Dienstag, 8. November 2016

Rekordstand - aber China buchstabiert zurück

2015 wuchs der globale Photovoltaik-Markt erneut. Das geht aus dem 21. Bericht „Trends in Photovoltaic Applications“ des PV-Programms der internationalen Energie-Agentur (IEA PVPS) hervor. In den Mitgliedsländern und anderen wichtigen Märkten betrug der PV-Zubau insgesamt rund 50,7 Gigawatt. Damit stieg die global installierte PV-Leistung auf über 228 GW, womit über 1,2 % des Strombedarfs bedient werden können. Unterdessen meldet China einen Rückgang der anvisierten Solarziele - eine Zusammenstellung verschiedener Meldungen von solarserver.de.

Asien ist zum dritten Mal in Folge der größte Regionalmarkt für Photovoltaik: Auf China (15,1 GW) und Japan (10,8 GW) entfielen im Berichtsjahr wieder 50 % des gesamten PV-Zubaus. Die amerikanischen Länder holten auf (7,3 GW), und auch der europäische Markt (8,6 GW) zog nach drei Jahren Rückgang wieder an. Die bemerkenswertesten Entwicklungen außerhalb der etablierten Märkte fanden u. a. in Indien, Honduras und Algerien statt. Das Wachstum fand komplett im Kraftwerks-Segment statt, während der Markt der dezentralen Solarstrom-Anlagen bereits das fünfte Jahr in Folge stagnierte. Einspeisevergütungen (FiTs) sind nach wie vor der Haupttreiber für den PV-Markt: 60 % der Neuinstallationen im Jahr 2015 wurden über dieses Instrument gefördert. Der Anteil neuer Geschäftsmodelle, wie Ausschreibungen für PPAs, oder Eigenverbrauchs-Modelle, betrug 2015 immer noch 22 %. In neuen Märkten erreichten Gebote für PV-Großprojekte Rekordtiefstände unter 30 USD/MWh, das ist gerade einmal halb so viel wie zwei Jahre zuvo

Die Photovoltaik deckte 2,1 Prozent des weltweiten Strombedarfs 2015: In mindestens 33 Ländern deckt Photovoltaik bereits über ein Prozent des Jahres-Strombedarfs. Honduras steht mit 12 % an der Spitze, gefolgt von Italien und Deutschland mit rund 8 % und Griechenland mit über 7 %. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 1,2 %. 

Produziert wurden letztes Jahr Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 63 GW. Das Marktvolumen war wesentlich geringer, und die mögliche Produktionsleistung lag bei 79 GW, das sind 9 GW mehr als 2014. Die Modulpreise sanken 2015 erneut, und 2016 noch mehr. Auch die Systempreise schrumpften überall auf der Welt, auch in Europa. Der weltweite Umsatz mit Photovoltaik (einschließlich Betrieb und Wartung von Anlagen) erreichte die 100-Milliarden-Dollar-Marke. 

Die nationale chinesische Energiebehörde NEA hat unterdssen ein Solar-Ausbauziel von 110 Gigawatt bis 2020 angekündigt, berichtet die Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory Co. Ltd. (AECEA). Das sind 20 Prozent weniger als ursprünglich (150 GW) angestrebt. Das neue Ziel setzt sich wie folgt zusammen: 60 GW dezentrale Photovoltaik-Anlagen, 45 GW große PV-Freiflächenanlagen und 5 GW solarthermische Kraftwerke (CSP).

Download des Berichts: www.iea-pvps.org/


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