstag, 7. Januar 2012

D: Sensationelles Wachstum

Der deutsche Photovoltaikmarkt galt fürs abgelaufene Jahr eigentlich als Schrumpfmarkt. Doch dann kam das letzte Quartal mit einem phänomenalen Zubau und damit wurden in Deutschland 2011 wie im Vorjahr über sieben Gigawatt an PV-Leistung zugebaut, wie der Bundesverband für Solarwirtschaft mitteilt. Die neuen Module erzeugen mehr Strom als ein grosses Atomkraftwerk.

Die Solarwirtschaft registrierte im ausklingenden Jahr in Deutschland eine ungewöhnlich starke Photovoltaik-Nachfrage und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende. Nach einem schwachen ersten Halbjahr nahm die Investitionstätigkeit nach Branchenangaben gegen Jahresende deutlich zu. Insgesamt dürfte die neu installierte Photovoltaik-Leistung 2011 in etwa das Vorjahresniveau erreichen, wie erste vorsichtige Prognosen des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) nahelegen. Damit wurde der steile Wachstumspfad aus den vergangenen Jahren eingebremst. 2010 wurden in Deutschland insgesamt rund 250.000 Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund sieben Gigawatt neu installiert.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz flankiert die Entwicklung, die sich für 2011 abzeichnet: Die Solarförderung wird 2012 nun in zwei Schritten deutlich gekürzt, um 15 Prozent zum 1. Januar 2012 und voraussichtlich um weitere 15 Prozent zum 1.7.2012. Damit wird die Förderung 2012 doppelt so stark reduziert wie 2011, wie auch die Infografik zum Thema illustriert:
Mit Vergütungszahlungen zwischen 17,94 Cent und 24,43 Cent pro Kilowattstunde erreicht die Förderhöhe für neue Solarstromanlagen in allen Klassen damit das Preisniveau privater Stromtarife in Deutschland. Zum 1. Juli werden sie voraussichtlich auf 15,25 Cent bis 20,77 Cent sinken. Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Kosten für den weiteren Solarstrom-Ausbau deutlich reduziert. „Neu installierte Photovoltaik-Anlagen haben künftig nur noch einen geringen Einfluss auf die Verbraucherumlage für Erneuerbare Energien“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.

Durch das starke Wachstum der Photovoltaik steigt ihr Anteil am deutschen Stromverbrauch 2012 auf über vier Prozent. Der Branchenverband erwartet bei moderater Weiterentwicklung einen Beitrag von über zehn Prozent im Jahr 2020. Solarstrom wird dadurch zu einem wesentlichen Motor der Energiewende, die durch den Wegfall der Atomkraft beschleunigt werden muss. Der starke Zubau 2011 war ohne umfangreiche Investitionen in die Netzinfrastruktur möglich, da Solarstrom verbrauchernah erzeugt wird.

Zu dem unerwartet starken Jahresendspurt hat nach Einschätzung des Branchenverbandes eine Überlagerung mehrerer Effekte beigetragen: Deutlich gesunkene Preise für Solarmodule und schlüsselfertige Solarstromanlagen, milde Witterungsverhältnisse im Dezember, die im Herbst angekündigte Absenkung der Förderung zum Jahreswechsel in Höhe von 15 Prozent sowie die von Teilen der Politik geschürte Angst vor einer Kappung der Solarförderung. Darüber hinaus hat möglicherweise die durch die Eurokrise begünstigte Flucht in Sachwerte auch den Ausbau der Solarenergie beeinflusst.

Die Lage innerhalb der Branche bleibt vor dem Hintergrund weltweiter Überkapazitäten, eines harten internationalen Wettbewerbs und der starken Förderkürzung dennoch angespannt. Trotz einer stabilen oder wachsenden Nachfrage in Deutschland und einigen Auslandsmärkten bleiben Umsatz und Ergebnis 2011 hinter den Erwartungen vieler Unternehmen zurück. Die Branche hofft auf Besserung durch ein starkes Anziehen der Auslandsmärkte in den nächsten Jahren. Für Deutschland erwartet sie einen Rückgang der Nachfrage infolge der für 2012 bereits gesetzlich fixierten Förderkürzungen in Höhe von rund 30 Prozent.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft

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Freitag, 6. Januar 2012

Dunkle Wolken über US-Firmen

Einige sind schon Pleite gegangen wie etwa das Start-up Unternehmen Solyndra, das einen Kredit des US-Energiedepartements von nahezu einer halben Milliarde Dollar nicht zurückzahlen kann. Aber auch gestandene Firmen der US-Solarbranche standen oder stehen am Abgrund, wie zwei Beispiele der Finanzplattform ecoreporter.de belegen.

Noch immer ist zwar die Spitzenstellung der US-amerikanischen First Solar unter den Herstellern von Dünnschicht-Solarmodulen unbestritten. Doch nach wiederholten Gewinnwarnungen im Jahr 2011 hat das Unternehmen bei den Börsianern viel Vertrauen verloren. Die Aktie des Solarkonzerns aus Tempe im US-Bundesstaat Arizona hat sich auf Jahressicht um 73 Prozent verbilligt.

Der US-amerikanische Analyst Paul Leming von Ticonderoga Securities rechnet auch in naher Zukunft nicht mit einer Trendwende. Er rät zum Verkauf der Aktie und nennt 25 Dollar als Kursziel. Das sind umgerechnet 19,5 Euro. An der Nasdaq notiert der Anteilsschein heute Mittag bei 34,7 Dollar, im Xetra bei 26,2 Euro. Leming glaubt nicht, dass ein neuer CEO, wie derzeit gesucht, Anlass zu einem nachhaltigen Kursanstieg der Aktie von First Solar geben wird. Zum einen gebe es nur wenige Personen, die in der Branche überhaupt ein entsprechendes Renommee mitbrächten. Zum anderen könne auch eine neue Führung nichts an der verschlechterten Marktsituation des Unternehmens ändern. Angesichts der Überkapazitäten im weltweiten Markt für Solarmodule werde sich der Preis- und Margendruck auf First Solar weiter erhöhen.

Der kalifornische Solarkonzern SunPower Corp. aus San Jose wäre offenbar beinahe ein Opfer der anrollenden Pleitewelle in der Solarbranche geworden. Nur die Übernahme des US-Solarkonzerns SunPower durch die französische Total S.A. im vergangenen Jahr soll denUS-amerikanischen PSolarkonzern vor dem Bankrott gerettet haben. Das sagt zumindest Christophe de Margerie, Chef des französischen Ölmultis. Für 1,3 Milliarden Euro hatte Total im Sommer 2011 rund 60 Prozent der SunPower-Anteile übernommen.

Besonders die Solartechnikhersteller sind im vergangenen Jahr aufgrund eines rasanten Preisverfalls für Solarmodule und des wachsenden Konkurrenzdrucks zunehmend unter Druck geraten. Mit dem Berliner Solarkonzern Solon hatte unter anderem ein deutscher Branchen-Pionier Insolvenz anmelden müssen. SunPower produziert Solarmodule und zählt zu den größten Projektierern von Solarparks.

Quelle: ecoreporter.de

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