Mittwoch, 4. November 2020

Und doch: Biden siegt für's Klima und EE

E I L M E L D U N G

Es gibt aus Sicht von Solarmedia kaum mehr Zweifel! Die neuen Zahlen des US-Nachrichten-Senders CNN (16h MEZ) zeigen die Führung von Joe Biden (und Kamala Harris!) in entscheidenden Swing-Staaten. Das Auszählen der Briefstimmen wird Biden weiterhin helfen - und er wird US-Präsident! 

 Team Biden/Harris zieht ins Weisse Haus ein - ein Sieg fürs Klima und die Erneuerbaren! Bilder vom TV-Screen von oben: Swingstate Wisconsin, Zahl aller Stimmen, Swingstate Michigan (Vergrössern mit Klick auf die Bilder).


 
Und mehr als 2,5 Millionen Stimmen-Überschuss!
 

Montag, 2. November 2020

Solarmedia twittert auch

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Solarmedia twittert auch. Schon mehr als 6000 Tweets auf der Plattform Twitter, dies als ein Hinweis in eigener Sache  - Twitter lohnt schon nur wegen Solarmedia - unter www.twitter.com/rehsche immer - oder hier auf der Solarmedia-Site in der rechten Spalte mit dem Twitter-Botton (auch erreichbar mit der Twitter-App - siehe Screenshot oben). 


Und so geht es:

-  Um nur einen Einblick zu erhalten oder auch die jeweils tagesaktuellen  Tweets von Solarmedia einzusehen, einfach den Twitter-Botton rechts (blau unterlegt) anklicken. M.a.W. Stets aktuell ist auch der Twitterdienst mit regelmässigem Energie- / Nachhaltigkeits- und Vorsorgegezwitscher präsent. Schauen Sie / schau mal rein unter twitter.com/rehsche – Lesen ist ohne Anmeldung möglich!

-   Um dauernd mit Twitter verbunden zu sein, muss ein eigener Twitter-Account eröffnet werden - so kann Jede(r) ins Twittern einsteigen. 

© Guntram Rehsche / Solarmedia 

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Freitag, 30. Oktober 2020

PV-Markt: Zwischen Hoffen und Bangen

Anlässlich der am Donnerstag online durchgeführten Generalversammlung des schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie, Swissolar, diskutierte die versammelte Branche unter anderem die derzeit positiven aber angesichts der Pandemie mittelfristig ungewissen Perspektiven des Solarenergie-Marktes. 

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Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger wies an der GV darauf hin, dass sich seit Jahresbeginn die Anmeldungen für die Einmalvergütung gegenüber der Vorjahresperiode fast verdoppelt hätten, wobei der Zuwachs bei grossen wie bei kleinen Anlagen stattfinde. Er sagte einen neuen Rekordzubau von über 400 Megawatt voraus, der allerdings immer noch deutlich unter dem erforderlichen Jahreszubau von über 1000 MW liege. Ob sich dieser positive Trend im nächsten Jahr fortsetze, hänge allerdings massgeblich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Derzeit seien im Solarbereich viele Stellen ausgeschrieben – eine Kooperation mit von der Pandemie stark betroffenen Branchen wie zum Beispiel aus dem Event- und Veranstaltungsbereich finde derzeit punktuell bereits statt. Ein Wachstum in der Solarbranche könne somit im besten Fall auch wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie abfedern helfen.
 
Klare Unterstützung des CO2-Gesetzes: Die Swissolar-Mitglieder genehmigten an der GV die Erhebung eines einmaligen Sonderbeitrags zur Finanzierung der voraussichtlich bevorstehenden Abstimmungskampagne für das CO2-Gesetz. Vorgängig hatten Swissolar-Präsident und Nationalrat Roger Nordmann sowie AEE Suisse-Präsident Gianni Operto auf den dringenden Handlungsbedarf gegen die Klimaerhitzung und die zentrale Rolle der Solarenergie beim Aufbau einer CO2-neutralen Energieversorgung hingewiesen. Bei einer Ablehnung des Gesetzes gehe wertvolle Zeit für die Umstellung auf erneuerbare Energien verloren.
 
Das Label „Die Solarprofis“ wird gestärkt – Qualität noch höher gewichtet als bisher: Ein weiterer wichtiger Entscheid der online durchgeführten Generalversammlung war die beantragte Anpassung des Reglements zum Qualitätslabel „Die Solarprofis“. Das Label hilft Bauherrschaften qualifizierte Anbieter für den Bau hochwertiger Solaranlagen zu finden. Die Verbandsmitglieder stimmten einerseits dem Antrag zu, die Aufnahmebedingungen und Kontrollmechanismen des Labels weiter zu verschärfen. Dazu gehört unter anderem eine neue Selbstdeklaration sowie vermehrte Kontrollen. Andererseits genehmigten die Mitglieder auch eine Erhöhung des Jahresbeitrags für die Inhaber des Labels, um damit das Marketing und die Qualitätssicherung für „Die Solarprofis“ verstärken zu können. Genehmigt wurden zudem die statutarischen Geschäfte, also der Jahresbericht und die Rechnung des vergangenen Jahres.


> Jahresbericht Swissolar 2019
> Grafik: Photovoltaikmarkt Schweiz

Über Swissolar
Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 740 Verbandsmitgliedern mit rund 6‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.

Quelle: swissolar.ch

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Sonntag, 25. Oktober 2020

Solarpreis: Einer und alle Gewinner*innen

Die 6,5-Megawatt-Solaranlage auf dem Verteilzentrum der Aldi Suisse im luzernischen Perlen ist wegweisend für die Strategie und den aktiven Ausbau des Solarsegments von Aventron - und einer der herausragenden Preisträger des diesjährigen Schweizer Solarpreises.

 


Die Stromproduktion aus Sonnenenergie ist ein wesentliches Standbein der schweizerischen und europäischen Energiewende. In der Schweiz wurden in den letzten Jahren durchschnittlich rund 300 Megawatt in neuer Photovoltaik-Kapazität pro Jahr zugebaut. In diesem Bereich ist Aventron einer der aktivsten Investoren und Betreiber und besitzt unter anderen die zwei grössten Dachanlagen der Schweiz: die 8,3 Megawatt Anlage in Onnens (VD) und die 6,5 Megawatt Anlage in Perlen (LU). Letztere gewann den Solarpreis 2020 in der Kategorie PlusEnergieBauten. Die Prämierung fand am 20. Oktober in Aarau unter der Ägide der Solar Agentur Schweiz statt. Die Projektpartner BE Netz, Aldi Suisse und aventron nahmen den Preis entgegen.

Aventron erwartet einen beschleunigten Ausbau der Solarenergie in der Schweiz, dies als essenzieller Baustein der Dekarbonisierung, der Netto-Null Zielsetzungen und der Energiestrategie 2050. aventron ist gut positioniert, um weiterhin zu den führenden Betreibern zu gehören. So übernahm aventron im Frühjahr 2020 das 10 Megawatt Portfolio Agere mit rund 30 PV-Anlagen im südlichen Tessin.

 

In Spanien ging im Juni zudem das 50 Megawatt Solarprojekt Bargas der aventron ans Netz. Ein Solarkraftwerk welches gänzlich ohne Subventionen wirtschaftlich betrieben werden kann. In Italien sind es 36 Megawatt in Freiflächen-Solarkraftwerken die für aventron Strom produzieren. Diese sollen über die nächsten Jahre mit 60 bis 80 Megawatt in neuen Projekten ergänzt werden. Zu diesem Zweck ist aventron aktiv in der Projektentwicklung mit eigener Pipeline tätig, sowohl in Italien wie auch in Frankreich. Diese neue Welle von Projekten wird, wie die Anlage Bargas, ohne Subventionen dem Netz erneuerbare Energie liefern.

 

Aventron AG, mit Sitz in Münchenstein, Schweiz, ist eine etablierte Produzentin von Strom aus erneuerbaren Energien im Mehrheitsbesitz der drei Schweizer Energieversorger Primeo Energie, Energie Wasser Bern und Stadtwerk Winterthur. Die Gesellschaft akquiriert und betreibt Kraftwerke in den Bereichen Wasser-, Sonne- und Windkraft in der Schweiz und in ausgewählten Ländern Europas. Das Unternehmen plant mittelfristig ein diversifiziertes und ausgewogenes Portfolio an erneuerbaren Energien mit einer installierten Gesamtleistung von 1000 Megawatt aufzubauen und somit ein führender Betreiber von dezentralen Kraftwerken in der Schweiz und Europa zu werden. Die aventron AG bietet eine attraktive Investitionsmöglichkeit in Energie-Infrastruktur für langfristig orientierte Investoren. Die Titel der Gesellschaft werden an der OTC-X der BEKB gehandelt (ISIN CH0023777235).

Quelle: Aventron 

Alle Gewinner*innen des Solarpreises hier: >>> solaragentur.ch

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Freitag, 23. Oktober 2020

Wenn die Jacke Solarstrom liefert

Einem Forscherteam der Empa und der ETH Zürich ist es gelungen, ein Material herzustellen, das wie ein leuchtender Solarkonzentrator funktioniert und gleichzeitig auf Textilien aufgebracht werden kann. Dies eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, Energie direkt dort zu produzieren, wo sie benötigt wird, nämlich bei der Nutzung von Alltagselektronik.

Der neu entwickelte Solarkonzentrator bei Bestrahlung
mit blauem LED-Licht:
Das Polymer-Material ist so flexibel, dass es sich
mit einer Pinzette biegen lässt. Bild: Empa

Unser Energiehunger ist unersättlich, er steigt gar mit dem zunehmenden Angebot an neuen elektronischen «Gadgets» andauernd weiter an. Zudem sind wir fast immer auf Achse und somit auf eine permanente Stromversorgung angewiesen, mit der Smartphone, Tablet und Laptop aufgeladen werden können. In Zukunft könnten dafür Steckdosen womöglich obsolet werden. Der Strom käme dann direkt aus der eigenen Kleidung. Mittels eines neuen Polymers, das auf Textilfasern aufgebracht wird, können Jacke, T-Shirt & Co. bald als Solarkonzentrator und damit als mobiler Energielieferant fungieren.

Leuchtstoffe flexibel machen: Schon heute werden Materialien in der Solarindustrie eingesetzt, die in der Lage sind, indirektes oder Umgebungslicht für die Energiegewinnung zu nutzen. Diese Materialien enthalten spezielle Leuchtstoffe und werden als «Luminescent Solar Concentrators», kurz LSC, bezeichnet. Die Leuchtstoffe in den LSC fangen indirekte Lichtstrahlen, also diffuses Umgebungslicht, ein und leiten sie zur eigentlichen Solarzelle weiter, die Licht dann in elektrische Energie umwandelt. LSC sind bisher jedoch nur als steife Bauteile erhältlich und für den Einsatz in Textilien ungeeignet, da sie weder flexibel noch durchlässig für Luft und Wasserdampf sind. Einem interdisziplinären Forscherteam um Luciano Boesel aus der Abteilung «Biomimetic Membranes and Textiles» gelang es nun, verschiedene dieser Leuchtstoffe in ein Polymer einzubringen, das genau diese Flexibilität und Luftdurchlässigkeit mitbringt.

Grundlage für dieses neue Material bilden «Amphiphilic Polymer Co-Networks», auf Deutsch «amphiphilische Polymer-Konetzwerke» oder kurz APCN, ein in der Forschung seit langem bekanntes Polymer, das auf dem Markt bereits in Form von Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen erhältlich ist. Die besonderen Eigenschaften des Polymers – Durchlässigkeit für Luft- und Wasserdampf sowie Flexibilität und Stabilität – sind auch im menschlichen Auge von Vorteil und ergeben sich aus den besonderen chemischen Eigenschaften. «Wichtig für die Wahl genau dieses Polymers ist die Tatsache, dass wir hier zwei nicht-mischbare Leuchtstoffe im Nanometermassstab einbauen und diese interagieren können. Es gäbe auch andere Polymere, in die diese Leuchtstoffe integriert werden könnten, aber dabei würden sie miteinander verklumpen, und die Produktion von Energie wäre somit nicht mehr möglich», erklärt Boesel.

In Zusammenarbeit mit Kollegen aus den Empa-Abteilungen «Thin Films and Photovoltaics» und «Advanced Fibers» hat Boesels Team zwei unterschiedliche Leuchtstoffe dem Gelgewebe beigemischt und es dadurch zu einem flexiblen Solarkonzentrator gemacht. Genau wie auf grossflächigen Modulen fangen die Leuchtstoffe hier ein deutlich breiteres Spektrum an Lichtstrahlen ein, als es mit konventioneller Photovoltaik möglich ist. Die neuartigen Solarkonzentrator können auf Textilfasern aufgebracht werden, ohne dass das Textil brüchig und anfällig für Risse wird oder sich Wasserdampf in Form von Schweiss im Innern anstaut. Am Körper getragene Solarkonzentratoren bieten einen immensen Nutzen für den immer grösser werdenden Bedarf an Energie, insbesondere für tragbare Geräte.

Quelle: empa.ch

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Donnerstag, 22. Oktober 2020

Wie Deutschland klimaneutral wird

Mit einem großen Investitions- und Zukunftsprogramm lässt sich der Treibhausgasausstoß Deutschlands in 30 Jahren auf null reduzieren. Kohle, Öl und Gas werden in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen durch Strom und Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien ersetzt. Dazu muss der Zubau an Wind- und Solaranlagen in den nächsten zehn Jahren in etwa verdreifacht und das deutsche Klimaziel für 2030 auf -65 Prozent angehoben werden. Das zeigt eine umfangreiche Studie im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und Stiftung Klimaneutralität.

Innerhalb von 30 Jahren kann Deutschland sich in eine klimaneutrale Nation umbauen und weiter an Wohlstand und Wirtschaftskraft gewinnen. Hierzu bedarf es eines umfassenden Investitionsprogramms, das den Ausbau der Erneuerbaren Energien prioritär vorantreibt, die weitgehende Elektrifizierung von Verkehr, Wärme und Industrie umfasst, die energetische Sanierung fast aller Gebäude beinhaltet und den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur anstößt. In einem ersten Schritt würden die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Daran würde sich ein zweiter Schritt mit einem vollständigen Umstieg auf klimaneutrale Technologien anschließen, so dass die Emissionen um 95 Prozent sinken. Mit einem dritten Schritt würden schließlich nicht vermeidbare Restemissionen durch CO2-Abscheidung und -Lagerung ausgeglichen. So lauten die wichtigsten Ergebnisse einer umfangreichen Studie, die im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und der Stiftung Klimaneutralität erarbeitet wurde und deren Zusammenfassung heute vorgestellt wurde.

Mit einer Anhebung des Klimaziels 2030 um zehn Prozentpunkte auf -65 Prozent Treibhausgasemissionen würde Deutschland auch seinen Beitrag zu einem erhöhten EU-Klimaziel für 2030 leisten. Dieses wird derzeit als Teil des European Green Deal zwischen dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedsstaaten verhandelt, es wird voraussichtlich Ende des Jahres von bisher -40 Prozent auf -55 bis -60 Prozent angehoben. Wesentlicher Bestandteil einer beschleunigten Klimapolitik ist der ebenso deutlich beschleunigte Zubau von Wind- und Solarstromanlagen, er muss sich gegenüber heute verdreifachen. Das im aktuellen Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gesetzte Ziel eines Anteils von 65 Prozent Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch im Jahr 2030 reicht für ambitionierteren und bezahlbaren Klimaschutz indes nicht aus, es müsste dafür auf 70 Prozent erhöht werden – bei gestiegenem Stromverbrauch aufgrund neuer Verbraucher wie Elektroautos und Wärmepumpen.

Energiewirtschaft: Bei der Photovoltaik ist der Studie zufolge eine Verdreifachung der aktuell installierten Leistung auf 150 Gigawatt bis 2030 nötig. Bei Windkraft an Land müsse sie von aktuell 54 auf 80 Gigawatt steigen. Die Windkraft auf See müsse von derzeit knapp 8 auf 25 Gigawatt im Jahr 2030 wachsen. Im Gegenzug würde der Ausstieg aus der Kohleverstromung beschleunigt und schon bis 2030 abgeschlossen. Die Energiewirtschaft würde in diesem Szenario zur Hauptsäule des Klimaschutzes in den nächsten zehn Jahren. Sie alleine kann die jährlichen CO2-Emissionen um 207 Millionen Tonnen senken, was in etwa der Hälfte der nötigen Minderung von 420 Millionen Tonnen im Jahr 2030 entspricht.

Bis 2050 steigt der Anteil Erneuerbarer Energien dann auf 100 Prozent am Stromverbrauch, wobei sich die Stromnachfrage aufgrund der sektorübergreifenden Elektrifizierung sowie durch die steigende Herstellung von Wasserstoff um rund 50 Prozent auf 960 Terawattstunden erhöhen wird. Gebraucht wird Wasserstoff auch als Speicher. Er wird in Back-up-Kraftwerken eingesetzt, die einspringen, wenn Wind- und Solaranlagen keinen Strom liefern können.

Verkehr: „Im Verkehrssektor ist der Ausstieg aus dem Öl eingeläutet“, sagt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Je schneller sich Automobilindustrie und Energielieferanten darauf einstellen, desto besser sind ihre langfristigen Marktchancen. Im Pkw-Markt werden sich batterieelektrische Fahrzeuge durchsetzen und Verbrenner bis spätestens 2035 europaweit verdrängen, so wie es sich in Kalifornien bereits abzeichnet.“ Bis 2030 werden demnach rund 14 Millionen Elektro-Pkw auf der Straße sein.  

Auch im Güterverkehr verlangt das Klimaneutralitätsszenario eine schnelle Elektrifizierung. Bis 2030 wird rund ein Drittel der Lkw-Fahrleistung mit Stromantrieb erbracht, vor allem mit Hilfe von Oberleitungen und Batterien. Für das Jahr 2050 ergibt das Szenario, dass jeweils etwa ein Drittel des Straßengüterverkehrs über Batterien, Oberleitungen und Brennstoffzellen angetrieben wird. Gleichzeitig wächst die Bedeutung der Schiene. Die Leistung des Schienengüterverkehrs steigt bis 2030 um 44 Prozent, während der Straßengüterverkehr nur geringfügig wächst.

Strombasierte synthetische Kraftstoffe kommen dem Szenario zufolge im Verkehr erst nach 2030 allmählich zum Einsatz, vor allem im Flug- und Schiffsverkehr, während der Anteil von Biokraftstoffen langfristig stark zurückgeht, weil Biomasse in anderen Sektoren effizienter genutzt werden kann und die Mengenpotenziale begrenzt sind. Zudem zeigt die Studie, dass Verkehr für die Klimaneutralität zunehmend auf Bus, Bahn, Fuß und Fahrrad verlagert wird. Die von Bus und Bahn erbrachte Personenverkehrsleistung verdoppelt sich nahezu bis 2035, während die des Pkw bis 2030 um 11 Prozent und bis 2050 um 30 Prozent sinkt.

Industrie: Für die Industrie ist neben der direkten Versorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur entscheidend. In der Stahlindustrie etwa öffnet sich derzeit ein Gelegenheitsfenster: Rund die Hälfte der Hochöfen in Deutschland muss bis 2030 aus Altersgründen ersetzt werden; Anlagen, die anstelle von Kokskohle mit Wasserstoff betrieben werden, könnten den CO2-Ausstoß der Industrie drastisch senken. Bis 2050 wird Wasserstoff zudem nach und nach Erdgas als Rohstoff ersetzen. Neben inländisch hergestelltem Wasserstoff werden Wasserstoffimporte immer wichtiger werden. Die Studie geht davon aus, dass etwa drei Viertel des hierzulande benötigten Wasserstoffs außerhalb Deutschlands produziert werden wird. Gleichwohl werden sich nicht alle CO2-Emissionen in der Industrie vermeiden lassen. So entsteht beispielsweise bei der Zementproduktion während des Kalkbrennens stets CO2. Um solche Emissionen zu neutralisieren, führe kein Weg an einer Abscheidung und unterirdischen Deponierung (Carbon Capture and Storage; CCS) vorbei. In Kombination mit der Nutzung von Biomasse sei der Einstieg in die CCS-Technologie um 2030 auch unvermeidbar, um Restemissionen etwa in der Landwirtschaft auszugleichen.

Gebäude: In allen Bereichen spielt überdies die Steigerung der Energieeffizienz eine wichtige Rolle, besonders aber im Gebäudesektor. Denn trotz eines massiven Ausbaus der Erneuerbaren Energien werden Strom und Wasserstoff nicht im Überfluss zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund haben die Autorinnen und Autoren der Studie in ihren Szenarien die vollständige energetische Sanierung des Gebäudebestands bis 2050 vorgesehen und stets mit der effizientesten Nutzung von Strom zum Heizen kombiniert. So haben sie beispielsweise Wärmepumpen zur Gebäudeheizung vorgezogen und gehen davon aus, dass bereits 2030 in sechs Millionen Gebäuden damit geheizt wird. Denn eine Wärmepumpe verbraucht mindestens fünfmal weniger Strom als nötig ist, um die gleiche Wärmeenergie aus elektrisch hergestelltem synthetischem Erdgas zu gewinnen.

Landwirtschaft: In der Landwirtschaft geht es bis 2030 vor allem darum, Methanemissionen aus Gülle zu verringern, etwa durch Vergärung in Biogasanlagen. Zudem werden vermehrt Kulturarten mit geringerem Bedarf an Stickstoffdünger angebaut. Zusätzlich lassen sich die Methanemissionen aus der Tierhaltung durch eine Verringerung der Tierbestände vermindern. Nicht vermeidbare Emissionen in der Landwirtschaft werden von 2050 an ebenso wie in der Industrie über CCS bei der Nutzung von Bioenergie neutralisiert.

Die Studie „Klimaneutrales Deutschland“ wurde von der Prognos AG, dem Öko-Institut und dem Wuppertal Institut im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und der Stiftung Klimaneutralität erstellt. Die Zusammenfassung mit Ergebnissen und Szenarioannahmen steht unter www.agora-energiewende.de,  www.agora-verkehrswende.de und www.stiftung-klima.de zum kostenfreien Download bereit. Die ausführliche Version der Studie mit Ergebnissen für alle Sektoren, Modellierungsvarianten und Methodenteil wird voraussichtlich am 9. November veröffentlicht.

 

Quelle: agora-energiewende.de

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